Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

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LuisaS_Studie
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Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon LuisaS_Studie » Mi 1. Feb 2017, 13:30

Ich suche Teilnehmer für meine Online Studie und freue mich sehr, über viele Teilnehmer und danke ganz herzlich!! :)
  • Worum geht’s?
Eine gute therapeutische Beziehung ist ein grundlegender Faktor für eine erfolgreiche Psychotherapie. Doch welche Aspekte tragen zu einer wirksamen Beziehung zwischen PatientIn und TherapeutIn bei? Genau dieser Frage möchte ich im Rahmen meiner Master-Arbeit der Psychologie an der Universität Bielefeld nachgehen und die therapeutische Beziehung unter Aspekten von Bindungserfahrungen beleuchten. Als einen möglichen Einflussfaktor möchte ich auch untersuchen, inwiefern das Geschlecht auf Therapeuten- und Patientenseite Auswirkungen auf die therapeutische Beziehung hat. Daher ist es für die Aussagekraft der Studie besonders wichtig, dass sowohl Männer als auch Frauen, die sich in Psychotherapie befinden, teilnehmen und ihre jeweilige Einschätzung einbringen.
  • Wer wird gesucht?
Für die Befragung suche ich Personen, die sich zurzeit in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung befinden oder eine solche in den letzten 5 Jahren durchlaufen haben und sich bereit erklären, mir einige Fragen zu ihrer wahrgenommenen Therapeut-Patient-Beziehung zu beantworten.
  • Was können Sie tun?
Folgen Sie dem Online-Link http://ww3.unipark.de/uc/PA_MA_14/b224/ und nehmen Sie sich ca. 15 Minuten für die Beantwortung der Online-Befragung Zeit. Die Befragung ist freiwillig und selbstverständlich vollkommen anonym, d.h. es werden keinerlei Daten erfasst, die einen Rückschluss auf Ihre Person erlauben. Die Studie läuft voraussichtlich bis Mitte März 2017.
  • Was ist Ihr Beitrag?
Mit Ihrer Teilnahme an der Studie können Sie ganz maßgeblich dazu beitragen, uns in dem Anliegen zu unterstützen, Einflussfaktoren auf die therapeutische Beziehung besser zu verstehen, um somit bestehende Therapieansätze kritisch zu hinterfragen und optimieren zu können.

Bei offenen Fragen zu der Untersuchung, können Sie mich gerne unter folgender Mail-Adresse kontaktieren therapie-allianz@gmx.de.

Vielen Dank und viele Grüße, Luisa
Zuletzt geändert von LuisaS_Studie am So 24. Sep 2017, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Feuerchen
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Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon Feuerchen » So 5. Feb 2017, 14:06

Hallo Frau Schnöger,

Ich habe die Studie ausgefüllt. Do möchte ich Ihnen sagen, dass für mich der Test Lücken hat.

Zum Einen die Fragen... zum Elternhaus, die auch über Fehlverhalten bzw. Missbrauch aufdecken.
Missbrauch außerhalb der Ehe wird aber z.b. gar nicht angesprochen und prägt doch die Beziehungen,das würde meiner Meinung nach auch in den Fragebogen hinein gehören, ist aber nicht gefragt.
Zum Anderen sind auch die Fragen zum emotionalen bzw. Denken der letzten 7 Tage nicht ganz genau.
Ich bin z.b. derzeit erkältet, weshalb ich gerade mich nicht gut Konzentrieren kann, Hitze und Kältewallungen habe , und auch sonst in den Bewegunge und im Denken eher langsamer bin. Ich konnte das aber nirgendwo erklären.

Einmal habe ich die Zurückfunktion verwendet weil ich wissen wollte, wie ich es vorher ausgefüllt hatte und... da verschwanden die angekreuzten Antworten. Jetzt weiiß ich nicht, ist das jetzt gelöscht , sodass ich einen Teil nicht beantwortet habe, oder nicht.

Wünsche Ihnen viel Erfolg !

Liebe Grüße
Feuerchen


Und noch was: Ich wollte gerade eine Mail auch noch an Sie schreiben und der Link Ihrer Mailadresse stimmt nicht. ---- Ist also wohl wieder Bauernfängerei! - Ich ärgere mich gerade sehr

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Remedias
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Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon Remedias » So 5. Feb 2017, 17:00

hallo Frau Schnöger,
Sie stellen Fragen über das Verhältnis zu Mutter und Vater, leider ist die Option nicht vorgesehen, einen Block nicht zu beantworten, wenn man nicht mit beiden Elternteilen aufgewachsewn ist, was in der heutigen Zeit mit Patchwork- und Alleinerziehendenfamilien doch sicherlich kein Einzelfall ist.

liebe Grüße Remedias

LuisaS_Studie
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Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon LuisaS_Studie » Mi 29. Mär 2017, 11:00

Hallo Feuerchen & Remedias,

zunächst einmal vielen Dank für die Rückmeldungen! Derartige Anmerkungen und Tipps sind äußerst hilfreich und wertvoll, so dass sie (wenn auch während dieses Erhebungszeitraum nicht) für spätere Studien berücksichtigt werden können. Eine große Schwierigkeit von Fragebögen ist sicherlich, dass ihre geforderte Ökonomie (all zu lange Fragebögen werden seltener ausgefüllt) auf Kosten einer ausschöpfenden Informationssammlung geht. Umso wichtiger ist es zukünftig, wichtige - von Ihnen genannte - Aspekte zu berücksichtigen.

Es wundert mich sehr, dass die Mailadresse nicht funktioniert hat. Bisher konnte ich über diese gut von den Teilnehmern erreicht werden. Daher hier noch einmal: therapie-allianz@gmx.de

Freundliche Grüße!

P.S. Die Studie läuft nun nur noch 3 Tage - dabei freu ich mich aber natürlich über letzte fleißige TeilnehmerInnen.

mamschgerl
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Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon mamschgerl » Mi 29. Mär 2017, 15:58

es ist leider so, daß die fragen oft zu undifferenziert in ihren antwortmöglichkeiten sind.
leider fehlte auch die option, mehrere antworten anzuklicken, z.b. bei den therapiemethoden, die durchgeführt wurden.
wenn man den grund für diese umfrage nimmt, sehe ich leider keine fragen, die rückschlüsse auf die geschlechter bei der behandlung zulassen könnten.
insgesamt ist es doch wohl einfach so, daß aufgrund der psychischen störungen oft schon die frage geklärt ist, ob dafür besser ein männlicher oder ein weiblicher arzt angebracht ist.
es ist auch nicht außer acht zu lassen, daß weibliche personen oft männliche verhaltensweisen nicht nachvollziehen können und umgekehrt besteht dasselbe problem.
wenn es gilt, beziehungsfragen zu klären, bietet sich dafür natürlich an, jemanden vom anderen geschlecht um hilfe zu bitten, aber generell dürfte sich aufgrund der vielschichtigkeit der erkrankungen und deren ursachen eben nur individuell der/die richtige therapeut/in finden.
daher fände ich es natürlich vorteilhaft, wenn es mehr männliche therapeuten gäbe, aber es scheint nach wie vor noch immer so zu sein, daß männer seltener zugeben, daß mit ihrer psyche etwas nicht stimmen könnte und daher
auch seltener hilfe bei einem therapeuten suchen.
bei meinen klinikaufenthalten war im schnitt von 10 teilnehmern 1 männlich, daher wundert es kaum, daß es mehr weibliche therapeutinnen gibt, oder?
grüße
mamschgerl

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Feuerchen
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Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon Feuerchen » Mo 24. Apr 2017, 10:49

Hallo Frau Schnöger,

Ich weiß jetzt nicht, ob Sie hier noch einmal reinschauen werden. Schreibe jetzt trotzdem mal:

Ich hatte keine Antwort mehr erwartet, weil zuerst keine Rückmeldung kam und auch die Mailadresse nicht funktionierte
Um so mehr freut mich Ihre Nachricht und Antwort, die ich leider erst heute lese. Das wollte ich Ihnen doch ehrlicher Weise mitteilen. Es
löscht auch den Eindruck, wieder an falsche Hände geraten zu sein.
Oft ist es ja so, dass Onlinestudien hier reingestellt werden, die Verantwortlichen sich aber nur um die Auswertung der Fragebögen kümmern und die Rückmeldungen der Teilnehmer ignorieren. Das finde ich ein Manko und sehr schade.
Danke also, dass Sie sich kümmern.

Weiter wollte ich Ihnen mitteilen, dass mir die Option mehrfach Punkte anzuklicken ebenfalls gefehlt hatte.

Mit freundlichen Grüßen
Feuerchen

LuisaS_Studie
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Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon LuisaS_Studie » So 24. Sep 2017, 11:02

Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben.

Für alle Interessierten folgend ein Informationsbogen zu den Gesamtergebnissen der Studie:


Liebe Forumsmitglieder und Interessierte,

zunächst einmal möchte ich mich bei allen bedanken, die an meiner Untersuchung für meine Master-Arbeit teilgenommen haben und Interesse gezeigt haben. Sie waren mir eine große Unterstützung!

Wie angekündigt, möchte ich Ihnen nun, da die Studie abschlossen und die Daten ausgewertet sind, die Ergebnisse der Untersuchung mitteilen. Hierbei ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse in keinem Fall direkt auf eine individuelle Person übertragen werden können, sondern vielmehr ein gemitteltes Ergebnis über eine große Personenzahl von 236 Personen darstellen. Ebenso kann in jeder Untersuchung, nur eine gewisse Anzahl an Merkmalen erfasst werden. Dadurch kann auch in dieser Untersuchung nicht ausgeschlossen werden, dass sich zwar statistisch Zusammenhänge gezeigt haben, es aber immer noch andere Erklärungen für diese Zusammenhänge geben kann, als die von mir vermuteten. Ich bitte dies zu berücksichtigen!

Zur Erinnerung: In meiner Untersuchung wollte ich mir anschauen, welche Aspekte Einfluss auf eine gute Bildung der therapeutischen Beziehung nehmen. Hierbei wollte ich zum einen untersuchen, ob das Geschlecht des/r Therapeuten/in oder des/r Patienten/in Einfluss auf die Therapeutische Beziehung nimmt. Zum anderen hat mich interessiert, ob die Therapeutische von sogenannten Bindungsmustern der Behandelten – also die Art und Weise wie man Beziehungen eingehen kann – beeinflusst wird.
Zunächst einmal zeigen die Ergebnisse, dass die therapeutische Beziehung von sehr vielen Faktoren beeinflusst wird und die erhobenen Merkmale in meiner Untersuchung nur in einem ganz geringen Maße zur Erklärung beitragen, wie es zu einer guten therapeutischen Beziehung kommt. So hat sich in meiner Stichprobe gezeigt, dass das Geschlecht von Patient/in und Therapeut/in auch in der Kombination keinen Einfluss auf die therapeutische Beziehung hat. Wie ich oben bereits angemerkt habe, kann das natürlich im Einzelfall anders sein, im Gesamtergebnis zeigte es sich aber als nicht bedeutsam.
In Bezug auf die sogenannten Bindungsmuster hat sich folgendes Ergebnis gezeigt: Personen, die eher bindungsvermeidendes Verhalten in emotional bedeutsamen Partnerschaften berichten, bewerten die therapeutische Beziehung im Mittel geringer als Personen, die ein sicheres Bindungsverhalten berichten. In der Forschung sind „Bindungsvermeidende Personen“ Menschen, die Schwierigkeiten haben Bindungen und Nähe zuzulassen, Angst vor Abhängigkeit und Intimität sowie ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit haben. Dabei kann es sein, dass eine Person diesen Merkmalen ein wenig oder sehr stark entspricht.



Die Ergebnisse können als Hinweis dienen, dass Personen die besonders stark bindungsvermeidend sind, auch Schwierigkeiten haben sich auf eine therapeutische Beziehung einzulassen. Dies könnte wiederum bedeutsam sein für die Arbeit der Therapeut/innen, die in der Praxis besonders sensibel für den Aufbau einer guten Beziehung sein sollten. Um noch mehr über die Bildung der therapeutischen Beziehung herauszufinden, wäre es beispielsweise für zukünftige Untersuchungen interessant zu wissen, welche Bindungsmuster der/die Therapeut/in aufweist, oder wie er/sie die therapeutische Beziehung einschätzt. So bleiben viele Fragen offen und geben Ideen für weitere Forschung.

Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich und wünsche Ihnen alles Gute!
Luisa S.
Universität Bielefeld
Liebe Forumsmitglieder und Interessierte,

zunächst einmal möchte ich mich bei allen bedanken, die an meiner Untersuchung für meine Master-Arbeit teilgenommen haben und Interesse gezeigt haben. Sie waren mir eine große Unterstützung!

Wie angekündigt, möchte ich Ihnen nun, da die Studie abschlossen und die Daten ausgewertet sind, die Ergebnisse der Untersuchung mitteilen. Hierbei ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse in keinem Fall direkt auf eine individuelle Person übertragen werden können, sondern vielmehr ein gemitteltes Ergebnis über eine große Personenzahl von 236 Personen darstellen. Ebenso kann in jeder Untersuchung, nur eine gewisse Anzahl an Merkmalen erfasst werden. Dadurch kann auch in dieser Untersuchung nicht ausgeschlossen werden, dass sich zwar statistisch Zusammenhänge gezeigt haben, es aber immer noch andere Erklärungen für diese Zusammenhänge geben kann, als die von mir vermuteten. Ich bitte dies zu berücksichtigen!

Zur Erinnerung: In meiner Untersuchung wollte ich mir anschauen, welche Aspekte Einfluss auf eine gute Bildung der therapeutischen Beziehung nehmen. Hierbei wollte ich zum einen untersuchen, ob das Geschlecht des/r Therapeuten/in oder des/r Patienten/in Einfluss auf die Therapeutische Beziehung nimmt. Zum anderen hat mich interessiert, ob die Therapeutische von sogenannten Bindungsmustern der Behandelten – also die Art und Weise wie man Beziehungen eingehen kann – beeinflusst wird.
Zunächst einmal zeigen die Ergebnisse, dass die therapeutische Beziehung von sehr vielen Faktoren beeinflusst wird und die erhobenen Merkmale in meiner Untersuchung nur in einem ganz geringen Maße zur Erklärung beitragen, wie es zu einer guten therapeutischen Beziehung kommt. So hat sich in meiner Stichprobe gezeigt, dass das Geschlecht von Patient/in und Therapeut/in auch in der Kombination keinen Einfluss auf die therapeutische Beziehung hat. Wie ich oben bereits angemerkt habe, kann das natürlich im Einzelfall anders sein, im Gesamtergebnis zeigte es sich aber als nicht bedeutsam.
In Bezug auf die sogenannten Bindungsmuster hat sich folgendes Ergebnis gezeigt: Personen, die eher bindungsvermeidendes Verhalten in emotional bedeutsamen Partnerschaften berichten, bewerten die therapeutische Beziehung im Mittel geringer als Personen, die ein sicheres Bindungsverhalten berichten. In der Forschung sind „Bindungsvermeidende Personen“ Menschen, die Schwierigkeiten haben Bindungen und Nähe zuzulassen, Angst vor Abhängigkeit und Intimität sowie ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit haben. Dabei kann es sein, dass eine Person diesen Merkmalen ein wenig oder sehr stark entspricht.



Die Ergebnisse können als Hinweis dienen, dass Personen die besonders stark bindungsvermeidend sind, auch Schwierigkeiten haben sich auf eine therapeutische Beziehung einzulassen. Dies könnte wiederum bedeutsam sein für die Arbeit der Therapeut/innen, die in der Praxis besonders sensibel für den Aufbau einer guten Beziehung sein sollten. Um noch mehr über die Bildung der therapeutischen Beziehung herauszufinden, wäre es beispielsweise für zukünftige Untersuchungen interessant zu wissen, welche Bindungsmuster der/die Therapeut/in aufweist, oder wie er/sie die therapeutische Beziehung einschätzt. So bleiben viele Fragen offen und geben Ideen für weitere Forschung.

Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich und wünsche Ihnen alles Gute!
Luisa
Universität Bielefeld

charlesdotson
Beiträge: 1
Registriert: Do 10. Mai 2018, 10:48

Re: Online-Studie: Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Beitragvon charlesdotson » Do 10. Mai 2018, 11:05

A good therapeutic relationship is a fundamental factor in successful psychotherapy which aspects contribute to an effective relationship between patient and therapist.


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