Online-Studie: Einstellungen zur Expositionstherapie

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Jana Ja
Beiträge: 1
Registriert: Mo 12. Jun 2017, 13:44

Online-Studie: Einstellungen zur Expositionstherapie

Beitragvon Jana Ja » Mo 12. Jun 2017, 13:57

Hallo zusammen,

ich benötige eure Hilfe und eure Meinung!

Expositionstherapie ist ein sehr wirksames, evidenzbasiertes Verfahren zur Behandlung verschiedener psychischer Störungen, zum Beispiel von Angst- oder Zwangsstörungen. Trotzdem wird sie in der alltäglichen therapeutischen Praxis oftmals nicht eingesetzt. Doch warum?
Im Rahmen meiner Masterarbeit untersuche ich die Einstellungen bezüglich Expositionstherapie. Dazu gibt es eine kurze Online-Studie mit 21 Aussagen, die nach dem Grad der persönlichen Überzeugung geratet werden sollen.

Die Durchführung dauert ca. 5 Minuten und ich würde mich riesig freuen, wenn viele von euch mitmachen!

Der Link zur Studie:
http://ww3.unipark.de/uc/VossbeckA/8cfb/

Vielen Dank für eure Unterstützung und herzliche Grüße
Jana :)

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Online-Studie: Einstellungen zur Expositionstherapie

Beitragvon mamschgerl » Mo 12. Jun 2017, 16:50

Hallo jana,
als Betroffene mit diagnostizierter komplexer PTBS und diverser anderer psychischer Störungen möchte ich nicht an deiner speziellen Umfrage teilnehmen, aber trotzdem etwas dazu sagen, es ist auch im Grunde ganz einfach.
Die Expositionstherapie oder auch Konfrontationstherapie kann genauso wenig wie alle anderen Therapien einfach mal so eben generell und pauschal angewandt werden.
Die Expositionstherapie sogar noch weniger, da gerade bei vielen psychischen Störungen ein Trauma zugrunde liegt und nicht jedes Trauma generell erinnerungstechnisch chronologisch aufgearbeitet und in die Lebensgeschichte integriert werden kann.
Gerade bei kindheitstraumatischen Erlebnissen gelingt, eben aufgrund der noch nicht aufgebauten, bewusst erinnerbaren Gedächtnisstrukturen im jungen Kindesalter und Erfahrungen aus dieser Zeit deswegen nur bruchstückhaft wiedergegeben werden können, nicht.
Ein Aufarbeiten mittels Konfrontationstherapie ist hier eher schädigend.
Die Frage nach meiner Erfahrung müsste eher lauten, wieso in fast jeder Therapiestunde immer wieder versucht wird, auch entgegen des ausdrücklichen Patientenwunsches und der Nichteinsetzbarkeit dieses Verfahrens in speziellen Fällen, diese Behandlung anzuwenden, obwohl für Sinn und Zweck oder auch nur den geringsten Erfolgsaussichten dieser Therapie schon von Anfang an die Voraussetzungen fehlen.
Wie gesagt, es ist ganz einfach: egal, ob diese Methode Anleihen aus verschiedenen Therapiemodellen enthält und daraus die hochgepriesene Expositionstherapie gebastelt wurde, so ist sie nicht pauschal für jeden anwendbar und kann daher nicht mit dieser Selbstverständlichkeit angewandt werden, die du so gerne sehen würdest und was dich scheinbar so irritiert.
Fakt ist, es gibt keine Regel bei psychischen Störungen, allenfalls Gemeinsamkeiten, aber am Ende ist die Behandlung des Patienten seiner ganz speziellen Lebensgeschichte anzupassen und nicht umgekehrt.
Grüße
mamschgerl


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