Können Neuroleptika dumm machen?

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Maulbeere
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Beitragvon Maulbeere » Mi 21. Nov 2007, 15:53

Neuroleptika machen leider schon dumm, auch die neueren.

Neuroleptika wirken in erster Linie (vereinfacht ausgedrückt)sedidierend/dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Die dämpfende Wirkung der Neuroleptika ist der Grund warum Psychaiter sie so gerne verschreiben, auch wenn jemand nicht psychotisch ist und obwohl die Kommission der Deutschen Ärzteschaft dringend davon abrät, denn Neuroleptika können bleibende Neurologische schäden verursachen und Neuroleptika können zu dauerhaften, nicht mehr weggehenden schweren Depressionen und Angststörungen führen.

Durch die Dämpfung wird das intelliktuelle Leistungsvermögen, die Gedächtnisleistung, die Lebensfreude, die sexuelle Kraft , auf gut deutsch gesagt, alle höheren psychischen Funktionen herabgesetzt

paine 22
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@rumpelstilzchen

Beitragvon paine 22 » Do 22. Nov 2007, 12:45

aha! hast du es eigentlich verstanden?
ich habe kein psychrembel zu hand oder ein entsprechendes lexika für diese medizinischen fachbegriffe, aber mich würde diese fragestellung von roddick auch irgendwie interessieren..
übersetzt du uns das?

danke.

paine

Joey
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Beitragvon Joey » Do 22. Nov 2007, 19:50

Maulbeere hat geschrieben:Neuroleptika machen leider schon dumm, auch die neueren.

Neuroleptika wirken in erster Linie (vereinfacht ausgedrückt)sedidierend/dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Die dämpfende Wirkung der Neuroleptika ist der Grund warum Psychaiter sie so gerne verschreiben, auch wenn jemand nicht psychotisch ist und obwohl die Kommission der Deutschen Ärzteschaft dringend davon abrät, denn Neuroleptika können bleibende Neurologische schäden verursachen und Neuroleptika können zu dauerhaften, nicht mehr weggehenden schweren Depressionen und Angststörungen führen.

Durch die Dämpfung wird das intelliktuelle Leistungsvermögen, die Gedächtnisleistung, die Lebensfreude, die sexuelle Kraft , auf gut deutsch gesagt, alle höheren psychischen Funktionen herabgesetzt
oh das klingt nicht gut und das möchte sicher auch keiner. Die Symptomatik habe ich schon ein bisschen, das kommt sicher von der sedierenden/dämpfenden Wirkung.

Die Frage ist, wenn man es wieder abgesetzt hat... dann kommen doch die alten psychischen Leistungen zurück, weil es keine sedierende Wirkung mehr gibt, oder ? Man schleicht es aus oder setzt es kontrolliert ab und dann wirds schon wieder besser.

und ab welcher Einnahmedauer kann es zu dauernden Schäden kommen ? Jahrelange Einnahmedauer ?
Dass das so gefährlich ist, da kriegt man ja schon wieder Angst.

Kann einer mal ein bisschen beruhigen, sonst setz ich meine NL Amisulprid ab.

Joey
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Beitragvon Joey » Do 22. Nov 2007, 19:57

Roddick hat geschrieben:Nein Joy nicht absetzen, dass solltest Du Dir gut überlegen, sonst kannst Du wieder in Deine Psychose zurückfallen!
...aber die Nebenwirkungen will auch keiner.
Das hört sich böse an und die Symptomatik habe ich teils, das was maulbeere schrieb.
Ich möchte auch ein wenig mehr Lebensfreude haben und nicht gedämpft durch die Welt laufen.

wenns wieder gut läuft, dann kann man es langsam absetzen.

Man muss sich ja auch im klaren sein, dass es Chemie ist die im Kopf wirkt.

Joey
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Beitragvon Joey » Do 22. Nov 2007, 20:02

Roddick hat geschrieben:Hast Du eine Psychose? Wenn ja, dann ja nicht absetzen! Wenn Du keine Psychose hast, dann musst Du dies mit Deinem Arzt besprechen, denn nur dieser kann Dir genau erklären warum Du ein NL einnehmen musst. Hast Du Schizophrenie?
Mein Arzt hat mir gar nicht gesagt was ich habe, hab den alles erzählt und dann gabs Neuroleptikum.
Inzwischen soll ich es langsam ausschleichen und langsam absetzen. Das was maulbeere schrieb trifft voll zu, die sedierende Wirkung und das alles. Es nervt wirklich und Angstzustände/Depris bekomme ich auch am morgen (hatte ich vorher nicht).

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Lydia
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Beitragvon Lydia » Do 22. Nov 2007, 20:03

Hallo Joey,

lass dich nicht von Horrorgeschichten in einem Forum verunsichern. Kritisch sollte man immer sein und sich auch auf verschiedenen Wegen informieren. Die auftretenden Fragen solltest du dann aber mit kompetenten Ansprechpartnern, wie z.B. deinem Arzt klären und dich nicht auf Aussagen von Laien in einem Forum verlassen.

Gruß
Lydia

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Beitragvon Joey » Do 22. Nov 2007, 20:07

Lydia hat geschrieben:Hallo Joey,

lass dich nicht von Horrorgeschichten in einem Forum verunsichern. Kritisch sollte man immer sein und sich auch auf verschiedenen Wegen informieren. Die auftretenden Fragen solltest du dann aber mit kompetenten Ansprechpartnern, wie z.B. deinem Arzt klären und dich nicht auf Aussagen von Laien in einem Forum verlassen.

Gruß
Lydia
Danke Lydia, aber das was maulbeere schrieb trifft tatsächlich zu, was die sedierende Wirkung betrifft. Lebensfreude geht flöten und die Agilität.

Persönlich habe ich Bedenken dass da ein Stoff im Gehirn wirkt, aber muss es noch nehmen. Ich hoffe nachdem ich es ausgeschlichen habe wird alles besser und ich habe mehr Lebensfreude und Licht im Leben.

Joey
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Beitragvon Joey » Do 22. Nov 2007, 20:10

Roddick hat geschrieben:Nur keine Panki Joy. Du musst nicht gleich so Angst haben, denn es bringt Dir nix und Dein Problem ist damit noch nicht aus der Welt. Wenn Du schwerwiegende psychotische Dinge hast, dann wirst Du wohl Deine Medikamente einnehmen müssen. Du willst ja sicher nicht zurück in Deine Schizophrenie und Deine Stimmen fallen oder?
Nein, natürlich nicht und man sollte auf seinen Arzt hören, der weiss es besser. Das was die maulbeere schrieb war schon erschreckend.

Joey
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Beitragvon Joey » Fr 23. Nov 2007, 11:40

Neuroleptika helfen natürlich auch, in akuten Phasen. Gut das es sie gibt. Trotz allem hat man Bedenken, wenn man das alles liest und tatsächlich sind die Nebenwirkungen und Symptome der Anwendung von NL da.
Bei jeden Menschen wirkt ein Medikament anders, aber die sedierende Wirkung ist schon da, hoffe dass das nach dem Ausschleichen verschwindet und nicht andauernd ist, habe wieder Lust auf ein bisschen mehr Lebensgefühl,Freude und Wahrnehmung.
MFG

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@rumpelstilzchen

Beitragvon paine 22 » Fr 23. Nov 2007, 12:46

vieln dank für die übersetzung dieses artikels.

ich habe auch einige ahnung von solcher termina, jedoch bin ich der meinung, dass durch diese anneinanderhäufung dieser begriffe der sinn dieses artikels auch irgendwie abhanden kommt.

ich habe auch schon einige artikel dieser art gelesen, aber die psychotherapheutische seite kommt mir da irgendwie zu kurz. infolge meines komplizierten traumas helfen mir entspannungsübungen, sodass ich jd tag gut zu mir selber komme.

zur zeit fahre ich ganz gut mit dieser methode
( ausgenommen dieser üblichen agstzustände und zittern), doch die traumakonfontationsphase wird kommen und dafür muß ich meinen ansatz grundlegend ändern und mit einer kombi von medi und techniken arbeiten.

kann mir da einer weiterhelfen; natürlich in neutraler art und weise?

:evil: :oops:

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Beitragvon paine 22 » Fr 23. Nov 2007, 15:50

promethazin und opripramol.???

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Lydia
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Beitragvon Lydia » Fr 23. Nov 2007, 21:24

rumpelstilzchen hat geschrieben:Hallo Lydia,

Daß Ärzte sowas besser wissen, habe ich auch lange gedacht und wurde schließlich eines besseren belehrt.

Frag mal einen beliebigen Allgemeinmediziner, Neurologen oder Psychiater nach Sachen, wie z.B. Spätdyskinesien oder Neurodegeneration durch Neuroleptika.
[...]
Hallo Rumpelstilzchen,
dass Ärzte alles wissen, würde ich auch nicht unterschreiben. Und es gibt sicherlich auch richtig schlechte Ärzte, die verantwortungslos den Patienten gegenüber handeln. Das heißt allerdings nicht, dass sich deswegen Laien berufen fühlen sollten, ihrerseits fachliche Auskünfte bzgl. Psychopharmaka, die über eigene Erfahrungsberichte hinausgehen, zu geben, ohne dass sie eine entsprechende Ausbildung besitzen. Das ist nämlich mindestens genauso verantwortungslos. Und wenn es dazu führt, dass Leser aufgrund dieser zweifelhaften Informationen ohne entsprechende Rücksprache mit einem kompetenten Arzt ihre Medikamente absetzen, dann kann es auch gefährlich werden. Ein Forum zum Thema Psychopharmaka sollte weder als Spielwiese für Hobbyärzte, noch als Austragungsort für Rachefeldzüge von Leuten, die schlechte Erfahrungen missbraucht werden.
Der letzte Satz bezieht sich allerdings nicht speziell auf diesen Thread.

Gruß
Lydia

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Beitragvon Lydia » Fr 23. Nov 2007, 21:37

Hallo Roddick,

wenn jemand eigene Erfahrungen schildert, z. B. über Wirkungenund Unverträglichkeiten von Psychopharmaka oder Fehlbehandlungen in der Psychiatrie, finde ich es überhaupt nicht kindisch und lächerlich. Dazu ist ein Forum da und sowas ist auch hilfreich für Betroffene.

Gruß
Lydia

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Fr 23. Nov 2007, 22:01

Grüß Euch,
ja wenn ich allmählich hier so lese, glaube ich fest daran dass einem die Hirnzellen nicht nur um 1,7% sondern ganz und gar abhanden gekommen sind.

Natürlich sind intellektuelle Fähigkeiten unter Medikamenten herabgestzt, unter anderem dienen sie ja dazu aufs Hirn zu wirken.

Die Frage die suich stellt ist doch schlichtweg, geht davon eine ernstzunehmende Gefahr aus oder hilft ein wenig Gehirnjogging das auszugleichen.

Und ab wann wirds gefährlich, ich mein bei jedem Alkoholgenuss sterben ebenso Hirnzellen, was man ja bei Alkoholikern gut beobachten kann, nichsdestotrotz sind nicht alle verblödet die schon lange Alkohol konsumieren.

Ich finde zuerst einmal die direkten Nebenwirkungen wichtig, natürlich darf man darüber langfristige Wirkungen nicht aus den Augen verlieren.

Ich bin gegen die langfristige Gabe von solchen Medikamenten, doch stellt das die gelegentliche Notwendigkeitnicht in Frage.

Und nun gut, sagen wir doch mal andersrum - was kostet die Realität.

Die Frage machen Medikamente dumm - ist ganz einfach zu beantworten -Nein.

Gruss
Detlev
Des deutschen Bürgers ehrliches Sicherheitshirn vermag nicht den scheinbaren Sinn einer ausschließlich von der Nützlichkeit der Dinge bestimmten Wertung als Unsinn zu begreifen.

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Fr 23. Nov 2007, 22:33

Genau Roddik,

wie mit allen Medikamenten muss vorsichtig und bedächtig damit umgegangen werden.

Wie bei allen Medikamenten gibt es bedenkliche Nebenwirkungen.

Also stellt sich die Frage, was kann getan werden um dem Rechnung zu tragen. Wie muss eine adäquate Theraphie aussehen, denn ver-rückt möchte ich ja auch nicht sein oder bleiben.

Psychosen sind unterschiedlich wie Fingerabdrücke, denn sie spiegeln ja verzerrtes eigenes ERleben wieder, die Behandlung muss also ebenso individuell sein. Was dem Einen hilft kann den Anderen töten.

Und dass macht die Behandlung eben so schwer und oft genug geht sie total daneben.

Doch für mich steht daher eher die Frage im Vordergrund , wie sollte sich eine gute Theraphie gestalten, damit anderes nicht ewig nötig ist.

Meinen Wahn kann mir keiner nehmen,dat will der Kerl ja nu auch gar nicht mehr, für anständige Behandlung sorgen schon.

Schwarzweiss-Malerei hilft da nicht weiter und führt in Sackgassen.

Gruss
Detlev
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