Was juckt's den Dienstleister, er wird ja bezahlt...

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Laura
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Was juckt's den Dienstleister, er wird ja bezahlt...

Beitragvon Laura » Mi 12. Mai 2021, 14:18

Liebe Leser,

im Moment erlebe ich eine turbulente Phase aufgrund anderer Dinge, die herzlich wenig mit der Psychiatrie zu tun haben, auch nicht mit den ambulanten Hilfsangeboten der Psychiatrie in ihrer Gesamtheit. Aber weil ich noch ein wenig angekratzt bin, kommen in mir immer noch, bzw. jetzt wieder verstärkt, Erinnerungen hoch, wie ich von manchen Psychohelfern aus den verschiedensten Berufsgruppen kontraproduktiv behandelt worden bin. Selbst wenn da einiges schon zehn Jahre oder länger zurückliegt, so bin ich darüber noch nicht hinweg. Aber ja doch, Probleme hatte ich schon vorher und habe mich deswegen schon als 14jährige von mir aus um therapeutische Hilfe bemüht, die aber damals nicht so wirklich erfolgt ist. Mit 16 machte ich einen erneuten Versuch und erst das war dann der eigentliche Start für meine "Psychiatrie-Karriere", bei der ich aber bis zu meinem 30/31 Lebensjahr zeitgleich immer noch mein "Normalo-Leben" hatte. Aber was soll ich mir daraus machen, wenn dann ein nicht ganz geringer Teil von Psychohelfern schlechte Arbeit leistet, meine Probleme damit eigentlich nur verschlimmert und diese Psychohelfer dann schon auch in der Hinsicht abgebrüht sind, um ihre Fehler auf meine Kosten zu vertuschen? Für Psychohelfer gibt es immerhin Supervisionsstunden. Für zusätzlichen Schaden, den man als psychisch Kranker im Hilfssystem erleiden kann, gibt sowohl Verständnis als auch spöttisches Lächeln so wie weitere Vorwürfe, es läge ja immer nur am Patienten selbst. Angeblich will man ja so Scheiße bleiben, wie man ist. Das gilt aber, wenn, nicht nur für Patienten, die es ja immer nur bequem machen und andere ausnutzen wollen, sondern auch für so manche Psychohelfer. Dass manche Psychohelfer schon in jungen Jahren keinen Bock auf ihren Job haben, andererseits aber auch nicht umschulen wollen, weil sie spüren, dass sie in anderen Branchen gleich rausfliegen würden...ei, ich kann da so meine Überlegungen anstellen, aber dann sehe ich, wie all diese frustrierten Leutchen noch ziemlich lange in ihrem Beruf sind, einfach weil sie natürlich ein geregeltes Monatseinkommen brauchen. Aber dass dieses dann auch noch deutlich über dem Niveau des Regelsatzes ist, auf dem die Patienten/Klienten in weiten Teilen herumkrebsen müssen. In manchen Bereichen des psychiatrischen Hilfssystems passiert es, dass manche Psychohelfer so gut wie nichts zu tun haben, einfach, weil sie mit ihrer unfreundlich bis aggressiven Art - und man sage nicht immer nur, dass da die Patienten auf sie abgefärbt hätten - ihre Klienten vergraulen. Aber was würde man in Gesprächen unter zwei Augen schon nachweisen können?

Es gibt auch Psychohelfer, die es nicht gerade toll finden, solche schlechten Helfer als Kollegen haben zu müssen. Nicht nur weil sie um das Patientenwohl fürchten, sondern weil sie dem Verbalverhalten ihrer minderbegabten Kollegen natürlich selber zum Opfer fallen können. Stichwort: Kollegialität!

Was habe ich davon, dass alles als normal hinnehmen zu müssen? Es gibt ja überall solche und solche...Nichts habe ich davon! Sogar weniger als nichts. Diese schlechten Helfer schicken lieber ihre eigenen Klienten/Patienten ins Existenzminimum oder lassen sie dort vor sich hinkrebsen anstatt dass sie sich einen Job suchen, den sie besser bewältigen könnten. Haha, woanders wäre es stressiger, da würde ihre geringe Belastbarkeit schneller auffallen. Mit psychisch Kranken, bzw. gegen psychisch Kranke zu arbeiten hingegen...was heißt da schon "Aussage gegen Aussage", wenn es um Dinge geht, die sich unter Abwesenheit von Dritten, bzw. unbeteiligten Dritten als Zeugen abspielen.

Ganz bestimmt versinken all diese Fehlbesetzungen nur so in Selbstmitleid, wenn sie sich mit all diesen schrecklichen Leuten wie meiner Wenigkeit abgeben müssen, damit das Häuschen mit Garten schneller abbezahlt werden kann. Was sind sie nicht überfordert und was für schreckliche Arbeitsbedingungen und was für wenig Monatsgehalt! Aber was war da noch? Im Psychiatrischen Einmaleins, dass wir Patienten sogleich lernen müssen, steht doch, dass Geld doch nicht alles sei und dass man die eigene Gesundheit doch nicht ruinieren muss, damit man seinen Job behalten kann. Bei der eigenen Gesundheit passt man auf, wenn es aber um die psychische Gesundheit von Schutzbefohlenen geht, also um die Gesundheit anderer...da würde ich erstmal resümieren, dass der Lebensstandard eines Psychohelfers noch immer über dem Patientenwohl steht. Und dass gerade die schlechten Helfer, die zudem schon längst unmotiviert und frustriert sind, von sich aus schon nicht einen anderen Job oder eine Umschulung anstreben werden. Hauptsache da nachlässig arbeiten können, wo es vertuscht werden kann. Gleichzeitig aber nach spektakulären Einsätzen Ausschau halten, auf die ein goldener Blumentopf als Belohnung zu erwarten ist.

Die Scheinargumente, bzw. Ausreden solche Leute sind mir bekannt. Aber wann immer solch ein Vollidiot auf seinem Pöstchen stundenlang mit nichts als Nasebohren beschäftig ist, muss ich auf Hilfe verzichten. Da wäre mir doch einer von den engagierten professionellen Helfern wesentlich lieber. Und dem würde ich sein Häuschen mit Garten dann auch nicht in Frage stellen wollen.

Ich bin nicht nur über meine eigenen Probleme noch nicht hinweg, sondern auch noch nicht darüber, wie manche Leute einen Stundenlohn dafür nehmen, meine Probleme zu verschlimmern und zu behaupten, es läge ja sowieso alles nur an mir. "Auch nur Menschen" beziehen diese Vollidioten lieber auf sich selbst als auf solche "Spastis" wie meine Wenigkeit.

Muss das manchen Psychohelfern noch viel deutlicher erklärt werden, dass sich eine Menge Patienten nicht so leicht veräppeln lassen, aber dass man als Patient, je nachdem, durchaus Schlimmeres befürchten kann als einfach nur für dumm und leicht veräppelbar gehalten zu werden.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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