Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

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Kohlhaas
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Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Fr 26. Jan 2018, 13:25

Hallo liebes Forum,

wie ist es zu erklären, dass bei einer im Vorfeld diagnostizierten paranoid halluzinatorische Schizophrenie (damalige Kontaktzeit: 5-10 Minuten, bei ambulantem Psychiater) und nach vier im Anschluss folgenden stationären Aufenthalten(alle unter dem Label F 20.0 in zwei ortsverschiedenen Krankenhäusern), plötzlich eine schizotypische Persönlichkeitsstörung(F 21.0)(selbes Krankenhaus) und nach zwei weiteren Aufenhalten urplötzlich ein Asperger-Syndrom (F 84.5)(Institutsambulanz in einer anderen Region) diagnostiziert werden? Ist es möglich, dass es sich bei dem anfänglichen Störungsbild um eine jugendlich-tollkühne, also verzweifelte Aggravation handelte? Und ist ein grober Behandlungsfehler wahrscheinlich? Es gab unter dem Label F20.0 umfangreiche Medikationsversuche, statt die Diagnose zu überprüfen wurden sofortig NL-Therapie eingeleitet beginnend mit Haloperidol, dann über die ganze Bandbreite typischer Neuroleptika-Medikation(Flupentixol,Fluspirilen,Levomepromazin,Melperon,Pipamperon) lt. Berichten aus der Zeit ohne gewünschten Effekt, dann weiter mit NL zweiter Generation von Amisulprid über Quietapin, Risperidon, Olanzapin bis hin zu Clozapin, Augmentationsversuche Aripiprazol + Clozapin. Alles in sehr hoher Dosis ohne Effekt auf die angeblich? psychotische symptomatik. Unter der letztgenannten Medikation dann schliesslich Arbeitsunfähig geschrieben, es wurde nahegelegt eine WfBm zu besuchen, weigerung, abgleiten in selbstmedikationsversuche bzw. Suchtmittelabusus (THC und Glücksspiel) beides erst durch "Kontakte" ("Hasse Geld??") innerhalb der Psychiatrien erschlossen worden. Begonnenes Studium mit sozialen Ängsten und Konflikten, wieder Abbruch und entgleiten in dysfunktionalem Verhalten, neuer Psychatrieaufenthalt, Besuch eines Abendgymnasiums, Mobbingsituationen begünstigt durch eine Lehrerin, die ihren Beruf vielleicht nicht auch als sozialen Beruf begriffen hat, und erneut Abbruch. Nach neuer Diagnosestellung (F 84.5, Asperger-Autismus) und Neueinstellung auf AD( Sertralin 100mg/d) keine hinreichenden(für psychiatrisch stationäre Behandlung) Beschwerden mehr. Kein Suchtmittelabusus mehr, aber sehr wohl Bestätigung negativer Konditionierungen oder Glaubenssätze aus der Kindheit(Stichwort: Selbstwertproblematik). Wie ist das einzuschätzen? Man sieht eigentlich den negativen Effekt auf die Lebensperspektive, Lebensgestaltung dieser gravierenden Fehleinschätzung? Ist es überhaupt eine Fehleinschätzung oder irre ich mich? Ist so ein Verlauf typisch oder höchst ungewöhnlich und aufjedenfall ein Nachhaken wert? Ein Besuch bei einem Gutachter offenbarte, dass dieser anzweifelt ob überhaupt eine psychische Störung vorliegt.

Ergänzung: CT und MRT offenbarten viele Läsionen, genaueres weiß ich daraus nicht zu entnehmen und hinterließ Radiologen und Nervenärzte immer sehr ratlos. Positiv Symptome sind bis heute nicht erkennbar, und man kann es sich auch nicht vorstellen dass ich jemals welche hatte( Aussage des Gutachters und der Ärztin/ Institutsambulanz), wenn dann sehr begrenzt auf den Zeitraum der Erstaufnahme in der Allg. Psychiatrie im Rahmen der Autismus-Störung, obwohl die laut Gutachter auch wieder in Frage steht, durch die Flucht vor der ganzen Thematik und eben den Einschränkungen die im Alltag unter NL-Therape persistierten und florierten, aber unter neuerdings reiner AD Medikation gar nicht mehr vorhanden bzw. stark reduziert sind, ist eine umfangreiche Schuldenproblematik enstanden(Glücksspiel im Internet, vermehrter sozialer Rückzug, Frustration, bis hin zum Suizidversuch). Nach neuer Diagnose Abstinenz in beiden Suchtmittelsachen und weitreichende Stabilisierung, aber die Konsequenzen tragen sich weiter durch das Leben. Habe mich übrigens so(Kohlhaas) genannt, weil dieser Fall etwas querulatorisch wirkt, ich durchaus Antworten suche, aber nicht meine Umwelt für mein ureigenes Schicksal und selbstverständlich auch eigene Fehlentscheidungen verantwortlich machen möchte. Die Frage bleibt aber, ob ich überhaupt die Chance dazu hatte angesichts dieser Verwicklungen?

Rückfragen beantworte ich gerne und ausführlich.

Kohlhaas
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Sa 27. Jan 2018, 11:28

hat niemand Erfahrung mit so einem Fall?

Immerhin war es gut für mich das alles mal sortiert aufzuschreiben, sodass ich den Überblick behalte.

Es kann sich auch um eine Reifungskrise gehandelt haben, die unter Aggravation einen falschen Eindruck vermittelte (deskriptiv)?
Bekomme leider von Fachseite aus wenig Hilfe bei der Aufklärung bisher bzw. werde beschwichtigt mit "das ist komplex" "schwierig" und dann sind die Konsultationen auch schon beendet.

xwell
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon xwell » Sa 27. Jan 2018, 20:29

Hallo Kohlhass,
leider hae ich keine Erfahrungen bzgl. deiner Frage.
Schön dass dir das Schreiben trotzdem was geholfen hat.

Ich wünsche dir dass deine Probleme kleiner werden, manchmal passiert das ja auch ohne dass wir wissen wie es kam.

xwell
Gilt nur wenn ich Threadstarter bin: DA ICH MIR NICHT NOCHMAL EINEN THREAD VON FLUU VERSAUEN LASSEN MÖCHTE, habe fluu auf Ignorierliste gesetzt. Seine Beiträge s. f. m. unsichtbar. @ Threadteilnehmer:Antworten auf fluu bitte neuen Thread eröffnen.

mamschgerl
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon mamschgerl » Sa 27. Jan 2018, 20:46

Hallo Kohlhaas,
mir ist es leider derzeit aufgrund eigener Störungen zu anstrengend, mich zuerst mal über die Bedeutung der ins Spiel gebrachten Fremdwörter und -Begriffe kundig zu machen, bevor überhaupt annähernd an eine Erwiderung zu denken ist.
Was mir auffiel: du selbst tendierst dazu, auch wohl durch den Anstoß des Gutachters, diese fatalen Entwicklungen aufgrund anfänglicher, anscheinend irrig gestellter Diagnosen als "dumm gelaufen" zu empfinden, wobei das natürlich jetzt absichtlich von mir stark untertrieben umschrieben wird.
Wenn ich heute nochmal in deinem Alter wäre und solche Auffälligkeiten an den Tag legen würde wie zu meiner Jugendzeit, würde ich wohl ebenfalls diese Stationen durchlaufen und wäre am Ende austherapiert und medikamentenabhängig und auch ansonsten mit Diagnosen behaftet, die alle Eventualitäten miteinschließen, sich überlappen und kaum Raum für eine normale Persönlichkeit ließen.
Damit will ich sagen, daß man gerne übertreibt und sich manchmal überschlägt, nur um passende Bezeichnungen für vielleicht normales Verhalten zu finden, das in Zeiten des Sichzurechtfindens im jungen Erwachsenendasein nun mal üblich ist.
Vieles im Leben gehört ganz einfach dazu und der Mensch muß sich damit arrangieren und sich irgendwie zurechtfinden, jeder auf seine Art. Manch einer schlägt über die Stränge, manch einer macht sich zuviele Gedanken, manch einer driftet ab, doch die meisten fangen sich irgendwann und leben ihr Leben.
Manch Endsechziger ist heute eins von den "kapitalistisches Schweinen", gegen die er damals enthusiastisch demonstriert hat und als unbequemer Zeitgeist und Hippie diffamiert wurde.
Ich möchte nicht wissen, welche Diagnosen diese Leute heute bekommen würden...
Ich stufe die Meinung des Gutachters als weitaus seriöser und realistischer ein, zeigt sich doch da jemand, der ans Menschsein glaubt.
Grüße
mamschgerl

Kohlhaas
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » So 28. Jan 2018, 12:47

Hallo,

dankeschön für die Antworten.

Ja, es ist auch sehr verwirrend und nicht einfach zu verstehen, sicher gab es fatale Entwicklungen. Natürlich ist es auch wichtig external(äusseren umständen die schuld ...) aber auch moderat zu attribuieren, also die Schuld für die Gesamtheit der Ereignisse nicht zwangsläufig bei mir zu sehen. Diese Zwangsläufigkeit, der ich aufgrund von ungünstigen Konditionierungen (glaube ich zumindest nun) sah, war es wohl auch, die mich zusätzlich schwer depressiv machte und eine Fluchtreaktion bei mir hervorrief. Ich wünsche mir anzukommen, mir endlich ein Leben aufbauen zu können mit welchem ich mich identifizieren kann. Dennoch fand ich es tendenziell von den Ärzten, die mich ja fortwährend behandelt haben mit dem Gewissen eines Arztes(Menschen helfen, bin mir sicher, dass das alle auch beabsichtigten) nicht zu vereinbaren. Mich beschäftigt das, weil eben diese Schuldenproblematik noch weiter mich daran hindert nach vorne zu schauen. Ich möchte das gerne etwas aufgeklärt haben, damit ich eben meine Pläne in Angriff nehmen kann. Aber sollte mir auch etwas Geduld erlauben, da es mir jetzt, da ich endlich vernünftig auf ein reines Antidepressivum eingestellt bin, erst wieder wirklich gut geht. Vorher war daran nicht zu denken. An Diagnosen heften, das möchte ich auch nicht, möchte aber gerne schon entscheiden welcher Mensch ich sein will und ich sage ja gerade, dass die irrigen Diagnosen der Vergangenheit nicht hilfreich dabei waren. Aber ich verstehe auch worauf du hinaus möchtest. Ich sollte jetzt lernen mein Schicksal generell nicht verkettet mit psychiatrischen Diagnosen(die ja eh "nur" bloße Ideen sind) zu sehen. Finde auch, dass der Gutachter in diesen ganzen Konsultationen von Fachmenschen der bisher einzig realistisch einschätzende war. Schade, dass es so lange dauerte.

Danke für euer Feedback und natürlich danke auch xwell für deine Wünsche. Kann ich nur zurückgeben. :)

Kohlhaas
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 7. Feb 2018, 08:46

Hallo,

ich melde mich noch mal. Da mir das alles langsam selbst ein wenig Spanisch vorkam, habe ich ein MRT vom Kopf machen lassen mit dem Ergebnis, dass umfangreiche Läsionen gefunden wurden, unter anderem eine nicht ganz kleine Läsion an der Medulla Oblongata, dies werde ich jetzt weiter abklären lassen müssen (Lumbalpunktion,EEG), die Schädigungen am Balken und an verschiedenen Stellen des Gehirns wurden leider wenig beachtet, stattdessen bekam ich unbedacht hohe Dosen an NL-Therapie (vor allem Clozapin, welches hauptsächlich anticholinerg wirkt, anticholinerge syndromatik hatte ich bereits am peripheren Nervensystem durch Quietapin und Solian(Harnverhalt), EEG Kontrollen in einer Reha Klinik gaben auch einige Auffälligkeiten mit Epilepsietypischen Spikes an.

Ich musste schon schwer schlucken als die Zusammenhänge deutlich wurden und wahrscheinlich eh noch viel deutlicher werden.

Ich kann euch allen nur dringend raten, bevor ihr euch psychiatrischer Medikation völlig hingebt, erstmal darauf zu drängen alles somatische, organische abklären zu lassen. Ich musste fast 7 Jahre das Leben eines schizophrenen führen, weil eben diese Regel zu wenig Beachtung fand.

Alles Gute

mamschgerl
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon mamschgerl » Mi 7. Feb 2018, 14:05

Hallo Kohlhaas,
wenigstens hast du nicht aufgegeben, nach den Ursachen zu suchen, auch wenn das alles ziemlich niederschmetternd sein muß...ich hoffe für dich, daß man mit den Ergebnissen etwas anfangen kann und es Möglichkeiten gibt, die dich deine Pläne für die Zukunft verwirklichen lassen.
Ich wünsche dir alles, alles Gute.
L.G. mamschgerl

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 7. Feb 2018, 17:26

Dankeschön, mamschgerl


geholfen hat mir während der ganzen Zeit (auch wenn die Ärzte das in der Psychiatrie nicht gerne sahen) das philosophische Werk von Albert Camus "Der Mythos des Sisyphos" und ebenso das therapeutische Werk von Russ Harris "Wer vor dem Schmerz flieht, wird von ihm eingeholt, ACT in der Praxis"

Ich wünsche dir auch alles alles gute und, dass deine Dinge für dich ebenso Klärung finden können.


„Der Mensch ist nichts an sich. Er ist nur eine grenzenlose Chance. Aber er ist der grenzenlos Verantwortliche für diese Chance.“

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Sa 10. Feb 2018, 21:03

Hallo Kohlhaas ,
wie ich das verstehe, hat der Betreffende folgende Diagnosen:
- paranoid halluzinatorische Schizophrenie
- schizotypische Persönlichkeitsstörung(
- Asperger-Syndrom (F 84.5)(

1) Du kannst auch gleivchzeitig Speck und Spiegeleier braten - will sagen, die Diagnosen schließen sich nicht a priori aus.
2) Vermutlich ist es Asperger. Wenn der nicht erkannt wird, kommt alles weitere "schräg" rüber. Die meisten Psychiater diagnostizieren Asperger nicht.
3) WENN du mal eine Psychose- Diagnose hast, wirst du mit Neuroleptika bombardiert und auf das Funktionsniveau einer Zimmerpflanze gebracht - das ist sozusagen Normalität in der Psychiatrie.

Wenn du psychotisch gewirkt hast, tippe ich auf "chaos states" bei Asperger.

Allerdings ermöglicht es die meist hohe Intelligenz
von Asperger-Patienten den Mangel an Spontaneität und Situationsgefühl
zeitweilig so gut zu kompensieren, dass die Betroffenen nach und nach
nicht mehr sonderlich auffällig erscheinen.
Das kann jedoch rasch wieder zusammenbrechen, nicht zuletzt in ganz gewöhnlichen
Alltagskrisen. Dies vor allem dann, wenn solche Situationen noch
nicht willentlich und intellektuell durchtrainiert und damit gelernt werden konnten.
Dann drohen unter Umständen sogar psychose-nahe Verwirrtheits- und
Chaos-Zustände.
Denn auch scheinbar kompensierte Asperger-Patienten sind
nach wie vor rigide (starr) in ihrer Adaptionsfähigkeit (Anpassungsfähigkeit)
und deshalb auch weiteren seelischen Störungen fast hilflos ausgeliefert. Eine
Entwicklung zur Schizophrenie kommt jedoch selten vor, auch wenn es sich
um vorübergehende psychose-ähnliche Zustände handelt (siehe später).
Ein weiteres Problem sind plötzliche, unvorhersehbare und ungewohnte Anforderungen,
die einer solch zerbrechlichen Persönlichkeit „auf dünnem Eis“
rasch über den Kopf wachsen können, besonders wenn sie längere Zeit anhalten
oder kurz hintereinander hereinbrechen, ohne Erholungsmöglichkeiten dazwischen.
Dann drohen auch mal langwierige Gemütsstörungen.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... perger.pdf

ich schreibe dir das, weil ich mich selber bei asperger verorte. Ich habe die Diagnosen Schizophrenie, schizoaffektive Störung, dissoziative Identitätsstörung , halte das aber für bullshit. war lange in Psychiatrien und wurde mit Neuroleptika abgeschossen. Mittlerweile habe ich alle Medikamente abgesetzt und halte mich von Psychiatrien sehr fern . Aus anderen Gründen wurde mir ein Kopf-MRT gemacht, ist aber altersentsprechend, okay.
Wenn du Fragen hast, frage nach.

liebe Grüße Remedias

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Mo 12. Feb 2018, 11:57

Hallo Remedias,


danke für dein Statement, ist sehr aufschlussreich.

Ich habe mittlerweile auch einen starken Verdacht, der sich auf eine lange zurückliegende ZNS-Manifestation von Varizella-Viren
bezieht.

Grund des Verdachts ist eine sehr suspekte T2-Hyperintensivität (Läsion) an der Medulla Oblongata, paramedian rechts, ausserdem nach MRT-Beurteilung auch mehrere ovalär-glatte Läsionen im Balken,Hinterhörner etc.

das sind, so die Beurteilung vermutlich "Herde", die möglicherweise auf eine demyelinisierende ZNS-Erkrankung hinweisen oder aber, was ich noch heftiger finde, vorher schon da waren(frühe virale ZNS-Manifestation). Die somatische Abklärung ist fragwürdig, ich kann deiner Auffassung nur beipflichten, es hat schon einen Grund warum psychische Erkrankungen in Deutschland zumindest sehr sehr stiefmütterlich behandelt werden vom Gesetzgeber.

Weiter merke ich auch zunehmende oder persistierende Lähmungen(oder Muskelschlaffung) in den Beinen, Kribbeln, zeitweise Dysarthrie (Sprechstörung), Schluckstörung(Kehlkopf ist nach Spiegelung unauffällig), die mich schon länger plagen. Kopfschmerzen und in der Grundschule gab es auch schon Abscence-Erscheinungen(Erst spät begonnen mit den Aufgaben), das alles passt viel eher zu einer hirnorganischen Ursache.


Auch ist ein gutes Ansprechen auf Sertralin(100mg) ein eindeutiges Indiz auf eine hirnorganische Funktionsstörung oder aber depressive(disinhibitorische Störung), auch ist den Berichten aus den Psychatrieaufenthalten zu entnehmen, dass die Wahrnehmungsstörungen("Pseudo-"Halluzinationen) eher die Qualität von optischen Täuschungen/Fehlwahrnehmungen hatten.

Unfassbar sowas, ich habe nicht geglaubt dass es so schräg zugeht in der psychiatrischen Praxis, hatte aber schon sehr häufig Bedenken diesbezüglich. Leider fungierte die Diagnose einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie da eher als verbales Beschneidungsinstrument.

Ich versuche aufjedenfall das beste aus der gegenwärtigen neuen Erkenntnislage zu machen. Selbstverständlich kann man auch Flöhe und Läuse haben, aber zur Arztausbildung gehört doch auch an eine umfassende Differentialdiagnostik zu denken, die paranoid-halluzinatorische Schizophrenie hat viele schwammige Symptome, die auch bei anderen Störungen vorkommen können, da ist es deskriptiv nicht einfach bei bloßem Blick eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen, das ist nicht ohne Grund in der Gesamtheit der Wissenschaften nicht zulässig. Die Diagnose darf nicht vergeben werden, wenn die Symptome durch eine andere Störung schlüssiger erklärt werden.

Ich selbst denke Asperger ist schon annähernd richtig in meinem Fall, habe aber erfahren, dass es gerade in den von mir besuchten 0815-Stadtklappsen an medizinischen Fachkräften mangelt, die sich damit auskennen.

Zumindest bin ich jetzt mehr angemessen kritisch, was Diagnosen und Autoritätsargumente angeht. Ich würde sogar sagen, dass diese Erlebnisse Teil meiner Persönlichkeitsentwicklung sind.

Momentan warte ich auf die neurologische Abklärung, Liquor und EEG, da ich laut gängiger Krankenhausmentalität(Triage) verständlicherweise kein Notfall bin und diese Region hier auch strukturell eher unterversorgt(überdurchschnittlich lange Wartezeiten, unterdurchschnittlich wenige Ärzte für überdurchschnittlich viele Patienten) ist, was Kassenärztliche Versorgung angeht.

Ich schreibe, falls Interesse besteht, den weiteren Verlauf hier rein.


Viele Grüße

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Laura » Mo 12. Feb 2018, 13:47

Hallo Kohlhaas!
Kohlhaas hat geschrieben: da ist es deskriptiv nicht einfach bei bloßem Blick eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen, das ist nicht ohne Grund in der Gesamtheit der Wissenschaften nicht zulässig. Die Diagnose darf nicht vergeben werden, wenn die Symptome durch eine andere Störung schlüssiger erklärt werden.

Es gibt zwar einiges, was ich an der Psychiatrie zu bemängeln habe, aber dass es nicht einfach ist, eine psychiatrische Diagnose zu stellen und dies auch noch auf möglichst eindeutige Weise, glaube ich auch. Wenn ein Arzt einen bestimmten Patienten zum ersten Mal vor sich hat, kann er ja nicht gleich wissen, ob das Verhalten dieses Patienten einem Akutzustand zuzuschreiben ist oder ob er dauerhaft "so drauf" ist. Außerdem ist es bei anderen Wissenschaften eher gegeben, dass man nicht nur den "bloßen Blick" für die (diagnostische oder deskriptive) Beurteilung zur Verfügung hat, sondern ein lebloses Untersuchungsobjekt, also einen Gegenstand, vor sich hat, den man rütteln, schütteln und durchpieksen kann, um aus ihm schlau zu werden.

Übrigens bin ich bei der Beschreibung Deines Werdegangs, lieber Kohlhaas, bei der Stelle stutzig geworden, an der Du ein Studium und danach erst den Besuch eines Abendgymasiums abgebrochen hast.
Kohlhaas hat geschrieben: Begonnenes Studium mit sozialen Ängsten und Konflikten, wieder Abbruch und entgleiten in dysfunktionalem Verhalten, neuer Psychatrieaufenthalt, Besuch eines Abendgymnasiums.

Und Du musst medizinische Fachbücher wirklich sehr gründlich gelesen haben, dass Dir die Fachbegriffe so leicht in die Feder fließen. Meine Bettlektüre wäre das nicht! Ich finde schon meinen "Was ist was"-Band über das menschliche Gehirn (jepp, ich gestatte mir bei medizinischen und technischen Themen gerne Bücher, die für Kinder geschrieben wurden) "unappetitlich'" genug und lese darin höchstens mal quer, wenn überhaupt.

Aber vielleicht kann ich mich aufgrund Deines threads endlich mal dazu durchringen, meinen im Regal vor sich hin staubenden "Michael Kohlhaas" von Kleist zu lesen. Sowas lese ich auf jeden Fall lieber als medizinische Bücher. Bisher hatte ich Angst, dass mich dieses Gerechtigkeitsthema triggern könnte. Aber wenigstens mit dem Staubtuch drüberwischen könnte ich ja mal.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Di 13. Feb 2018, 02:13

Hallo Laura,

Studium (Fachhochschule, Fachrichtung: Bibliothekswissenschaften) da dies aber sehr Seminar- und Gruppenarbeitslastig war, ging ich damals (2014-2016) ganz schön unter. Danach wollte ich noch mal den Versuch wagen an einem Abendgymnasium die allgemeine Hochschulreife nachzuholen, die Englischlehrerin hatte aber wohl extreme Probleme mich zu verstehen und griff dann, gewollt oder nicht gewollt, in die Sozialdynamik von oben herab ein, indem sie eine Woche vor der wichtigen Klausur mich während der Doppelstunde öffentlich bloßstellte als Einzelgänger und verworrenen Idioten brandmarkte, vorher lästerte sie noch über einen ehemaligen Mitschüler von ihr, der ja angeblich Asperger hatte in dem Sinne, dass er handzahm und pflegeleicht war, weil er den Unterricht nicht mit Meldungen belästigte.

Sie darf natürlich dieser Meinung sein, auch darf sie selbstverständlich als Lehrkraft auch meine fachbezogene Kompetenz beurteilen und mir dies auch jederzeit mitteilen, aber so verbal-übergriffige Vermischungen mit Persönlichkeitsmerkmalen und Stereotype machen Kommunikation halt alles andere als konstruktiv (toxisches Kommunikationsverhalten: erst die Leute abwerten, dann diese für gemeinsame Lösungen gewinnen?).

Dann "wollte" sie mir noch vorschreiben wie ich diese Aktion zu finden habe : " ich wollte Sie nicht bloßstellen" - Warum macht sie's dann? - Was möchte sie denn?

Ich bin sofort auf sie zugegangen nach dieser Stunde, sie wollte aber gar nicht sprechen, es ging ihr darum Frust an mir abzuladen.
Und alles muss ich mir wohl nicht gefallen lassen. Die Konsequenzen dieser Entscheidungen möchte ich tragen lernen.

Bei Verkäufern, deren erster Satz ist: "Sie haben keine Ahnung" kaufe ich ebenfalls nicht und das ist auch ein reales Beispiel, es gibt nun mal sehr unterschiedliches Verhaltensrepertoires und viele haben halt auch ihre Marotten und ganz sicher auch ihr Päckchen zu tragen, das ist denke ich ganz natürlich.

Ich möchte aber halt gerne an meiner eigenen Souveränität arbeiten, da ich große Probleme mit meiner Opferhaltung in der Vergangenheit hatte.

Bei so imposanten Verhalten frage ich mich halt wer das Problem hat? ich oder die, die exemplarisch Fehler vor einer Gruppe von Menschen darstellen muss, wenn ihr mal wieder irgendwas nicht in den Kram passt. hätte gleich fragen sollen was sie sich denn davon verspricht, aber ich habe so im Urin gehabt, dass sie darauf keine plausible Antwort gehabt hätte. Ich fand sowas nicht souverän von ihr, und habe ich ihr auch so mitgeteilt, dem entgegnete sie mit offenem Mund und Ausrasten, nein Danke, so jemanden will ich nicht meine Zukunft anvertrauen. Übrig bleibt, dass ich für mich eine Lösung finden muss für meine Probleme, ich kann mich dann nicht noch mit irgendnem Frust beschäftigen, den ich bei anderen Personen durch irgendwelche bewusstseinsfernen Vorgänge in mir triggere oder so ähnlich.

Ja, ich lese viel psychologisches, psychiatrisches und medizinisches, das ist einfach mein Spezialinteresse, steht auch so in dem neuen Bedundbericht.

Nun zur angeblichen Rundumkritik am psychiatrischen System, verzeih, ich habe doch ganz deutlich meinen Fall beschrieben, und es ist einfach so, dass somatische Dinge vor irgendeinem psychologischen Erklärungsmodell oder reinen Verhaltensbeschreibungen abgeklärt werden sollten, das ist keine Privatlogik von mir, auch wenn ich einiges an Gedanken und sprachlichen Konstruktionen von mir durchaus als solche bezeichnen würde, die Fallbeschreibung, meines eigenen Diagnoseweges, der immer noch nicht beendet ist, weil die zweite EEG Untersuchung in 10 Jahren Psychiatriespießroutenlaufs ansteht, wohlgemerkt, die zweite nachdem die erste ziemlich zu Anfang schon einen pathologischen Befund ergab ("Epsilepsietypische Spikes, pathologischer EEG-Befund").

Ich denke mir das alles nicht aus, optische Fehlwahrnehmungen sind nunmal in der Fachliteratur bekannt als Anzeichen einer hirnorganischen Störung, und dazu zählen die Schizophrenien nicht, jedem Neurologen und Psychiater müssten da eigentlich die Alarmglocken schrillen, und die Arztausbildung und damit verbundene Wertigkeit bei Diagnosen in mehrere Richtungen zu denken, kenne ich recht gut, weil ich eine entfernte Bekannte(Forenkontakt) habe, die eben diese erst vor kurzem erfolgreich durchlaufen hat.

Ich finde es einfach in MEINEM Fall so unfassbar, dass die Schizophrenie-Diagnose schlicht und ergreifend die wahre Aufklärung meiner Beschwerden(in Ganzheitlichkeit gesehen) erschwert hat, der Hammer war ja auch noch, dass der Psychiater einer eigentlich renommierten Klinik mir in den Berichten dann Malcompliance bescheinigte, eben weil ich die Schizophrenie-Diagnose nicht akzeptieren wollte, so hat sich der Weg natürlich erst recht fortgesetzt, sicher hatte ich psychosenahe Erlebnisse und Trugwahrnehmungen, vielleicht hatte ich auch kurzzeitig psychotisches Erleben, das kann ich alles rückblickend gar nicht mehr zuordnen. Mir geht es vor allem darum mit dem Wissen von Jetzt nach vorne schauen zu können, überhaupt die Chance dazu zu haben. Und diese Chance gönne ich jedem Menschen.

Ps:

Beim zweiten Mal lesen fällt mir auf, dass du sehr selektiv auf meinen Beitrag eingehst. Nicht böse gemeint, kenne dich nicht und natürlich liegt die Entscheidung bei dir auf was du genau eingehen magst, aber vielleicht hast du hier auch schon die eine oder andere Übertragung drin, sind wir Menschen ja alle(ich inklusive) nicht vor gefeit ;)

Kannst du mir Kinderbücher(Sachbücher) empfehlen? Ich habe einen Neffen und eine Nichte, vielleicht kann ich Ihnen mal eine Freude damit machen. :)

Danke auch dir für deinen Beitrag.
Zuletzt geändert von Kohlhaas am Di 13. Feb 2018, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Di 13. Feb 2018, 11:42

Hallo Kohlhaas,

O:)

ich kenne dich im RL nicht . Ich vermute aber mal, dass du auf der Beziehungsebene einige Schwierigkeiten hast. Ich habe Laura so verstanden, dass sie eine freundliche Beziehung mit dir aufbaut - und dabei auch locker von einem Thema zum anderen springt. Ja, auch die Interpretation menschlicher Verhaltensweisen kann man lernen, ich war ungefähr 20, als ich es raushatte, und dann nicht mehr allzu schräg rüberkam ; gegen Mobbing hat mich das aber nicht geschützt, denn die Unsicherheit war mir wohl anzumerken, und wenn ich sehr gestresst bin, vergesse ich, was ich mir erarbeitet habe.
Für ein Studium hättest du eventuell eine Assistenz gebraucht bzw. wenn du als Asperger studierst, hättest du auch Rechte auf Erleichterungen gehabt, du darfst beispielsweise eine Hausarbeit schreiben anstatt eine Gruppenarbeit usw.
Kohlhaas hat geschrieben: vorher lästerte sie noch über einen ehemaligen Mitschüler von ihr, der ja angeblich Asperger hatte in dem Sinne, dass er handzahm und pflegeleicht war, weil er den Unterricht nicht mit Meldungen belästigte.
Sie darf natürlich dieser Meinung sein, auch darf sie selbstverständlich als Lehrkraft auch meine fachbezogene Kompetenz beurteilen und mir dies auch jederzeit mitteilen, aber so verbal-übergriffige Vermischungen mit Persönlichkeitsmerkmalen und Stereotype machen Kommunikation halt alles andere als konstruktiv (toxisches Kommunikationsverhalten: erst die Leute abwerten, dann diese für gemeinsame Lösungen gewinnen?).
Wir sind weder "Rain man" noch alle gleich. :roll: Hier hat jemand Sach- und Beziehungsebene vermischt und das hat dich aufgebracht - geht gar nicht. Hätte sie mehr Fachwissen gehabt , hätte sie gewusst, dass du klare, wahrhafte Ansagen benötigst - so hat sie dich vermutlich verwirrt und aufgebracht.
Kohlhaas hat geschrieben:Dann "wollte" sie mir noch vorschreiben wie ich diese Aktion zu finden habe : " ich wollte Sie nicht bloßstellen" - Warum macht sie's dann? - Was möchte sie denn?

Ich bin sofort auf sie zugegangen nach dieser Stunde, sie wollte aber gar nicht sprechen, es ging ihr darum Frust an mir abzuladen.
Und alles muss ich mir wohl nicht gefallen lassen. Die Konsequenzen dieser Entscheidungen möchte ich tragen lernen.
Durch ihre Art hat sie dich gemobbt. Was hast du getan?
Kohlhaas hat geschrieben:ei Verkäufern, deren erster Satz ist: "Sie haben keine Ahnung" kaufe ich ebenfalls nicht und das ist auch ein reales Beispiel, es gibt nun mal sehr unterschiedliches Verhaltensrepertoires und viele haben halt auch ihre Marotten und ganz sicher auch ihr Päckchen zu tragen, das ist denke ich ganz natürlich.

Ich möchte aber halt gerne an meiner eigenen Souveränität arbeiten, da ich große Probleme mit meiner Opferhaltung in der Vergangenheit hatte.
Kann sein, dass du Angst hast, als dumm zu gelten? WEnn das Gehirn anders arbeitet als normal, wird man oft für dumm erklärt, besonders als Kind. Steckt das noch drin?
Kohlhaas hat geschrieben:Ja, ich lese viel psychologisches, psychiatrisches und medizinisches, das ist einfach mein Spezialinteresse, steht auch so in dem neuen Bedundbericht.
Wie ich versuchst du alles über den Kopf zu verstehen.
Bei mir war es so, dass ich miich in der Medizinischen Bibliothek angemeldet habe, einen Tag dort verbrachte und die Fachliteratur las - und dann zum Psychiater ging und sagte, ich hätte keine Psychose. Ich habe erwartet, er würde auf meine Argumente eingehen - er schrie mich an und hat mich beinahe zwangseingewiesen.
Heute habe ich natürlich auf dem Radar, was ich falsch gemacht habe: Ich hatte das Autoritätsgefälle, den Status Ich- Arzt Du- Patient überhaupt nicht bedacht. Ich redete mit dem Psychiater als wären wir gleich - was wir aber in seinen Augen überhaupt nicht waren.
Ich fand mich sachlich - er fand mich unverschämt....
kommt dir so eine Situation bekannt vor?
Kohlhaas hat geschrieben:Ich finde es einfach in MEINEM Fall so unfassbar, dass die Schizophrenie-Diagnose schlicht und ergreifend die wahre Aufklärung meiner Beschwerden(in Ganzheitlichkeit gesehen) erschwert hat, der Hammer war ja auch noch, dass der Psychiater einer eigentlich renommierten Klinik mir in den Berichten dann Malcompliance bescheinigte, eben weil ich die Schizophrenie-Diagnose nicht akzeptieren wollte, so hat sich der Weg natürlich erst recht fortgesetzt, sicher hatte ich psychosenahe Erlebnisse und Trugwahrnehmungen, vielleicht hatte ich auch kurzzeitig psychotisches Erleben, das kann ich alles rückblickend gar nicht mehr zuordnen. Mir geht es vor allem darum mit dem Wissen von Jetzt nach vorne schauen zu können, überhaupt die Chance dazu zu haben. Und diese Chance gönne ich jedem Menschen.
Ja, da ist schon Ähnlichkeit, jeder Fall ist individuell. Wie gesagt, ich denke, sachlich hast du recht, und wenn Menschen rationale Wesen wären, wäre alles kein Problem. Sind sie nicht - sie sind irrational. Daher muss man die Wahrheit nett verpacken, möglichst mit einer großen Schleife drum. Einwände als Fragen formulieren , Respekt betonen etc. wir leben in ihrer Welt und müssen darin überleben.

liebe Grüße Remedias

Kohlhaas
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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Kohlhaas » Di 13. Feb 2018, 11:57

Hallo,

danke, war ich in dem Beitrag etwas zu streng?

Mit der Beziehungsebene hast du vollkommen recht und da verorte ich auch bei mir das Problem, ich will kein unfairer Mensch sein.

Und das mit der Dummheit, jap, es gab Glaubenssätze("du schaffst nix", "aus dir wird nichts", "du bist unfähig, dumm" aus meiner Kindheit, die so in mir drinstecken. Es gibt auch viele viele Missverständnisse im Alltag. Ich möchte Verantwortung übernehmen lernen und an meinen Problemen arbeiten.

Zur Lehrerin:

ja, ich habe definitiv falsches gemacht, ich habe vermutlich mit meiner überehrgeizigen Art(meldungen im dauermodus) ihr persönliches Konzept eines Unterrichts gestört und bin nicht auf sie genügend eingegangen, du hast vollkommen Recht. Sie hatte auch mehrfach versucht, glaube ich mir mit wilden Gesten zu signalisieren, dass ich etwas runterfahren soll?, leider habe ich das erst sehr spät gemerkt. Als die Stimmung schon kippte/gekippt ist. Mir macht so ein explosives Verhalten auch definitiv Angst, ich kann das dann nicht so gut verstehen. Bin froh mal jemanden zu lesen, der das Problem nachvollziehen kann :)

Ich will mich zukünftig weiter mit NLP beschäftigen, da mir das auf der Sachebene (inhaltlich) mehr gibt als Romane oder Theaterstücke. Unterschiedliche Sichtweisen verstehen, Theory of Mind?

Sorry, Laura, falls ich dich irgendwie verletzt haben sollte. Das war echt nicht beabsichtigt. Mir geht es einfach allgemein um Inhalte und ich bin nicht so fixiert darauf möglichst gut darzustellen. Auch wenn mir das persönlich dann auch Vorhabungen erschwert, hmm. Daran muss ich definitiv arbeiten, Menschen leben nicht im luftleeren Raum, also müssen sie sich angemessen mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Stimmt.

Liebe grüße zurück

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Re: Diagnostische Unsicherheiten Schizotaxie, Schizophrenie, Asperger-Syndrom, Schizotype PS, Schizoide PS?

Beitragvon Remedias » Di 13. Feb 2018, 13:09

Nur ein Beispiel, wie es auch in der Psychiatrie an Fachkenntnis fehlt :
http://news.doccheck.com/de/blog/post/5 ... sychiater/
liebe Grüße Remedias


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