Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Hier können Ergebnisse von Online-Studien und -Befragungen gepostet werden
ABrian
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Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon ABrian » Di 31. Mär 2015, 16:33

Sehr geehrte Damen und Herren,
danke, dass wir eine Studie in diesem Forum posten dürfen. Wir sind von der Universität Bern und erforschen psychischen Problemen wie Depression und Psychose und deren Behandlung. In den letzten Jahren haben wir vermehrt zu Online-Selbsthilfe bei verschiedenen psychischen Problemen geforscht (www.kpp.psy.unibe.ch).
Bei dieser Studie handelt es sich um eine Befragung, bei der wir Ihre Meinung zu Online-Selbsthilfe für Menschen mit Psychose kennenlernen möchten. Die Befragung dauert ca. 5 bis 10 Minuten.

Was ist das Ziel der Studie?
Ziel der Studie ist es zu untersuchen, was Menschen mit Psychose von Selbsthilfeprogrammen im Allgemeinen und von Selbsthilfeprogrammen über das Internet halten. Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Nicht alle Menschen mit Psychose möchten eine Behandlung. Jene Betroffenen allerdings, die nicht-medikamentöse Hilfe (insbesondere Psychotherapie) suchen, finden sehr häufig keine. Für Menschen mit anderen psychischen Leiden wie Depressionen oder starken Ängsten gibt es mittlerweile psychologische Online-Selbsthilfe-Programme. Diese wurden an verschiedenen Universitäten entwickelt und haben sich als wirksam erwiesen. Für Menschen mit Psychose gibt es solche Online-Selbsthilfe-Programme noch nicht.

Wir möchten Ihre Meinung zu Online-Selbsthilfe für Menschen mit Psychose kennenlernen: Bietet ein Online-Programm eine angemessene Alternative? Was sind Ihrer Meinung nach Vorteile und Nachteile eines solchen Programms? Was würden Sie sich von so einem Programm erhoffen?

Wie läuft die Studie ab und wer kann teilnehmen?

Unter
http://unipark.de/uc/online-selbsthilfe

gelangen Sie zu der Umfrage. Die Bearbeitung dauert ungefähr 5 bis 10 Minuten. Die Umfrage ist anonym. Ihr Name wird nicht erfragt. Wir suchen Studienteilnehmer, die mindestens 18 Jahre alt sind unter einer Psychose leiden oder gelitten haben.

Mit Ihrer Teilnahme würden Sie einen Beitrag zur Erforschung und Weiterentwicklung von nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten für Psychose leisten. Über Ihr Interesse würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße,

Alina Brian & Stefan Westermann

Studienverantwortlicher:
Dr. Stefan Westermann
Institut für Psychologie der Universität Bern; Fabrikstrasse 8; 3012 Bern
E-Mail: stefan.westermann@psy.unibe.ch; Tel: ++41 (0)31 631 39 37

P.S.: Wir informieren Sie gerne mit unserem eMail-Newsletter über Online-Selbsthilfe-Angebote. Beispielsweise entwickeln wir gerade das Online-MKT (Metakognitives-Training von Steffen Moritz und Kollegen via Internet) und ein Selbsthilfeprogramm bei Stimmenhören. Melden Sie sich für den Newsletter der Universität Bern und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (Dr. Westermann & Prof. Dr. Moritz) auf http://news.evibas.ch unverbindlich an, wenn Sie Interesse haben.

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fluuu
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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon fluuu » Do 2. Apr 2015, 18:15

Diese Anfrage halte ich für hochgradig unseriös, ja gerade zu gefährlich denn sie suggeriert man könnte Psychosen per virtueller Welt behandeln.
Jeder ausgebildete Experte weiß, dass Psychosen nur durch die Wahrnehmung einer bodenständigen realen Welt zu behandeln möglich ist
und jede Verstärkung der Fantasie wie es in der virtuellen Welt der Fall ist verschlimmert die Symptome eher als sie zu lindern.
Es gibt eine Depression mit psychotischen Einflüssen, auch da können virtuelle Programme nicht lindern, anders bei der Angsterkrankung,
da ist es möglich die Ängste durch virtuelles Training zu minimieren, genau so lässt sich die Soziale Phobie virtuell lindern.
Jedoch eine Psychose (Realitätsverlust) lässt sich über die irreale virtuelle Welt nicht positiv beeinflussen.
Es ist eher wichtig, dass die Sinne eine einfache Wahrnehmung der Realität bekommen ohne Mehrdeutigkeit und nur geistigen Erscheinungen.
Selbst als psychosozialer Online Berater mit vielen Jahren psychologischer Ausbildung versuche ich nicht online per Text Einfluss auf
Psychosen zu nehmen, dazu fehlen zu viele Fakturen der Sinneswahrnehmung die zur Behandlung unausweichlich sind.
Der Tastsinn ist bei der Psychose der Wichtigste denn er ist im Vergleich zum visuellen, olfaktorischen und akustischen Sinn
aller Wahrscheinlichkeit nach am wenigsten von Störungen wie Halluzinationen oder Verschiebungen beeinflusst.
Jedoch spielt die kinästhetische Wahrnehmung (Tastsinn) bei der Bedienung von virtuellen Programmen keine Rolle,
es ist immer die Maus oder das Touchscreen was berührt wird, das lässt sich als Sinneseindruck vernachlässigen.
Es gibt eine Imagination-Therapie um per Vorstellungskraft negative Gefühle aus einer Traumatisierung zu bereinigen
aber diese Kraft der Vorstellung wäre bei einer Psychose absolut kontraproduktiv.
So gibt es inzwischen vieles was die virtuelle Welt positives in der realen Welt bewirken kann und ist somit eine echte Bereicherung
aber menschliche seelische Empfindungen kann sie nicht ersetzen und somit auch nicht die Störung wie eine Psychose behandeln.
gruß fluuu

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon ABrian » Fr 17. Apr 2015, 13:58

Hallo fluuu,

vielen Dank für Ihren Beitrag zur Frage, ob Internet-basierte Selbsthilfe für Menschen mit Psychose sinnvoll ist. Wir freuen uns, dass Sie einen so engagierten Beitrag zu diesem Thema verfasst und damit die Diskussion angeregt haben. Ihren Beitrag haben wir so verstanden, dass Sie sich sehr für das Wohl von Menschen mit Psychose einsetzen, und Internet-basierter Selbsthilfe für Psychose gegenüber sehr kritisch eingestellt sind. Ihre kritische Haltung gegenüber Internet-basierten Angeboten bei Psychose macht es nachvollziehbar, dass Sie eine Befragung von Betroffenen zu solchen Angeboten nicht gutheißen.

Das Ziel unserer unvoreingenommenen wissenschaftlichen Studie ist es, möglichst viele Einstellungen und Meinungen zur Internet-basierter Selbsthilfe für Menschen mit Psychose zu sammeln. Daher schließen wir insbesondere die Betroffenen von Psychose nicht von der Befragung aus, sondern laden sie herzlich zur Teilnahme ein.

Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Westermann und Team

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon Remedias » Fr 17. Apr 2015, 17:44

Vielleicht muss man unterscheiden, ob man sich in einer akuten Phase befindet oder ob man gerade psychisch recht stabil ist. Die wenigsten Leute sind jahrelang dauerpsychotisch. Ich habe an zumindest internetgestütztem metakognitivem Training teilgenommen und fand es recht hilfreich und interessant. Aber ein "Durchbruch" wurde natürlich nicht erzielt, dafür wäre die Präsenz eines Therapeuten wichtig.
Allerdings habe ich auch keinen gefunden, der sich auf mich eingelassen hätte, weil ich keine Medikamente nehme.
Es ist richtig, dass Menschen, die keine Neuroleptika nehmen wollen, auch dann von jeder anderer Hilfe ausgeschlossen werden. Und da wäre so ein Selbsthilfeprogramm die "zweite Wahl" - besser als nix, oder?

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon fluuu » Fr 17. Apr 2015, 19:47

Die Behandlung der Psychose ist natürlich nur im akuten Zustand angezeigt, eine abgeklungene Psychose braucht man nicht behandeln,
da greifen dann eher psychotherapeutische Maßnahmen. Ich hoffe ich werde nicht falsch verstanden, ich bin sehr für Internet basierte
Unterstützung bei seelischen Problemen, betreibe selber eine psychosoziale Online Beratungsstelle und gerade deshalb weiß ich wo
die Grenzen in der Online Welt sind bei psychischen Konflikten und eine Psychose ist so eine Grenze.
Sie lässt sich mit Distanz nicht therapieren, das ist weder wissenschaftlich noch seriös. Ein Realitätsverlust lässt sich durch virtuelle
Intervention in welcher Art auch immer nicht lindern, es ist der analoge Kontakt notwendig als einzig mögliche Behandlungsform.
gruß fluuu

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon Remedias » Sa 18. Apr 2015, 16:12

Die Behandlung der Psychose ist natürlich nur im akuten Zustand angezeigt, eine abgeklungene Psychose braucht man nicht behandeln,
Hi, Fluuu,
über diesen Satz bin ich erstaunt, denn normalerweise wird auch in psychosefreien Zeiten prophylaktisch behandelt.
Viele Psychotiker kriegen zu hören, dass sie die Medikamente ein leben lang nehmen müssen, um vorzubeugen - egal, wie sie sich befinden.

Es kommt natürlich sehr auf die Diagnose an, aber Schizophrenie und schizoaffektive Störung werden als chronische Krankheiten aufgefasst. -

Es herrscht auch überhaupt keine Einigung darüber, was man als "Heilung" definieren könnte.

Ich habe es eben so verstanden, dass man zwischen zwei Episoden oder nach einer abgeklungenen Episode die Internmetselbsthlfein Anspruch nimmt.
Und dass sie funktioniert wie andere Selbsthilfegruppen auch, nur virtuell.
Wenn man akut ist, ist man eh meistens in der Klinik.

ich gebe die Frage auch an A.Brian weiter: In welchem Stadium einer Psychose ist die Onlineselbsthilfe angedacht?

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon fluuu » Do 23. Apr 2015, 22:28

Habe die Erhaltungsmedikation nicht als Behandlung verstanden, die ist sowieso klar und damit kann man gesund leben,
habe mit Behandlung ärztliche Betreuung, therapeutische Maßnahmen und andere Betreuungsformen gemeint.
Es gibt natürlich viele psychisch chronisch kranke Menschen die ständig Behandlung und Betreuung brauchen
aber es gibt auch viele Menschen mit einer einmaligen Psychose und sie lernen daraus so, dass sie den Rest des
Lebens gesund leben können. Sie brauchen keine Behandlung, im Gegenteil, sie können Anderen helfen.
Wie auch immer die akute Psychose ausfällt, ich glaube nicht, dass sie sich in Selbsthilfe per Online Programme behandeln lässt.
gruß fluuu

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon ABrian » Di 28. Apr 2015, 11:27

Hallo Remedias,
vielen Dank für die Frage, in welchem Stadium einer Psychose die Online-Selbsthilfe angedacht sei. Im Allgemeinen ist sie für Menschen angedacht, bei denen eine Psychose teilweise oder ganz abgeklungen ist.

Unserer Einschätzung nach ist es bei Selbsthilfe-Angeboten jedoch zentral, dass Betroffene für sich selbst entscheiden können, ob ihnen ein Angebot zusagt oder nicht. Je mehr Menschen von Selbsthilfe 'ausgeschlossen' werden, desto mehr Betroffenen wird eine selbstbestimmte Entscheidung verwehrt.

Viele herzliche Grüße,
Stefan Westermann und Alina Brian

Aktuelle Umfrage: http://unipark.de/uc/online-selbsthilfe/

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon ABrian » Di 28. Apr 2015, 11:28

Hallo Remedias,
vielen Dank für die Frage, in welchem Stadium einer Psychose die Online-Selbsthilfe angedacht sei. Im Allgemeinen ist sie für Menschen angedacht, bei denen eine Psychose teilweise oder ganz abgeklungen ist.

Unserer Einschätzung nach ist es bei Selbsthilfe-Angeboten jedoch zentral, dass Betroffene für sich selbst entscheiden können, ob ihnen ein Angebot zusagt oder nicht. Je mehr Menschen von Selbsthilfe 'ausgeschlossen' werden, desto mehr Betroffenen wird eine selbstbestimmte Entscheidung verwehrt.

Viele herzliche Grüße,
Stefan Westermann und Alina Brian

Aktuelle Umfrage: http://unipark.de/uc/online-selbsthilfe/

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon fluuu » Mi 6. Mai 2015, 11:07

Das ist auch ein Missverständnis, man kann niemanden zur Selbsthilfe per Institution bringen, dann ist es keine Selbsthilfe mehr.
Selbsthilfe ist die innere Überzeugung des Betroffenen Maßnahmen für sich zu ergreifen die auf ihn eine heilsame Wirkung haben.
Sobald jemand von außen sagt, mach das, das tut dir gut, z.B. ein Onlineprogramm, ist es keine Selbsthilfe.
Bei mir verstärkt sich der Eindruck der mangelnden Seriosität bei diesem Angebot.
gruß fluuu

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon ABrian » Do 7. Mai 2015, 21:15

Lieber fluuu,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Wenn wir Sie richtig verstanden haben,
halten Sie Selbstbestimmung für einen wichtigen Wert bei Selbsthilfe.
Weiterhin haben wir Sie so verstanden, dass Sie eine Haltung wie z.B.
"Ich weiß (besser als Du), was gut für Dich ist" als Verletzung der
Selbstbestimmung betrachten, sodass eine solche Haltung und
Selbsthilfe-Programme nicht zusammenpassen.

Auch unserer Ansicht nach ist Selbstbestimmung ein Kernmerkmal von
Selbsthilfe. Wie z.B. bei Selbsthilfe-Büchern auch haben Teilnehmer von
Online-Selbsthilfe-Programmen die Möglichkeit, selbstbestimmt und ohne
Druck von außen Informationstexte (kritisch) zu lesen oder
Arbeitsblätter auszufüllen. Bei vielen Online-Selbsthilfe-Programmen
gibt es zudem die Möglichkeit, bei Fragen oder Anmerkungen wenn
gewünscht einen Ansprechpartner anzuschreiben. Der Ansprechpartner dient
als Hilfestellung bei Bedarf und übt keinen Druck aus.

Freundliche Grüße,
Stefan Westermann, Alina Brian und Team

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon fluuu » Mi 13. Mai 2015, 11:08

Es ist Wortklauberei und Missbrauch von Begrifflichkeiten.
Ihr Angebot ist für Menschen die Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren wollen unbrauchbar.
Sie scharen Psychose Betroffene um sich und wollen sie mit einem Online Programm führen.
Wie gesagt, unseriös.
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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon Remedias » Mi 13. Mai 2015, 15:09

ich halte es durchaus nicht für unbrauchbar.
Zumal es doch einige Betroffene gibt, die einfach durch das ganze Hilfe- Netz fallen, besonders wenn sie neuroleptische Medikation ablehnen.
Das ein Onlineangebot nicht in einer akuten Episode in Frage kommt, wurde ja schon geklärt, aber zwischen zwei Episoden oder als Vor- oder Nachbereitung kann Selbsthilfe in Anspruch genommen werden, um beispielsweise falsche Denkmuster etc. zu erkennen.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon fluuu » Fr 15. Mai 2015, 10:57

Remedias, gerne wiederhole ich es immer wieder, man kann Selbsthilfe nicht von jemandem in Anspruch nehmen,
Selbsthilfe ist sich selber heilen von innen heraus durch Versuch und Irrtum in dem man ganz allein seine falschen Strukturen erkennt
weil sie Symptome bereiten oder Schmerzen machen und sie dann abändert. Selbsthilfe sagt ja schon das Wort, selbst helfen.
Sobald jemand oder etwas von außen interveniert ist es keine Selbsthilfe auch nicht bei Online-Programmen die vorgegeben sind.
Wenn ich auf die glühende Herdplatte fasse und es mir Schmerzen macht und ich gelernt habe das tut weh und ich es nicht wieder tue
ist es Selbsthilfe aber wenn mir jemand sagt, fasse nicht auf die Herdplatte das erzeugt Schmerzen und ich es glaube und deshalb
nicht drauf fasse ist das keine Selbsthilfe, ich tue was Andere gesagt haben ohne es selbst überprüft zu haben.
Diese nicht selbst gemachten Erfahrungen sind es ja die Psychosen in der Persönlichkeit auslösen können wenn sie mit dem
eigenen inneren gegenwärtigen Zustand kollabieren, das fremdbestimmte Verhalten das mit dem Selbst nicht harmonisiert.
Deshalb dient Selbsthilfe gerade bei Psychose-Patienten dazu herauszubekommen was genau diese Persönlichkeit für einen
Umgang braucht ganz individuell und auf den Einzelnen abgestimmt. Da gibt es keinen allgemeinen Automatismus wie im Internet.
gruß fluuu

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Re: Selbsthilfe für Psychose-Erfahrene über das Internet?

Beitragvon Remedias » Fr 15. Mai 2015, 12:34

Remedias, gerne wiederhole ich es immer wieder, man kann Selbsthilfe nicht von jemandem in Anspruch nehmen,
Selbsthilfe ist sich selber heilen von innen heraus durch Versuch und Irrtum in dem man ganz allein seine falschen Strukturen erkennt
weil sie Symptome bereiten oder Schmerzen machen und sie dann abändert. Selbsthilfe sagt ja schon das Wort, selbst helfen.
Sobald jemand oder etwas von außen interveniert ist es keine Selbsthilfe auch nicht bei Online-Programmen die vorgegeben sind.
Wenn ich auf die glühende Herdplatte fasse und es mir Schmerzen macht und ich gelernt habe das tut weh und ich es nicht wieder tue
ist es Selbsthilfe aber wenn mir jemand sagt, fasse nicht auf die Herdplatte das erzeugt Schmerzen und ich es glaube und deshalb
nicht drauf fasse ist das keine Selbsthilfe,
was ist verkehrt daran, Anleitung und Impulse von außen zu bekommen? Für was gibt es Experten, Meister, Lehrer, Hebammen? Man kann in diesem Leben nicht alles selbst wissen.
Ein guter Experte handelt eh nach dem Satz von Maria Montessori: "Hilf mir, es SELBST zu tun!"
Das ist die Quintessenz aller Hilfe ( und das was ich als Pädagogin immer versucht habe).
Wenn man alle Erfahrungen selbst machen muss , dann sind doch Berufe des Psychotherapeuten oder des Lehrers obsolet.
Oder habe ich dich falsch verstanden?

Mit freundlichen Grüßen Remedias


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