Zyprexa Depot reduzieren?

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Vorgarten
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Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon Vorgarten » Fr 24. Mär 2017, 13:30

Hallo liebe User,
ich bitte um Fachinfos oder Erfahrungen, wie man nach fast zweijähriger Medikation von Zyprexa Depot (wieviel mg muss ich noch in Erfahrung bringen) diese am besten und folgenlos reduziert.
Der behandelnde Arzt ist inzwischen dazu übergegangen, die zwei Wochen Intervalle auf drei Wochen zu verlängern.

Mir wäre es lieber gewesen - und auch irgendwie logischer - man hätte die Dosis reduziert...

Denn irgendwie erscheint es mir unsinnig, bei Injektion wieder die volle Dosis zu haben, die in den nächsten drei Wochen abklingt und dann wieder - bei Injektion wieder höher ist. Ist die Dosis dann nicht immer auf und ab oder bleibt sie auch bei der dreiwöchigen Verabreichung konstant?

Hat schon jemand Erfahrung mit der Intervallverlängerung bzw. mit Verringerung der Dosis?

Es geht um einen Patienten, der eine wahnhafte Störung nach schwerem SHT mit Hinrverletzung hat.

Ich danke schon mal im Voraus!
Schöne Grüße
Vorgarten

mamschgerl
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon mamschgerl » Fr 24. Mär 2017, 13:51

hallo vorgarten,
darf ich fragen, in welcher beziehung du zu denen stehst, für die du hier diese fragen stellst?
liebe grüße
mamschgerl

Vorgarten
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon Vorgarten » Fr 24. Mär 2017, 15:38

Hier handelt es sich um meinen Sohn. Und warum ist das von Bedeutung?

mamschgerl
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon mamschgerl » Fr 24. Mär 2017, 16:12

hallo vorgarten,
nicht falsch verstehen, aber irgendwie klang das nach mitpatient oder praktikant in einer klinik, der sich nicht traut, die dortigen ärzte zu befragen, besonders, weil du von einem patienten schreibst.
tut mir leid, falls ich dir also mit meiner frage irgendwie auf die füße getreten haben sollte und es tut mir auch sehr leid, daß es sich um deinen sohn handelt.
ich an deiner stelle würde mich mit diesen fragen direkt an den behandelnden arzt wenden, was natürlich schwierig ist, sollte dein sohn volljährig sein.
andererseits willst du informationen zum ablauf der medikamentation, was auch allgemein gehalten werden kann und somit nicht die schweigepflicht des arztes berührt.
ich selbst kenne mich leider nicht genügend mit depotvergabe aus, doch empfinde ich es auch als seltsam, die intervalle der gleichen dosis von 2 auf 3 wochen zu verlängern und ohne verringerung nach ablauf der 3 wochen weiterzugeben, das macht wirklich keinen sinn.
die dosis zu verringern zum langsamen ausschleichen, um die entzugserscheinungen so gering wie möglich zu halten, kenne ich nur bei tabletteneinnahme.
also, nochmal sorry für meine gestellte frage.
alles gute für deinen sohn und für dich.
grüße
mamschgerl

Vorgarten
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon Vorgarten » Fr 24. Mär 2017, 19:00

Dankeschön für Deine ausführliche Antwort und Wünsche.
Den behandelnden Arzt zu fragen, somit auch gleichzeitig seine "Arbeit" zu hinterfragen, kommt bei dem nicht gut an....
Es kostete schon enorm viel Überzeugungsarbeit, ihn von einer Reduzierung der Notfallmedikation mit Haldol, Promethacin und Zyprexa depot zu überzeugen. Hat mein Sohn über ein Jahr lang bekommen.
Ich bat (!) den Doc, das langsam auszuschleichen, trotzdem hat er das gleich mit ganzen Tabletten verringert, was zu üblen Absetzerscheinungen führte.

Aber immerhin hats bis auf Zyprexa geklappt.
Um jetzt mit dem Doc zu besprechen, dass die Verlängerung der Intervalle Unsinn ist, brauche ich Fakten....
Mal sehen, ob noch was kommt oder ich fundierte Fakten finde.
Schöne Grüße
Vorgarten

mamschgerl
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon mamschgerl » Fr 24. Mär 2017, 19:48

...das hört sich ganz schön übel an, besonders, da du hier wohl an einen arzt mit übergroßem ego geraten zu sein scheinst, der zweifel an seiner behandlung persönlich nimmt und zu mitteln greift, unter denen dein sohn zu leiden hat, nur damit er dir 'beweisen' kann, daß einmischungen durch laien folgeschwere reaktionen hervorrufen.
gibt es keine möglichkeit, einen anderen arzt hinzuzuziehen?
ich hatte ähnlich schlimme erfahrungen während der behandlung meines mannes im krankenhaus nach seiner dritten op wegen eines hirntumors.
es wurden hirnkatheder gelegt und alle möglichen experimente durchgeführt, die an sich keinen nutzen außer dem hatten, daß die ärzte ein versuchskaninchen im endstadium hatten.
ich musste einen heidenaufstand veranstalten, damit ich ihn dort rausbekam, aber es hat schließlich funktioniert.
es ist schrecklich, wenn man diesen leuten so ausgeliefert ist und keine fachkundigen argumente zur verfügung hat.
ich hoffe, du findest etwas oder besser noch, einen anderen arzt, dem du die künftige betreuung anvertrauen kannst.
ich wollte, ich könnte dir helfen, denn hilfe brauchst du dringend.
liebe grüße
mamschgerl

Vorgarten
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon Vorgarten » Fr 24. Mär 2017, 21:17

Oha, das ist ja traurig. So etwas ist immer schnell geschrieben - aber nur wer selbst einmal solche Erfahrungen gemacht hat, weiß, was das für Leid und Schmerz mit verbunden ist... für den Betroffenen und die Angehörigen.
Irgendwie kommt man durch solche Zeiten, auch wenn man kaum Zeit hat, sich zu fragen, wie man das alles schafft bzw geschafft hat. Aber es ist bestimmt gut und hilfreich für Deinen Mann, dass Du Dich für ihn eingesetzt hast!
Ich mache das jetzt seit 15 Jahren und weiß inzwischen, dass nicht in jedem weißen Kittel ein Halbgott steckt!

mamschgerl
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Re: Zyprexa Depot reduzieren?

Beitragvon mamschgerl » Fr 24. Mär 2017, 22:14

tja, wie gesagt, versuchskaninchen im endstadium, mein mann lebte dann nur noch ca 3 wochen und verstarb, wirklich rührend umsorgt, in einem hospiz ( die leute dort haben meine höchste achtung für ihren einsatz ).
und bei mir rennst du mit der feststellung, daß ärzte keine halbgötter in weiß sind, offene türen ein.
dahingehend habe ich leider auch schon viel zu viele negative erfahrungen sammeln müssen, nicht nur in dieser situation.
nur, weil ein mensch ein medizinstudium hinter sich gebracht hat, heißt das noch lange nicht, daß er damit auch die nötige qualifikation erlangt.
es ist wie in allen berufen, entweder ist man dafür geeignet oder nicht, nur liegt die verantwortung bei ärzten ungleich höher und man muss ihnen vertrauen können, da man ihnen buchstäblich ausgeliefert ist.
insgesamt alles erfahrungen, auf die man gut und gerne verzichten kann, besonders, wenn nahestehende darunter zu leiden haben und man hilflos zusehen muss, weil man eben nicht weiß, ob die angewandten behandlungen richtig oder falsch sind.
ich finde es gut, daß du dich nicht verunsichern oder gar einschüchtern lässt, dein sohn kann froh sein, daß er mit dir jemanden hat, der seine interessen wahrnimmt.
viel zu oft fehlt eine solche unterstützung.


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