Bin neu hier - und hab gleich einige Fragen...

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Knolle
Beiträge: 10
Registriert: Mi 4. Jul 2007, 15:53

Bin neu hier - und hab gleich einige Fragen...

Beitragvon Knolle » Mi 4. Jul 2007, 16:20

Hallo!

Als "Neue" grüße ich ersteinmal alle "Einheimischen". Ich habe mich heute hier registriert, weil ich hoffe, dass vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder einen Tipp hat.

Also, mein Mann (42) hatte Anfang Mai zum ersten Mal eine akute Psychose und ist deswegen in der Klinik gelandet. Dort wurde letztendlich auf Schizophrenie diagnostiziert. Er wurde dann vor 2 Wochen entlassen und soll sich vom Neurologen weiterbehandeln lassen, der aber gerade noch im Urlaub ist, wir haben den Termin erst nächste Woche. Mein Mann hatte bereits vor der Psychose eine hochgradige Sehbehinderung, bereits während des Klinikaufenthalts klagte er, dass er den Eindruck hätte, schlechter zu sehen und noch stärker blendungsempfindlich als sonst zu sein.

Der Augenarzt hat nun gestern festgestellt, dass an den Augen rein organisch kein neuer Schaden feststellbar ist und sich auch die Sehschärfe an sich nicht verschlechtert hat. Trotzdem hat mein Mann weiter Probleme, das geht inzwischen soweit, dass er sich alleine kaum noch aus dem Haus traut und zu Hause Angstzustände hat, dass das so bleibt oder er vollständig blind werden könnte.

Können die Sehprobleme eine Nebenwirkung der Medikamente sein? Er bekommt momentan Risperdal und Truxal. Hat hier jemand schon einmal dementsprechende Erfahrungen gemacht?

Oder entwickelt er gerade einen neuen psychotischen Schub oder möglicherweise noch zusätzlich eine Angsstörung?

Ich bin momentan etwas ratlos, wie ich ihm helfen soll. Ich kann ja nicht viel mehr machen, als ihm zu raten, den nächsten Arzttermin abzuwarten und ihn ansonsten zu trösten und ihm Rückhalt zu geben. Aber das geht halt nicht den ganzen Tag, da ich voll berufstätig bin und in den letzten Wochen wegen der Krankheit meines Mannes schon so viele Minusstunden angesammelt habe, dass ich für die nächsten Wochen dauernd Überstunden schieben muss. Für die noch anstehenden Arztbesuche muss ich mir ja auch jedesmal frei nehmen, weil ich ihn ja begleiten muss.

Viele Grüße & Danke für die Hilfe
Knolle

Scheinwelt
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Beitragvon Scheinwelt » Mi 4. Jul 2007, 17:06

Hallo Knolle,
Sehstörungen können schon Nebenwirkungen der Medikamente sein. Das tritt vorallem am Anfang der Behandlung auf, wenn man an die Dosierung noch nicht gewöhnt ist. Ich hatte am Anfang auch Sehstörungen, vorallem sehr verschwommen und Blickkrämpfe... allerdings nie so stark, dass ich das Gefühl hatte zu erblinden! Vielleicht ist das beideinem Mann so schlimm, weil er eh schon eine Augenerkrankung hat...? Wenn es nicht besser wird, solltet ihr doch früher einen Arzt aufsuchen als geplant!

LG Scheinwelt

Flora
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Beitragvon Flora » Do 5. Jul 2007, 23:22

Hallo Knolle,

ich habe selbst über ein Jahr lang Risperdal eingenommen und hatte zu Beginn auch leichte Sehstörungen. Die haben sich aber später wieder gegeben.
Wenn dein Mann sowieso schon eine Augenerkrankung mit Sehverlust hat, ist es in meinen Augen völlig normal, dass er Angst bekommt. Dass er nicht vor die Tür geht, ist vielleicht auch abhängig vom Grad des jetzt noch verbliebenen Sehvermögens.
Achte darauf, dass er seine Medikamente regelmäßig einnimmt, dann dürfte es eigentlich nicht zu einer erneuten Psychose kommen. Aber, ich bin kein Arzt, bin selbst nur eine Betroffene und kann deshalb auch keine Diagnosen stellen.

Sollte dir sein Verhalten zu denken geben, suche doch bitte einen Arzt auf. Der Psychiater hat doch sicher auch einen Vertretungsarzt oder geh zum Hausarzt.

Ich wünsche euch alles Gute.

Tschöö
Flora
Liebe Grüße

Falter
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Registriert: Sa 30. Jun 2007, 17:33

Beitragvon Falter » Sa 7. Jul 2007, 19:55

Hallo Knolle,

ich habe auch erst in der letzten Woche diese Seite und das Forum entdeckt. Mein Mann (49) ist vor einem Jahr erstmalig aufgrund einer Psychose in der Klinik gelandet und im Dezember 06 erneut. Vor der ersten Psychose und nach dem ersten Klinikaufenthalt hat mein Mann auch über Sehstörungen geklagt. Vor dem Klinikaufenthalt hat er ja keine Medikamente genommen, so dass ich davon ausgehe, dass diese Sehstöungen nicht mit den meidkamenten zusammen hängen sondern vielmehr mit der Psychose. Er hatte auch die Angst blind zu werden und hat zeitweise sogar eine Sonnenbrillge wegen der Blendung getragen. Momentan klagt er nicht mehr darüber. ich habe auch gehört, dass die Medikamente teilweise diese Sehstörungen auslösen können.

Alles Gute und liebe Grüße
Falter

Scheinwelt
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Beitragvon Scheinwelt » Sa 7. Jul 2007, 22:36

Vorallem werden die Augen sehr empfindlich gegen Sonnenlicht... :roll:

Knolle
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War jetzt beim Arzt

Beitragvon Knolle » Di 10. Jul 2007, 13:25

Hallo,

wir waren jetzt beim Arzt. Der meint, dass es sich bei den Sehproblemen um Nebenwirkungen der Medis handelt. Da mein Mann auch noch andere Nebenwirkungen hat, will der Doc jetzt das Risperdal reduzieren (von 2 x 3 mg auf 2 x 2 mg täglich), später vielleicht auch auf andere Medikamente umstellen.

Viel hat der Termin noch nicht ergeben, weil die im Krankenhaus nämlich verschlampt haben, den Arztbericht an den Neurologen zu schicken :shock: und er sich gestern nur telefonisch eine kurze Zusammenfassung einholen konnte, zumal der behandelnde Krankhausarzt auch schon selig im Feierabend war.

Jetzt probieren wir halt mal aus, was mit der verringerten Medikation passiert und warten auf den nächsten Termin :???: Ein bischen kommt man sich ja schon wie ein Versuchskaninchen vor....

Viele Grüße
Knolle

Knolle
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@ Falter:

Beitragvon Knolle » Di 10. Jul 2007, 13:47

@ Falter:

Danke für die Antwort. Bei meinem Mann sind die Sehprobleme, die vorher schon da waren, auf jeden Fall unabhängig von der Psychose. Es handelt sich um eine degenerierende Netzhauterkrankung, starke Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Blendungsempfindlichkeit und gestörten Farbsinn. Das alles hat bereits im Kindesalter angefangen und sich im Laufe der Zeit verschlimmert. Die Krankheit ist vererbt und augenärztlich auch klar diagnostizierbar.

Nur die plötzliche Verschlechterung, die erst während der Psychosebehandlung ganz plötzlich aufgetreten ist, konnte der Augenarzt nicht als neuen Schaden feststellen. Es scheint sich wirklich um eine medikamentenbedingte Blendungsempfindlichkeit zu handeln, was sich in diesem Fall verheerend auswirkt, da mein Mann vorher schon so empfindlich war, dass er bei sonnigem Wetter eine dunkle Brille im Verdunkelungsgrad einer Gletscherbrille braucht. Momentan muss er die jetzt schon bei heller Neonbeleuchtung (z. B. beim einkaufen) aufsetzen.

Danke & viele Grüße
Knolle

Falter
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Re: @ Falter:

Beitragvon Falter » Di 10. Jul 2007, 19:07

Knolle hat geschrieben:@ Falter:

Danke für die Antwort. Bei meinem Mann sind die Sehprobleme, die vorher schon da waren, auf jeden Fall unabhängig von der Psychose. Es handelt sich um eine degenerierende Netzhauterkrankung, starke Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Blendungsempfindlichkeit und gestörten Farbsinn. Das alles hat bereits im Kindesalter angefangen und sich im Laufe der Zeit verschlimmert. Die Krankheit ist vererbt und augenärztlich auch klar diagnostizierbar.

Nur die plötzliche Verschlechterung, die erst während der Psychosebehandlung ganz plötzlich aufgetreten ist, konnte der Augenarzt nicht als neuen Schaden feststellen. Es scheint sich wirklich um eine medikamentenbedingte Blendungsempfindlichkeit zu handeln, was sich in diesem Fall verheerend auswirkt, da mein Mann vorher schon so empfindlich war, dass er bei sonnigem Wetter eine dunkle Brille im Verdunkelungsgrad einer Gletscherbrille braucht. Momentan muss er die jetzt schon bei heller Neonbeleuchtung (z. B. beim einkaufen) aufsetzen.

Danke & viele Grüße
Knolle

Vielleicht wird sich die Blendempfindlichkeit nach Verringerung oder Änderung der Medikation auch wieder verringern (?) Wollen wir ´s mal hoffen. Wir haben morgen einen Termin beim Psych bin mal gespannt.
Grüße
Falter


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