Diagnose erhalten - Fragen dazu

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Antagonist
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Beitragvon Antagonist » Sa 23. Jun 2007, 14:48

Hallo Remedias
bei deinem innere Dialog handelt sich dabei um deine eigene Stimme oder eine fremde Stimme?
Ich führe auch solche Dialoge aber bei mir ist es die eigene innere Stimme.

grüße
Anta

Clank
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Beitragvon Clank » So 24. Jun 2007, 03:12

Hallo zusammen

Antagonist, wo ist beim inneren Dialog die Grenze. Denn einerseits führe ich Streitgespräche, eine Art Diskussion, mit mir selber. Da sind Gedanken und Ansichtsweisen, die wohl kaum zu mir passen. "Themawahl" ist da dann meine Sache und ich nehme die Stimme als meine eigene wahr. Das andere, für mich unerträglich, sind innere Stimmen, die einfach auftauchen. Da wird geflucht, beschimpft und gehasst was das Zeug hält. Manchmal echt schwer zu unterscheiden, ob ich das nun laut ausspreche oder andere die Stimmen auch hören. Zum Glück ist das schon lange nicht mehr passiert. Vielleicht wirken die Medis ja schon?!? Dies sind Stimmen, die völlig anders tönen oder zumindest durch die Lautstärke verzerrt sind.

Darf ich vielleicht fragen, wie dein inneren Dialog aussieht? Erkennst du ein Muster darin?

Liebe Grüsse
Clank

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Remedias
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Beitragvon Remedias » So 24. Jun 2007, 19:04

Hallo @Antagonist; ich HÖRE KEINE Stimmen; tatsächlich ist es das, was mich vom Vollbild einer Psychose trennt; es ist mehr wie eine "innere Stimme", ein innerer Dialog, trotzdem fällt es mir schwer, zu akzeptieren, dass da keine andere Person ist; ich habe sie als andere Person empfunden und mich noch im Krankenwagen mit ihr herumgstritten. Ich habe erst gemerkt, dass da schon etwas nicht in Ordnung war, als der innere Dialog endlich
verstummte. (Und ich habe ziemliche Angst, dass er wiederkommt)
Diese Art von "Innere Stimme" ist dissoziativ, d.h. das Ich fängt sich an zu spalten, aber eben nicht wie das psychotische Stimmenhören.
Liebe Grüße Remedias

Synapse
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Beitragvon Synapse » Do 19. Jul 2007, 00:59

Mar.kus hat geschrieben:
Clank hat geschrieben:Ich glaube, ich darf da ruhig kritisch sein. Nun, ich lasse die zwei Theras jetzt mal machen und beobachte sorgsam was sie so tun.
Warum auch nicht. Schließlich kennst Du Dich selbst am besten. Ich handhabe das inzwischen so ähnlich: Lass die Fachleute mal reden was sie wollen, ich mache dann sowieso, was mir passt. Für irgend etwas muss es ja auch gut sein, als psychisch krank zu gelten. ;-)
Clank hat geschrieben:Meine Freunde bezeichnen mich eh als Spinner.
Ich habe im Freundeskreis vorzugsweise Spinner. Dann sind wir unter uns und der einzelne erscheint völlig normal. ;-)
Das hier ist Clanks thread ich weiss. Möchte zu dem letzten Satz trotzdem meinen Senkf dazutun.
Was normal erscheint ist meines Erachtens total verrückt und was für den normalen verrückt erscheint kann durchaus sehr normal sein, wenn man eine andere Perspektive auf sich selbst und die Dinge hat.
Es ist einfach nur alles abhängig von der Perspektive. Und jeder hat eine eigene, andere.
Aber es ist immer dasselbe, was schaut.

Wir mögen uns in unseren Geschichten unterscheiden, ( einer nannte es Fingerabdruck), in manch anderen Aspekten unseres Menschseins vielleicht auch doch in unserem eigentlichen Wesen, ich rede nicht von unseren Egos, sondern von unserem Sein, sind wir nicht so unterschiedlich. Es ist wie gesagt eine Frage der Perspektive.
When you change the way you look at things, the things you look at change, heisst ein Spruch..... :eek: :lol:

Im Grunde genommen sind wir einfach nicht mehr dem normalen Rahmen zuzuordnen. Im Spiegel der anderen erkennen wir bloss unsere eigene Hilflosigkeit wider. Wir projizieren nach aussen, sobald sich eine Fläche dafür bietet. Doch auch die Ärzte spieglen unsere Hilflosigkeit. Sie begegnen ihr, indem sie darauf mit Chemie reagieren.
Man muss uns wieder dem normalen Raster einordnen.
Es ist ihre eigene Hilflosigkeit, der sie nicht Herr werden, nicht unsere.
Wenn ich hier lese, wie einige versuchen sich Diagnosen zuzuordnen, was ich sehr gut kenne, dann habe ich Mitgefühl für sie, denn genauso geht es mir ja selbst.
Und trotzdem: Psychiatrie und Psychologie versagen meines Erachtens bei den zentralen Themen unseres Lebens.
Was ist denn eine Depersonalisationserscheinung?
Ist es nicht sagen wir mal, die Erkenntnis, dass man keine Person ist?!
Was ist daran krankhaft oder verkehrt?
Es ist etwas ungewöhnlich ja klar. :roll: Wir sind ja gewohnt, uns als Personen zu sehen. Doch was ist, wenn dieser Rahmen sich auf einmal wie aus heiterem Himmel auflöst?
Wer ist dann krank?
Das, was dann noch übrigbleibt,
oder das System, das nach wie vor an die Allmacht des Rahmens glaubt und daran festhält, dass die Dinge anders zu sein haben, als sie sind?!

Ich glaube, dass sich hinter den Diagnosen vor allem die Angst und das Unglück der Psychiater und Psychologen verbirgt. Und das sie damit versuchen, ihrer eigene Hilflosgikeit in Bezug auf manche Phänomene, die sie nicht erklären können mit herrkömmlichen Modellen, Herr zu werden.

Um einen gutenb psychiater zu finden muss ganz viel glück haben. Viele besitzen nichts, was sie in die Lage bringen würde einem verunsicherten menschen zu helfen. Sie haben nur totes Wissen anzubieten.
Und Verträge mit den Pharmafirmen zu erfüllen.


Ich möchte gar nicht schwarz weiss malen und einfach nur sagen, dass ich das Genau Hinschauen von Clank total angebracht finde. Ich mache es genauso.
Die Verantwortung für sich selbst sollte man niemals einfach so an einen anderen abgeben, auch nicht wenn es eine Arzt ist.

Und zu dem Stimmenhören, da möchte ich auch gerne noch was zu sagen, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.

Ich hoffe, dass passt hier zu diesem Thread. Vielleicht hätte es auch wonader hin gepasst, aber was macht das schon?! :roll:

Lieben Gruß
an Euch :infinity: Synapse

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Do 19. Jul 2007, 16:49

Hi @synapse; Krankheit ist nur, wenn du leidest. Wenn Du damit klar kommst und auch alltagstauglich bist, kannst du so "verrückt" sein wie du willst!
Liebe Grüße Remedias

Clank
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Beitragvon Clank » Sa 28. Jul 2007, 01:10

Hallo zusammen

Wollte mich mal melden. Gerade heute habe ich entschieden, keine Medikamente mehr zu nehmen. Niemals!

Sie bringen einen Scheiss und haben Nebenwirkungen wie Sau. Und ich werd sicher kein Versuchskaninchen spielen. Dieser Ast ist nun definitiv abgesägt (und ich hocke auf dem festen Part).

Was mich dazu bewegte:
- Dosissteigerung
- Kaum Arbeiten mehr möglich
- Krankschreiben gibts nicht in meinem Wortschatz (was denk der sich eigentlich)
- Durch Mundtrockenheit Zahnprobleme und wie wir wissen ist das teuer.
- Gewisses Verhalten (Beobachtet fühlen, Angst vor Flugzeugen) ist eine generalisierte Angst, welche nicht durch Medis behandelbar sind.
- Gute Psychaterin, die entlich auf meine inneren Dinge zugeht.
- Ein Gespräch mit meiner ehemaligen Lehrerin.
- ....

Wieso soll ich Medikamente nehmen, wenn sie mich mehr einschränken als ohne?

Naja, soviel dazu.

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Sa 28. Jul 2007, 21:50

@Clank, wenn du dich dafür entscheidest, keine Medikamente mehr zu nehmen: Setze sie bitte nicht zu schnell ab; ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm Absetzsymptome werden können; lass dich bitte beraten!
Liebe Grüße remedias

Clank
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Beitragvon Clank » Sa 18. Aug 2007, 21:55

Hallo zusammen

Ich habe seit einiger Zeit Seroquel ausgeschlichen (nach Rücksprache).
Und erst jetzt merk ich den Unterschied. Seit einer Woche habe ich wieder mein alten Kopf zurück. Ehrlich gesagt, habe ich es vermisst. Leider sind momentan meine beiden PsychiaterInnen in den Ferien und ich habe ein kleines Problem.
Vielleicht ist hier jemand der das gleiche kennt und mir weiterhelfen kann.

Üblicherweise lebe ich am Abend in einer Art "Tagtraum". D.h. ich träume und kann mich aber noch nebenbei bewusst bewegen. Manchmal passiert es, dass ich dann in den Traum abrusche ohne das mitzukriegen. Doch gestern war es anders. Nicht unbekannt aber das erste Mal als ich das auch merkte und danach aufschrieb. Ich war erschrocken, als ich nach dem "Abruschen" aufwachte. Ich war schweissgebadet und völlig verkrampft. Ich hielt mir mit den Händen die Ohren zu und Panik stand mir im Gesicht. Im Traum ging es irgendwie darum, dass ich nichts sagen dürfe sonst stirbt wer. Und ich hab mich krampfhaft dagegen gewehrt, nichts zu sagen obwohl andere mich fragte (ich wollte nichts mehr hören). Nach dem Aufwachen und nach kurzer orientierung hatte ich weiterhin die Angst, das "Ding", dass jemand umbringt, wäre noch hier. Besser gesagt, ich hab auch jetzt noch das Gefühl es sitzt mir im Nacken. Ich merke auch, wie ich wieder distanziert den Tag erlebt habe. Ist irgendwie, wie die Dinge sind weit weg aber ich kanns trotzdem noch greifen.

Egal, was kann ich tun? Alle bisherigen Bemühungen, dieses Ding wegzudrücken oder wegzudenken sind fehlgeschlagen. Ich weiss, es ist nicht da, aber das Gefühl ist so ecklig.

Anyway, wünsche euch einen shcönen Abend.
Liege Grüsse Clank


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