Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

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Engelfrau64
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Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon Engelfrau64 » Sa 1. Dez 2012, 07:18

Guten Morgen :morning: und Hallo, Zusammen !

Ich dachte, ich hätte schon zumindest Alles erlebt, was es an psychischen Krankheiten gibt, aber seit dem ich durch eine an der Bipolaren Störung erkrankten Freundin habe, muss ich feststellen, dass es immer noch höhere und vor allem härtere Nuancen gibt, zumal ich und wiederum andere Freundinnen und Freunde dieser erkrankten Freundin (wir sind eine größere Gruppe) dem ziemlich machtlos und hilflos gegenüber stehen, da sie vor einiger Zeit die Behandlung mit Medikamenten selbst eigenmächtig abgebrochen hat und meint, sie sei doch gesund. :-$

Außer einem selbst an einer uns unbekannten psychischen Krankheit leidenden Bruder (er ist u. a. Messie), der vor einiger Zeit aus einem längeren stationärem Aufenthalt entlassen worden ist, hat sie sonst keine Angehörigen mehr.

Sie ist Langzeit arbeitslos.

Ist gerade vom Land in die Stadt gezogen, wo sie die Möglichkeit zu einem Praktikum in einer konfessionellen Einrichtung bekommen hat. Denn sie ist auch stark religiös.

Gleichzeitig betreut sie ihren Bruder und versucht, das ziemlich herunter gekommene Elternhaus (woran er nicht ganz unbeteiligt war) wieder herzurichten, um dort auch eine spirituelle Rückzugsmöglichkeit (Kapelle) einzurichten.

Wiederum gleichzeitig wird sie vom Jobcenter betreut. Hat aber aufgrund ihrer unbehandelten Krankheit sich dort keine Freunde gemacht, weil sie bereits mehrere Jobangebote bzw. Verpflichtungen "umgangen" hat.

Sie hat ein ungeheuer eigenwilliges Durchsetzungsbedürfnis (umgangssprachlich: Sturkopf, Dickschädel) und meint, sich über Regeln und Vorschriften hinweg setzen zu können, weil sie nicht in der Lage, nicht willens ist, sich gewissen gesellschaftlichen Normregeln anzupassen und über ihren eigenen Schatten zu springen.

Wenn man ihr mit gut gemeinten Rat- und Vorschlägen sowie Tipps kommt, muss man gleichzeitig dann sehr vorsichtig damit sein, weil sie sonst dieses als Vorwurf empfindet und dann mit einem nichts mehr zu tun haben will.

Sie lebt jetzt in einer WG, wo sie bis Weihnachten "bleiben darf".
Was danach ist, ist ungewiss.
Mit ihrem Ex-Vermieter hat sie sich ordentlichen Ärger eingehandelt, weil sie nicht darauf eingegangen ist, dass er eine fachmännisch eingebaute Küche sehen möchte, wenn sie ausgezogen ist.

Er weiß ja nichts von ihrer Krankheit, weshalb es dann zu einem Emailverkehr zwischen den Beiden gekommen ist, der die Situation aufgrund der (berechtigten) Verärgerung des Ex-Vermieters und meiner Freundin, die dadurch krankheitsmäßig zusätzlich immehr weiter aufgeputscht wurde, sich "natürlich" zu Unrecht von diesem bedrängt sah.

In ihrem Praktikum hat sie auch schon Probleme bekommen, weil sie sich stets über Anweisungen hinweg setzt (krankheitsbedingt) und eigene Wege geht und nicht versteht, dass man sich auch mal zurück halten muss, um sich nicht zu schaden und anderen damit vor allem entgegenzukommen. In diesem Zusammenhang wird sie auch zukünftig große entsprechende Probleme haben, sich überhaupt im Erwerbsleben einzugliedern.

Ich bin der Meinung, dass sie erwerbsunfähig geschrieben werden müsste, aber das kann sie ja nur von einem Arzt, den sie ja zurzeit nicht aufsucht und schon gar nicht zu ihrer Krankheit bereit ist, zu stehen.

In finanzieller Hinsicht müsste sie eine Privatinsolvenz anmelden und unter einer vom Gericht bestellten Vormundschaft gestellt werden, um für die Zukunft ähnliche Problemsituationen zu vermeiden.

Aber darüber kann man sie ja nicht ansprechen und die Unglücksspirale, basierend auf ihr krankheitsbedingtes Verhalten, wird immer so weiter gehen.

Sie hat zudem Schulden und unterliegt anfallsartigen Kaufrauschanfällen (neues iphone ohne Vertrag und/oder neues Netbook, obwohl sie finanziell dazu nicht in der Lage ist) ungeachtet der Tatsache ihrer prikären finanziellen Situation.

Sie geht spät abends/nachts ins Bett und steht früh morgens wieder auf.

Ist tagsüber von einer der Krankheit entsprechenden Hyperaktivität betroffen.

Ein Großteil ihrer Freunde hat sich aufgrund ihres befremdlichen Verhaltens schon von ihr getrennt.

Wir sind eine spezielle (christliche) Gruppe, die wir uns zusammen gefunden haben für ein bestimmtes Ziel und diese Freundin hat nur noch uns als wärmendes Nest bzw. Ansprechpartner, die versucht, sie im Zusammenhang mit ihrer nicht einfachen Krankheit dennoch als vollwertigen Menschen zu sehen, was jedoch auch bei uns langsam an die Grenzen des Erträglichen geht, da sie oft so einen Dickschädel hat und in ihr eigenes Unglück rennt, wenn sie z. B. erneut wegen einer am kommenden Montag beginnenden Auslandsreise meint, sie bräuchte die ARGE erst in der letzten Minute davon zu informieren ohne daran zu denken, dass, wenn sie nicht auf eine Antwortmail ihres Beraters (dem hat sie auch noch zu spät eine entsprechende Mail geschrieben) wartet bzw. mit diesen dieses im Rahmen ihres nicht mehr vorhandenen Urlaubs dennoch eine Möglichkeit zur Durchführung der Reise findet (da diese spiritueller Natur ist), sich der ARGE gegenüber strafrechtlich verhält, wenn sie dieser gegenüber ihre Reise verschweigt (kein bestehender Versicherungsschutz; Erschleichen von Leistungen Hartz IV).

Sie macht inzwischen auch bei uns manchmal inzwischen dicht, wenn wir in gut gemeinter Absicht entsprechend auf sie einreden, dass sie sich heftigsten Ärger mit der ARGE einhandelt, wenn sie mal wieder ihren (krankheitsbedingten) Sturkopf durchsetzt und über der Solidargemeinschaft von Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen verpflichtenden Verhaltensregeln hinweg setzt und ihre beliebten Alleingänge macht.

Sie bräuchte zudem dringend eine medizinische (dauerhaft) Behandlung, aber sie sieht sich natürlich als gesund an ungeachtet der Tatsache, dass sie sich mit ihrem auch für uns inzwischen kaum noch erträglichen Verhaltens ihr ganzes Leben zerstört.

Wenn sie bald keine medizinische Dauerbehandlung bekommt, bin ich der Meinung, dass die Krankheit sie dermaßen verändern wird, dass sie schlimmstenfalls eines Tages im Rahmen einer Kurzschlusshandlung Selbstmord begeht und wir uns sagen müssen, dass wir versagt haben und eine entsprechende Schuld auf uns geladen haben.

Ich würde gerne von Ihnen wissen, was man überhaupt in so einem Fall machen kann.

Wie wir uns ihr gegenüber weiterhin verhalten sollen.

Müssen wir uns sagen, dass wir versagt haben, wenn sie sich etwas Schlimmes antut?

Vielen herzlichen Dank für Ihr Forum.

Vielen herzlichen Dank für Ihre Beratung.

Mit freundlichen Grüßen

Engelfrau64

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Laura
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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon Laura » Sa 1. Dez 2012, 19:35

Hallo Engelfrau!

Hier ist es üblich, dass sich die User untereinander duzen, also bin ich mal so frei, Dich auch zu duzen.

Habt Ihr es schon mal über den nächstgelegenen Sozialpsychiatrischen Dienst versucht? Der hat die Befugnis, Betroffene zuhause aufzusuchen und zu einer Klinikaufnahme zu bewegen. Das klappt aber nur, wenn der Betroffene die Tür aufmacht und dann auch einen akuten Eindruck auf die Fachleute macht.

Bei Selbst- oder Fremdgefährdung gibt es das Mittel der Zwangseinweisung, für das normalerweise die Polizei eingeschaltet wird. Ist aber ein heikles und umstrittenes Thema.

Ansonsten wird die Freundin wohl irgendwann von der Manie in die Depression fallen und von der Antriebslosigkeit gestoppt werden. Inwieweit eine Manie Suizidgefahr enthält, weiß ich nicht.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Mirjam
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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon Mirjam » Mi 5. Dez 2012, 17:07

Hallo Engelfrau und Laura !

Ob die Manie eine Suizidgefahr enthält? Eigentlich schon, vorausgesetzt sie tendiert dazu. In der Manie, wenn der Tatendrang so eine Tendenz noch unterstützt. Vorwürfe bräuchte sich glaub keiner machen. Es hört sich an, als ob ihr das sehr sehr klar erkennt, was mir ihr abgeht und ich find, dass da auch 'ne gehörige Portion (trotz allem) Verständnis hinter steckt. Wenn sie sich selbst nicht mehr erträgt, Missgefühle, Diskrepanzen zwischen sich und ihrem Umfeld (sollte sie diese spüren), dann ist das so. Tabletten, ja, aber da könnt ihr auch nichts machen, wenn sie nicht will. Wieweit ist das für Mitmenschen erträglich. Ich weiß es nicht. Wieweit ist sie für sich selbst erträglicht? Zwangseinweisung wäre ja nur im akuten Fall möglich und wie Laura auch schreibt heikel, aber ab und an nicht zu umgehen. Ich find, in dem was du Engelfrau schreibst und wie, steckt sehr viel Wahrheit, Echtheit, wie soll ich mich ausdrücken. Du siehst das von beiden Seiten sehr klar. Wichtig wäre (aber das siehst du ja auch so), für sie da zu sein und ihr nichts vorzumachen, sie aber auch nicht zu verteufeln mit dem was sie tut und wie sie's tut. So Behördengänge wie Arbeitsamt, das keinen einen Menschen zermürben und verzweifelt machen. Das kann Zwangsjacke pur sein und entspräche dem, dass sie die Tabletten weit von sich wirft um sich frei zu fühlen, obwohl sie in sich selbst auch gefangen ist. Na ja, alles nicht einfach und eine große Hilfe war ich jetzt auch nicht, wenn überhaupt. Wünsch euch was! und vielleicht schreibst hier nochmal wie ihr weiter damit umgehen wollt. Was hält sie denn von einer Selbsthilfegruppe ihresgleichen?

Das mit den Tabletten ist übrigens auch nicht so einfach. Ein Mensch möchte fühlen, eine Manie kann ein Hochgefühl sein, das schön ist, das gut tut. Tabletten, die einen immer auf dem gleichen Level halten, um gesellschaftskonform zu sein... Und ich glaub, dass das eigentliche Problem ist, die Gesellschaft. Wir haben sehr viele Regeln und viele andere Leute halten sich auch nicht an regeln, aber sie betrügen ganz einfach bewusst. Ein Mensch, der aus sich heraus lebt und Regeln nicht einhält, der hat es schwieriger, als der der bewusst betrügt, der den Mitmenschen ins Gesicht lacht und ihnen hinterrücks die Achtung aus der Seele zieht.
LG
Mirjam

Mirjam
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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon Mirjam » Do 6. Dez 2012, 11:44

die Behandlung mit Medikamenten selbst eigenmächtig abgebrochen hat

sie ist auch stark religiös

sich über Regeln und Vorschriften hinweg setzen zu können

Sie hat zudem Schulden und unterliegt anfallsartigen Kaufrauschanfällen (neues iphone ohne Vertrag und/oder neues Netbook, obwohl sie finanziell dazu nicht in der Lage ist) ungeachtet der Tatsache ihrer prikären finanziellen Situation

Sie geht spät abends/nachts ins Bett und steht früh morgens wieder auf

über der Solidargemeinschaft von Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen verpflichtenden Verhaltensregeln hinweg setzt

Sie bräuchte zudem dringend eine medizinische (dauerhaft) Behandlung
Hab mal alle Stellen rausgenommen, die mir irgendwie quer liegen.
Das Wort "eigenmächtig" > Es ist IHR Leben und IHR Gefühl dafür, ob sie Medikamente braucht oder nicht.
Dass sie stark religiös ist, könnte ihr nur helfen sich nicht das Leben zu nehmen.
Was ist das für ein Problem, wenn sie spät ins Bett geht und früh aufsteht? Muss sie sich da dermaßen kontrollieren lassen? Gehört es zur Gesellschaft, eine bestimmte Menge Schlaf zu haben? Gibt es da Regeln?
"obwohl sie finanziell dazu nicht in der Lage ist" schreibst du. Dazu kann ich nur sagen: Dann müssten alle die vorhaben, einen Kredit in enormer Höhe für ein Eigenheim aufzunehmen, sich einer dauerhaften Medikation unterziehen.
Und immer wieder "Regeln", "Vorschriften"... Manchmal ist es einfach so, dass die Gesellschaft nicht zu einem Menschen passt. Menschen, die zu langsam denken, die sind da willkommener als Sturköpfe, klar. Die sind besser zu kontrollieren und zu handhaben. Vor Menschen, die ihren eigenen Kopf haben, da hat die Gesellschaft eher Angst. Vielleicht, und das wünsche ich dieser Freundin, packt sie ihr Leben und macht ihren Weg mit ihrem eigenen ganz individuellen Kopf, ohne dass sie ein sediertes, ja-sagendes, gut kontrollierbares, alles akzeptierendes, willenloses, aber GUT FUNKTIONIERENdes Teil unserer Solidargemeinschaft wird. Und wie gesagt, mit Ämtern haben nicht nur "kranke" Schwierigkeiten. Mit diesen Regeln haben auch Gesunde ihre Probleme, diese Regeln zu verstehen und sie korrekt zu befolgen (und manchmal ist das auch garnicht sinnvoll).
LG
Mirjam

felix
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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon felix » Fr 7. Dez 2012, 19:26

Naja stur und über Regeln hinwegsetzen kenne ich auch, hatte zig Strafverfahren am Hals und einige Sozialgerichtsverfahren mit dem Jobcenter. Ist aber nix bei raus gekommen, weil mir das Streiten mit denen Spass gemacht hatte.
Wieso kann ein Vermieter eine fachgerechter Einbau einer Küche verlangen, vielleicht hat die Freundin recht.
Wenn die Freundin von ihrem Schonvermögen unerlaubt in Urlaub fährt, dann besteht ja der Sozialanspruch dem Grunde nach.
Sicher kann das Arbeitsamt kürzen, wenn sie da eigenmächtig nicht Jobangeboten zur Verfügung steht, aber ob das Verschweigen einer Sanktionsmäglichkeit Betrug ist, ist zumindest diskussionswürdig. Wieso soll welcher Versicherungsschutz erloeschen und wenn schon, im Krankheitsfall muesste dann das Sozialamt ran.

Ich wäre vorsichtig in einem unangepassten Verhalten gleich Krankheitswert anzusehen, aber halte das nach den Schilderungen nicht für ausgeschlossen, nehmen wir mal an es läge eine Störung vor.

Für eine Zwangseinweisung bestehen kaum Gründe. Hierfür müsste eine Lebensgefahr für sich oder andere ausgehen, finanzielle Selbstschädigung reicht nicht. Selbstmord ist sicher das Zauberwort, aber hierfür muessten eigentlich auch konkrete Anhaltspunkte bestehen, ich verkenne aber nicht, das sich manche Gerichte hier über die Gesetzeslage hinwegsetzen.

Die Behörden wie Arge oder Staatsanwalt muessen bei Verdacht einer psychischen Störung diese aber von Amts wegen aufklären.
Ihr könnt als Dritte der Arge oder bei Straftaten eueren Verdacht mitteilen. Die Behörden dürfen dann nicht so einfach tun, als sei die Freundin voll für ihr Tun verantwortlich. Da das Schwierigkeiten bereitet, werden sie das vielleicht ignorieren, hier muss man sich dann an die Aufsichtsbehörde wenden.

Eine Betreuung kann auch von Dritten bei Gericht beantragt werden, den Aufgabenkreis kann man ja auf Behördenangelegenheiten beschränken.

Man muss hier einiges an Sturheit aufwänden, was die Freundin auszeichnet.

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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon fluuu » Di 11. Dez 2012, 15:13

Man kann als Angehöriger einem Menschen der in einer akuten Manie steckt nicht helfen im Sinn
von alles ist wieder Gut und schon gar nicht ohne selber enorm viel Energie zu investieren.
Man kann sich nur wappnen, dass derjenige sich womöglich ins Verderben stößt und man
damit dann gut umgehen kann. Es ist bei akuter Depression genauso, man kann als Angehöriger
von außen kaum etwas machen, außer für alle Leben erhaltenden Maßnahmen sorgen.
Wenn die Gemeinde jedoch den Anspruch hat jeden Menschen auf den 'Rechten Pfad' also
ihren Pfad zu führen, dann sieht es für akut psychisch kranke Menschen schlecht aus,
denn es ist niemand da der die Verantwortung für diesen kranken Menschen übernimmt
und notwendige und richtige Maßnahmen einleitet auch ohne Zustimmung des Betroffenen.
Religiöse Gruppen können ein Schutzraum sein aber auch eine Blockade wenn andere
Dinge und Verhaltensweisen notwendig sind. Die Angst vor Schuld führt zu Fehlern.
Deshalb sind religöse Gruppen kein guter Ort für Menschen mit akuter psychischer Störung.
Die Therapie die zur Heilung notwendig ist sollte bei allen psychischen Störungen
Anwendung finden und bei der bipolaren Störung ist sie besonders langwierig und es ist
sehr viel Geduld notwendig bis für die Polaritäten ein Ausgleichen gefunden ist.
gruß fluuu

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www.seelegut.de

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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon felix » Di 11. Dez 2012, 19:05

Es geht doch nicht um die Religion oder den rechten Pfad, sondern hier ist nur jemand der sich Sorgen macht.
Das eine Therapie das beste wäre, wird die Fragestellerin gar nicht bestreiten wollen, sie fragt nur nach was Sie machen kann, das die Betroffene dazu bereit ist.

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Re: Freundin mit Bipolarer Störung in aussichtsloser Situation

Beitragvon fluuu » Fr 21. Dez 2012, 12:02

Den Leidensdruck bewusst erhöhen und es in der Begleitung aushalten können,
dass das Jammern immer lauter und intensiver wird, bis die Einwilligung sich helfen zu lassen kommt.
Das ist die einzige Möglichkeit wenn man etwas tun möchte bei akuter psychischer Störung.
Jeder Versuch zu Beschwichtigen, Abzumildern oder zu Trösten verlängert den Leidensweg
ohne wirkliche Hilfe.
Es ist hart, ich weiß aber nur so kann man der akuten psychischen Störung bewusst und
mit Tatkraft begegnen, psychische Störung ist die Härte und kann zum Verlust der Lebenslust führen,
da ist therapeutische Intervention notwendig.
Ist der akute Zustand abgeklungen und das Bewusstsein für das Selbst wieder da kann mit Respekt,
Einfühlungsvermögen und liebevollem Verständnis geschaut werden was da los war und geholfen werden.
Auf der Soteria-Station werden Psychose-Patienten ohne Medikamente begleitet, ein gutes Beispiel
was der Helfende zu leisten hat mit seiner eigenen psychischen Kraft um der akute Störung zu begegnen.
gruß fluuu

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www.seelegut.de


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