Mutismus-bzw."ich kann nicht mehr reden"!!

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unknown2008
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Beitragvon unknown2008 » Mi 11. Jun 2008, 18:40

danke!
einen Suizidversuch habe ich bereits durch.Ich kann mir bloß keine Zeit mehr zugestehen, da ich seit dem 12.02.2008 krank geschrieben bin und in 2 Wochen wieder top fit sein muss, da ich dann meine Ausbildung fortsetzen möchte/werde.bis dahin muss ich unbedingt kommunikatiover/eloquenter, motivierter und VIEL fröhlicher bzw.optimistischer werden.Man sieht es mir an der Mimik und der fehlenden Gestikulation an, dass bei mir etwas nicht stimmt,sodass ich es kaum leugnen kann. ach man....

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Mi 11. Jun 2008, 19:14

@unknown, du setzt dich ziemlich unter Druck.
Die psychische Heilung kann man aber, wie mir mein Psychologe gesagt hat, durch nix beschleunigen.
Du kommst aus dem Tal heraus, aber vielleicht nicht in zwei Wochen, wie du es willst!
Ich glaube auch immer zu, dass man mir was anmerkt ( fehlende Kommunikationsfähigkeit etc.), doch der gleiche Psychologe bestätigt mir, dass ich mich völlig normal verhalte.
Wir sind mit uns zu kritisch. Andere Menschen haben auch mal einen schlechten Tag und müssen nicht immerzu perfekt sein. Das gilt auch für dich. Vielleicht strahlst du ja eine angenehme Ruhe aus, wenn du schweigst, während du glaubst, du bist "komisch".
Liebe Grüße Remedias

Johannes Neuerer
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Beitragvon Johannes Neuerer » Do 12. Jun 2008, 11:41

unknown2008,

ich sehe das, wie Remedias. Du kannst nichts erzwingen. Wie willst Du in zwei Wochen fit sein, wie ein Turnschuh? Vielleicht schaffst Du das ja, aber ich würde mich an Deiner Stelle nicht darauf verlassen. Chemie hilft Dir dabei jedenfalls kaum, auch Stimulanzien, von denen man vielleicht erhoffen könnte, dass sie Dich "pushen", können genau so gut das Gegenteil bewirken und Deinen Zustand eher verstärken. Die gängigen Antidepressiva (Trizyklika und Wiederaufnahmehemmer) schlagen weder so durchschlagend und kurzfristig an, wie Du das bräuchtest - sofern sie überhaupt (besser, als Plazebos) wirken, woran etliche (darunter ich) erhebliche Zweifel haben; die riesengroße Frage wäre dann immer noch, ob sie eben gerade so wirken, wie Du es erhoffst. Überhaupt denken könnte man vielleicht an Johanniskraut oder Moclobemid (zwei Monoaminooxidase-Hemmer), die offenbar tatsächlich leicht stimmungsaufhellend wirken, mit Johanniskraut helfen sich z. B. sehr viele Leute in Prüfungsangst und meinen, es würde sie lockerer machen, aber ob Du damit etwas erzwingen kannst, ist auch nicht absehbar.

Mach Dir bitte keinen Stress, damit hilfst Du Dir nicht. Es gibt Dinge, die brauchen einfach ihre Zeit, die lassen sich nicht erzwingen. Mir hat mal ein Arzt gesagt: "Was geht, geht und was nicht geht, geht nicht."

Alles Liebe

Johannes

unknown2008
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Beitragvon unknown2008 » Fr 20. Jun 2008, 15:17

zunächst möchte ich mich für diese vielen Postings/Antworten bedanken.Mir geht's leider noch nicht viel besser und habe noch keine probarte Methode gegen mein Problem gefunden.Ich treffe mich zwar kontinuierlich mir Freunden,aber der simple Small-Talk gelingt mir einfach nicht mehr-ich bin total zum Zuhörer und passiven Part einer Konversation mutiert.Außerdem bin ich total reaktionsarm geworden, und kann mich kaum noch explizit auf ein Gespräch oder generell auf Etwas konzentrieren...was tun!? :roll:

Goj
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Beitragvon Goj » Mi 16. Jul 2008, 12:23

@johannes abilify wird, wie vom te erwähnt, in der regel bei schizophrenen psychosen gegeben. da solche denkstörungen wie konzentrationsprobleme, gedankenabreissen oder wirre reden ein grundsymptom einer schizophrenen erkrankung sind, steht bei so ziemlich jedem medikament das da vergeben wird drauf, dass diese symptome auch vom medikament verursacht werden können, weil man es nicht ausschließen kann. ob das medikament von sich selber aus diese symptome verursachen kann, ist damit nicht gesagt.

@unknown2008 ich muss gestehen, dass ich ein gewisses interesse daran habe, wie du dein nichtreden empfindest. ich bin ich schlechten zeiten selber leicht mutistisch veranlagt. bei mir sind es allerdings keine gedanklichen probleme dem gespräch zu folgen, sondern es fühlt sich einfach an wie ein rießiger graben, den ich jedes mal überwinden muss, wenn ich mein mund aufmachen will/soll.
wie ist es denn bei dir? fällt dir einfach nichts ein, was du in dem moment sagen könntest, oder kostet es dich, so wie mich, einfach nur zuviel überwindung, so dass es einfach nicht lohnt etwas zu sagen?

Spitfire
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Beitragvon Spitfire » Fr 25. Jul 2008, 15:29

Im ersten Jahr meiner Krankheit (Schizophrenie Negativ) habe ich auch kaum gesprochen. Ich fand es völlig sinnlos irgendwas zu sagen, und habe mich immer gewundert wie andere Menschen so viel Reden können. Mittlerweile erzähle ich aber wieder sehr gern. Das war die erste Fähigkeit die mein Gehirn wiedererlangt hat.

paine 22
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Beitragvon paine 22 » Fr 25. Jul 2008, 20:10

ich sitze einfach manchmal nur da und starre durch die leute durch. ich rede zeug, was keinen zusammenhang hat und werde biestig, wenn man mich darauf anspricht.


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