Mobbing gefährlicher als angenommen....

"Mobbing" selber ist natürlich keine psychische Krankheit ist, verursacht aber häufig psychische Folgeschäden bis hin zu manifesten psychischen Krankheiten. Hier ist Platz für Ihre persönlichen Erfahrungen sowie Hinweise auf Hilfsangebote.
-> Basis-Infos zum Thema "Mobbing"
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Remedias
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Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Remedias » Di 24. Mär 2015, 18:30

Mobbing ist eine verheerende Form der Diskriminierung, die vor allem als vorübergehendes Jugend-Phänomen gilt. Tatsächlich sind große Teile der erwachsenen Bevölkerung involviert: Sowohl für Opfer als auch Täter hat Mobbing fatale Konsequenzen, wie aktuelle Metaanalysen belegen. ....
http://news.doccheck.com/de/78766/mobbi ... ment-47027

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Remedias
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Remedias » So 15. Jan 2017, 22:32

Eltern sollten die Schuld nicht bei ihrem Kind suchen! Kein Kind hat das Recht, ein anderes zu terrorisieren. Wiltrud Richter: "Viel zu häufig wird die Schuld in der Empfindlichkeit der Opfer gesucht. Das ist der falsche Weg. Mit pädagogischer Nachsicht für die Täter kommt man in konkreten Mobbingfällen nicht weiter." Die Botschaft: Jedes Kind ist auf seine Weise liebenswert und verdient es, mit Respekt behandelt zu werden.
http://www.eltern.de/schulkind/weiterfu ... ing-1.html

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fluuu
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon fluuu » Di 7. Feb 2017, 11:07

Wer keine Probleme hat oder so große, dass er sie nicht bewältigen möchte, begibt sich in Mobbingsituationen
egal ob als Opfer oder Täter, es führt stets zu so großen Skandalen, dass der eigentliche Zustand kaum noch eine Rolle spielt.
Das was man heute so skandalös Mobbing nennt ist ein zwischenmenschlicher Umstand der klare Ursachen hat.
Beim Opfer ist es Verhinderung, Verlust und Mangel und beim Täter genauso. Mobbing ist ein psychologisches Phänomen
von Menschen mit Seele und Geist und braucht zur Linderung das Einsehen in die ursprüngliche Verhinderung oder Störung
auf beiden Seiten. Die Akzeptanz, dass der Mensch seelischen Störungen ausgesetzt sein kann und das zu einem
Verhalten führt welches die Balance beeinträchtigen kann. So lange der Eine den Anderen beschuldigt wird es nicht besser,
erst die Selbstreflexion kann den Weg in eine machbare Richtung einschlagen, bei allen beteiligten.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Remedias » Di 7. Feb 2017, 16:51

Lieber fluuu
egal ob als Opfer oder Täter,
nein, das ist nicht egal. Es ist nicht egal bei mobbing, aber auch nicht bei Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch oder Mord, wer das Opfer oder der Täter ist.
Leider arbeiten wir zu täterzentriert ; Täter bekommen Strafe oder Therapien und stehen auch auf negative Weise dennoch im Fokus der Aufmerksamkeit. Opfer werden von Gesellschaft, aber auch von der Justiz oft alleine gelassen. Das weiß ich, weil ich mal eine zeitlang für den Weißen Ring gearbeitet habe.
Das beide Seiten psychische Probleme haben können, bestreite ich gar nicht. Nur: Das Opfer hat ein Recht auf Unversehrtheit. Der Täter hat kein Recht dazu, seine psychischen Probleme auf Kosten einer anderen Person auszuleben, ganz egal, wie diese sich benimmt, ob sie Minirock trägt oder nachts um 3 unterwegs ist. Erst wenn dieser Sachverhalt ganz klar ist - und mit klar meine ich, er wird sanktioniert, kann man auch mit dem Täter arbeiten.


liebe Grüße Remedias

mamschgerl
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon mamschgerl » Di 7. Feb 2017, 20:51

als außenstehender für beide seiten, also täter- und opferverhalten, erklärungen zu finden, die zum verstehen des verhaltens der betroffenen führt, heißt noch lange nicht, daß die empfindungen des opfers mit denen des täters gleichzustellen sind.
sicher gibt es immer erklärungen für das täterverhalten, ursachen dafür, daß er andere unter seinen problemen leiden lässt und manche verdienen vielleicht unser mitgefühl, doch gleichzeitig zu behaupten, daß die opfer für ihr erleiden des mobbings selbst schuld sind, weil ihre probleme sie prädestinieren, eben ein opfer zu sein, ist starker tobak.
gäbe es also kein mitschuldiges opfer, gäbe es auch keinen täter?
es ist doch wohl ein erheblicher unterschied, ob ich unter meinen psychischen problemen andere leiden lasse oder doch einen anderen weg suche, um damit fertig zu werden.
der täter verletzt bewusst, um sich besser zu fühlen und mißachtet in jeder form die persönlichkeitsrechte des opfers, fordert also das opfer den täter heraus, das zu tun?
von wegen: einer schiebt die schuld auf den anderen, also der täter behauptet, das opfer habe ihn mit seinem verhalten so provoziert, daß er einfach 'zutreten' musste?
bedeutet selbstreflexion also, dem opfer muss klar werden, daß es selbst dem täter die tür geöffnet hat und daher verstehen, daß es mitschuld daran ist?
ich sehe in keinster weise, wo das hinführen soll, da es vollkommen daneben ist.
wenn ein mensch einen anderen quält, hat derjenige in passender form zur rechenschaft gezogen zu werden, unerheblich davon, welche psychischen probleme das opfer hat, denn das opfer schadet niemandem.

Llllleona 5x.2
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Mo 30. Okt 2017, 22:22

Das sehe ich auch so: Das Opfer schadet niemandem und hat Recht auf Unversehrtheit!

Öfter hab ich gelernt oder gelesen, dass gewisse Persönlichkeitszüge seitens der Zielperson (sorry, ich mag den Begriff Opfer nicht, das klingt für mich so ohnmächtig und eine Zielperson muss nicht unbedingt ohnmächtig sein) den Täter herausfordert, gewisse Dinge zu tun, hinzupecken, in welcher Form auch immer. Ich denke, dass es Persönlichkeitsdispositionen gibt, unter denen ein Mensch leichter in die Fänge z.B. eines Psychopathen geraten oder sich davon zu befreien schwierig ist (weil man bspw. emotional so bedürftig ist und man die Zuwendung von anderen braucht und wenn's dann die Zuwendung seitens eines Psychopathen ist, ist das schlimm). Aber! Zu so etwas gehören zwei, Für die eigene Disposition (z.B. emotionale Abhängigkeit) kann man selbst nichts, aber bspw. ein Psychopath oder andere Menschen, die anderen Gewalt zufügen ist für seine Taten selbst verantwortlich! Oder für alle möglichen Gewalten, die man anderen zufügen kann.

Weiters begegne ich Menschen, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie eher nur auf Menschen losgehen, die ängstlich, schüchtern, wehrlos u.Ä. wirken. Aber ich begegne auch Menschen, bei denen ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sie auch auf Menschen losgehen würden, sie stoßen, rempeln würden, auch wenn diese sehr klare und feste Grenzen hätten.

Ach ja, danke für den Artikel, habe mich eh gewundert darüber, dass man Mobbing einfach auszuhalten hat... da wird einem ja an einem unentbehrlichen Ort (Schule, Arbeit) der Boden unter den Füßen weggezogen, stelle mir als Metapher Nadelstiche am eigenen Körper vor.
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fluuu
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon fluuu » Di 31. Okt 2017, 14:05

Wieso kann ein Mensch für seine Persönlichkeit nichts, egal ob extrovertiert oder introvertiert?
Sicher ein Täter beim Mobbing ist oft extrovertiert und zieht die Aufmerksamkeit an
aber ein Opfer könnte mit ein wenig Übung genauso reagieren.
Ich sehe mich als Gestalter meines Daseins in entsprechenden Bahnen und beeinflusse
wie ich mit Mobbing umgehe. Seit der Schulzeit und der Lehre wo ich auch gehänselt
wurde kommt das nicht mehr vor da ich um meine Schwächen weiß und jeden Versuch
mich damit klein zu machen im Sande verläuft. Ich bin gerne Schuld für mein Verhalten,
denn nur so kann ich die Fehler korrigieren und langfristig davon profitieren.
Wüsste das Mobbingopfer von seinen positiven Fähigkeiten käme es zu diesem Konflikt
nie denn der Respekt bliebe gewahrt, so aber und ich habe es oft erlebt wie psychisch
Kranke mit ihren Schwächen und Unvermögen hausieren gehen um Aufmerksamkeit und
Zuwendung zu bekommen, ist die Ansage des Unvermögens eine Einladung es auszunutzen.
In der Opfer-Täter-Beziehung sind in meinen Augen beide gleichermaßen beteiligt wie die
Beziehung verläuft und ich lehne beide Verhaltensweisen ab da sie kein ausgeglichenes
und selbstständiges Leben ermöglichen. Weder Opfer noch Täter sein ist die ausgewogene
Lebensform und die meisten Menschen versuchen das zu leben.
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Remedias
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Remedias » Di 31. Okt 2017, 16:29

Hallo Fluuu,
so aber und ich habe es oft erlebt wie psychisch
Kranke mit ihren Schwächen und Unvermögen hausieren gehen um Aufmerksamkeit und
Zuwendung zu bekommen, ist die Ansage des Unvermögens eine Einladung es auszunutzen.
In der Opfer-Täter-Beziehung sind in meinen Augen beide gleichermaßen beteiligt wie die
Beziehung verläuft u
Man muss doch gar nicht psychisch krank oder schwach sein, um gemobbt zu werden. Es reicht doch, nur etwas anders zu sein als der Durchschnitt:
beispielsweise:
- Klassenbeste(r)
- Klassenschlechtester(r)
- jünger oder älter als die anderen
- neuzugezogen (anderer Dialekt)
- andere Schichtzugehörigkeit, Form zu kleiden ( beispielsweise kein Geld für die neuste Mode da)
- körperlich anders: größer/kleiner/ weiter entwickelt / weniger entwickelt als die "Kameraden"
- körperlich schwächer
- besondere Religion, Abstammung
erst dann kommen körperliche Behinderungen
oder neurologisches wie Autismus
und
dann auch psychisches.

Die Regel ist das nicht, zumindest nicht unter den Kindern.
Früher konnte man übrigens mit einem Schulwechsel eine neue Chance erreichen, leider ist heutzutage das Internet schneller und die neuen Klassenkameraden werden von den Mobbern informiert, wer da neu kommt......
Ich bin gerne Schuld für mein Verhalten,
denn nur so kann ich die Fehler korrigieren und langfristig davon profitieren.
Man muss nicht immer etwas tun, um angenommen oder abgelehnt zu werden, da reicht auch das bloße Sein. Gemobbte Kinder denken auch manchmal, dass ihr Sein ein Fehler ist, der korrigiert gehört - das sind diejenigen, die sich suizidieren.
Wieso kann ein Mensch für seine Persönlichkeit nichts, egal ob extrovertiert oder introvertiert?
Sicher ein Täter beim Mobbing ist oft extrovertiert und zieht die Aufmerksamkeit an
aber ein Opfer könnte mit ein wenig Übung genauso reagieren.
Das sind keine Arten zu reagieren, sondern Formen des Charakters. Der Extrovertierte und der Introvertierte können beispielsweise beide auf eine Party gehen und Spaß haben. Der Unterschied ist: Der Extrovertierte erholt sich währenddessen - der Introvertierte muss siich danach erstmal von der Party erholen. :wink:
Dass Mobbingopfer öfter introvertiert erscheinen (obwohl sie es vielleicht gar nicht sind) liegt in der Natur der Sache; wenn man jedesmal gedemüdigt und verspottet wird, wenn man nur den Mund aufmacht, ist man halt irgendwann still......

Wie gesagt, ich bin dafür Mobbing -Zielpersonen ( Danke, Lilleona , für diesen Ausdruck, gefällt mir auch viel besser als "OPfer") ,
zu stärken und stark zu machen, für mich gehört aber dazu, ihr zu sagen: "Die anderen tun ein Unrecht und ich bin auf deiner Seite, ich halte zu dir." Also erstmal bedingungslose Solidarität und Wertschätzung .....dann sehe ich weiter....

liebe Grüße Remedias

mamschgerl
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon mamschgerl » Di 31. Okt 2017, 17:26

Gänzlich aus der Mode gekommen scheint der Grundsatz: " Leben und leben lassen".
In diesen vier Worten liegt all das, worauf es ankommt. Respekt vor anderen und das Einhalten der Grenzen, weil das Überschreiten dem anderen Schaden zufügt, sei es psychisch oder physisch.
Etwas Unbekanntes oder Neues runterzumachen oder fremde Personen aufgrund ihres Andersseins zu demütigen, zu erniedrigen und zu quälen, beweist nur, wie arm der Peiniger im Geiste ist und mit welch bösartigem Genuß er Menschen, die das Pech haben, noch ein kleines Stückchen schwächer zu sein, in Grund und Boden tritt.
Natürlich steht man der Zielperson zur Seite und stärkt diese mit Beistand, aber leider habe ich schon in meiner Grundschulzeit feststellen müssen, daß den Schwächsten nur selten geholfen und nur stumm und tatenlos zugesehen wird. Aus Angst, selbst zum Ziel zu werden, wenden sich viele ab oder tarnen diese Angst damit, bei dem Mobbing kräftig mitzumischen. Es ist ja auch soviel einfacher in der Gruppe mitzuspielen, als gegen den Strom zu schwimmen.
Verständnis für Täter und deren Mitläufer habe ich noch nie aufbringen können, denn bei allem Hintergrundwissen über mögliche Auslöser für das Täterverhalten steht doch immer noch der menschliche Aspekt, der uns von Tieren unterscheidet und dieser Aspekt verbietet ein solches Verhalten.
Aber irgendwo sind wir Menschen eben doch noch nicht viel weiter gekommen mit unserer Intelligenz...

Llllleona 5x.2
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Di 31. Okt 2017, 21:48

@fluuu: Naja, wennst zu oft "z'sam'g'schissen" wirst von deinen Eltern, kannst du nicht zu einem Selbstsicheren Menschen heranwachsen. Und dafür kannst du nichts.

Ich werde mobbende Menschen nie verstehen können. Oder emotional nachvollziehen.
Und das ist auch gut so!

@ Remedias: Würde deine Liste noch ergänzen mit feinfühliger/feinsinniger als die anderen :wink:

Bin in einer Freizeitgruppe, bei der ich, bevor ich wieder hingegangen bin, mehrere Jahre abwesend war. In dieser Zeit sind viele neue gekommen, viele "alte Hasen" sind gegangen. Ob sie gegangen worden sind, weiß ich nicht, einige sicher, bei anderen weiß ich's nicht. Aber ich hab die sehr gerne gehabt. Einmal hab ich ein paar wieder gesehen, beim Auftritt mit anderen Percussionsgruppen und bei einem Gespräch mit diesen bin ich draufgekommen, dass ich mit meiner Vermutung Recht hatte. Ein paar neue versuchen manchmal alle und jeden, die zugänglich sind, zu sekkieren, auszugrenzen und das ist schlimm. Von denen sind einige nett zu mir. Manchmal. Aber mit mir werden sie sich nicht anfreunden können! Ich hab die, die gegangen sind, so gerne gehabt, es tut mir weh, was diese Menschen jenen Personen und somit indirekt auch mir angetan haben :cry:
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Remedias
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Remedias » Mi 1. Nov 2017, 17:15

@ Remedias: Würde deine Liste noch ergänzen mit feinfühliger/feinsinniger als die anderen
Auf jeden Fall gehört das auf die Liste! Und was du von der Freizeitgruppe schreibst, so was ähnliches kenne ich auch. Ich wurde zwar nicht gemobbt, aber viele, die ich nett fand und die auch richtig viel gearbeitet haben, alles vorbereitet haben und so. Als meine "Netten" dann weg waren, bin ich auch nicht mehr hin.
Gemobbt werden auch oft ganz liebe, hilfsbereite, kluge Menschen, ihre Freundlichkeit macht sie zu einer guten Zielperson, weil sie ganz oft lange nicht glauben wollen, dass andere so bösartig sind.

liebe Grüße Remedias

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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon mamschgerl » Mi 1. Nov 2017, 18:12

Mobbing findet man zu allem Übel auch noch in der Klinik, also da, wo man sich eigentlich oder gerade wegen der besonderen Umstände des Aufenthalts sich sozusagen unter seinesgleichen befindet und sich sicher fühlen sollte.
Bei meinem ersten Aufenthalt hatte ich das Glück, an einem Tisch im Speisesaal zu sitzen, an dem alle gerade erst angekommen waren und jeder sich neu kennenlernen konnte. Bei meinem zweiten Aufenthalt war es leider nicht so. Mein Platz gehörte einer Frau, die fest in einer Clique integriert war und ich kam als Neue dazu. Weder hat irgendjemand außer hallo etwas gesagt noch wollte man, daß ich mich an Gesprächen beteiligte. Ich würde klar und deutlich ausgegrenzt und vollkommen ignoriert und man redete am Tisch fast ausschließlich über diejenige, die wieder nachhause gefahren war und lobte sie in höchsten Tönen und wie traurig es doch sei, daß sie nicht mehr am Tisch sitzen würde...
Ja, es stimmt schon, auch diejenigen, die genau wissen, wie sehr man mit solchen Bemerkungen verletzen kann, tun es trotzdem oder gerade deswegen.
Auch wenn diese Personen nach ca zwei Wochen das Gespräch mit mir suchten, weil sie feststellen mussten, daß ihr Umgangston von anderen nicht toleriert wurde und sie dadurch ihrerseits irgendwie ins Abseits gerieten, so konnte ich dennoch nicht darüber hinwegsehen und so tun, als ob nichts gewesen wäre.
Aus welchen Gründen auch immer Menschen meinen, jemanden verletzen zu müssen, es ist nicht entschuldbar.
Manches mag nachvollziehbar sein, aber nicht zu rechtfertigen.

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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Mi 1. Nov 2017, 22:12

Seh ich auch so!
Habe mal jemanden kennengelernt, die mich in ihrer Clique gemobbt hat (habe die anderen auch gekannt). Mit den anderen 2 gab es keinen Kontakt mehr und eine davon, mit der hab ich mich eigentlich gut verstanden. Wollte dann auch Freundschaft von mir. Nein, kann sie nicht haben von mir! Wer zu mobbing neigt, mir oder anderen gegenüber, ist bei mir unten durch!
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fluuu
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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon fluuu » Fr 3. Nov 2017, 13:28

Ist ja schön wenn im Thread über Mobbing Einigkeit herrscht was gut und was böse ist.
Ich habe erfahren, dass alle Menschen verschiedene Anteile von Gut und Böse haben
und sich das nicht klar trennen lässt. Opfer und Täter sind die zwei Seiten der selben
Medaille oder anders ausgedrückt die zwei Extreme des menschlichen Gemüts die es
in der Mitte auszugleichen gilt. Der Täter sollte zurückrudern um nicht zu schaden und
das Opfer sollte selbstbewusster werden um keinen Schaden anzurichten.
Ein Opfer das laut um Hilfe schreit weil es sich allein nicht wehren kann ist für die
Mitmenschen die das erleben eine große Herausforderung und braucht Überwindung
um helfend einzugreifen. Wäre das nicht nötig, wäre das Leben viel angenehmer.
Philosophieren über das Leben ist wesentlich produktiver als Menschen aus desdruktiven
Situationen helfen oder sich den Ausdruck der Schmerzen anhören auch wenn das ein
sehr heilsamer Prozess ist. Täter und Opfer nehmen sich nicht viel und sind beide eine
Belastung um die wohltuende und ausgeglichene Mitte zu finden.
Ich bin der Ansicht, dass stets wenn es Mobbing genannt wird, die betreffenden ein
seelisches Problem haben oder sogar eine psychische Störung. Beim Opfer trifft es auf
jeden Fall häufig zu, beim Täter ist es meist schwieriger zu diagnostizieren zumal es
häufig eine Gruppe ist. Da hat die Gruppendynamik auf das Verhalten einen wesentlich
größeren Einfluss als der Gemobbte selbst und das Ganze schaukelt sich hoch.
Wenn dann der Betroffene nicht begreift, dass er allein in der Minderheit ist und keine
Chance hat und dann anstelle den Rückzug anzutreten hysterisch auf die Gruppe los
geht ist häufig die Gewalt körperlich oder psychisch vorprogrammiert. Jemand der
anders ist kann nicht erwarten, dass die Mehrheit sich nach ihm richtet und wenn
er trotzdem darauf besteht ist der aggressive Konflikt vorprogrammiert.
Wenn ich anders bin, bin ich das zu meinem Wohlbefinden weil meine Persönlichkeit
das bracht. Verlange ich jedoch von der Mehrheit, dass sie mir dafür Absolution erteilt
und mich im anders sein bestätigt, dann verlange ich etwas unmögliches denn noch
gilt für die meisten Menschen, dass sie mit ihren Vereinbarungen untereinander den
Erhalt der Lebensbewältigung ermöglichen. Das Opfer genauso wie der Täter sind
nicht der Maßstab der Menschengemeinschaft, sie sind eine seltene Ausnahme und
somit für die Mehrheit keine Antwort auf Konflikte. Das Mobbing-Opfer wird den Lauf
der Welt nicht verändern um Genugtuung zu bekommen, es wird sich daran gewöhnen
müssen, dass in den Naturgesetzen Werden und Vergehen vorkommt und wenn das
bewusst ist wird der Schutz vor Tätern nicht mehr unmöglich. Wenn die eigene innere
Fähigkeit zur Gemeinheit klar ist und das Gegenüber gemeint ist, dann ist das Anderssein
nicht mehr so groß und der Grund zum ausgrenzen fällt weg, das Mobbing ist beendet.
gruß fluuu

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Re: Mobbing gefährlicher als angenommen....

Beitragvon mamschgerl » Fr 3. Nov 2017, 14:24

@fluu
Einige Auszüge aus deinem Beitrag:
Seelische und psychische Störungen sind beim Opfer in jedem Fall vorhanden
Das Opfer sollten selbstbewusster werden, um keinen Schaden anzurichten
Täter und Opfer nehmen sich nicht viel, sie sind beide eine Belastung beim Finden der wohltuenden und ausgeglichenen Mitte.
Deine Ansichten gehen aber noch weiter:
Das Opfer ist von Haus aus also eine gestörte Persönlichkeit, die schon aufgrund ihres Andersseins kein Anrecht darauf hat, einen Platz in der Gemeinschaft erwarten zu können.
Vielmehr ist es also ganz natürlich, daß sich alleine durch diese anmaßende Erwartungshaltung jemand findet, der das Opfer mobbt und es ist auch völlig legitim, daß sich eine Gruppe um den Täter bildet, um dann mit vereinter Kraft dieses unselbstständige Unkraut aus der Gesellschaft zu schaffen.
Es ist schon wirklich unverschämt, daß man als harmoniebedürftiger Mensch am 'in sich ruhen' gestört und bei der Absicht, seine wohltuende und ausgeglichene Mitte zu finden, derart belästigt wird. Ja wirklich, es ist in der Tat eine Belästigung oder Belastung...
Man sollte wirklich anfangen, diese krankhaft schüchternen, duckmäuserischen und überhaupt total gestörten Individuen, die einen regelrecht zum Mobben herausfordern ( da kann man ja gar nicht mehr anders, oder ), erst gar nicht mehr raus zu lassen.
Wegsperren sollte man sie, dann gäbe es auch keine Täter mehr und wir könnten endlich alle in Ruhe über das Leben und den Sonnenschein und die spirituelle Mitte philosophieren...wer will sich schon um Mitmenschen Gedanken machen?


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