Erfahrungen von anderen mit Persönlichkeitsstörungen

unsicher
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Erfahrungen von anderen mit Persönlichkeitsstörungen

Beitragvon unsicher » Do 13. Nov 2008, 13:47

Hallo, ich bin neu, 26 Jahre und hab eine wichtige Frage.

ich habe die selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
und möchte von anderen und älteren Leutenm wissen, wie ihr so euer Leben meistert, bzw. ob die Problematiken besser geworden sind oder verschwunden
sind.

Ich habe probleme bei beziehungen, im Beruflichen und allgemein im Leben.

Ich schaff es nich einer Tätigkeit nach zugehen weil ich die bekannten Mythos Gedanken wie : die anderen sind besser und erfolgreicher wie ich, liebenswerter ich dagegen wertlos und unbeholfen.

Wenn ich Leute kennen lernen will trau ich mich nich sie anzusprechen, ich denke der oder diejenige denkt schlecht über mich, lehnt mich ab, kritisiert mich

das war es so im grössten, ich würde gern wissen, wie das bei anderen so ist

Misa
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Beitragvon Misa » Mi 19. Nov 2008, 22:02

hallo unsicher !

dein gewählter name ist, als ob ich mich mit meinem eigenen 'unsicheren persönlichkeitsteil' unterhalte. nun, ich weiß grad nicht wie alt du bist, vielleicht steht das ja in deinem anderen von dein zwei beitägen (sorry), aber bei mir wird das glaub immer schlimmer. aber das ist situationsbedingt, oder weiß der geier wie bedingt. bin seit langem depressiv und da wird man, so glaub ich, auch selbstunsicherer. ich empfind das wie eine abwärtsspirale. depressiv, nicht mehr unter menschen wollen, nicht mehr können.... usw. ich denk, wenn eine selbstunsichere persönlichkeit nicht laufend (also nicht übertrieben, aber einfach um 'über' dem wasser zu bleiben) seine bestätigung bekommt, dass das was er tut und sagt auch in kleinster weise gefragt ist, dann geht das schleichend immer mehr den bach runter. also, so seh ich das. allerdings, ich war in einer klinik. und von den gruppenmitgliedern habe ich manchmal eine völlig andere resonanz bekommen, als ich mich seh. hmmm... vermutlich kam das auch von dieser selbstunsicherheit.

vielleicht sollten wir uns jeden morgen auf die schulter klopfen und sagen, "hey kumpel/ine bist klasse so wie de bist, mag dich!!"

lg misa

unsicher
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Beitragvon unsicher » Mi 3. Dez 2008, 22:23

hallo, danke für deine antwort, ich bin 26.. naja ich war im Sommer auf ner DBT station, hat mir schon geholfen, hab in jeder Woche mehr power bekommen, mein Vermeidungsverhalten zu überwinden, aber ich wurde nach 4 wochen rausgeworfen, und bin wieder in alte Denkmuster reingefallen... manchmal bin ich echt verzweifelt, das ich diese störungf durch meine Eltern bekomen habe und nicht in der Lage bin, zu leben wie ich es will, aber ich denke, jeder muss lernen, damit zu leben gruss

EMU12
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Hallo

Beitragvon EMU12 » Mi 10. Dez 2008, 17:47

Schlimm, die Tabletten helfen, die sollte man in so einem Fall ruhig weiternehmen. Man kaempft schon wenn man so etwas und aehnliches hat. Und dazu noch Psychose und Stimmen hoere aber eben auf paranoide weise. Und nur wenn ich im Stress bin und sonst nicht. Also heute ist nichts, aber gestern eben.
Da kann ich dann schon in Panik geraten.
Ich nehme Abifily und die ist eben nicht so stark aber sonst fuehle ich mich gut, schniff.

Ich kann es mir nicht leisten ein schweres Medikament zu nehmen, weil ich dann Probleme bekomme.
Ja mir gehts so wie dier und das schon seit der Kindheit. Ich hatte allerdings viel Stress, na ja.
Jetzt bin ich eben damit geschlagen.
Wie wird man reich mit Psychose?

Tagtraum
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Re: Erfahrungen von anderen mit Persönlichkeitsstörungen

Beitragvon Tagtraum » So 17. Apr 2011, 11:49

Hallo unsicher

selbstunsicher-vermeidende persönlichkeitsstörung

Also ich bin 29 und bei mir gestaltet es sich die Ausprägung ähnlich wie bei dir beschrieben.
Bei der Arbeit stelle ich oft folgendes fest:

Stark riechender Angstschweiss, kalte Hände, bleiches Gesicht , schnellen Puls . Dies zeigt sich insbesondere wenn ich mit Menschen zu tun habe oder an einer Sitzung etwas sagen soll.

Zwar hat sich dies im Verlaufe der Jahre abgeschwächt. Wahrscheinlich auch deshalb, da ich die ganze Zeit diesem innerlichen Stress ausgesetzt war und ihn für normal hielt.

Am wohlsten fühle ich mich noch zuhause, da kann ich mich entspannen. Obwohl es mich mittlerweile schon mehr nach draussen zieht, aber mir fehlt immer so ein wenig die Sicherheit eines Menschen oder ein gewohnter Ort
Wenn ich nach draussen gehe dann muss ich immer Musik bei mir haben, damit ich mich etwas wohler fühle. Am liebsten würde ich nur nach draussen gehen wenn es dunkel ist um zu vermeiden dass mich jemand sieht oder beobachten kann.

Ich merke auch wie ich alle Situationen die mir sehr unangenehm sind stark vermeide, wie z.b. nur schon einkaufen ist für mich sehr unangenehm da mich die anderen beobachten könnten was ich genau einkaufe. Früher habe ich alle Marken an den Kleidern unkenntlich gemacht, da ich kritik fürchtete.

Ich komme so Beruflich nicht mehr weiter obwohl ich die Intelligenz hätte.

Ich komme Privat nicht mehr weiter, da ich den Sozialen Anschluss bis auf die Arbeit verloren habe und mich extrem schwer tue ein Freundeskreis aufzubauen, geschweige denn Leute zu finden die auf der gleichen Wellenlänge liegen.

Ich komme in der Liebe nicht mehr weiter, da ich sehe wie unmöglich es für mich scheint positiv auf eine frau zu wirken, sprich ich habe alle negativen Eigenschaften um bei einer Frau schlecht anzukommen wie auf Wikipedia beschrieben:

„In Gesprächen mit anderen halten sie keinen Augenkontakt, sondern fixieren andere Regionen des Gegenübers oder Gegenstände im Raum. In sozialen Kontakten wirken sie unzufrieden, gequält, distanziert, der Redefluss ist zu zäh und stockend.“

Das Paradoxe ist jedoch, dass ich mich sehr stark nach Sozialen Kontakten und eine Beziehung sehne.

Vielleicht weiss jemand in diesem Forum eine Therapieform eventuell auch eine Möglichkeit mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, da ich mir vorstellen kann, dass es auch ein Hormonelles Problem im Gehirn ist. Noch deutlicher zeigt sich dieser Verdacht, da ich mich an manchen ganz normalen Tagen (ca. alle 2 Monate) sehr gut fühle und die Symptome verschwunden zu sein scheinen.

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fluuu
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Re: Erfahrungen von anderen mit Persönlichkeitsstörungen

Beitragvon fluuu » Mi 20. Apr 2011, 09:10

Hallo,
Selbstunsicherheit ist immer wieder Bestandteil des Lebens und ich würde behaupten aller Menschen.
Der Unterschied ist der Umgang damit und die Fähigkeit die behindernden Schwächen vor sich selbst
oder nach außen vor anderen Leuten so weit zu mildern, dass sie kaum eine Rolle spielen im Alltag.
Wenn die Schwächen jedoch die Funktion haben eine Hilflosigkeit im Sinne eines Kleinkindes
auszustrahlen dann ist das Annehmen der Hilfe von stabileren Menschen empfehlenswert.
Wer unsicher ist und sich auf den Weg zur Stabilität machen möchte begeht keinen Fehler
wenn er dazu mutige Menschen als Begleitung akzeptiert.
Sich ängstlich zurückziehen ist auf Dauer wie schon gesagt wurde die erfolgloseste Variante.
gruß fluuu

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