Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

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Cedric
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Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

Beitragvon Cedric » So 24. Apr 2011, 16:43

Hallo zusammen,

in mir geht gerade was seltsames vor. Mit meiner ex Freundin war ich Jahre lang befreundet, bis wir Ende letzten Jahres zusammengekommen sind. Sie wollte mich unbedingt, ich war aber eher abgeneigt da ich dachte, dass es sich meinerseits nur um rein freundschaftliche Gefühle handelt, ausserdem hat sie bereits ein Kind, darum konnte ich mir eine Beziehung nicht vorstellen. Schließlich kamen wir dann doch zusammen, aber vor 5 Wochen (nach ca. 4 Monaten Beziehung) hat sie sich wieder getrennt. Ihr Gründe:

- zu wenig Zeit für mich (für mich war das nie ein Problem, es stimmt aber schon, dass wir uns selten gesehen haben)
- sie sei zu gestresst durch Haushalt, Arbeit und Kind
- sie versucht es allen recht zu machen, das schafft sie nicht, dadurch bekommt sie ein schlechtes Gewissen z. B. mir gegenüber

Teilweise kann ich sie verstehen, andererseits gar nicht, da ich immer viel Verständis gezeigt habe. Jetzt überlege ich schon die ganze Zeit ob ihre Gründe nur Ausreden sind, oder ob sie vielleicht einen Neuen hat. Das geht so weit, dass ich angefangen habe an ihrem Haus vorbeizufahren, und von weiter Entfernung das Geschehen in ihrer Wohnung zu beobachten. Wenn ich die Information habe die ich wollte, und wenn ich weiß, dass sie alleine war und z. B. früh ins Bett gegangen ist (was dafür sprechen würde, dass sie ehrlich zu mir war), fühle ich mich besser, aber gleichzeitig total bescheuert weil ich sie gestalkt habe.

Es gibt auch Tage, an denen sie relativ lange Besuch hat, da denke ich mir "na toll, hat sie also nur für mich keine Zeit? Hat sie oft so spät noch Besuch, oder war das nur eine Ausnahme?" - ab da drehe ich mich wieder im Kreis und will die Situation genauer prüfen und am besten am nächsten Tag wieder vorbeifahren. Im Moment halte ich ständig Ausschau nach ihrem Auto, wenn ich unterwegs bin.

Kurz nach der Trennung hat sie sich regelmäßig gemeldet, mittlerweile unterhalten wir uns zwar wenn ich sie anspreche, aber sie kommt nicht auf die Idee sich zu melden - das frustriert mich noch mehr und war eigentlich erst der Auslöser für das Stalking.

Das Seltsame ist ja, dass ich nicht wirklich glücklich in der Beziehung war (unsicher mit den Gefühlen usw.) und als sie Schluß gemacht hat fande ich das weniger schlimm. Die Verlustangst hat sich erst nach ein paar Wochen nach der Trennung entwickelt. Das ist mir jetzt schon zum zweiten mal so passiert, und ich kann mir das nicht erklären.

Ich wurde von meiner ersten richtigen Freundin ziemlich enttäuscht, und zwar hatte sie direkt nach mir einen Neuen bzw. sie hat mich für ihn verlassen könnte man schon fast sagen, eventuell hat das etwas mit meinem Verhalten zu tun. Zu der Zeit ging es mir so dreckig, dass ich eigentlich professionelle Hife gebraucht hätte.

Habe ich ein ernsthaftes Problem? Mittlerweile stalke ich seltener, aber das Bedürfnis verspüre ich noch gelegentlich. Ich habe mir geschworen, das nicht mehr zu machen, jetzt versuche ich das einzuhalten.

Ups, zemlich viel Text! ;)

Grüße

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fluuu
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Re: Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

Beitragvon fluuu » So 1. Mai 2011, 09:56

Hallo,
da wirst Du wohl noch einige Erfahrungen mit Beziehungen in Deinem Leben sammeln müssen, auch schmerzliche.
Jeder der sich mit Gefühlen einem anderen Menschen öffnet kann verletzt und enttäuscht werden, das ist ein
völlig normaler Bestandteil dieses Miteinander, vor allem wenn die Gefühle leidenschaftlich sind.
Vorrangig rationale Menschen können ihre Gefühle zurück halten und den Umgang in der Beziehung mit dem
Verstand steuern, sie können mit Trennungen leichter umgehen aber sie haben auch seltener Glücksgefühle.
Die erste Bindung eines jeden Menschen mit einem anderen Menschen ist die Mutter-Kind-Beziehung.
Sie ist sehr intensiv, sie ist existenziell besonders für das Kind und daraus leiten sich alle späteren Kontakte ab.
Was Dich betrifft wäre eine gute Analyse hilfreich um zu ermitteln warum Du den Verlustängsten nicht durch
Vertrauen sondern durch Kontrollzwänge begegnest. Vielleicht findest Du in Deinem Umfeld einen vertrauensvollen
Menschen der fachlich versiert ist und Dir dabei helfen kann im persönlichen Gespräch Deine Situation zu beleuchten.
gruß fluuu

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Re: Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

Beitragvon Crusher » Mo 2. Mai 2011, 07:57

Hey!
Vieleicht hast du beide auch nur im tiefsten inneren von dir vermisst. wenn man eine bestimmte Zeit miteineander zusammen ist und dann wieder getrennte Wege geht, fehlt einen schon was. die Gefühle spiele richtig verrückt.Aber ich finde es auch echt stark das du von dir aus gesagt hast, dass du mit dem "stalken" aufhören willst! COOL :cool: .Ich schließe mich da auch fluuu an rede mit einer person aus deinem Bekanntenkreis , aber nur zu einer zu der du richtig Vertrauen hast, darüber. Wenn meine aufenthalte in der klappsmühle(HAHAHA) mir eins gelehrt haben, dann ist dass über Probleme sprechen. Ist zwar nicht bahnbrechent aber trotzdem Kopf hoch!
„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“

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Cedric
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Re: Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

Beitragvon Cedric » Mi 4. Mai 2011, 22:06

Mittlerweile normalisiert sich die Sache ;) Ich habe zu viel beruflich zu tun um mir ständig darüber Gedanken zu machen. Was mir noch mehr geholfen hat, sind die Gespräche mit einem guten Freund. Er war vor einem Jahr in einer ganz ähnlichen Situation wie ich, und wir sind zum Entschluss gekommen, dass Frauen manchmal einfach nicht zu verstehen sind. Und danke für eure Antworten!

Mirjam
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Re: Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

Beitragvon Mirjam » Do 5. Mai 2011, 13:05

Cedric hat geschrieben:Mittlerweile normalisiert sich die Sache ;) Ich habe zu viel beruflich zu tun um mir ständig darüber Gedanken zu machen.
Hallo Cedric ! Pass auf dass das dann nicht nur weggedrängt ist und irgendwann geballt wieder zum Vorschein kommt.
LG
Mirjam

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fluuu
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Re: Zum Stalker mutiert, will nicht alleine sein!

Beitragvon fluuu » Sa 7. Mai 2011, 09:38

Frauen sind manchmal nicht zu verstehen, ist eine gute Lösung, das Selbe denken sie über Männer auch
und weiter geht es im Text mit den täglichen Aufgaben bis Amors Pfeil das nächste Mal Hochgefühle bringt...
gruß fluuu

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