Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

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Laura
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Laura » Di 13. Feb 2018, 16:03

Kohlhaas hat geschrieben:Hallo Laura,

Ps:

Beim zweiten Mal lesen fällt mir auf, dass du sehr selektiv auf meinen Beitrag eingehst. Nicht böse gemeint, kenne dich nicht und natürlich liegt die Entscheidung bei dir auf was du genau eingehen magst, aber vielleicht hast du hier auch schon die eine oder andere Übertragung drin, sind wir Menschen ja alle(ich inklusive) nicht vor gefeit ;)

Kannst du mir Kinderbücher(Sachbücher) empfehlen? Ich habe einen Neffen und eine Nichte, vielleicht kann ich Ihnen mal eine Freude damit machen. :)

Danke auch dir für deinen Beitrag.
Hallo Kohlhaas!

In erster Linie gehe ich, wie Du schreibst, selektiv auf Deinen Beitrag ein, weil er nun mal lang ist und vieles Verschiedene beinhaltet. Aber wenn ich Dich richtig verstehe, legst Du den Schwerpunkt Deines threads darauf, dass Du von Fehldiagnosen in Deinem Fall ausgehst, die auf unzureichenden Untersuchungen gründen (Fehlen des "Abklapperns" von eventuell vorliegenden somatischen Beschwerden) und diese Fehldiagnosen wiederum in Fehlbehandlungen gemündet sind, verbunden mit der Stigma-Keule "Schizophrenie", die in Deinem Fall gar nicht hätte sein müssen, weil Du gar nicht in diese Diagnose "hineingehörst".

Das ist ein ziemlich uferloses Thema, was Du da ansprichst, also wie gründlich ein Psychiatrie-Patient untersucht werden muss, damit die richtige Diagnose gestellt werden kann. Eine MRT wird doch z. B. am ehesten dann angeordnet, wenn es bereits bei einer anderen, simpleren Untersuchung Auffälligkeiten gab und eben nicht im Sinne eines Body-Check-Ups. Und bei frisch aufgenommenen Patienten, die noch nicht aus der Akutphase raus sind, z. B. gleich bei der Aufnahme ein EEG machen zu lassen...ei, ei, da war ich nicht die Einzige, die einfach nur aus dem Untersuchungszimmer rauswollte, weil ihr noch in der Psychose die Assoziation zu "Einer flog übers Kuckusnest" kam. Die Klinik, die für mich zuständig ist, hat in dieser Hinsicht jedenfalls dazugelernt und lässt EEGs nicht mehr gleich bei der Aufnahme machen, sondern erst später, wenn die psychotische oder sonstwie akute Fantasie davon nicht mehr getriggert werden kann.

Weißt Du Kohlhaas, Dein thread bringt meine wie auch immer gearteten Hirnzellen zwar schon auf Trab, aber so geordnet kann ich meine Gedanken im Moment noch gar nicht wiedergeben. Wird hoffentlich noch häppchenweise an späterer Stelle geschehen.

Zu Deiner Anfrage bezüglich Kinderbüchern zu Sachthemen:

Für Kinder, die noch nicht lesen können, gibt es prima DVDs von "Was ist was". Für mich selber habe ich neben den Buchbänden aus dieser Reihe auch ein paar dieser DVDs da. Die Themenliste von "Was ist was" ist sehr lang und breit gefächert. Die DVDs bieten ein nettes halbstündiges Infotainment, ähnlich der "Sendung mit der Maus" und ich habe sie auch schon den Kindern eines Freundes zum Geburtstag geschickt (entweder als Buch oder als DVD, kamen auch gut an bei den Kids, besonders freute sich der Sohn über eine DVD, die Autos erklärt, als er noch nicht lesen konnte). Diese DVDs finde ich auch für bereits alphabetisierte kleine und große Menschen gut. Bei der DVD über Autos habe ich jedenfalls mehr kapiert als damals im Physikunterricht oder auch in technischen Nachschlagewerken für Erwachsene :wink: .
Was ich auch schon "mit Erfolg" an Kinder verschenkt habe und selber zuhause habe, sind allgemeinbildende Nachschlagewerke wie "Das will ich wissen" (ich glaube aus dem Ravensburger Verlag), "Die musst Du kennen" von Sandra Maischberger als Herausgeberin (ja, die aus dem Fernsehen, das Buch enthält Kurzbiografien von berühmt gewordenen Menschen aus den verschiedensten Epochen und bezüglich der unterschiedlichsten Lebensleistungen als Grundlage für ihren Ruhm) und noch so ein ähnliches Buch wie "Das will ich wissen", das sich "Haus des Wissens. Hier wohnt das Wissen" oder so ähnlich nennt. Ich muss die Titel nochmal nachgucken, wenn ich zuhause bin. Dann kann ich Dir morgen, wenn ich wieder in meiner Tagesstätte online gehen kann, genauer Bescheid geben.

Viele Grüße

Laura
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Di 13. Feb 2018, 16:49

Hallo Laura,

zur Erstamnamese gehört ein MRT vom Kopf dazu. Denn manchmal.....manchmal.....kann es auch ein Hirntumor sein, der Depressionen oder Psychosen auslöst.
Nur - ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen verängstigten, verwirrten Patienten in ein MRT reinkriegt , daher wartet man damit normalerweise, bis es ihm besser geht.
Bei mir wurde gleich am anfang ein MRT gemacht ( mit Tavor) , doch ich bin echt erstaunt, dass mir so viele erzählen, dass das nie gemacht wurde.

liebe Grüße Remedias

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon mamschgerl » Di 13. Feb 2018, 17:32

...da muß ich mich anschließen, sowas wurde bei mir nur vom Gutachter durchgeführt, der entscheiden musste, ob mein Antrag auf EU Rente gerechtfertigt ist und da war mir sehr, sehr unwohl dabei. In der Klinik wurde ich beide Male gefragt, ob ich mit einer Untersuchung einverstanden sei, was ich beide Male abgelehnt habe, weil ich Berührungen nicht ertragen kann ( deswegen wurden mir auch keine Massagen verschrieben, geht einfach nicht ).
Es wurde also lediglich Blut abgenommen, was mir wiederum überhaupt nichts ausmacht.
Wenn ich mir vorstelle, man hätte mich ganz zu Anfang einer solchen Untersuchung unterziehen wollen, hätte ich ähnliche Assoziationen gehabt wie Laura, auch ohne Psychose...

"Was ist was?" kenne ich aus meiner Kindheit, ich liebte die Bücher über Dinosaurier und über die Natur, zum Glück konnte ich schon sehr früh lesen und schreiben ( mein Bruder sagt, mit vier war ich soweit ) und diese Bücher mit den dazu toll gemalten Bildern halfen mir, mich in andere Welten zu versetzen. Naja, für mich bedeuteten diese Bücher viel mehr...
Grüße
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Di 13. Feb 2018, 19:04

mamschgerl hat geschrieben:.
"Was ist was?" kenne ich aus meiner Kindheit, ich liebte die Bücher über Dinosaurier und über die Natur, zum Glück konnte ich schon sehr früh lesen und schreiben ( mein Bruder sagt, mit vier war ich soweit ) und diese Bücher mit den dazu toll gemalten Bildern halfen mir, mich in andere Welten zu versetzen. Naja, für mich bedeuteten diese Bücher viel mehr...
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Di 13. Feb 2018, 19:10

mamschgerl hat geschrieben: In der Klinik wurde ich beide Male gefragt, ob ich mit einer Untersuchung einverstanden sei, was ich beide Male abgelehnt habe, weil ich Berührungen nicht ertragen kann ( deswegen wurden mir auch keine Massagen verschrieben, geht einfach nicht ).
Es wurde also lediglich Blut abgenommen, was mir wiederum überhaupt nichts ausmacht.
Wenn ich mir vorstelle, man hätte mich ganz zu Anfang einer solchen Untersuchung unterziehen wollen, hätte ich ähnliche Assoziationen gehabt wie Laura, auch ohne Psychose...
Bei einem MRT wird man nicht berührt, aber damals hatten die kein offenes, sondern nur die Röhre , und ich wusste nicht, ob ich das 20 Minuten darin aushalte. Ich habe ein wenig Klaustrophobie, und in dem Moment ging es mir ohnehin psychisch nicht gut.

Mir hatte mir das erklärt mit dem Gehirntumor und das wollte ich nämlich selber gern ausschließen. ( Schon daran hätten die Ärzte merken können, dass ich überhaupt nicht psychotisch war, oder ??? :wink: ) . Wenn man mir erklärt, warum etwas sein soll und das mir einleuchtet, mache ich das problemlos.
Bei den Medikamenten passierte das Gegenteil - ich hielt die Dopaminhypothese für falsch - und daher habe ich mich gewehrt und galt als renitent und wurde zwangseingewiesen.

Wie gesagt, Psychiater müssten einfach sensibler sein: WAs kann ich dem Patienten zumuten in seiner Situation? Da ist doch jeder unterschiedlich!!!!

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon mamschgerl » Di 13. Feb 2018, 21:03

:oops: ...jetzt siehst du mal wieder, wie verwirrt ich doch manchmal bin, hab ich doch jetzt MRT mit EEG verwechselt...MRT musste ich drei Mal über mich ergehen lassen, zum einen nach der Totaloperation und zum anderen nach der Stimmlippen-OP, um nachzuprüfen, ob sich Metastasen gebildet haben oder nicht.
Das EEG wurde beim Gutachter durchgeführt und ich empfand eben diese 'Stöpsel' an meinem Kopf ziemlich gruselig.
Ich wurde ansonsten nie gefragt, ob ich mit einer MRT einverstanden bin, eine solche Untersuchung wurde auch nie ansatzweise erwähnt, eben nur EEG und allgemeines Abhören, Abtasten etc etc, was ich eben überhaupt nicht abkann...
Und daß du als renitent gilst, ist mir schon klar, was fällt dir aber auch ein, selbst zu recherchieren und dich gegen die Theorien der Ärzte zu stellen? :lol:
Der Beitrag des Arztes weckt bei mir nur noch mehr Skepsis gegenüber Psychiatern, ich habe ja von meinen Erlebnissen erzählt. Es ist immer wieder dasselbe, auch mir wurde aufgrund meines Verhaltens in der Gruppe Borderline diagnostiziert und meine mir eigene Einstellung somit abgesprochen, da sie ja ihren Ursprung nur in meinen psychischen Störungen haben kann.
Eine Unterhaltung oder ein Austausch mit Therapeuten und Ärzten ist kaum möglich, wird doch jede Bemerkung direkt analysiert, zerpflückt und zerredet. Ein Späßchen am Rande braucht man sich auch nicht zu erlauben, sowas wird auch gleich hinterfragt und als typisches Symptom einer ( vielleicht noch nicht diagnostizierten ) Störung zugeordnet...wer lange genug sucht, findet schon was passendes.
Liebe Grüße
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 14. Feb 2018, 08:12

Hallo,

also ich muss ganz ehrlich sagen, ich wurde beim Erstaufenthalt auf dem Flur abgestellt, fixiert, weil ich die Frage wegen akuter Suizalidät mit einer Gegenfrage beantwortete.

Es hat dann erstmal tagelang niemand mit mir gesprochen. Kein Arzt.

Ähnliche Berichte lese ich auch in den Klinikbewertungen.

Auf der Halboffenen Station musste ich mich dann um die geriatrischen Patienten kümmern, die halbdehydriert dort herumhingen.

"Für Kinder, die noch nicht lesen können, gibt es prima DVDs von "Was ist was". Für mich selber habe ich neben den Buchbänden aus dieser Reihe auch ein paar dieser DVDs da. Die Themenliste von "Was ist was" ist sehr lang und breit gefächert. Die DVDs bieten ein nettes halbstündiges Infotainment, ähnlich der "Sendung mit der Maus" und ich habe sie auch schon den Kindern eines Freundes zum Geburtstag geschickt (entweder als Buch oder als DVD, kamen auch gut an bei den Kids, besonders freute sich der Sohn über eine DVD, die Autos erklärt, als er noch nicht lesen konnte). Diese DVDs finde ich auch für bereits alphabetisierte kleine und große Menschen gut. Bei der DVD über Autos habe ich jedenfalls mehr kapiert als damals im Physikunterricht oder auch in technischen Nachschlagewerken für Erwachsene :wink: .
Was ich auch schon "mit Erfolg" an Kinder verschenkt habe und selber zuhause habe, sind allgemeinbildende Nachschlagewerke wie "Das will ich wissen" (ich glaube aus dem Ravensburger Verlag), "Die musst Du kennen" von Sandra Maischberger als Herausgeberin (ja, die aus dem Fernsehen, das Buch enthält Kurzbiografien von berühmt gewordenen Menschen aus den verschiedensten Epochen und bezüglich der unterschiedlichsten Lebensleistungen als Grundlage für ihren Ruhm) und noch so ein ähnliches Buch wie "Das will ich wissen", das sich "Haus des Wissens. Hier wohnt das Wissen" oder so ähnlich nennt. Ich muss die Titel nochmal nachgucken, wenn ich zuhause bin. Dann kann ich Dir morgen, wenn ich wieder in meiner Tagesstätte online gehen kann, genauer Bescheid geben."

"Ich hatte einige selbst: über Astronomie , über Katzen, über Weltraumfahrt glaube ich, wirklich toll gemacht und schön . :) als ich 6 Jahre alt war, wollte ich umbedingt ins All....."

Danke, die "Was ist Was" Reihe, da hatte ich auch einiges, Astronomie interessiert mich bis heute.

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Laura » Mi 14. Feb 2018, 13:58

Moin!

So, ich vervollständige erstmal das gewünschte Bibliografische:

"Alles was ich wissen will", Ravensburger Buchverlag, keine Autoren angegeben, ist eine deutsche Übersetzung eines englischen Buches, das 1989 erschienen ist, also nicht mehr ganz aktuell und nix über Computer und Internet beschrieben. Bietet aber in zweiseitigen Kapiteln prima Erklärungen zu Dingen aus verschiedenen Wissensbereichen

"Das Hausbuch - Hier wohnt das Wissen der Welt", Stephanie Busch/Ulrich Noller ist so etwas Ähnliches wie oben, nur das der Einband für Mädchen ansprechender sein dürfte als für Jungen

"Die musst du kennen", Sandra Maischberger (Hrsg.), für Kinder im Grundschulalter wahrscheinlich noch nicht von besonderem Interesse und auch im sprachlichen Stil eher was für Kinder ab zehn Jahren, enthält Kurzbiografien von berühmten Menschen verschiedenster Epochen

Zurück zum eigentlichen Thema oder den eigentlichen Themen dieses threads:

Dass in Psychiatrien auf eventuelle organische Ursachen der psychischen Erkrankung hin oder auch auf organische Symptome im Allgemeinen hin nicht standardmäßig Untersuchungen angeordnet werden, habe ich auch so erlebt. In "meiner" Klinik stand aber auf einer Info-Tafel geschrieben, dass das angeblich standardmäßig gemacht würde. Bisher habe ich darüber nicht wirklich nachgedacht, also weder über diesen Etiketten-Schwindel (täuschen Gründlichkeit vor, schlampen aber in Wirklichkeit auch nur wie bei Hempels unterm Sofa) noch darüber, ob es denn überhaupt wünschenswert wäre, dass flächendeckend eine Art Body-Check-Up gemacht wird, auch nur bei der Erstbehandlung. Das können medizinisch Tätige sowieso viel besser beurteilen, abgesehen davon, dass das natürlich auch eine Kostenfrage ist. Aber hier kann ich mir einen spekulativen Gedanken nicht verkneifen. Vielleicht würden Ärzte ja ins Rudern kommen, wenn sie gefragt würden, ob es denn überhaupt wünschenswert sei, so viele Untersuchungen vornehmen zu lassen, egal ob da somatische Auffälligkeiten beim Patienten sind oder nicht. Das Wohl des Patienten kann ja auch dadurch gefährdet werden, dass es dann viele Patienten geben würde, die sich aufgrund dieser gründlichen Untersuchungen unnötig Sorgen um sich selbst machen würden und dies auch eine Belastung während des Klinikaufenthalts darstellen würde.

Übrigens kam ich auf einem ganz anderen Weg mal in den Genuss, eine MRT an mir vornehmen lassen zu müssen. Meiner Frauenärztin war aufgrund meines Blutbildes aufgefallen, dass mein Prolaktinwert bedenklich hoch war. Für Psychiater ist das etwas Banales, denn das kommt bei vielen Frauen vor, wenn sie NL nehmen müssen und manche NL-behandelten Männer entwickeln sogar kleine Brüste infolge des durcheinander gebrachten Hormonhaushalts. Frauenärzte haben aber wohl nicht alle naselang Patientinnen vor sich, deren Prolaktinwert stark erhöht, ist. Also ab zum MRT-machen, um ein Adenom in der Hirnandrangsdrüse hoffentlich ausschließen zu können. Wenn den ein Adenombei mir festgestellt worden wäre, wäre es natürlich nicht die Ursache meiner seelischen Malaisen gewesen, da ich die ja schon lange Zeit vorher hatte. Aber der umgekehrte Weg, also NL als Verursacher einer organischen Erkrankung, wäre natürlich auch nicht lustig gewesen. Dennoch bin ich froh, dass ich erst über eine Auffälligkeit zu dieser stressigen Untersuchung geschickt worden bin, und diese MRTs nicht so hoppladihopp durchgeführt werden wie Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt.
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 14. Feb 2018, 14:42

Hallo,

ja, das kann man nicht pauschalisieren, aber wenn doch schon EEG pathologisch ist, und sonst einige Anzeichen für eine hirnorganische Sache da sind, kann man ja mal nachschauen, ich erkenne einfach nicht den Grund, warum ich 9 Jahre lang durch mehrere Kliniken gehe und niemand wird mal stutzig? Wenn ich das als Normalität anerkennen würde, als regelhaftes, dann wäre ich ja viel eher chronisch psychotisch unterwegs. Denke ich so. Zumal ich ja jetzt in weiter Ferne medizinische Fachkräfte gefunden habe, die das voll und ganz verstehen. Es scheint ein Zusammenspiel struktureller und durchaus wie Remedias das schon angedeutet und mitgeteilt hat, individueller oder interaktioneller(zwischen zwei Menschen) Problemstellungen zu sein, warum es psychiatrische Misserfolge gibt, die nicht sein müssten.

Epilepsie macht auch manchmal Empfindungsstörungen, Auren, die bei der Symptomschilderung definitiv als psychotische Wahrnehmungen gedeutet werden können.

Problem ist desweiteren auch dieses sehr rigide, starre hierarchische Prinzip, es findet meiner Erfahrung nach kaum Patientenkontakt auf Augenhöhe statt, so entstehen nämlich diese Spießrutenläufe, wie ich sie momentan erlebe, die Aufklärung wird zum Glücksspiel, ich musste letztendlich weite Wege gehen, bis ich jemanden gefunden habe, der mir glaubt und siehe da, ich hatte sogar die ganze Zeit wahre Argumente vorgetragen, die aber nicht angeklungen sind, denke nicht, dass ich da ein Einzelfall bin. Aber eben auch nicht die pauschalisierungsfähige Regel.


Nur dürfen sich Ärzte heute einfach keine Fehler eingestehen, das kommt nicht gut, sodass sich das bisher nur emerierte Professoren für Psychiatrie,also die, die am Ende ihrer Laufbahn/Karriere sind getraut haben. Es gibt inzwischen ein paar Fallbeispiele dafür.

Nichtsdestotrotz habe ich jetzt nun endlich eine Klinik gefunden, die mir einen Termin für die Abklärung gab.

Ausserdem danke ich dir für die bibliographischen Angaben, ich werd mal schauen was davon den Kleinen gefällt. Maischberger kenne ich, die schau ich sogar noch hin und wieder, wenn sie mit politischen Größen spricht.

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon mamschgerl » Do 15. Feb 2018, 07:37

Im Nachinein kann ich mir das nur so erklären, daß sich der jeweils nachkommende Arzt auf die Untersuchungen des Vorgängers gestützt hat und ganz einfach nicht auf den Gedanken kam, selbstständig einer anderen Ursache nachzugehen. Ich denke auch, daß Psychiater sich weniger um physische Hintergründe kümmern, es sei denn im Rahmen einer Therapie und mitverordnet ( Sport, Physiologie, Spazierengehen etc etc ) bei Depressionen und anderen Störungen.
Wirklich ärgerlich ist es am Ende aber immer wieder, daß man als eigenständige Persönlichkeit mit eigener Meinung nicht wahrgenommen wird. In der Regel wird man auf seine Diagnosen reduziert und alles, was man von da ab sagt oder tut, wird in diese Schubladen der Symptome abgelegt.
Das einzige, was Psychiater gerne tun, ist, den vorherigen Diagnosen noch eine eigene hinzuzufügen, was leicht ist bei der Flut von neu kreierten Störungsbildern, wie gesagt, man muß nur lange genug suchen, es findet sich immer was passendes.
Wenn ich bedenke, daß es bei mir mit der Diagnose "vegetatives Erschöpfungssyndrom" begann und mit wievielen Diagnosen es endete, weiß ich immer noch nicht, ob ich dafür dankbar sein soll ( weil alles, was mir Sorgen macht, einen Namen hat und ich entsprechend damit umgehen kann ) oder ob eine einjährige Auszeit ohne psychologische Betreuung nicht auch Wunder gewirkt hätte.
So aber nahm ich Medikamente, die auch ein Nachdenken und selbstständiges Agieren unterdrückten, ich wurde regelrecht erschlagen von den Diagnosen und Prognosen, die Nebenwirkungen der Medis taten ihr Übriges.
Aber das ist reine Spekulation, denn jetzt habe ich meine Auszeit ohne psychologische Betreuung, ohne Medikamente und ohne Druck, mal sehen, ob es hilft.
Meiner Meinung nach ( je nach psychischer Störung ) sollten Ärzte die Selbstwahrnehmung ernst nehmen und mit in die Behandlung einbinden, die typgerecht erfolgen muß. Das aber geschieht nicht, man wird nach wie vor gängigen und pauschalen Therapien unterzogen, wehrt man sich dagegen oder kann dem nichts abgewinnen, gilt man ( hallo remedias ) als renitent oder therapieresistent. Wenn also die Ärzte mit ihrem Latein am Ende sind, ist der unkooperative Patient schuld, dem ja jedes Mitspracherecht verwehrt wurde.
Ich möchte hier aber nicht generell alle Psychiater und Therapeuten in einen Sack stecken und draufschlagen, es gibt auch hier Ausnahmen ( wie in jedem Bereich ) die ihrer Aufgabe gerecht werden und sich individuell des Menschen annehmen.
Man darf auch nicht vergessen, daß ein Patient in der Erwartung, Aufklärung und Hilfe zur Linderung der Störungen zu finden, in der Regel Vertrauen zum Arzt hat und erstmal glaubt, was der ihm erzählt. Ein Anzweifeln der Kompetenz oder ein Hinterfragen kommt vielen überhaupt nicht in den Sinn. Eine weitere Meinung einzuholen, ist für viele daher schon ein gewaltiger Schritt. Gerät man dann auch noch an einen weiteren Arzt, der es vielleicht ebenso mit der Patientenwahrnehmung hält, hat man ganz schlechte Karten.

Wie gesagt, ich denke, du bist kein Einzelfall und du kannst von Glück reden, daß nun endlich andere Untersuchungen stattfinden und du "gesehen" wirst.

L.G. mamschgerl

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Laura » Do 15. Feb 2018, 11:41

Kohlhaas hat geschrieben: aber wenn doch schon EEG pathologisch ist, und sonst einige Anzeichen für eine hirnorganische Sache da sind, kann man ja mal nachschauen
Stimmt, EEGs werden ja nicht nur deswegen durchgeführt, damit die Ärzte und ihre medizinischen Assistenten, auch mal "handfeste Aufgaben" vorweisen können und damit ihr Kaffeekonsum am Arbeitsplatz vor lauter "hab keine Zeit" nicht in den Herzkasperbereich hineinwächst, sondern um der Gesundheit des Patienten besser dienlich zu sein. Wenn es denn bei solche einer handfesten Untersuchung mal eine Auffälligkeit bei einem Patienten gibt, ist es einem Psychiater durchaus zuzumuten, dass er mal seine nur halb ausgetrunkene Kaffeetasse stehen lässt und was schaffe geht, nämlich wieder einmal eine Unterschrift zu leisten und den Patienten beispielsweise in die Neurologie zu schicken.

Psychiatrische Schlamperei kann noch ganz andere Folgen haben. Eine Freundin von mir fand sich während eines Klinikaufenthalts wegen einer unsachgemäßen Medikation auf der Intensivstation wieder (man setze auf einen Medikamentencocktail, der vorher schon gegen somatische Beschwerden verschrieben worden war, einfach noch einen Medikamentencocktail, der aus Psychopharmaka besteht und schon gibt es für die Intensivstation wieder noch mehr zu tun und der Oberarzt der psychiatrischen Station braucht nur lapidar zu sagen, es handle sich um eine ganz, ganz seltene Nebenwirkung), eine andere Freundin von mirbekam eine Thrombose, weil ihre niedergelassene Psychiaterin ihr ein Medikament verschrieb, gegen welches bei meiner Freundin Kontraindikationen vorlagen, wovon die Psychiaterin auch wusste, es aber meiner Freundin nicht sagte. Also von den anderen Beschwerden wussten natürlich sowohl die Ärztin als auch die Patientin, aber die Ärztin versäumte es, dies Patientin darüber aufzuklären, dass dieses spezielle Medikament in ihrem Fall ein Risiko darstelle. An sich gut verträglich, aber bei bestehender Adipositas (oder etwas anderem) eben ein Thrombose-Risiko.

Es ist ein diffiziler und für beide Seiten empfindlicher Bereich, wenn man schon als Laie UND als "unzurechnungsfähiger Psychiatrie-Depp" spürt, wenn ein Psychiater dumm Zeuchs redet und sogar gepfuscht hat. Mit einem Ärzte-Ego der wackligen Art muss man abermals vorsichtig umgehen, bevor der Arzt in seiner Ehrenrettung noch tiefer sinkt und den Patienten, der "zu viel wusste", noch mehr abqualifiziert. Das ist aber kaum möglich, wenn bereits eine simple und höfliche Nachfrage als Zeichen für Renitenz gewertet wird und "Renitenz"-Stempel-Erfahrungen und wie sie zustande kommen wurden in diesem thread ja auch schon von allen Beteiligten geschildert.

Mir wollte mal eine Stationsärztin einreden, Risperdal verursache keine Depressionen und ein PIA-Arzt wollte mir mal weismachen, dass NL keinesfalls Durchfall verursachen würden. Beide scheinen von Patienten auszugehen, die sich nie den Beipackzettel eines Medikaments durchlesen.

Also, ein Arzt kann natürlich immer zu einem Patienten sagen: "Hab ich Medizin studiert oder Sie?". Da könnte ich als Patientin natürlich zurückfragen: "Geht es um meine Gesundheit oder um Ihre?", aber damit würde ich ja schon offenlegen, dass ich den Arzt für inkompetent halte. Im ambulanten Bereich könnte ich ihm natürlich ausweichen, im stationären Bereich aber nicht unbedingt. Und wenn ich gerade im psychiatrischen Bereich von einem Psychiater schon für ein Dummchen gehalten werde, das sich gerade mal die Haare waschen kann, dann bin ich für solch einen Psychiater dann natürlich auch ein Dummchen ohne Schmerzempfinden. Und ein Dummchen kann, bzw. muss man dann natürlich auch ganz "dummchengerecht" behandeln, nämlich wie einen Menschen zweiter Klasse. Das Stigma ist ja eh schon im Umlauf....
Zuletzt geändert von Laura am Do 15. Feb 2018, 12:24, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon mamschgerl » Do 15. Feb 2018, 12:21

...hinzu kommt, daß man mit Sätzen wie : " ...das sind ganz normale Nebenwirkungen...da müssen Sie durch..." bei Schilderungen besagter Nebenwirkungen abgespeist wird mit dem unüberhörbaren Unterton, daß man nichts als ein jammernder Elendshaufen sei und man solle sich gefälligst nicht so anstellen.
Gesunde Menschen können nicht nachvollziehen, wie es Patienten geht, sei es psychisch oder physisch, wenn sie ähnliches nicht selbst erlebt haben. Mangelnde Emphatie, übergroße Distanz, jede Nähe zum Patienten vermeidend...das mag manchmal aus reinem Selbstschutz so gehandhabt werden, doch im Ergebnis spielen die Gründe dafür keine Rolle, der Patient fühlt sich genau so, wie Laura es beschreibt, als Dummchen, als Mensch zweiter Klasse etc etc. ...ich habe mich oft gefühlt, als säße ich in einem Raum voller Menschen, die über meinen Kopf hinweg meinen Zustand analysieren und mich, obwohl anwesend, völlig ignorieren. Ich sage etwas, was nicht zur Kenntnis genommen wird, allenfalls werde ich beiläufig angelächelt und mit einem :" mmh, ja, mmh, verstehe..." bedacht. Ich finde, es gibt keine bessere Art, jemandem zu zeigen, wie wenig man von seinen Einwänden und Schilderungen hält...
Grüße
mamschgerl

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Do 15. Feb 2018, 12:23

Hallo ihr Lieben,

bin voll bei euch mit dem was ihr schreibt.

Nur
Laura hat geschrieben:Und wenn ich gerade im psychiatrischen Bereich von einem Psychiater schon für ein Dummchen gehalten werde, das sich gerade mal die Haare waschen kann, dann bin ich für solch einen Psychiater dann natürlich auch ein Dummchen ohne Schmerzempfinden. Und ein Dummchen kann, bzw. muss man dann natürlich auch ganz "dummchengerecht" behandeln, nämlich wie einen Menschen zweiter Klasse. Das Stigma ist ja eh schon im Umlauf....
das war bei mir nicht so, ein Psychiater sagte mir wortwörtlich in der Klinik: "Sie haben einen IQ von vielleicht 130 und mit Neuroleptika kriege ich den auf 90 ....." Das sagte er NICHT vor Zeugen, natürlich. Was ich damit sagen will, dass so ein Psychiater im stationären setting auch mal seine MACHT ausspielt....
Laura hat geschrieben: Mit einem wackligen Ärzte-Ego muss man abermals vorsichtig umgehen, bevor der Arzt in seiner Ehrenrettung noch tiefer sinkt und den Patienten, der "zu viel wusste", noch mehr abqualifiziert.
ich vermute mal ganz viel Narzissmus dahinter, wann das allerdings die Kriterien einer narzisstischen PS erfüllt, diese Diagnose überlasse ich dem Psychiater.
mamschgerl hat geschrieben:Das einzige, was Psychiater gerne tun, ist, den vorherigen Diagnosen noch eine eigene hinzuzufügen, was leicht ist bei der Flut von neu kreierten Störungsbildern, wie gesagt, man muß nur lange genug suchen, es findet sich immer was passendes.
Ab der sechsten Diagnose habe ich Psychiatrie als Teilgebiet der Medizin nicht mehr ernst genommen.
Das wäre ein wenig so , als wenn ein Patient mit roten Punkten zum Arzt kommt. Der Arzt sagt: "Das sind Masern, das sind Windpocken, vielleicht aber auch die Röteln ; Sie könnten aber aich allergisch sein und vielleicht sind es Flohbisse." Was würde man von solch einem Hausarzt halten? Psychiater tun aber genau das ständig!!!!

Zu dir, Kohlhaas:
Kohlhaas hat geschrieben:Problem ist desweiteren auch dieses sehr rigide, starre hierarchische Prinzip, es findet meiner Erfahrung nach kaum Patientenkontakt auf Augenhöhe statt, so entstehen nämlich diese Spießrutenläufe, wie ich sie momentan erlebe, die Aufklärung wird zum Glücksspiel, ich musste letztendlich weite Wege gehen, bis ich jemanden gefunden habe, der mir glaubt und siehe da, ich hatte sogar die ganze Zeit wahre Argumente vorgetragen, die aber nicht angeklungen sind, denke nicht, dass ich da ein Einzelfall bin. Aber eben auch nicht die pauschalisierungsfähige Regel.
genau.
- in der Psychiatrie wird vgeschlampt, fehldiagnostiziert und der Patient hat bei der Behandlung nicht mitzureden! Das ist nicht IMMER so, doch es KOMMT VOR - eventuell öfter als bei anderen Medizinern , da wesentlich schwammiger.
Aber du wirst nie entschädigt, es wird sich keiner entschuldigen, du wirst nie Recht bekommen ( außer bei der Antipsychiatrie, aber die sind pauschal DAGEGEN und zählen daher nicht so wirklich.)

Mein Fazit: Mich fernhalten. So leben, dass ich keinen Kontakt zur Psychiatrie habe (Sozialpsychiatrie ausgenommen, die habe ich als sehr hilfreich erlebt) . Auf keinen Fall will ich in eine Psychiatrische Klinik - weder freiwillig noch unfreiwillig.
Eine Patientenverfügung machen , in der genau drinsteht, welche Behandlung du wünschst.
Eine Vorsorgevollmacht für eine Person deines Vertrauens.
Mir persönlich geht es besser ohne Psychopharmaka,; andere müssen für sich eine andere Entscheidung treffen. ( aber auch da gilt für mich: Arztkontakt knapp halten!)
Andere Hilfen suchen. Sozialpsychiatrie wie gesagt, darunter fallen Tagesstätten und Soziotherapie, alle Rechte, die man als Schwerbehinderter hat, ausnutzen, Selbsthilfegruppen aufsuchen, hilfreiche Internetforen; wenn man mag, Psychotherapie machen , versuchen sein restliches Leben gut zu leben.....

liebe Grüße Remedias

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Laura » Do 15. Feb 2018, 15:00

Eigentlich kann man Ärzten nur so lange Verständnis für ihren schwierigen Beruf entgegenbringen, bis man merkt, dass an einem gepfuscht worden ist und dass munter weitergepfuscht wird. Und was den psychiatrischen Bereich angeht, so ist diese per-se-Schwammigkeit aufgrund der "Unendlichkeit" alles Seelischem, dasselbe Becken, das dazu verführen kann, jegliche Sorgfaltspflicht über Bord zu kippen, weil ein Psychiater ja eigentlich immer daneben liegen kann bei so viel gegebenerm Trial-and-Error- Verfahren in der kompletten Fachrichtung.

Übrigens Kohlhaas, wahrscheinlich habe ich in Deinen vorherigen Beiträgen überlesen, dass es bei Dir schon beim ersten EEG Auffälligkeiten gab, denen man hätte nachgehen müssen. Aber es gibt auch so einiges in Deinen Beiträgen, gerade was die Chronologie Deiner "Krankenkarriere" angeht, was mich erstmal verwirrt und deswegen auch meine Konzentration durcheinander bringt. Erst sprachst Du von sieben Jahren, in denen Du das Leben eines Schizophrenen führen musstest, jetzt sprichst Du von neun Jahren, die seit Deiner Erstbehandlung vergangen sind. Ich frage bei potenziellen Missverständnissen lieber nach und hoffe, dass Dich das nicht nervt! O:)
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Kohlhaas
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Do 15. Feb 2018, 16:57

2009-2015 Paranoid-Halluzinatorische Schizophrenie

Ende 2015- Ende 2017 schizotypische Persönlichkeitsstörung:

Persönlichkeitsstörungen mit Symptomen die schizophren wirken, aber es letztlich nicht sind. Deshalb soll(laut ICD-10 Empfehlung) diese Diagnose überhaupt nicht gestellt werden.

Ende 2017- dato Asperger-Syndrom mit DD: paranoid-halluzinatorische Schizophrenie, weil die neue Klinik diese Diagnose nicht völlig ausschließen konnte, da sie mich ja erst seit 4 Monaten als Patienten kennen, war so ein temporärer Kompromiss.

mich verwirrt das alles auch ziemlich, wenn ich ehrlich bin weiß ich es ja auch immer noch nicht genau, hirnorganische abklärung ist nötig, da habe ich aber jetzt auch einen Termin in zwei Monaten. *seufz

"genau.
- in der Psychiatrie wird geschlampt, fehldiagnostiziert und der Patient hat bei der Behandlung nicht mitzureden! Das ist nicht IMMER so, doch es KOMMT VOR - eventuell öfter als bei anderen Medizinern , da wesentlich schwammiger.
Aber du wirst nie entschädigt, es wird sich keiner entschuldigen, du wirst nie Recht bekommen ( außer bei der Antipsychiatrie, aber die sind pauschal DAGEGEN und zählen daher nicht so wirklich.)"

Ich finds vor allem auch krass, dass es gar keine rehabilitationsmöglichkeit gibt, was soll derjenige denn dann machen, wenn sein ganzer Lebenslauf unter einer Fehldiagnose leidet? an wen soll er sich wenden? da gibt es einfach nichts. Kein Rehabilitationszentrum, keine Organisation, ausser die Antipsychiatriebewegung und da weigere ich mich auch eher hinzugehen, hmm, bin sehr skeptisch denen gegenüber eingestellt, weil so ein klares anti psychiatrie, dieser Auffassung bin ich eben nicht.

"Andere Hilfen suchen. Sozialpsychiatrie wie gesagt, darunter fallen Tagesstätten und Soziotherapie, alle Rechte, die man als Schwerbehinderter hat, ausnutzen, Selbsthilfegruppen aufsuchen, hilfreiche Internetforen; wenn man mag, Psychotherapie machen , versuchen sein restliches Leben gut zu leben....."

finde ich auch, das bestmöglichste aus der Lage machen.

Habe einen Oberarzt getroffen, das war im 4. Aufenthalt, der mir sagte, dass ich ein guter Mitläufer wäre, weil ich so gefügig sei, da könnte ich einen Platz für mich finden. Im Aufenthalt danach meinte er dann "Betreuung oder Gefängnis, entscheiden Sie sich", habe ihm dann sehr flappsig geantwortet: "Arzt oder Richter, beides zusammen wird schwer." :D naja, so lustig ist das auch nicht, aber ich verstehe eure Erfahrungen, kann euch ungefähr nachvollziehen.

Nachtrag:

https://de.wikipedia.org/wiki/Raphe-Ker ... ray710.png

hier ist meine "suspekte läsion"(im Bereich b)(, die sehr wohl auch einen zentralen Schmerz beinhalten kann(wenn beteiligung der formatio reticularis vorhanden ist(Stichwort ARAS)), genau wie ich es versuchte in der Neurologie damals zu beschreiben, empfunden habe, auch habe ich eine laterale Fallneigung, die für das bspw. Wallenberg-Syndrom typisch ist.

Interessant wäre es jetzt zu erfahren, ob noch weitere Läsionen am Wirbelkörper vorhanden sind, die die Efferenzen hin zum Großhirn stören könnten.

Was ich gelernt habe durch die schwere Zeit: Es kommt niemand und hilft einem, im Zweifelsfall muss man immer lernen für sich selbst sorgen zu können, soweit es halt möglich ist. Aufklärung ist für mich enorm wichtig.

Viele Grüße


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