Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

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Kindlich
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Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon Kindlich » Mo 12. Sep 2011, 17:24

Hallo... ich muss mich für eine Radiojodtherapie in die Unterfunktion begeben,
was bedeutet meine Hormone muss ich absetzen.
Das Absetzen hat/könnte leider ein paar Nachteile haben
von Müdigkeit über Konzentrationsstörung, Stumpfsinn und Depression etc.
Vor ein paar Monaten, als mir direkt nach der Entfernung der Schilddrüse die Hormone
gefehlt haben bin ich nach einiger Zeit in eine Depression gerutscht.

Da ich die Hormone für die weitere Therapie (Krebs) wieder absetzen muss
habe ich wieder große Angst in die Depression zu fallen.
Mit meinem Arzt habe ich schon darüber gesprochen.
Er sagt, da muss ich eben durch.

Die Prognosen sind, dass ich nach 2 Wochen nach absetzen langsam müder werde und weniger Antrieb habe.
Danach sinkt der Hormonspiegel immer schneller und es könnte zu weiteren Nebenwirkung kommen.

Ich habe richtig Angst, das ich wieder in Depression und Angstattacken verfallen könnte.

Nun zu meiner Frage... ich überlege nochmal einen anderen Allgemeinmediziner auf zu suchen,
der mir im Falle starker Probleme etwas gegen diese Depression verschreiben könnte.
Stimmt es denn, dass Psychopharmaka bzw Medikamente gegen Depression
erst nach 2 Wochen wirken????
Gibt es nicht vielleicht doch etwas, das kurzfristig hilft.

Viele Grüße

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Remedias
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon Remedias » Mo 12. Sep 2011, 21:46

hallo kindlich,
gegen Angst- und Panikattacken gibt es schnell wirkende Mittel wie Tavor; aber bei den Antidepressiva hast du leider Recht; sie wirken frühstens zwei Wochen später.

liebe Grüße Remedias

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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon Mirjam » Di 13. Sep 2011, 11:19

Hallo Kindlich !

Ist freilich keine gute Basis, wenn du dermaßen Angst hast und fast schon drauf wartest. Gut, die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, wäre bei dir medizinisch erklärbar, als Nebenwirkung. Ist echt doof. Andererseits merkst du ja, wenn es den Bach runter geht, das heißt eine Depression würde ja nun nicht von einem auf den anderen Tag da sein.
LG
Mirjam

silbo
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon silbo » Di 13. Sep 2011, 20:31

vielleicht hilft ja ein Vierzeiler von fluuu? :D ok, nicht ernst gemeint....

Für wielange musst du denn die Hormone absetzen?

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fluuu
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon fluuu » Mi 14. Sep 2011, 12:56

Doch, Antidepressiva gibt es verschiedene und die chemischen sind nicht immer die Besten.
Wer sich aufraffen kann über eigene Schwächen zu lachen hat ein sehr wirksames Mittel gegen Verstimmungen.

Ich Depressive arme Sau
nichts macht heiter oder froh
sag einfach hab einen Hau
und bin eben irre so...

Hatte bisher drei schwere Depressionen und fühle mich nun geheilt auch wegen Humor.
gruß fluuu

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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon 5D-Cube » Sa 21. Sep 2013, 14:03

eine Linie Koks mit einer Prise Heroin drin wirkt sofort gegen Depressionen

bei Suizidalität den Kokainanteil verkleinern und den Heroinanteil vergrößern.

es heißt immer, Drogenkonsum und Psychopharmakakonsum seien was gaaaaanz Verschiedenes.
aber wer beides kennt, weiß dass das nicht stimmt.

Beides hat Chancen und Risiken

aber im allgemeinen mehr Risiken und man sollte sich beides wirklich gut überlegen.
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Remedias
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon Remedias » Sa 21. Sep 2013, 19:34

eine Linie Koks mit einer Prise Heroin drin wirkt sofort gegen Depressionen
Und was geschieht, wenn die Wirkung nachlässt?
Solche Tipps Menschen in einem Psychoforum zu geben, grenzt für mich an Verantwortungslosigkeit.

Ein Admin oder ein Mod wird dich freilich nicht kritisieren, denn dieses Forum ist leider verwaist.

liebe Grüße (trotz allem)
remedias

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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon 5D-Cube » Sa 21. Sep 2013, 23:40

und was ist wenn man eine Tablette Tavor nimmt und die Wirkung nachlässt ??

was ist der prinzipielle Unterschied zwischen Psychopharmaka und Drogen ?

erklär mir den mal, den grundsätzlichen Unterschied zwischen illegalen Drogen und Psychopharmaka

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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon 5D-Cube » So 22. Sep 2013, 05:00

Das Antidepressivum Elontril ist ein Dopamin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Das ist ein Medikament, was der vernünftige compliante Patient nimmt, wenn ein Arzt ihm das empfiehlt.
Der Dopamin-Noradrenalin-Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Kokain ist aber böööööööse !!

Bei Suizidgefahr werden Benzos verschrieben, trotz aller ihrer Nachteile, weil sie nun mal entspannen und Angst lösen und so den Leidensdruck lindern. Benzos gelten als lebensrettend und dem stimme ich zu.
Wer statt Benzos eine Opiumpfeife nimmt, macht es aber ganz falsch !!!! Ob er damit genauso sein Leben rettet wie jemand anderes mit Tavor ist ja egal, denn illegale Drogen sind böööööööse !!

Antipsychotika können Depressionen auslösen, Antidepressiva können Psychosen auslösen, Benzos können Verwirrtheit und Vergesslichkeit und formale Denkstörungen bewirken (*)

Wo ist der Unterschied zwischen diesen Phänomenen und Drogenpsychosen ? (und drogeninduzierten Depressionen)

Die Wirkung von Antidepressiva lässt mit der Zeit nach. Das ist das größte Problem von Antidepressiva.
Sowohl beim Loswerden von Neuroleptika als auch von Antidepressiva können Rebound-Phänomene auftreten.
Unterschied zu illegalen Drogen, wo bist Du ??

Antidepressiva haben mich VORRÜBERGEHEND wieder fit und leistungsfähig gemacht. Dann hat die Wirkung nachgelassen und die Depression ist wiedergekommen.
Das ist genau das, was von Drogen so gerne behauptet wird und auch stimmt. Drogen lösen keine Probleme, sie machen allenfalls vorübergehend leistungsfähig, dann kommt das alte Problem wieder. Stimmt. Und bei Antidepressiva genauso.


Was die körperlichen Konsequenzen von Neuroleptika-Dauerkonsum angeht, da nehmen Neuroleptika unter den Drogen wohl einer der vordersten Plätze ein. (metabolisches Syndrom, Spätdyskinesien, Bewegungsstörungen, erschwerte Wundheilung....)

Derbe Entzugserscheinungen beim Ausschleichen von Psychopharmaka kommen auch immer wieder vor. Jedes Mal nach Reduzierung von Cymbalta hatte ich die nächsten 3 Wochen Schwindel, Sirren im Kopf, habe gefroren, war total erschöpft, es war hart.

Ich will mit diesem Beitrag NICHT zum Konsum von illegalen Drogen auffordern. Sondern ich ziehe diese Parallele, damit legale Psychopharmaka kritisch betrachtet werden, darum geht es mir.


Ich war in Frankfurt in der Psychiatrie und bin am Wochenende mit dem Zug nach Hause gefahren. In der Psychiatrie konnte ich mir die Neuroleptika-Konsumenten anschauen, wie sie im Aufenthaltsraum rumhängen und am Wochenende die Junkies(Heroinkonsumenten) wie sie am Frankfurter Hauptbahnhof rumhängen. Die Junkies hatten eindeutig noch mehr Persönlichkeit und mehr Lebendigkeit übrig als die Neuroleptikakonsumenten.

(*) wurde bei mir dann als Psychosesymptom mißinterpretiert und nicht als Medikamentenfolge. In Drogenkonsumentenkreisen ist das schon lange bekannt, dass wenn jemand mehrere Tage hintereinander Benzos nimmt, dass es dann passieren kann, dass er durcheinander redet und sich das meiste nur noch 5 min lang merken kann. Aber vielen Psychiatern scheint das nicht bekannt zu sein, die verschreiben mal für 2 Wochen 4 mg Tavor/Tag und diagnostizieren dann Psychose. Tja, da sind die Junkies den Psychiatern mit Fachwissen vorraus.
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon Remedias » So 22. Sep 2013, 15:20

Hallo Anna,
ich halte besonders Neuroleptika für schädlicher als illegale Drogen.
Mit Tavor habe ich gute Erfahrungen gemacht, weil sie in kürzester Zeit genau das getan haben, was ich von ihnen erwartet habe: Angst lösen und Schlaf fördern.
ich konnte sie problemlos wieder absetzen.
Weiß allerdings nicht, ob das jeder kann.
Dagegen mit NL ging es mir kacke, mit noch mehr Neuroleptika ging es mir noch schlimmer usw. Ich habe noch nie einen hilfreichen Effekt verspürt - nur 50 kg Gewichtszunahme und höllische Panikattacken, falls ich sie weglasse .
Es ist nur so, dass hier auch Leute mitlesen, die mit illegalen Drogen nicht umgehen können. Die lesen so was, rennen zum Hauptbahnhof und knallen sich die Birne voll. Meistens ist dann noch Alkohol im Spiel.
Ich gebe Dir auch Recht, dass Psychiater lügen. Und von Absetzpsychosen, Rebound- Psychosen und Supersensitivitäts- Psychosen angeblich noch nie gehört haben.
Die Neuroleptika- Zombies kenne ich auch, war jahrelang selber einer.
ich habe mir NL übrigens illegal in kleinen Dosen besorgt, um vernünftig schrittweise absetzen zu können,
mit Tablettenteiler etc. Kein arzt wollte mir niedrige Dosen verschreiben.
( aber einen kalt absetzen lassen und bei der darauffolgenden Supersensitivitätspsychose das als Rückfall bezeichnen " Sie sehen ja, dass Sie umbedingt ein Neuroleptikum brauchen :twisted: )

liebe Grüße Remi

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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon 5D-Cube » So 22. Sep 2013, 19:34

Benzos als Einmaldosis sind bei mir eine ausgesprochen gute Erfahrung.

aber tagelanger Konsum führt bei mir zu Vergesslichkeit, wirres Durcheinanderreden, Themawechsel mitten im Satz ohne es zu merken, usw. Nie wieder tue ich mir das an. (Und meine Klinikpsychiater damals haben dann die Folgen ihrer eigenen Behandlung als Psychose fehldiagnostiziert. Obwohl ich es einem Arzt gesagt hatte, dass mir sowas mit Benzos schon mal passiert ist, aber der hat die Info anscheinend nicht weitergegeben oder die anderen Ärzte haben die Akte nicht gelesen.)

Benzos absetzen ist bei mir kein größeres Problem. Allerdings habe ich schon leichte Entzugserscheinungen, zitternde Knie und Hände. (habe zweimal eine Abhängigkeit entwickelt, einmal zu Hause und einmal in einer Klinik) Ich sehe dann aus wie die Alkoholiker an der Supermarktkasse, die sich Wodka-Nachschub kaufen und bereits mit Knie und Händern zittern. Aber ich will ja sowieso nur noch Einmaldosen nehmen und dann 10 Tage Sperrfrist !!, da kann mir dann auch keine körperliche Abhängigkeit mehr passieren.
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Außerdem zeigt das Beispiel illegale Drogen sehr deutlich das Paradoxon:
Die einen Drogen die man freiwilig nehmen will kriegt man via Hausdurchsuchung weggenommen, andere Drogen (Psychopharmaka) werden AUFGEZWUNGEN.

(Beides ist mir zum Glück nie passiert, da ist ein Kelch an mir vorübergegangen)
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mein ambulanter Psychiater ist jemand, der ehrlich ist. Er hat mir gesagt, dass nach längerem Konsum von Antidepressiva häufig Rebound-Phänomene auftreten.
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon cake » So 22. Sep 2013, 19:52

Nun , ich denke auch, dass man mit Koks und Co nichts heilen kann.
Erwiesenermaßen kann es sogar Psychosen auslösen.
Ob es damit dann leichter zu leben ist- ich weiß nicht.
Da deckelt man sich ja auch zu- Die Volldröhnung. :silly:

Oder versteh ich hier was nicht.

Meine Kreativität und meinen Humor habe ich Gott sei Dank nicht diesem Stimmulator zu verdanken.

Denn sonst würde für mich was gehörig schief laufen.
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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5D-Cube
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon 5D-Cube » Mo 23. Sep 2013, 22:51

häää ?? Steht in den Threads denn irgendwas davon, dass man für Humor und Kreativität Kokain bräuchte ?

P.S: :wink: :wink: http://juliusbeckmann.de/blog/static/in ... taeter.jpg :wink: :wink:
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Re: Gibt es Medikamente die in wenigen Tag gegen Depression helf

Beitragvon fluuu » Di 24. Sep 2013, 11:36

Jedes künstliche Mittel dem Gehirnstoffwechsel zugeführt kann kurzfristig hilfreich sein
aber langfristig verheerende Wirkungen erzeugen.
Der Gehirnstoffwechsel ist so aufgebaut, dass er die Opiate die gute Stimmung machen
selbst produziert und ausschüttet. Nur bei stark abhängigen und süchtigen Menschen
ist das zu wenig und sie müssen künstlich nachhelfen.
Die natürliche Ausschüttung von Opiaten im Gehirn erreicht man durch freudige Wahrnehmung
mit allen Sinnen, durch Offenheit der Umwelt gegenüber was sie alles zu bieten hat.
Natürlich ist eine Tavor genau so schädlich wie eine Spritze Heroin nur in der Beschaffung
sollte ein Unterschied sein, das Eine verschreibt ein Arzt und das Andere gibt es nur vom
Dealer auf dem Schwarzmarkt.
Habe mir sagen lassen, dass der Entzug von Tavor wenn man einmal süchtig ist viel
grausamer sein soll als der von Heroin, für mich ein Grund es zu meiden.
Das beste Suchtmittel taugt nichts wenn es einem letztlich auf Grund von Abhängigkeit
die selbstständige Alltagsfähigkeit ruiniert.
gruß fluuu

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