Antriebsarmut und Minussymptomatik

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Feuerchen
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Antriebsarmut und Minussymptomatik

Beitragvon Feuerchen » Mo 14. Jul 2008, 22:38

Hallo ich hab mal eine Frage
Bin seit einigen Jahren schizoaffektiv erkrankt.
Mein Hauptproblem ist diese bleierne Antriebslosigkeit, die vor allem den Privatbereich betrifft. In der Arbeit (nur noch Halbtags) funktioniere ich noch. Aber so bald ich nach Hause komme überfordert mich dieser Bereich. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Alles hängt mir hinternach... bin nicht so leistungsfähig wie früher. Vieles bleibt liegen. Ich finde dass es (gegenüber früher) schmutzig ist...(Staub an allen Ecken). :cry:
Die Experten fassen diese Unfähigkeit unter Minussymptomatik zusammen..... Darunter fällt auch die eigene Körperpflege ,die zu kurz kommt, und die abgeflachte Gefühlswelt sowie Rückzug von sozialen Kontakten.....
Um das Ganze ein bischen in den Griff zu bekommen, nehme ich mir immer pro Woche (nicht einmal pro Tag...weil ich das nicht schaffe) eine Sache vor, die ich erledigt haben muß.Außerdem einmal in der Woche muß ich für ein angenehmes Erlebnis sorgen.... d.h. ein Kaffee mit Bekannten, ein Spaziergang oder sowas ähnliches.
Leider schaffe ich das nicht immer.
Weil ich so Probleme damit habe und hatte, hab ich mich an den sozialpsychiatrischen Dienst gewandt. Ich hoffte vielleicht durch sowas wie betreutem Wohnen meine Defizite in den Griff zu bekommen. Aber das ist so wiedersprüchlich.
Wenn ich Sozialhilfeempfänger wäre, würde mir das bezahlt. Da ich aber keiner bin, müßte ich 45 Euro pro Stunde selber zahlen, was ich mir einfach nicht leisten kann.
Habt ihr auch so Probleme mit dem Antrieb und der Minussymtomatik.... Wenn ja, wie geht ihr das an? Schreibt auch, wenn ihrs einfach so laufen laßt..!. Ich fühle mich sehr alleine mit diesem Problem. :sad:
Vielleicht würde ich sehen, dass es anderen auch so geht.
Liebe Grüße
Das ratlose Feuerchen :roll:

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Molly
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Beitragvon Molly » Mo 14. Jul 2008, 23:14

Hallo Feuerchen!

Mir ging es lange auch so. Seit ich Atypika einnehme ist es aber besser geworden. Früher als ich noch Hausfrau war und Impromen einnahm, musste ich mich immer wieder nach einer kurzen Arbeitsphase hinlegen und machte auch nur noch das Nötigste. Ich denke schon, dass Deine Situation maßgeblich mit dem Medikament zusammenhängt.

Dass Du dir was Gutes tun sollst ist ja schön. Aber wenn so was nicht aus Dir selbst kommt hilft es eher nicht. Als ich das letzte Mal im Krankenhaus war, wollten sie das auch immer von mir. Meine Probleme (Trennung vom Ehemann, Kinder blieben bei ihm, keine Wohnung in Sicht) waren aber so groß, dass sie jegliches Glücksgefühl überlagert haben.

LG,

Molly

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Di 15. Jul 2008, 10:52

Hallo, Feuerchen, ich finde es aber toll, dass du arbeiten gehst. Das ist doch schon eine große Leistung, trotz Krankheit und Medikamente. Ich habe ein bißchen den Eindruck, dass du dich selbst runterziehst, du darfst dich aber auch mal selbst loben.
liebe Grüße Remedias

Oxana
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Beitragvon Oxana » Di 15. Jul 2008, 13:16

Hi zusammen, ich erkenne mich in Feuerchens Beschreibung wieder und denke nicht, dass ich mich selbst herunter ziehe. Ich gehe den ganzen Tag arbeiten und komme ich nach Hause, ist Feierabend; ich mache nix mehr zu Hause, auser unsere Aquarien.

Stören mich die schmutzigen Fenster, kreisen die Gedanken nur noch um das Fenster; die vielen Pflanzen abräumen, Gardine abnehmen usw. Es scheint ein riiiiiiiiiiiiiiesiger Berg Arbeit zu sein und ich fange gar nicht erst an. :cry: Kochen tu ich schon lange nicht mehr, manches mal bin ich nicht mal mehr in der Lage etwas aus dem Wohnzimmer in die Küche zu tragen.

Bei meiner letzten Kur nannte man das "katastrophisieren"

Ich bin nur froh, einen so verständnisvollen und lieben Mann zu haben. Lach, sonst wäre ich bestimmt schon verhungert.

Ja, ich arbeite und doch merke ich, das ich mich oft nicht mehr konzentrieren kann. Eines Tages werde ich die Rechnugn dafür bekommen oder besser die Kündigung. :shock:

Viele verschiedene Antidepressiva hab ich schon ausprobiert (seit 4 Jahren leide ich an Depressionen und Borderline und bin seit dem in Behandlung) Und doch kommt mein Antrieb einfach nicht zurück :cry:

Feuerchen, meine Thera sagte mir einmal, ich solle versuchen, eine Tätigkeit zu Hause zu erledigen, die ich als Pflicht empfinde und dann eine, die mir Spaß macht, an der ich Freude finde, die ich gern mache. Vielleicht hast Du auch so ein übertriebenes Pflichtgefühl, das Dich nichts mehr machen läßt und Du keine Zeit mehr für Dinge hast, die Dich zufrieden machen.

Als Beispiel; wenn ich an meine Fenster denke, dann weiß ich, dass mich das bestimmt 2 bis 3 Stunden kostet - anschließend werde ich so k.o. sein und nichts mehr machen können, was ich sonst noch gern getan hätte. Also lass ich die Fenster und tu gar nichts :evil: Erst die Pflicht und dann das Vergnügen :evil: also kein Vergnügen
Liebe Grüße - Oxana

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Di 15. Jul 2008, 22:41

Hallo an alle
erst einmal vielen Dank für die Antworten.... Es zeigt doch, dass ich nicht alleine mit diesem Problem bin. :)

@Molly.... ich bekomme auch Atypika... vielleicht ist es auch zu viel... Aber heuer können wir nicht mehr reduzieren, weil alle zwei Jahre hatte ich Probleme... und dieses Jahr,wäre wieder so ein gefähliches Jahr. Wenn diese Jahr alles glatt geht, ist geplant nächstes Jahr die Medikamente weiter runter zu fahren....

@ Remedias.... ja ich bin sehr oft nicht mit mir zufrieden und schimpfe selber mit mir...Ich fühle mich so faul,.... wenn ich denke, was ich früher alles geleistet habe...Ich habe wirklich oft das Gefühl, ich schaff das nicht mehr... Um diesen Kreislauf zu durchbrechen ( sich selbsterfüllende Prophezeiungen ins Leben zu rufen, weil man sich immer das gleiche vorsagt...z.b. ich schaff´das nicht),
deshalb haben meine Theras vorgeschlagen, mir eben immer nur eines vorzunehmen.Somit kann ich einen Erfolg verbuchen.Dann kann ich sagen: Siehste, das hast du doch auch geschafft...!
Aber es kosten mich die einfachsten Dinge so viel Energie. Zu allem muß ich mich aufraffen.

@ Oxana.... Ich finde du hast das ganz gut beschrieben. Um diesem Umstand vorzubeugen, dass ich erst gar nicht anfange, weil die Arbeit z.b. beim Fensterputzen so lange dauert, teile ich mir manchmal die Arbeit so ein:... Heute mache ich wirklich nur ein Fenster.... Wenn mehr gehen....auch ok.
Oder ich sage mir ,ich putze heute einen Küchenschrank raus. Das Problem ist dann immer nur... welche hab ich schon geputzt... und welchen nicht.
Früher hab ich mir einen Tag vorgenommen... und die ganze Küche ausgeputzt... Dann wars erledigt. Heutzutage kann ich das gar nicht mehr.
Mit Kochen ist es das Gleiche.... Es kommt höchst selten vor, das ich mal was mache.... und wenn, dann ist es meistens Fastfood.... Backofenpommes.... oder mal ne Dose... Nudeln mit Soße...irgend sowas. Meistens reichts gar nicht zum Kochen.... dann schmier ich mir nur ein Brot. Meistens ess ich auch nur einmal am Tag, weil ich sowieso keinen Apetitt habe.
Dein Tipp von der Therapeutin zuerst eine Pflichtarbeit zu erledigen und dann was nettes... find ich zwar ganz gut... klappt bei mir aber auch nicht immer, weil ich nach einer Arbeit oft schon erledigt bin.

An meinen freien Tagen liege ich bis Nachmittags oft im Bett, und dann bekomm ich natürlich auf die Nacht die große Flatter...."Jetzt mußt du noch was erledigen" ...Du hast ja wieder nichts getan!... :cry:

Wie gesagt ein Kreislauf... den es zu durchbrechen gilt.
Ich hoffe sehr.... dass es nächstes Jahr besser wird, wenn dann die Medis weiter reduziert werden... Vielleicht liegts ja daran? :roll:

Euch allen nochmals Danke fürs posten... vielleicht schreiben ja noch einige mehr , wie`s Ihnen damit geht!

Liebe Grüße
Feuerchen :wink:

Oxana
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Beitragvon Oxana » Mi 16. Jul 2008, 09:09

Feuerchen hat geschrieben:.........Dein Tipp von der Therapeutin zuerst eine Pflichtarbeit zu erledigen und dann was nettes ...find ich zwar ganz gut... klappt bei mir aber auch nicht immer...
Liebe Grüße
Feuerchen :wink:
Hi Feuerchen, auch ich schaff das leider nicht :cry: Es klappte einige male, nachdem ich diesen Tipp bekam, ich freute mich auch, dass ich auch mal etwas tat, zu dem ich genau in diesem Moment Lust hatte - dann war es leider wieder vorbei.

Lach, leider dauert ein Fenster bei uns, 2 bis 3 Stunden. Ich mach sehr viel, damit ich mich möglichst sehr wohl fühle. Dazu gehören auch Zimmerpflanzen. Leider sind es so viele, das es in Arbeit ausartet, wenn ich sie von der Fensterbank nehme. Hinzu kommt, braune Blätter entfernen, gießen, Gardine abnehmen und waschen... und genau da bekomme ich Panik, wenn ich nur daran denke. Das gleiche unangenehme Gefühl der Panik, wenn jemand erzählt, er bekommt Gäste und muß noch Salate machen und putzen und ich weiß nicht was noch. :shock:

Und da denke ich manches mal, da ich meine Grenzen einfach nicht kenne, grundsätzlich alles bis zum Schluß mache und alles übertreibe, mich vollkommen überfordere und mich anschließend vor Schmerzen in Rücken und Beinen kaum noch bewegen kann - da sagt die Seele schon bevor ich etwas anfange - STOP! Ich glaube, das ist die Panik, die ich spüre, bevor ich starte.

Das wäre ja ein ganz schöner Schutz, aber bei so vielen Kleinigkeiten? Mir mal ein Ei braten, ist mir auch schon zu viel :evil:
Liebe Grüße - Oxana

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Fr 18. Jul 2008, 18:21

Hallo Oxana
danke für Deine Antwort....
Was mich zu dem Thema interessieren würde:.... Wie macht das Dein Mann?... Wie geht er damit um?... Sprecht ihr Euch ab....? Ist er sauer? :?:

Ich habe zwei Kinder mit 19 und 21 Jahren....
Die regen sich über meine Tatenlosigkeit sehr auf... :cry: Meine Tochte meint sie sei der " Putzer vom Dienst" und für alles zuständig.
Ich schäme mich so! :oops:

Im chat hat man mich auf das Thema nochmals angesprochen:..." dass doch Sport ganz gut wäre...."
Das halte ich auch für eine gute Idee.... zumindest probieren.... Auch wenn mir mein Rückzugsverhalten und meine Antriebslosigkeit immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen...

Wäre schön, wenn noch andere zum Thema schreiben würden?

Liebe Grüße
Feuerchen

Goj
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Beitragvon Goj » Mo 21. Jul 2008, 13:54

hallo,

ich hatte vor ~2 jahren in der klinik die diagnose "verdacht auf schizophrenia simplex (f20.6)" bekommen. seitdem leb ich wieder bei meinen eltern und bin arbeitslos. ich werde von meinen eltern finanziert, die noch kindergeld für mich bekommen (war bei erkrankung unter 25 und da gab es dann eine sonderregelung, dass kindergeld unbefristet weitergezahlt werden kann). vorher hatte ich studiert (informatik).

davon abgesehen, dass ich auser meinen eltern und ab und zu mal meinen geschwistern, keine sozialen kontakte habe (was ich jetzt aber irgendwie nicht so als problem ansehe), ist die antriebslosigkeit mein hauptproblem. ich hab keine probleme damit meinen tag für mich zufriedenstellend rumzubringen, modernen medien sei dank, aber wenn ich mal wieder versuch im haushalt etwas mitzuhelfen, merk ich schnell, wie schwer bis unmöglich mir das fällt.

mein erleben vor dem klinikaufenthalt, als ich versucht hatte mich mit aller macht gegen die antriebslosigkeit zu stellen, über selbstverletzendes verhalten bis hin zum selbstmordversuch, hat mich gelehrt, dass es keinen positiven effekt haben kann, wenn man sich selber dafür fertig macht ;).

was ich in der therapie gelernt habe ist, tu was du tun kannst, probier gerne auch mal mehr, aber macht dich nicht fertig dafür, wenns mal nicht so klappt.

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Mo 21. Jul 2008, 17:32

Hallo Goj
Danke dass Du geschrieben hast.... Das hat mich sehr interessiert....
Du beschreibst auch, dass man Dank der Medien seinen Tag sehr wohl rum bringen kann... Im Haushalt man aber an seine Grenzen stoßt!.... Auch bei mir gibt es Tage, wo ich eher am PC hocke, als im Haushalt was zu machen. Und da frage ich mich auch, wieso ist das eigentlich so schwer? Ich versteh das irgendwie nicht.... :roll:
Und Dein Tipp, sich nicht fertig zu machen dafür, fällt mir schon sehr schwer, weil es eben nicht nur ein Tag ist, an dem man ausfällt, sondern das so oft vorkommt. Gegen das" ewige sich in Gedanken runtermachen " und "sich Ausschimpfen",versuche ich anzukämpfen mit wechselndem Erfolg.

Goj, mußtest Du Dein Studium abbrechen?
Wünsch Dir alles Gute....!
Liebe Grüße
Feuerchen :razz:

Oxana
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Beitragvon Oxana » Mo 21. Jul 2008, 19:13

Hi Feuerchen, mein Mann ist zu Hause und ich gehe arbeiten. So haben sich bei uns die Rollen getauscht. Er macht den ganzen Haushalt, den Garten, geht einkaufen und bekocht mich sehr lecker. Nie hat er sich über mich beschwert. Am Wochenende helfe ich öfter im Garten - zu mehr hab ich kaum die Kraft.

Was mir so gut getan hat, ist, das sich mein Mann genau über die Krankheit Depressionen erkundigt hat. Er las sich lange ein und versteht.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn ich mich mit dieser Antriebslosigkeit überwinden sollte um zu kochen oder ähnliches zu machen :shock:

Vielleicht kannst Du Dich, wenn es Dir gut geht, mit Deinen Kindern mal hinsetzen und ihnen die Krankheit erklären. Sie sind ja nun nicht mehr klein und sollten auch auf solchem Gebiet Verständnis haben und nun auch für Dich da sein.
Liebe Grüße - Oxana

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Remedias
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Re: "Minussymptomatik"

Beitragvon Remedias » Mo 21. Jul 2008, 19:39

wwf hat geschrieben:
Niemand ist psychisch krank, der eine schöne Arbeit und eine Familie hat, Kollega, also immer schön bei der Wahrheit bleiben
Das ist leider nicht richtig.
lieber Gruß Remedias :cry:

annchris
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Beitragvon annchris » Mi 23. Jul 2008, 16:55

Hallo Feuerchen!

Meine Mann geht es aehnlich wie dir, er arbeitet zur Zeit zwar nicht ist aber in einer Tagesklinik. Wenn er nach Hause kommt ist er total fertig, aber das ist auch OK so. Er schlaeft dann zwei Stunden aber dann steht er wieder auf und wir kochen zusammen, naja OK.. er hilft beim kochen :) Er macht es weil es ihm spass macht und damit wir was zusammen machen koennen am Tag.

Ich finde das ganz toll! Nach dem Kochen und essen spielen wir noch eine runde Karten oder Mensch Aerger Dich nicht oder so - zum TV schaun hat er keine lust, Ich auch nicht. Dann so gegen 21 Uhr oder so geht er wieder ins Bett. Da er erst seine ersten Psychose im Maerz hatte, dann seit Juni nun unter einer postpsychotischen Depression leidet denke Ich mal das er auch nicht zu viel machen sollte.

Am Wochenende lass Ich Ihn ausschlafen, und dann unternehmen wir was zusammen. Einkaufen, Familie besuchen, Freund besuchen, Schwimmen gehen etc. Ich versuche immer eine "Pflichtaufgabe" zu erstellen, und gleich danach mir etwas fuer uns auszudenken was uns beiden Spass macht. Dabei moechte Ich so viele soziale Kontakte fuer Ihn in Bestand halten, denn Ich finde, das ist auch eine gute Therapie.

Noch vor zwei Monaten waere das alles nicht moeglich gewesen, da ging gar nix, abert auch wirklich gar nix. Mien Mann hat damals 10 MG Haldol, plsu 20mg Zyprexa bekommen und schlief so gute 20 Stunden am Tag. Heute ist das alles anders und der drang ist wieder da bei Ihm etwas zu tun. Allerding bekommt er nun aber auch ein AD, kein haldol mehr und zyprexa wird nun auch langsam runtergesetzt (10mg ist erstmal das Ziel), was anscheinend sehr zum Antrieb hilft.

Ich weiss noch nicht wie es wird wenn er wieder arbeiten geht, aber das sehen wir dann. Abwarten, tee trinken und lachen nicht vergessen :)

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Mi 23. Jul 2008, 21:34

Hallo Annchris,
danke für Dein posting.....
Ich finde es klasse, dass Du Deinen Mann so unterstützt. :D
Wie klappt denn das mit der "Pflichtaufgabe"?
Toll, dass du Dir dann immer wieder auch was schönes für Euch beide ausdenkst.
Ich glaube, mir würde so eine Unterstützung auch gut tun.... Leider bin ich alleine mit meinen Kids, die kein Verständnis dafür haben....
Ist ja auch zu blöd , eine Mutter, die einfach nicht richtig funktioniert. :cry:
Nachdem Dein Mann auch so viel geschlafen hat... hast du ihn geweckt?
Ich höre oft nicht mal meine Wecker (2) . Es kann vorkommen, dass ich abends um 23.00 Uhr ins Bett gehe, und am nächsten Tag um 18.00 Uhr aufwache. Dann bin ich gleich gefrustet, weil der Tag schon gelaufen ist.
Dabei finde ich, bekomme ich noch nicht mal so viel Medikamente wie Dein Mann. Aber ich hab auch schon von anderen in diesem Forum gelesen, dass es bei ihnen (Kombination Seroquel und Amisulprid) so war.
Dir und Deinem Mann wünsche ich auf jeden Fall, dass ihr so stark seid in Eurer Partnerschaft, dass ihr diese schlimme Zeit übersteht.Wünsche Euch Gesundheit und viel Erfolg bei der Heilung! :wink:
Liebe Grüße
Feuerchen :razz:

annchris
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Beitragvon annchris » Do 24. Jul 2008, 13:59

Hallo Feuerchen!

Ich finde das richtig schade das du nicht von deinen Kids unterstuetzt wirst. Wenn sie schon etwas aelter sind waere es mal eine gute Idee das deine Kids sich mal beraten lassen und sich ueber deine Erkrankung schlau machen. Mit Wissen kommt eigentlich immer unterstuetzung und verstaendniss, finde ich.

:)

Also als mein Mann noch so viel geschlafen hat, da habe Ich ihn nicht aufgeweckt, denn ich denke mal wenn der Koerper so muede ist nach so einer strapazie wie eine akute Psychose, dann braucht der Koerper auch den Schlaf. Ich fand das also nicht schlimm. Ich war froh das er nicht mehr in der Klinik war, denn dort ging es Ihm nicht gut und er konnte auch nicht gut schlafen. Also habe Ich mir gedacht das wir die "Therpie" zu hause anfangen mit Ruhe und Erholung. Er ist dann da selber wieder rausgekommen. Viel schlimmer war eigentlich die extreme Unruhe nach dem zu raschen Absetzen von haldol. Das war echt der Hammer. Aber auch das ging vorbei.:)

Mit den Pflichtaufgaben geht es eigentlich recht gut. Pflichtaufgaben sind bei uns z.B:
- Essen kochen
- Aufraeumen
- Waesche sortieren, aufhaengen etc
- Staubwischen, Saugen
- Einkauen gehen
- Tisch Decken, Abraeumen
Das machen wir alles zusammen. Bei sowas im Haushalt machen wir Musik an und albern rum damit es nicht zu langweilig wird. Also ich fang meisstens damit an, und bitte Ihn dann mir zu helfen. Fast immer sagt er gleich OK, mach Ich, manchmal sagt er nein, aber dann erinnere Ich Ihn daran das es Ihm hilft wieder ins Leben zu gleiten, und dann macht er es auch.

Dann habe Ich noch eine COGPACK Demo runtergeladen (http://www.markersoftware.com/D/frames.htm) das sind Konzentrationsuebungen. Es ist zwar "nur" eine Demo, aber da kann man sich locker 4-5 Stunden mit beschaeftigen. 20 Minuten jeden zweiten fuer Ihn gehoeren auch zum Programm. Das waechselt sich dann ab mit Lesen ueber seine Erkrankung. Ich finde es wichtig immer genau bescheid zu wissen. Damit weiss mein Mann auch das er nix dazu kann, und wie er am besten damit in Zukunft klar kommt. Das liesst mein Mann grade (Ich hab's auch schon 4 mal gelesen)

http://www.psychotherapeutenkammer-berl ... hrendt.pdf


Am besten ist aber das taeglich Spazierengehen... jeden Tag 30 Minuten abends nach dem Essen zusammen an die Luft. :)

Ich wuensche Dir alles Gute und auch das du etwas Unterstuetzung bekommst, die kann doch jeder gut gebrauchen ob nun irgendwie krank oder nicht! :)

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Do 24. Jul 2008, 18:33

Hallo Annchris,
danke für Deine Antwort..... :)
Also ich muß schon sagen Du machst das großartig!
Ich freue mich für die Links , die du mir gegeben hast. In den einen hab ich schon mal reingeblättert und werde ihn so nach und nach auch durchlesen.
Meine Kinder wollen die Diagnose nicht wissen... Sie meinen ich spinne... und deshalb blocken sie ab! Mit den Psychos wollen sie lieber nicht in Kontakt kommen.
In die Demo, werd ich sicherlich auch mal reinschauen.
Jetzt danke ich Dir noch ganz herzlich für Deine guten Wünsche....
und verbleibe mit lieben Grüßen an Dich und Deinen Mann Dein
Feuerchen :wink:


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