Glossar | A

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine auf J. H. Schultz zurückgehende, unter fachkundiger Anleitung erlernbare Entspannungsmethode, die mit Methoden der Autosuggestion arbeitet.

Autismus

Der Begriff “Autismus” kennzeichnete ursprünglich nach E. Bleuler (1911) spezielle, bei der Schizophrenie beobachtete Zustände des Losgelöstseins von der Wirklichkeit und Versunkenseins in das eigene Innenleben. Die ICD-10 ordnet den Autismus ein in der Rubrik “tiefgreifende Entwicklungsstörungen” und unterscheidet die beiden Formen frühkindlicher Autismus (syn.: Kanner-Syndrom) und atypischer Autismus Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom) Ähnlich wie beim […]

Asperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom bezeichnet Auffälligkeiten im Verhalten von Kindern mit Manifestation erst etwa ab dem 3. Lj.. Besonders betroffen sind Jungen, im Verhältnis 8:1. Symptomatisch im Vordergrund stehen beim Asperger-Syndrom frühreifes Interesse für Themen jenseits des eigenen Alters und besondere Begabungen Fixierung auf wenige und stereotype Aktivitäten auffällige motorische Ungeschicklichkeit Eigenbrödlertum und soziale Kommunikations- und Kontaktschwierigekeiten […]


Asozial

Als “asozial” bezeichnet man die Unfähigkeit eines Menschen, sich in eine soziale Gemeinschaft einzufügen und deren Regeln anzuerkennen. s. a. dissozial

Arbeitsunfähigkeit

In Deutschland ist der Begriff der “Arbeitsunfähigkeit” in den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und die Maßnahmen zur stufenweisen Wiedereingliederung (Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien) nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 SGB V definiert. Hier die wichtigsten Regeln: Arbeitsunfähig gilt ein versicherter Arbeitnehmer, wenn er auf Grund von Krankheit seine zuletzt vor der Arbeitsunfähigkeit […]

Antriebsstörung

Antriebsstörungen können sowohl durch psychische Störungen als auch durch biologische Prozesse verursacht werden. So finden sich Störungen des Antriebs z. B. regelmässig bei Depressionen, Manien, Schizophrenien oder Schädigungen des Stirnhirns. Antriebsstörungen können sich äussern als Antriebshemmung Unfähigkeit zur Durchführung intendierter Handlungen Antriebsmangel (Antriebsminderung) Fehlen des spontanen Antriebs bzw. einer Handlungsintention Antriebsverarmung Verminderung ursprünglich vorhandenen Antriebs […]


Antrieb

Der Begriff Antrieb und das zugrunde liegende Konzept sind unscharf. Aus neurowissenschaftlicher Perspektive ist das, was als “Antrieb” wahrgenommen wird, ein komplexer Prozess, der eines störungsfreien Zusammenwirkens diverser, hierarchisch aufeinander aufbauender Ebenen bedarf: der Fähigkeit zur motorischen Umsetzung von Aktionsschemata der Fähigkeit zur Auswahl solcher Schemata der Fähigkeit zur Bildung und Auswahl von Intentionen, also […]

Antipsychiatrie

Die Antipsychiatrie ist eine Bewegung, die 1960 durch R. Laing und D. Cooper begründet wurde und die Krankheitsauffassung der Psychiatrie, insbesondere das (biologische) Konzept der Schizophrenie, auf der Basis gesellschaftskritischer Argumente ablehnt. In der radikalsten Form sagt die Antipsychiatrie, dass das, was “Schizophrenie” genannt werde im Grunde lediglich die Auswirkung eines falschen familiären und gesellschaftlichen […]

Antidepressiva

Antidepressiva sind in Chemie und Wirkweise unterschiedliche Gruppen von Medikamenten, die zur Behandlung depressiver Symptome eingesetzt werden. Man unterscheidet zum Beispiel folgende wichtige Klassen von Antidepressiva Trizyklische Antidepressiva (TZA) Tetrazyklische Antidepressiva Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) Monoaminooxidasehemmer (MAO-Hemmer) Weiterführende Informationen zu Antidepressiva finden Sie auch in den Rubriken “Medikamente > Psychopharmakotherapie I > Antidepressiva“ “Psychische Krankheiten > Depressionen“


Antidementiva

Als “Antidementiva” bezeichnet man Medikamente, die gegen Demenz wirken. Antidementiva können das Fortschreiten der Demenz bzw. des demenziellen Syndroms nicht verhindern, aber den fortschreitenden Verlust der Autonomie je nach Präparat und Wirkmechsnismus auf verschiedene Weise hinauszögern. Weiterführende Informationen zu Antidementiva finden Sie in den Rubriken “Medikamente > Psychopharmakotherapie I > Nootropika und Antidementiva“ “Psychische Krankheiten […]

Angststörung

Der Begriff Angststörung ist eine unspezifische Sammelbezeichnung für verschiedene psychische Störungen, die mit Angst einhergehen, z. B. Panikstörung, Agoraphobie oder auch posttraumatische und akute Belastungsstörung, Ängste im Zusammenhang mit somatischen Kranheiten.

Androphobie

Der Begriff “Androphobie” bezeichnet männerfeindliches Verhalten


Amnesie

Mit “Amnesie” wird eine zeitlich umschriebene Erinnerungslücke bezeichnet, gewöhnlich im Zusammenhang mit einer Schädigung des Gehirns durch verschiedene Ursachen. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang die anterograde Amnesie Gedächtnislücke für einen Zeitraum nach dem schädigenden Ereignis kongrade Amnesie umschriebene Gedächtnislücke für exakt die Zeit der Bewusstlosigkeit nach einem Hirntrauma retrograde Amnesie Gedächtnislücke für die Zeit vor […]

Akathisie

Der Begriff “Akathisie” bezeichnet eine quälende, unstillbare Bewegungsunruhe mit Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen. Patienten mit Akathisie “trippeln” oft. Das Phänomen ist v. a. bekannt als unerwünschte Nebenwirkung von Neuroleptika, kann aber auch selten im Zusammenhang mit einer Zwangserkrankung oder Myoklonien auftreten.

Agoraphobie

Mit “Agoraphobie” (= Platzangst) bezeichnet man die umschriebene und reproduzierbare Angst (Phobie) eines Menschen, einen freien Platz zu betreten oder auch nur die Wohnung zu verlassen und sich auf die offene Strasse zu begeben. Agoraphobie tritt häufig mit Panikattacke und deutet meist auf das Vorliegen einer neurotischen Störung. In der Psychiatrie verwendet man den Begriff […]


Affektive Störung

In der Psychiatrie ist der Begriff “Affektive Störung” reserviert für die Bezeichnung depressiver und manischer Phasen. In der Psychopathologie versteht man unter dem Begriff Affektive Störung ganz allgemein Abweichungen der geäusserten Affekte von der erwarteten Norm, etwa wenn Affekte zu gering, zu stark oder unpassend wirken, wenn sie zu rasch “anspringen” oder zu spät, wenn […]

Ausschleichen

Unter Ausschleichen versteht man das langsame Absetzen eines Medikamentes durch schrittweise Reduktion der Dosis über mehrere Tage (oder selten auch Wochen), um das Risiko des Auftretens eines Absetzsyndroms oder eines Entzugssyndroms so gering wie möglich zu halten.

Adoleszentenkrise

Mit “Adoleszentenkrise” (auch Pubertätskrise) werden in der Pubertät auftretende vorübergehende, aber teilweise sehr ausgeprägte seelische Veränderungen und Verstimmungen bezeichnet, die oft mit auffälligem Verhalten einhergehen. Neben verschlossenem und abweisendem Verhalten und Aufbegehren kann es zu Lernschwierigkeiten mit Leistungsabfall, Alkohol- und Drogenmissbrauch, auch Delinquenz, Gewaltäusserungen und Kurzschlusshandlungen kommen. Die Wahrnehmungsveränderungen in einer Adoleszentenkrise können ein psychoseähnliches […]


ADHS

Das ADHS, in den Anfängen als “Hyperprosexie”, dann als “Aufmerksamkeitsstörung “bezeichnet, kennt zahlreiche Synonyme: ADHD, Hyperaktivitätssyndrom, hyperkinetische Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien, frühkindliches exogenes Psychosyndrom, minimaler Hirnschaden, minimale cerebrale Dysfunktion u. a.. Menschen, die an ADHS leiden, zeigen eine Kombination von Störungen der Aufmerksamkeit und Hyperaktivität. Sie sind leicht ablenkbar, neigen zu Flüchtigkeitsfehlern, haben Schwierigkeiten, […]

Abwehrmechanismus

Der psychoanalytische Begriff des “Abwehrmechanismus” wurde geprägt von Anna Freud (1936) und bezeichnet verschiedene Formen, meist unbewusster psychischer Interventionen des “Ich“, durch die unerwünschte Triebenergien im Zusammenhang mit “verbotenen” Wünschen, Vorstellungen, Phantasien etc. in andere, verträglichere psychische Energieformen transformiert werden. Ziel dieser Interventionen ist die Vermeidung bzw. Neutralisierung unangenehmer Affekte wie (Trieb)-Angst, Schuldgefühle, Ekel, Scham […]

Absetzsyndrom

Beim Absetzen bestimmter Antidepressiva kann es zu verschiedenartigen und unterschiedlich ausgeprägten unangenehmen Nebenerscheinungen kommen. Die häufigsten Erscheinungen sind Schwindel und Gleichgewichtsstörungen Motorische und innere Unruhe Tics Schlafstörungen Verdauungsprobleme Kopf- und Gliederschmerzen In schwereren Fällen kann es auch zu Desorientierung kommen. Verursacht wird das Absetzsyndrom durch eine störung im Stoffwechsel der Neurotransmitter im Hirn. Betroffen von […]


Ablösung

Der Begriff “Ablösung” bezeichnet die Auflösung seelischer Abhängigkeitsbeziehungen, z. B. die kindliche Abhängigkeit gegenüber der elterlichen Autorität, die normalerweise in der Pubertät beginnt. In der Psychoanalyse bezeichnet der Begriff “Ablösung” die Auflösung der spezifischen therapeutischen Beziehung (Übertragungsneurose) zwischen Analytiker und Analysand.

Abulie

Unter einer Abulie versteht man in der Psychiatrie das krankheitsbedingte Fehlen des Willensantriebs, der sich darin äussert, dass betroffene Patienten unfähig sind, eine gewollte Handlung auszuführen. Das Resultat ist eine (psychische) Lähmung. Häufiger als eine vollständige Lähmung des Willens ist die mildere Form, die Schwächung des Willens (Hypobulie). Abulie und Hypobulie kommen z. B. vor […]

Aggressivität

Der Begriff “Aggressivität” bedeutet Angriffslust und bezeichnet die Bereitschaft eines Menschen zur Entäusserung aggressiven Verhaltens. Die Aggressivität eines Patienten ist in der forensischen Psychiatrie und in der Sozialpsychiatrie oft ein Massstab zur Beurteilung der Chancen zur sozialen Wiedereingliederung