Spieglein an der Wand - Wer bin Ich Heute?

Hier posten Sie bitte alle Beiträge, die sich spezifisch auf psychische Störungen beziehen, die eindeutig als Folge von Traumatisierungen oder besonderen Belastungen entstanden sind.
-> Basis-Infos zum Thema "Traumatisierungen und PTSD"
PsyNorm
Beiträge: 2
Registriert: Do 28. Jan 2010, 14:58

Spieglein an der Wand - Wer bin Ich Heute?

Beitragvon PsyNorm » Do 28. Jan 2010, 15:38

Hallo, ich weiß gar nicht recht wie Ich anfangen soll zu schreiben, irgendwie komisch, aber ich beginne mal.

Seid 2 Jahren habe Ich eine Ärztlich bestätigte Psychosomatische Störung mit Anpassungsstörung/Depressiver Episoden und Verhaltensstörungen.

Anfangs habe Ich das gar nicht gemerkt, das ich ,,krank'' bin. Ich war eigentlich wie -immer-?! Normal - so pflegt man zu beschreiben. Doch was ist Normal?

Ich bin bei meiner 1.Großen Liebe (ung. seid 5 jahren) ziemlich schnell Aggressiv geworden, habe geschrieen, geschlagen und auch Möbel klein gehauen. Da sind Kräfte zustanden gekommen, welche ich nicht spüren möchte, jedoch habe ich ausgeteilt. In diesem ,,Aggressions-Rausch'' fühlte Ich mich Stark. Danach dann das Erwachen!
Ich weinte jedesmal, fluchte über meine Schandtaten andere Verletzt zu haben...! Doch wer sollte mich verstehen? Wenn ich mich selbst nicht mal verstand!

Die Aggressionen gingen und kamen, mal heftig, mal ruhig...mal gar nicht. Unbeschreibliche Kontrollverluste nenne Ich das.

Später (vor 2 jahren Nov.2008), hatte ich einen Nervenzusammenbruch weil mir alles zuviel wurde. Was wurde mir denn zuviel?? ALLES! Meine Beziehung - meine Arbeit - Meine Familie....JEDER ging mir auf den ,,Sack'' - Nur die Antwort auf das -Warum?- kam nicht! Das was kam...waren Magenprobleme. Na toll! Jetzt haste vielleicht noch krebs...dann ist der ganze Scheiß ja wenigstens richtig gelaufen.

Ich zum Magen-Darm-Arzt. Magenspiegelung....6 STÜCK sollten es dann 2 Jahre später zusammen gerechnet sein. Ergebnisse: jedesmal - refluxösophagitis LA Grad 2 bzw. 1.....Kein Magengeschwür....jedoch Magenschleimhautentzündungen. Medikament: Omeprazol bzw. Pantoprazol 40mg täglich / 4 Wochen. NICHTS HAT GEHOLFEN....das wird es auch nicht bis 2 Jahre später!

Ich kam daraufhin (Nov.2008) in die Psychiatrie in Koblenz (BW-Krankenhaus), wo Ich mit Cipralex 45mg und Stangyl-Tropfen 40stk. und Omeprazol 40mg in meine Schranken gewiesen wurde. Schranken? Ich bin doch nicht bescheuert! Bin Ich Krank? Ich bin doch Normal! Wirklich???

Ja, in der Klinik ging es mir eigentlich sehr gut, wurde endlich aus dem verkehr genommen um mich selber zu finden. Hatte ja auch ne Scheiß vergangenheit hinter mir. Doch das haben andere ja auch gelebt....der eine mehr der andere weniger....Also kanns mit miur nicht sooo schlimm sein....ich bin einfach mal ausgerastet - zusammengebrochen - jetzt wieder fit - WIE JEDER! WIE JEDER?? ...einfach normal..!

Nach gut 2 Wochen wurde Ich entlassen....GESUND! Voll Vermittlungsfähig und urteilsbereit. Na, das wollen wir mal sehen...!

Weiterhin bekam Ich Cypralex-Tabletten 45mg jeden Abend vor dem Schlafen gehen....das sollte helfen und mich ruhig stimmen bis ich IRGENDWANN mal meine Therapie habe. Irgendwann....!

April 2009 - Amtsärztliche Begutachtung der Psyche....Diagnose: Schwere Psychische Erkrankung mit Anpassungsstörungen und Depressiven Episoden.

Da haben wir es....KRANK! NICHT normal! Was ist auch Normal? Definierung? Keine Ahnung!

Gut....Krank schreibung...fortlaufend...Therapie? Noch nicht....kein Arzt hat Platz/Zeit/Lust!?
Daraufhin beschließe Ich, Cypralex und Stangyl abzusetzen! Ich komm auf dem Medikament einfach nicht klar. Ich habe keinen Hunger mehr....Schlafe wie der Tod und stehe auf als hätte Ich nie geschlafen! Der Tag wird zur Last. Es wird Schlimmer!

Gedankenkreisen setzen wieder ein das alte Spiel beginnt....tägliche Angst....Magenprobleme kommen und gehen....Appetit Negativ....und wenn hätte ich danach eh wieder Magenprobleme. Also am besten Hungern?? Nee....Panik schieben und allein zu Hause sitzen, weil es eh keinen Interessiert wie es mir geht.

Mittlerweile wird es so Schlimm, das Ich kontakte zur Umwelt meide. Ich distanziere mich soweit das Ich nur noch zu Hause sitze. Vor Rechner....der rest? EGAL - nach mir die Sintflut. Schlimm? Für mich nicht - ich merke es nicht! oder doch? Will ich was ändern? Ja - Nur wie? Alleine? klar....der Käfig in mir (der mich hält) hat'ne Tür - einfach am knauf drehen!! KÄSE! Das wird nichts! Also so bleiben und warten? nein!

November 2009 - ich drehe ab - drehe mich ja nur im Kreis....Termin bei meiner Ärztin....Medikamenten umstellung: Mirtazapin 45mg Abends. Das hilft anfangs....doch später stelle ich fest, es ändert sich nichts an meinem befinden....die gedanken sind die selben...ich verschließe mich immer mehr....bereits seid 2007 distanziere ich mich anderer fremder probleme...egal wer....habe zwei Kinder....wenn interessiert das?? Mich nicht! Das ist doch nicht normal!!!! Ich bin Krank!

Heute, Februar 2010....Antrag rentenversicherung - Reha-Klinik - Bewilligt - Bad Salzig - Main-Rhein-Kreis
Ich warte...auf meinen Termin....



Wird es sich bessern???

sky
Beiträge: 304
Registriert: Mi 19. Aug 2009, 14:29
Kontaktdaten:

Re: Spieglein an der Wand - Wer bin Ich Heute?

Beitragvon sky » So 31. Jan 2010, 13:05

hallo,

die kindheit ist so prägend und es sind viele jahre, so daß es nicht verwundern sollte, wenn es später auch lange dauert, einiges abzuarbeiten. die ungeduld, daß es doch schneller gehen könnte/sollte, etc, kenne ich allerdings auch ;)
KRANK! NICHT normal!
dazu noch einen gedanken :
"krank" heißt für mich nicht zwangsläufig "nicht normal".
in meinen augen gibt es erfahrungen, auf die es völlig normal ist, mit krankheit bzw störungen zu reagieren.
es ist also natürlich auch definitionssache und zur abgrenzung zu dem, was man als normal und evtl gesund ansieht, macht es auch sinn.
aber diese andere sichtweise, zu sehen, daß es schlicht und einfach auch normal ist, nach bestimmten erfahrungen eben nicht mehr normal zu sein, finde ich mitunter auch hilfreich.

viele grüße, sky
Forum + Chat auf psychosomatik-austausch . de > Schreiberlinge herzlich willkommen !


Zurück zu „Anpassungsstörung und Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:F4)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste