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Xcat
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Beitragvon Xcat » Do 17. Jan 2008, 17:55

Interessantes Erlebnis, Mike. Ich glaube weniger dass wenn Dich Deine Eltern damals mit ins Bett genommen hätten, es etwas geändert hätte. Für mich zeigt es viel mehr, dass möglicherweise schon damals etwas da war... Ich hatte übrigens ähnliche Erlebnisse, manchmal jetzt noch: wenn ich im Bett liege und schlafen möchte, habe ich plötzlich den Eindruck schwerelos zu werden, im Raum zu schweben und/oder zu schwanken.

Hebephren scheinst du weniger zu sein, dafür fehlt dir anscheinend ein guten Teil der Symptomatik. Ich habe einen Schizophrenen Bruder, also weis ich wie sowas aussieht. Ich kann es natürlich nicht aufgrund 2-3 Foren-Beiträge ausschließen, aber ich vermute es stark. Mein Bruder war übrigens genau so alt wie Du, als es ausgebrochen ist, und es war sehr spektakulär. Zum Beispiel wenn er laut mit Leute redete, obwohl er alleine war usw.

lg Tom

mike88
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Beitragvon mike88 » Do 17. Jan 2008, 18:39

Nein ich habe auch NIE irgendwelche Stimmen gehöhrt.
Mit Schlimmen Dingen die mir getan worden sind kann ich mich nicht auseinander setzten. Erstens weiles nicht mehr real für mich ist, zweitens weil ich sie schon immer verdrängt habe und nie gelernt habe Gefühle richtig auszudrücken und mit Situationen Gefühle zu verbinden.

Gruß
Mike

mike88
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Beitragvon mike88 » Do 17. Jan 2008, 18:57

So geht es mir auch. Ich habe das Gefühl nichts mehr zu fühlen. Das letzte Mal das ich richtig weinen konnte war vor 3 Jahren.
Ich habe schon immer irgendwie am Leben vorbeigelebt und vor einem halben Jahr ist meine Welt dann zusammengebrochen...

Gruß
Mike

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Do 17. Jan 2008, 19:08

Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Ich kann nicht einmal bei schlimme Ereignisse weinen, und das schon von je her. Und dieses quälende Gefühl der Gefühllosigkeit begleitet mich jeden Tag. Es fühlt sich so an, als wäre eine Lücke in mir, eine schreckliche Leere... Auch dieses Gefühl am Leben vorbeigelebt zu haben, kenne ich nur all zu gut!

lg Tom

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Do 17. Jan 2008, 19:20

Manchmal wird es so schlimm und so quälend, dass ich in die Wände schlagen/treten könnte (nein, ich habe mich noch nie absichtlich selbst verletzt, aber bin manchmal gedanklich kurz davor), und manchmal saufe ich mir dann einen an und höre melancholische Musik... ich weiß, es ist bestimmt keine Lösung, aber zumindest fühle ich dann manchmal wieder etwas, manchmal hilft nicht einmal das :???:

lg Tom

Ston3D
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Beitragvon Ston3D » Sa 19. Jan 2008, 01:21

Hallo Xcat,

dein Bruder hat hebephrene Schizophrenie, ich kenne auch jemanden der darunter leidet. Bei mir ist es der Bruder eines Freundes. Mit ihm kann man überhaupt nichts anfangen, er lebt total in seiner eigenen Welt und wirkt nach aussen hin sehr komisch. Ich habe mir auch eine Zeit lang eingeredet ich hätte so eine Art Schizophrenia Simplex oder eine Hebephrenie da ich auch nur an Minussymptomatik leide. Bei mir fehlt einfach vollkommen die Plussymptomatik um eine Psychose zu haben.

Ich hatte bevor ich diesen Zustand bekommen habe auch eine sehr harte Zeit hinter mir, sie war geprägt durch häufigen Schulwechsel (7 Stück an der Zahl), familiäre Probleme und Drogen. Mir war mein Leben auch sehr egal und ich dachte häufig über Selbstmord nach, doch durch diesen Zustand in den ich da geraten bin ist es mir das auf einmal nicht mehr. Ich habe nach Jahren meinen Lebenswillen wieder gefunden und meine Symptome verbessern sich von Monat zu Monat.

Das mit dem Alkohol und der melancholischen Musik kenne ich übrigens auch (das hat mich immer sehr Depressiv gemacht).

Zu dir mike88: Diese Zwangsgedanken über die du geschriben hast könnten für eine Schizotypische Persönlichkeitsstörung sprechen, allerdings auch für eine Psychose. Wobei der fehlende Nachtschlaf, die Angst und die Desrealisation sowie die Despersonalisation (das sind Ich-Störungen) widerum für eine Psychose sprechen. Ausserdem haben die Neuroleptika einen Einfluss auf deine Symptomatik was dich wieder mehr in ein psychotisches Bild rückt. Ich bin jedoch kein Psychiater also solltest du nicht so viel Wert auf mein Urteil legen.

Ihr dürft einfach nicht die Hoffnung aufgeben und soweit es geht das beste aus euerm Leben machen.

Gruß,

Ston3D

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Beitragvon mike88 » Sa 19. Jan 2008, 10:04

Hallo ston3d,

Ich glaube ja selber auch das ich eine Psychose habe, vor allem weil der Ausbruch ja doch ziemlich spektakulär war. Damit meine ich vor allem diese Ich-Störungen die fast von einem auf den anderen Tag kamen. Und das Seroquel wirkt natürlich auch. Ist halt bloß die Frage wie es ohne Seoquel verlaufen wäre. Gut, es hat mich nach dem Einnehmen am Anfang nach einer halben Stunde sofort weggehauen, deswegen konnte ich schlafen.

Mein Psychiater hatte mir ein Attest geschrieben da ich zur Musterung berufen wurde und da stand in etwa: "es liegt eine Anpassungstörung mit ängstlich depressiven Hintergrund vor. DD muss ein Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis in Erwägung gezogen werden."

ston3d:
Du sagst du kennst jemanden mit Hebephrenie.
Wie geht es dieser Person denn? Im Internet findet man nämlich unterschiedliche Prognosen.
Einmal das der Verlauf sehr schwer sei und kaum therapiebar sei, und auf der anderen Seite steht das diese früheren Annahmen heutzutage nicht mehr bestätigt werden könnten. Sind die Aussichten in dieser Hinsicht also wirklich besser geworden, vor allem vieleicht auch durch neue Medikamente?

Gruß
Mike

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Beitragvon Xcat » Sa 19. Jan 2008, 10:36

Hi Ston3D,

die offizielle Diagnose meines Bruders lautet: paranoide Schyzophrenie. Er hat übrigens eine sehr ausgeprägte Plussymptomatik, und ist von seinem Wahn nicht abzubringen, ganz egal wie man ihn behandelt. Du hast Recht, mit ihm kann man auch überhaupt nichts mehr anfangen.

Was mike88 angeht, ich tendiere auch eher zu einer schizotypische PS, weil eine Hebephrenie deutlich ausgeprägter ist, in der Symptomatik.

Depersonalisation/Derealisation hab ich auch. Fast ständig bin ich in diesem Zustand, manchmal sogar sehr stark. Es ist ein Symptom der schizotypische PS mit zusätzliche Borderline-Symptomatik. Bei mir jedoch wiederum so ausgeprägt, dass man es zusätzlich als dissoziative Störung diagnostiziert hat.

Wenn es sehr stark wird, und länger andauert, ordnen die Ärzte es als präpsychotisch ein, also Psychose-Nahe. Die Welt scheint mir dann vollkommen unwirklich, mich selbst fühle ich als unreal. Ich gebe dann im Gespräch zwar zu dass ich kognitiv weiß dass die Welt wohl existiert, aber meine Gefühle sagen mir das Gegenteil.

Dass mike88 oder ich NL bekommen, heißt aber nicht zwingend dass wir psychotisch sind. NL werden in zahlreiche Fälle abgereicht, zum Beispiel bei depressive wenn keine AD helfen, oder bei einer starken Manie. Deswegen kann man nie im Vorfeld sagen: Du bekommst NL, also musst du eine Psychose haben.

Mein Leben war und ist immer sehr bewegt, und meine Störung hat seit Jahren alles zerstört. Es freut mich wenn sich dein Leben so langsam normalisiert, bei mir ist jedoch kein Ende in Sicht. Die polymorphe Symptome schwanken ständig zwischen Mittel und Stark. Das Ärzteteam spricht bereits von Festigung oder Chronifizierung :???:

lg Tom
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Beitragvon Ston3D » Sa 19. Jan 2008, 16:09

Hallo Xcat,

bei mir hat man vor einiger Zeit auch präpsychotische Symptome diagnostiziert. Obwohl ich nie Desrealisations/Despersonalisationserlebnise hatte geschweige den komische Gedanken oder alles andere was irgendwie merkwürdig ist. Mir hat man dann Risperdal verschrieben, aber meine Verbesserungen sind deshalb nicht schneller voran geschritten als sie es so oder so getan hatten. Ich habe dan mit dem Einverständnis meines Psychiaters das Risperdal abgesetzt und jetzt habe ich seit 14 Tagen mit leichten Entzugssymptomen zu Kämpfen.

Das einzige was mich von meinen Symptomen her an mike88 erinnert ist das mir auch der Bezug zu den Menschen um mich herum fehlt. Ich würde das Aphatie nennen.

Mein Problem ist übrigens auf Drogen zurück zu führen.

Wenn du Lust hast kannst du mir mehr über deine Erkrankung erzählen, das würde mich sehr interessieren.

Gruß,

Ston3D

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Beitragvon Ston3D » Sa 19. Jan 2008, 16:40

Hallo mike88,

den Hebephrenen den ich kenne kan man wie es scheint nicht therapieren. Zumal Hebephrenie eine sehr schlechte Prognose hat. Die starke Minussymptomatik ist kaum medikamentös zu Behandeln. Jedoch muss ich sagen, das man ihm seine Krankheit extrem anmerkt. Er sit total komisch und scheint irgendwie glücklich damit zu sein. Was ja auf dich nicht zutrifft. Ausserdem brauchst du für eine schizophrene Psychose Symptome ersten Ranges:

http://de.wikipedia.org/wiki/Symptome_d ... _Schneider

Hast du welche?

Ausserdem spricht gegen eine Schizophrenia Simplex und eine Hebephrenie der relativ akute Beginn den du hattest, den diese Krankheitsbilder schleichen sich im Normalfall ein und das ohne eine Krankheitseinsicht.

Gruß,

Ston3D

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Beitragvon Xcat » Sa 19. Jan 2008, 18:05

Hallo Ston3D,

erstmal zu mike88: ich stimme mit Dir überein, dass Mike wohl keine Hebephrenie hat, es fehlen ihm dazu eindeutige Symptome wie sie unter Dein Link beschrieben werden.

Mein Bruder hat eine sehr schlechte Prognose, und ist seitdem die Krankheit ausgebrochen ist, nicht therapierbar. Er hat starke Wahnvorstellungen, von denen er seit Jahren nicht abzubringen ist.

Seine Krankheitseinsicht ist gleich Null, er behauptet sogar er alleine wäre gesund, und alle andere auf der Welt krank. Wenn man dann weiter argumentiert wird er aggressiv und sogar handgreiflich.

Was mich angeht, kann ich natürlich über meine Krankheit erzählen:

Ich habe vorrängig eine starke schizotype Störung mit zusätzliche Borderlinesymptomatik. Die schizotype Störung ist aufgrund der extrem viele Symptomen schwer zu diagnostizieren, zumal sie bisher schlecht erforscht ist.

Man geht bisher immer noch davon aus, dass sie zum schizophrenen Spektrum gehört, und hat sie früher unter anderem als präpsychotische Schizophrenie geführt. Das würde aber bedeuten, dass Schizotypie irgendwann zur Schizophrenie werden kann. Wenn es so wäre, wäre ich wohl schon lange schizophren.

Man vermutet eine genetische Prädisposition, was auch erklärt warum es schizotypische oft in Familien von schizophrenen gibt. Bei mir trift es auf jeden Fall zu.

Die Krankheit bildet sich oft schon in sehr junge Jahren. Ich kann mich zum Beispiel ganz genau erinnern dass ich bereits im Schulhof der Grundschule starke Derealisationserlebnisse hatte. Mir schien damals schon die Umgebung und die Mitschüler unwirklich.

Das vorrängige Symptom der Schizotypie ist einen starken sozialen Rückzuck, und zum Beispiel die Unfähigkeit Freundschaften einzugehen, oder wenn überhaupt, sie aufrecht zu erhalten. Paraxodalerweise leiden schizotypen unter ihrer Einsamkeit, aber können und wollen es irgendwie nicht ändern.

Ich könnte hier stundenlang darüber schreiben aber es würde wohl ein bisschen zu lang werden ;-)

Ein guten Link zur Schizotypie: http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... zotyp.html

Wenn noch Fragen sind, einfach melden.

lg Tom
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Beitragvon mike88 » Sa 19. Jan 2008, 18:07

Licht hat geschrieben:Ich habe auch Hebephrenie und schizophrenia simplex
Schließt sich das nicht gegenseitig aus? Schizophrenia simplex darf doch nur diagnostiziert werden, wenn davor keine Wahnvorstellungen aufgetreten sind.

Gruß
Mike

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Beitragvon Xcat » Sa 19. Jan 2008, 18:08

@Licht + KasparHauser:

Medizinisch induzierter Selbstmord ist ja echt übel, wie ist da die Prognose? :?:

Eure grüne Männchen sind ja echt seltsam, meine machen immer mööööööööööööh und sind übrigens blau :lol:
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Beitragvon mike88 » Sa 19. Jan 2008, 18:14

Ich habe auch noch eine gute, sehr umfangreiche Seite zur Schizotypie gefunden:
http://www.blumenwiesen.org/.

Gruß
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Beitragvon Xcat » Sa 19. Jan 2008, 18:17

Jepp, die kenne ich auch... Danke, Mike :-)

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