Süddeutsche Zeitung Magazin / Ratten und Wölfe jagten mich

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Molly
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Beitragvon Molly » Do 22. Mai 2008, 23:42

Ich denke schon, dass Schizophrenie heilbar sein müsste. Meiner Meinung hängt da (jedenfalls in meinem Fall) viel mit falscher Prägung durch die Eltern und Traumata durch Kindheitserlebnisse zusammen. Dadurch habe ich krankhafte, sehr kräftezehrende Strategien entwickelt um mein Leben zu bewältigen. Seit ich das eingesehen habe, ist schon vieles einfacher für mich geworden, aber die Stimmen bin ich trotzdem nicht losgeworden. Vielleicht brauche ich sie auch, weil ich sonst zu viel alleine wäre?

Allerdings wäre eine Gesundung für Leute wie mich, die inzwischen von einer Erwebsminderungsrente abhängig geworden sind, ziemlich prekär. Ich müsste mit meinen jetzt 46 Jahren noch einmal ganz von vorne anfangen und das mit meiner Vorgeschichte und 16-jähriger Unterbrechung meines Berufslebens. So wie es heute auf dem Arbeitsmarkt aussieht, hätte ich keine Chancen mehr und müsste anschließend von Sozialhilfe leben.

LG,

Molly

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mikesch
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Registriert: Mi 22. Sep 2004, 10:31

Beitragvon mikesch » Fr 23. Mai 2008, 05:46

Allerdings wäre eine Gesundung für Leute wie mich, die inzwischen von einer Erwebsminderungsrente abhängig geworden sind, ziemlich prekär. Ich müsste mit meinen jetzt 46 Jahren noch einmal ganz von vorne anfangen und das mit meiner Vorgeschichte und 16-jähriger Unterbrechung meines Berufslebens. So wie es heute auf dem Arbeitsmarkt aussieht, hätte ich keine Chancen mehr und müsste anschließend von Sozialhilfe leben.
Hey Molly, das ist ein ganz übles Dilemma und Du bist bestimmt nicht die einzige, die über sowas nachdenkt....ich jedenfalls habe auch schon drüber nachgedacht.

Es hat viel damit zu tun, dass die Erkrankten nach dem ersten Schub, der meist eine Weile rollt und viel Kraft kostet (ohne erkannt zu werden), ohne adäquate Betreuung/Unterstützung von Fachleuten/Familie zu schnell mit Medikamenten ruhig gestellt und aufs Abstellgleis geschoben werden.
Dann gehts weiter mit Eu-Rente und das Kind ist in den Brunnen gefallen. Wenn man dann nach (evt.) Jahren eine für sich gute und wirksame (psychotherapeutische) Behandlung gefunden hat, ist es zu spät ! Denn dann steckt man in deiner Zwickmühle....

gruß mikesch
"Ihr nennt mich Spinner, aber in meinem Kopf sind die Bilder"


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