von Generation zu Generation immer kaputter?

Hier gehört all das hinein, was sonst keinen Platz hat.
Llllleona 5x.2
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von Generation zu Generation immer kaputter?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Di 24. Mai 2016, 21:39

Hallo!

Hin und wieder mach ich mir mal Gedanken über unsere Gesellschaft. Und dabei ist bei mir mal die Frage aufgetaucht: Wenn in der Familie jemand psychisch krank ist, ist es dann so, dass (wenn es keine Unterstützung oder Hilfe in Form von Psychotherapie gibt), die Menschen immer kaputter werden?

Ich denke da z.B. an ein paar Begegnungen in den Öffis. Wo die Eltern scheinbar noch funktionieren konnten (so sah es jedenfalls noch aus), aber ein Kind dabei gehabt haben, dass nach Kontakthunger schrie (einmal wörtlich, einmal forderte es Aufmerksamkeit), aber die Mutter (und auch der dabeiseiende Partner/Freund/o.Ä. im einen Fall) emotional nicht in Verbindung treten konnte mit dem Kind. Da frage ich mich, was wird aus diesen Kindern? Werden sie ihrerseits auch "nur" nicht in Kontakt treten können emotional mit Personen, die sie spiegeln (einhergehend wahrscheinlich mit manifester oder versteckter Depression) oder werden sie noch größere Schäden davontragen?

Ich frage deshalb, weil ich eine Familie kenne, die von Generation zu Generation immer "hinniger" wurde/wirkte und schließlich ohne viel Unterstützung nur wenig möglich (ich orientier mich an Maßstäben wie selbständig wohnen, selbständig arbeiten, Alltag selbständig auf die Reihe kriegen).

Andererseits frage ich mich, ob das, wenn das so ist, ob unsere Gesellschaft (auf der psychischen Dimension) auf einen Kollaps zusteuert (in der Schule bzw. in der ganzen Bildungslaufbahn werden Kinder, Jugendliche, Erwachsene dazu erzogen, "brav" zu sein, zu erfüllen, was von ihnen verlangt wird, Kritik wenn dann nur innerhalb gewünschter Grenzen zu üben, nicht viel zu viel Aufsehen zu erregen, sich einer "grauen Masse" anzupassen. Ich denke, so eine Bildungspolitik macht Menschen "bestenfalls" emotional abhängig. Oder kaputt. (Kaputt könnte eigentlich auch als "bestenfalls" werden, denn vielleicht liegt in der Kaputtheit eines Menschen das Potenzial, irgendwann dem Angepasstsein von immer mehr Menschen entgegenzuwirken und wenn das sehr viele Menschen machen, kann es in eine konstruktivere Richtung für alle Beteiligten gehen).

Gibt es dazu irgendwelche wissenschaftlichen Artikel oder Diskussionen? Oder ist es einfach auf der Hand liegend und das Thema "Schnee von Gestern"?
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mamschgerl
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Re: von Generation zu Generation immer kaputter?

Beitragvon mamschgerl » Mi 25. Mai 2016, 07:08

hallo Llllleona,

mit wissenschaftlichen veröffentlichungen kann ich dir nicht dienen, finde aber deine gedanken, die ich mir seit meiner kindheit schon mache, sehr interessant ( logisch, wenn meine ähnlich sind ), habe aber bisher noch niemanden getroffen, der die heilige kuh psychologie schlachten will. ich will sie auch nicht schlachten, aber wünschte mir mehr hinterfragung der materie, da leider oft viel zu gern alles, was da so schwadroniert wird, als bare münze angenommen wird.
es gibt mittlerweile psychiater, die gegen die eigene zunft wettern und die meinung vertreten, daß es unhaltbar sei, zu jedem wehwehchen eine krankheit zu kreieren, passend zu den medikamenten, die die pharmaindustrie ihnen verkaufen will oder ganz einfach nur, damit die bezeichnungen für die krankheiten nicht ausgehen.
alles, womit man sich früher herumgeschlagen hat, alle probleme, die das leben für einen parat hält, hat man entweder selbst oder mit hilfe der familie und freunden geschafft.
ich denke, wenn kinder lieblos, emotional vernachlässigt und mitunter mißbraucht aufwachsen müssen, können sie nur schwer aus diesem seelischen sumpf auftauchen. da rede ich aus eigener erfahrung.
aber schrullen, eigenarten oder sonstige macken ausleben, dürfen nur diejenigen, die es sich aufgrund ihrer gesellschaftlichen stellung erlauben dürfen, da nennt man es dann exzentrik.
ich denke auch, daß die gesellschaft schwer mit frei denkenden, unangepassten, eigene meinung vertretenden, hinterfragenden menschen umgehen kann, zu unbequem.
da wird man gerne in die kategorie verschroben gesteckt und als psychisch gestört abgestempelt.
hier denke ich aber auch, daß es richtig ist, von der grauen masse zu sprechen. denn welcher arbeitgeber, welche schule, welche unternehmungen und einrichtungen wollen schon jemanden in der gut lenkbaren gemeinschaft, die gegen den strom schwimmen und die kontrolle erschweren?
regeln sind ja schließlich nicht umsonst, da muss man sich schon dran halten, oder?
schon als kind habe ich mich gefragt, wieso alle in zweierreihen, stumm, still und leise in die die klassenräume gehen mussten? nun muss ich dazu sagen, dass es bei mir in der grundschule auf dem dorf noch in den ersten drei schuljahren die prügelstrafe gab, die abschaffung ist da noch nicht bis zu uns vorgedrungen und jeder aufstand wurde im keim erstickt.
im nachhinein behaupte ich, daß die damalige zeit geprägt war durch unterdrückung der persönlichkeit, des freien willens, der fehlenden menschlichkeit und ignoranz, aber wie schlimm war es erst in den generationen davor?
es hat sich nicht wirklich viel geândert, auch heute noch wird man in allen gesellschaftsschichten und im berufsleben darauf getrimmt, sich anzupassen. fällt man aus der rolle, ist man psychisch gestört, ganz einfach. das ist die beste methode, jemanden auszuschalten, der vielleicht hinter die fassade schauen könnte und die graue masse als die schafsherde entlarvt, die sie nun mal ist.
man braucht als normaler mensch schon ganz schön viel kraft und emotionale stabilität, um diese ausgrenzung zu überstehen oder sich zumindest nur in dem masse anzupassen, dass man trotzdem sich selbst treu bleiben kann.
mittlerweile ist jeder psychisch gestört. es finden sich immer mehr menschen, die sich nicht mehr in das schema f hineinpressen lassen, da ist es, glaube ich, irrelevant, welche gründe dazu geführt haben und natürlich hat es sich generationenübergreifend entwickelt.
der mensch hat nun mal ein gehirn, das nicht zu kontrollieren ist. jeder mensch ist eine eigene persönlichkeit.
was der mensch in der kindheit mitbekommt, egal was, muss dieser erst mal verarbeiten und umsetzen.
kann er das nicht, kommt es zu reibereien, mit sich selbst, mit der umwelt, mit der gemeinschaft.
vieles kommt heutzutage zur sprache, was vor 10 jahren noch undenkbar war. sexueller missbrauch, unterdrückung, vernachlässigung, und das alles in der eigenen familie, wie soll man denn damit umgehen?
das fatale, jeder schleppt was mit sich herum und will mit anderen problemen naturgemäß nicht konfrontiert werden, so kommt es also trotz zur sprache gebrachten psychischen leiden wieder zur stigmatisierung und zur vereinsamung. es hat sich nichts dadurch gebessert, man hat nur eine neue gesellschaft gegründet, die der psychisch kranken eben.
und ja, es ist generationenübergreifend, natürlich, denn was sich da angestaut hat, bis der mensch an sich mal begreift, was es heißt, mensch zu sein, dauert es nochmal soviele generationen und noch mehr, vielleicht hat die menschheit, wenn sie es endlich erkennt, sowieso schon den löffel abgegeben, denn ich persönlich bezweifele stark, daß der mensch irgendwann mal begreift, was man mit seinem gehirn alles anstellen kann außer sich gegenseitig zu vernichten.
solange der mensch nicht fähig ist, selbst erfahrenes unrecht nicht rachedürstig an anderen auszulassen sondern im gegenteil versucht, es besser zu machen, solange wird es die graue masse geben, die sich stillschweigend den, von wenigen individuen und je nach generation und absichten angepassten, vorgeschriebenen verhaltensweisen unterwerfen.
puh, das war jetzt mal gewaltig viel text, dabei wollte ich nur sagen, ja, die gesellschaft wird so oder so von generation zu generation kaputter.

l.g. mamschgerl

Llllleona 5x.2
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Re: von Generation zu Generation immer kaputter?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Fr 27. Mai 2016, 22:46

Hallo!

Danke für die Antwort! Ja - viele Worte, aber alles interessante Gedanken, sehr interessant! Ja, darüber hab ich gar nicht nachgedacht, wie es früher genau war. Krieg und noch stärker spürbares Patriarchat, wo es um das Überleben selbst ging und es kein soziales Netz gab, als alles mögliche und alle möglichen Themen noch stärker Tab war als heute, starkes Strafen an den Schulen, Unterdrückung der Persönlichkeit, etc., etc. Jetzt fällt mir gerade ein, ich habe mal einen Artikel gelesen, in dem es auch um dieses Thema ging. Es wurde geschrieben, dass heute nicht mehr Menschen psychisch krank sind als noch vor Generationen, jetzt ist es nicht mehr so tabu, darüber zu sprechen, eine Zeit lang gab es sogar Plakatwerbung, die sagte, eine psychische Krankheit ist genauso normal wie eine Blinddarmentzündung (naja, wobei ich mich schon frage, was damit bezweckt werden sollte, psychische Krankheit weniger ernst zu nehmen oder zu sagen, ist halt so, etc.). Mag vielleicht sein, das weiß ich gar nicht, denn es gibt doch mehr Faktoren, die da mit hineinspielen, ob jemand zwar so kaputt ist, dass er die eigene Persönlichkeit unterdrückt, aber noch als Zahnrädchen funktionieren kann oder ob er/sie schon so kaputt ist, dass "Zahnrädchen" auch nicht mehr möglich ist.

Habe jetzt eigentlich an "kaputt sein" nicht im Sinne einer diagnostizierbaren psychischen Krankheit nach ICD oder DSM gedacht, sondern schlicht und einfach an "kaputt", also an nicht mehr funktionsfähig (naja, klingt jetzt vielleicht ein bisschen sehr funktionalistisch) in der Schule oder weiterer Bildungsweg (z.B. nicht aufnahmefähig), und/oder sozialen Netzwerken, Partnerschaften, keine Konzentration möglich auf eine Tätigkeit/Arbeit (von Sinnlosigkeit gar nicht zu sprechen, aber ich vermute mal, dass das heute auch schon sehr verbreitet ist, viele nur mehr als Zahnrädchen funktionieren müssen, ohne sich fragen zu dürfen (das Arbeitsmarktservice macht da viel Druck), ob das, was man tut, überhaupt Spaß macht oder welche Tätigkeit einem Selbstbestätigung und Sinn geben

Tut mir leid zu lesen, dass du auch einiges an Leid in deinen "Rucksack" packen musstest! Sodann bin ich auch so offen und sage: Die Familie, die ich erwähnt hab in meinem 1. Beitrag, war/ist meine Familie - so schätze ich sie zumindest ein, wenn ich mir so die Personen der aufeinanderfolgenden Generationen vergegenwärtige. Und ja, ich bin eine dieser Kaputten, die zumindest das Glück hatte, anständige Psychotherapie, sonstige Betreuung zu erhalten und auch eine Tagesstruktur, wo das Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, zu stabilisieren - und dazu gehört auch Verantwortung für sich selbst übernehmen und damit auch Selbstverwirklichung voranzutreiben - und nicht darauf, Menschen so schnell wie möglich in einen 1. Arbeitsmarkt zu integrieren.

Traurig - traurig, die Entwicklung. Ich frage mich auch, wie es mit "der Menschheit" weitergeht, wenn alle kaputter werden. Vor allem auch: In solchen Regionen, in denen die Feindseligkeit gegeneinander schon so weit fortgeschritten ist, wie soll das weitergehen? Habe vor den Präsidentschaftswahlen gelesen: Mit einem der Kandidaten wird mehr Hass und Feindseligkeit geschürt, da hab ich mich gefragt, noch mehr Feindseligkeiit, geht das eigentlich noch? Schon jetzt wandern einige Gestalten herum, von denen zwar keine (sichtbare) körperlich Gewalt ausgeht (weiß nicht, wie es in deren Familien- und Bekanntenkreis ausgeht), aber das, was sie tun, ist Einschüchterung von anderen. Und im Internet, auch auf facebook waren im letzten halben Jahr tlw. recht erschreckende Videos/Berichte/etc., wo ich mir denke, das gibt es nicht, dass Menschen das glauben! Anscheinend doch. Und wenn Werbungen, Beiträge auf facebook, Filme & Serien dahin wirken, dass viele (oder eben die >graue Masse<) (noch) enthemmter werden... keine Ahnung, wo das alles enden soll!

Naja, aber immerhin gibt es ein paar Menschen, die es wirklich gut miteinander meinen, ich hoffe, die werden nie aussterben! Vielleicht können sich diese Menschen vernetzen. Naja, vielleicht kann man sich das auch wünschen? André Heller hat bei einem Konzert gemeint: Am Fuß der Berge in Marokko gibt es ein Volk und wenn ein Ereignis geschehen soll in ihren Augen, dann danken sie dafür, dass dieses Ereignis eintreten wird. Vielleicht funktioniert das auch in diesem Bereich.

Naja, das sind jetzt auch viele Worte geworden.
Hoffentlich nicht zu viele!
Grüße
Llllleona
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Re: von Generation zu Generation immer kaputter?

Beitragvon mamschgerl » Sa 28. Mai 2016, 08:53

hallo Llllleona,

hinter vielen worten stecken doch bei uns wenigstens auch viele tatsâchliche gedanken, wir sind ja schließlich keine politiker, die in rhetorik geübt phrasen ohne inhalt dreschen...
die verdummung und enthemmung durch öffentlich gemachte themen wie: wie erschlage ich meinen nachbarn oder wie betrüge ich meinen partner oder welche alibiagentur ist die beste in talkshows und sendungen wie dschungelcamp oder big brother zeigen doch deutlich genug, wie kaputt die welt ist.
ist es denn ein wunder, dass schüler mit handys aufnehmen, wie sie andere klatschen? wenn ich mich noch in meiner schulzeit mit anderen geprügelt habe, ist das heutzutage gleichbedeutend mit wenn schüler mit messern stechen oder amok laufen.
es ist nicht nur, dass heute alles publik gemacht wird, was es an abgründen in der familie oder im freundeskreis gibt, sondern auch, dass die hemmschwelle drastisch gesunken scheint und es schon uncool ist, prinzipien wie ehrlichkeit, hilfsbereitschaft, verständnis etc. zu den eigenen zu zählen.
politiker, deren vergehen aufgedeckt werden, werden nach wie vor zu denen gezählt, die halt so blöd waren, sich erwischen zu lassen.
missbrauch in form von abnehmern der kinderpornos, die zwar verboten sind, aber eben wegen der nachfrage demnach millionenfach produziert werden, wird lange nicht so geahndet und bestraft, wie es nötig wäre.
man braucht sich nicht zu wundern, wenn so viele amok laufen, oder?
solange das rechtsempfinden so zurechtgebogen wird, wie es die staatsoberen gerade gebrauchen können, solange wird es weitere verbrechen geben.
und nur, weil sie jetzt öffentlich gemacht werden, heisst das noch lange nicht, dass tatsächlich alles an grausamkeiten aufgedeckt wird.
die menschheit war im grunde schon immer kaputt, aber so ist sie nun mal.
das einzig positive, was ich hinter den social networks, dem internet allgemein entdecken kann, es funktioniert auch umgekehrt. es gibt dadurch auch mehr informationen, die man selbst einholen kann, so wird wenigstens die bildung forciert und man braucht nicht reich zu sein, um in diesen genuss des wissens zu kommen.
allein, das verständnis, aus dem wissen etwas zu machen, das fehlt halt noch gewaltig.
wissen bedeutet macht, und damit können die wenigsten im sinne der humanität umgehen.
und übrigens, ist es nicht schön, dass es foren wie diese gibt, in denen man sich derart austauschen kann?
auch das ist etwas positives im netz, man ist mit solch trüben gedanken nicht alleine und weiss dadurch, man ist nicht verrückt!

l.g. mamschgerl

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Re: von Generation zu Generation immer kaputter?

Beitragvon Remedias » Mi 8. Jun 2016, 15:56

Ich finde eher, es hat sich einiges verbessert. :wink:
- Kinder werden nicht mehr geprügelt, um ihren Willen zu brechen ( es geschieht noch, aber der gesellschaftliche Konsens darüber besteht nicht mehr)
- die Prügelstrafe und demütigende Strafen in Schulen sind abgeschafft
- behinderte Kinder werden nicht mehr vor den Nachbarn versteckt
- die meisten Eltern bemühen sich um ein gutes Verhältnis mit ihren Kindern. Sie verhalten sich partnerschaftlich. Autoritäre Eltern gibt es natürlich, doch sie sind kein Ideal mehr.
- die meisten Eltern akzeptieren die sexuelle Orientierung ihrer Kinder.
- Erwachsene sind aufmerksamer Kindern gegenüber, was sexueller Missbrauch oder mögliche Störungen wie Entwicklungsstörungen betrifft.
- Mädchen werden Jungen gleichwertig anerkannt, sie machen die gleichen Schulabschlüsse....
und...und....und
ich selbst bin in den Sechzigerjahren geboren und beneiide die heutigen Kinder oft um ihre Möglichkeiten.
Ich selbst wurde in der Schule noch geschlagen, meine Linkshändigkeit wurde umerzogen, ich sollte nicht studieren....

liebe Grüße Remedias

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Re: von Generation zu Generation immer kaputter?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » So 12. Jun 2016, 20:46

@ Mamschgerl: Da ist einiges dran. Mich berührt die Dichte der Informationen, die ich auch für wahr halte. Und ja, das Internet hat auch so seine Vorteile bei der Vernetzung.

@ Remedias: Kindererziehung ist tatsächlich nicht mehr so autoritär wie früher. An Schulen. Leider gibt es immer wieder extreme Bedingungen, unter denen Kinder aufwachsen (gequält, aus der Hundeschüssel essen lassen, etc. Gottseidank nicht die Mehrheit, aber es gibt das leider doch (siehe soziale Einrichtungen, Autobiografien, z.B. Ich schwimme ins Leben; Ich wollte Liebe und lernte Hassen)).

Ich denke, offiziell und das, was mach außen hin sichtbar ist, da hat sich einiges geändert. Vielleicht sind die Probleme nun anderswie gelagert. Nun ist Kindererziehung nicht autoritär. Aber Eltern und Kinder reden (was das emotionale betrifft) aneinander vorbei, Eltern können ihre Kinder oft nicht wahrnehmen in ihrer Person. Da kann die Idee einer Akzeptanz nicht einmal geboren werden, weil wenn ich wen anderen nicht wahrnehme, wo soll ich was akkzeptieren? Kinder, Jugendliche, Erwachsene sind "gemein" zu einander. Da ist Wahrnehmung des anderen auch nicht mehr drin (Erkenntnis "ich bin gemein zu anderen" wäre ein bisschen schmerzhaft genauso das Zulassen von Gefühlen, weil andere einen verletzt haben; man muss schon sehr weit sein und ein gutes soziales Netz haben, um sich da nicht emotional abzuschotten, um sich nicht so sehr grämen zu müssen).

Das mit den gleichen Schulabschlüssen ist natürlich auch erfreulich! Auch die Entwicklung, dass Frauen und Männer gleichermaßen zu unterschiedlichen Berufen Zugang haben sollen.

Ja. Aber die "Krise des Einzelnen" (so nenne ich das mal) bleibt trotzdem noch bestehen. Aber vielleicht ist es ein langer Prozess. Vor meiner Zeit galt die Prügelstrafe für Kinder als anerkannte Erziehungsmethode, in den Familien, auch in den Schulen. Entfaltung der Persönlichkeit gab es da nicht viel, alle mussten sich starr anpassen und unterordnen. Nun muss man sich zwar noch immer unterordnen, aber eine emotionale Abhängigkeit wird noch immer angestrebt, so wird auch die Konsumgesellschaft gefördert. Aber schon seit Jahren/Jahrzehnten werden Alternativschulen gegründet und ausgebaut. Und möglicherweise ist der weitere Weg: Alternativschulen als Bildungsstätte für alle (dann sind es keine Alternativschulen mehr sondern diese Schulen sind die normale Schule), wo Selbstverwirklichung und Begegnung mit anderen im Vordergrund stehen. Und parallel dazu auch politisches Umschwenken. Manchmal frag ich mich, ob wir nicht einem Umbruch bevor stehen. Es gibt nämlich des öfteren politische Konzepte/Erklärungen, wie die Welt besser funktionieren könnte, so, dass alle an einem Wohlstand teil haben könnten. Wenn das mehr und mehr werden kann (d.h. auch nicht "ausgemerzt" werden kann von Gruppierungen), gäbe es eine Aussicht auf Umschwung.

So viel zum Ideal. Wie viel davon real werden kann, keine Ahnung, rechtsextreme Übergriffe häufen sich, der Ruf nach einer Lösung durch fremdenfeindliche Politiker gibt es viel...

keine Ahnung. War nur so ein Gedankenexperiment...
Manchmal ist mein Glas halbvoll,
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