Mobben und gemobbt werden

"Mobbing" selber ist natürlich keine psychische Krankheit ist, verursacht aber häufig psychische Folgeschäden bis hin zu manifesten psychischen Krankheiten. Hier ist Platz für Ihre persönlichen Erfahrungen sowie Hinweise auf Hilfsangebote.
-> Basis-Infos zum Thema "Mobbing"

Werden Sie zur Zeit gemobbt? Wurden Sie schon mal gemobbt?

noch nie
5
14%
ein mal
7
19%
mehrere male
24
67%
 
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Angelita
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Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » So 9. Mai 2010, 18:30

Guten Tag zusammen

Gerne möchte ich das Thema Mobbing eröffnen. Wer kennt die Situation Mobbing am Arbeitsplatz o. an der Schule?

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie das "Opfer" sind? Wie gehen Sie damit um o. wie verhalten Sie sich, wenn Sie sehen, dass jemand in Ihrem Umfeld gemobbt wird?

Welche Mechanismen beobachten Sie? Was ist o. war der Grund gemobbt zu werden o. gar aktiv zu mobben?

Was ist hilfreich im Angehen von Mobbing? Wie verhalten Sie sich o. was empfehlen Sie, wie man sich verhalten könnte/sollte?

Welche Auswirkungen auf Körper und Seele hat Mobbing bei Ihnen, in der Familie und im Freundeskreis?

Wo finden/fanden Sie Hilfe? Wer konnte Ihnen helfen und was hat Ihnen geholfen?

Immer wieder erlebe ich, wie Menschen am Arbeitsplatz u. in Schulen gemobbt werden. Selbst habe ich die Situation auch schon am eigenen Leib erlebt, während der Schulzeit und in der Lehre (was Gott sei Dank schon viele Jahre her ist). Damals kannte man das Wort Mobbing noch nicht, da hiess es einfach, man wird geplagt von Mitschülern o. vom Lehrmeister.

Ich fühlte mich damals ziemlich einsam, verschupft, ausgegrenzt, nicht recht zu sein, hilf- u. machtlos, verraten u. Misstrauen machte sich breit.

Heute wird es öfter thematisiert - dennoch vermute ich, dass ganz viele Gemobbte nicht darüber reden(können), gar die Schuld bei sich suchen und sich schämen.

Ich freue mich auf einen angeregten Austausch! Vielen Dank im Voraus.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

cake
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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon cake » So 9. Mai 2010, 18:34

Ich denke Menschen mit geringem Selbstbewußtsein sind eher "Opfer" (ich mag das Wort gar nicht).

Man kann das vermutlich an der körperhaltung, leiser Stimme etc. erkennen.
Die Täter haben wohl eher gerne Macht über den Anderen- die armen Würstchen.
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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Angelita
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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » So 9. Mai 2010, 20:28

Hallo Cake

Ich denke Menschen mit geringem Selbstbewußtsein sind eher "Opfer" (ich mag das Wort gar nicht).
Ein geringes Selbstbewusstsein o. auch Selbstwert könnte vielleicht mit ein Grund sein, weshalb jemand zum "Opfer" wird. (Sie sehen, schon beim ersten Beitrag habe ich "Opfer" in Anführunsstrichen geschrieben. Gerade, weil dieses Wort auch Assoziationen aufkommen lässt. Ein Opfer ist jemand, der durch etwas oder jemanden Schaden erlitten hat. Ein Synonym wäre; Betroffener, Geschädigter, Leidtragender.
Man kann das vermutlich an der körperhaltung, leiser Stimme etc. erkennen.
Die Täter haben wohl eher gerne Macht über den Anderen- die armen Würstchen.
Reicht das, dass jemand eine etwas gebückt Körperhaltung hat o. leise spricht?

Ich denke auch, dass es um Macht geht. Aber auch da; nicht alle "Machtmenschen" sind "Täter" o. Mobber. Es braucht doch mehr, oder?
Gruss Angelita

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Angelita
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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Mo 10. Mai 2010, 22:25

Hallo Doris
Mir hat es damals geholfen, dass ich wusste, die Zeitdauer in dieser Geschäftsstelle ist begrenzt. Und ich habe mit meinem Ausbilder geredet (hatte de facto einen Heulanfall in seinem Büro - nicht sehr professionell) und er hat mich dann in eine Geschäftsstelle versetzt, die für ihr gutes Betriebsklima bekannt war.
Vielen Dank für Votum. Hab ich das richtig verstanden; Ihre sog. Arroganz wurde Ihnen zum Verhängnis? Bei andern ist scheinbar Schüchternheit ein Grund jemanden zu schickanieren. Also muss man in den Augen der Andern anders sein, damit sie etwas finden um zu mobben....???? Was ist mit denen, die langezeit dazugehörten - u. aufeinmal werden sie gemobbt?

Doris, ging es Ihnen in der andern Geschäftsstelle gut? Wurden Sie nicht mehr geplagt? Haben Sie Ihr Verhalten verändert?
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Mo 10. Mai 2010, 22:36

Hallo Inka

Das ist eine der schlechtesten Voraussetzungen, wenn Lehrer o. Vorgesetzte beim Mobbing mit machen. Schlimm!
ja ich bin mit 19 J. in der neuen Schule gemobbt worden, auf übelste Weise und 2 der Lehrer haben noch mitgemacht.
.Schließlich brach ich die Schule ab, weil ich's nicht mehr aushielt.
heute weiß ich, dass ich schon sehr schräg war. Habe ja dann nicht umsonst ne Psychose bekommen.
Habe ein paar Jahre und neue Schulerfahrungen gebraucht, um das zu verarbeiten.
Zuviel , zuwenig Selbstbewusstsein, wenn man Pech hat und solche a (un)-sozialen Menschen dabei hat,
die finden immer irgendwas, es gibt solche Leute.
Traurig finde ich, dass die Mobbing-Betroffene, die sog. Schuld aufsich nimmt. Sie schreiben: Ich hatte damals eine Angststörung, nahm Drogen und brachte kaum ein Wort heraus, ich war schon sehr komisch Gibt das einer Schulklasse o. Schule das Recht, dann erst recht auf Inka rumzuhacken???

Sie wurden dann krank u. einpaar Jahre später gingen Sie wieder zur Schule. Erstmal Tolll! Wie ging es Ihnen an der neuen Schule? Haben Sie da Freunde gefunden? Ich wünsche es Ihnen von Herzen.
Gruss Angelita

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fluuu
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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon fluuu » Di 11. Mai 2010, 19:51

Hallo,
halte Mobbing im psychologischen Bereich für keinen guten Begriff, genauso wenig wie Stress oder schlechte Kindheit.
Das sind so allgemein gefasste Inhalte und treffen bei näherer Betrachtung fast auf jeden Menschen zu, damit kann
man keine psychischen Störungen analysieren oder benennen.

Fühle ich mich wenn ein Mensch nicht das tut was ich von ihm erwarte schon gemobbt oder wenn er anders reagiert als ich es
mir wünsche? Warum hänseln mich Andere? Habe ich ein Gefühl für den Selbstwert und warum ist er unterdurchschnittlich?
Warum empfinde ich bestimmten Humor oder die Wahrheit als verletzend? Warum kann ich meine eigenen Fehler und Schwächen
nicht akzeptieren, sie aber bei Anderen ständig ankreiden?
Gemobbt werden als solches ist kein pathologischer Aspekt sondern ein damit nicht umgehen können und das zeugt von einer
Störung in der Persönlichkeit und kann therapeutisch behandelt werden.
Ein Mobbingopfer hat sehr wahrscheinlich eine psychische Störung aber nicht wegen dem Mobben, sondern wegen vererbter
oder entwickelter psychischer Strukturen.
Bei Kindern und Jugendlichen ist Toben, Ausprobieren, Kräfte messen, Kämpfen und Angreifen völlig normal, jeder gewinnt
und verliert mal bei irgendeinem Spiel.
Wenn sich Erwachsene jedoch nicht wehren können gegen Angriffe von außen und keine Strategien entwickeln um damit
zurecht zu kommen, dann ist die Gefahr ein Opfer zu werden sehr groß und wenn dann auch noch versäumt wird sich
rechtzeitig Hilfe zu suchen kann daraus eine chronische Opferhaltung werden. Das wird dann Mobbing genannt und der Aufschrei
ist groß.
Besser ist es, wer eine unsichere Persönlichkeit hat aus welchen Gründen auch immer, rechtzeitig für Hilfe und Unterstützung
zu sorgen um die Persönlichkeit zu stabilisieren. Durch Lernen und Aneignen von Fähigkeiten bzw. Strategien im sozialen Zusammenhang
lässt sich die Gefahr ein Mobbingopfer zu werden prophylaktisch, also vorbeugend, vermeiden ohne den Mitmenschen gegenüber
Gefühllos zu werden. Lieber ein tatkräftiges Leben im Miteinander mit Stärken und Schwächen und dem Erkennen eigener Fehler,
als ein ewiges hilfloses Opfer der persönlichen Unzufriedenheit zu sein, dass die Schuld immer bei Anderen findet.
gruß fluuu

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon fluuu » Di 11. Mai 2010, 23:07

...Du irrst gewaltig, erstens bin ich natürlich als Jugendlicher gehänselt und "gemobbt" worden wie fast jeder
Mensch irgendwann im Leben und zweitens habe ich daraus gelernt und muss mich nicht verletzt fühlen wenn
jemand meine Schwächen als Wahrheit anspricht und kann es gelassen aushalten. Seine Fehler vor sich selbst
akzeptieren können und versuchen es besser zu machen führt dazu kein Mobbingopfer zu werden.
Wenn man es alleine nicht schafft sollte man kompetente Hilfe organisieren.

Bin hier kein Therapeut sondern ein gewöhnlicher User, das ist auch keine Praxis sondern die virtuelle Welt.
Ansonsten wirken Deine Reaktionen, ubik, sehr humorvoll, Du wärst ein idealer Patient für die 'Provokative Therapie',
jedoch kommen wir real wahrscheinlich nie zusammen und Du nie in meine Praxis, was für ein Verlust.
gruß fluuu

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Angelita
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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Mi 12. Mai 2010, 00:04

Hallo ubik

Sie schildern das sehr gut, wie u. auf welche Weise Mobbing abläuft. Und das dauerndes Voppen zu Stress u. unsicherheit führt ist ja belegt. Und am Ende gar eine Psychose ausläste.

Mobbing war verantwortlich für den Ausbruch meiner Psychose. Man hat mir dauernd (während meiner Zivildienstzeit) vorgeworfen, irgendetwas falsch gemacht zu haben. Kleinste unbedeutende Fehler wurden ständig dramatisiert. Auch Fehler, die ich gar nicht begangen habe, wurden mir aufgezwängt. Höhepunkt war die Diskussion von vielen Mitarbeitern, dass ich "zu nichts zu gebrauchen bin".Es wird jeder Fehler dramatisiert, mit Ihnen kann man nicht zusammen arbeiten.

Es steigert sich, die Nerven, die Anspannung, Sie versuchen besser zu sein - und auf einmal kippt die Sache u. wird zur irealenwelt, bis die Mitarbeiter als Feinde erscheinen.Sie klappen zusammen und haben Nervenzusammenbrüche.


Die Folge davon waren mehrere Nervenzusammenbrüche und der Versuch, meine Arbeit immer besser und besser zu machen, bis dann plötzlich gar nichts mehr ging und ich meine Mitarbeiter als Feinde gesehen habe. Ich habe mir sogar das Buch "Die Kunst des Krieges" bestellt, hat mir sogar ein wenig geholfen, mit solchen Menschen umzugehen.
Genau,die sog. Fehler werden aufgebauscht, der eine sagts dem andern weiter, dass ubik nicht zu gebrauchen ist u. so geht ein Lauffeuer durch das Geschäft u. jeder weisses.
War da kein Mensch, der mit ubik zusammen arbeiten wollte? Kein Chef, der gemanaget hätte. Hat sich niemand von der Leitung zuständig gefühlt?
Weiterhin wurde ich ständig gefragt und kontrolliert, sozusagen getestet, ob ich auch alles richtig mache. "Wo gehen Sie hin?", "Haben Sie das und das erledigt?", "Waren Sie heute schon dort und dort?"... Das hat sich dann auch in meiner Psychose geäußert. Ich hab dann gedacht, die ganze Welt wäre nur ein Test und alle Menschen wollten mich testen, ich hatte ein großes Misstrauen gegenüber allen Menschen.
Ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie das ablief. Da bei wollten Sie doch nur Ihren Zivildienst leisten, Sie haben sich dafür entschieden ohne Waffen in den "Krieg" zu ziehen. Sie wollten ihre Zeit gut nutzen. Und dann kommts ganz anders..
Meine Erfahrungen, die ich gesammelt habe sind folgende:

Wenn möglich, die Arbeitsstelle wechseln und zwar so schnell es geht (so wie Doris es gemacht hat). Es gibt außerdem die Möglichkeit durch eine Drittperson die Arbeitsatmosphäre zu prüfen, leider verhalten sich dann alle Mitarbeiter so, als ob nie etwas gewesen wäre. Letzte Möglichkeit:
Ja, das ist dann das perfide, wenn alle unisono sagen, neiein, ubik ist ein toller Mitarbeiter, macht seine Arbeit manchmal etwas langsam. Aber sonst ist nichts.
Dem Täter eins auf die Fresse hauen, damit er es endlich kapiert. Man muss das nicht physisch machen, man kann es auch raffinierter anstellen. So habe ich mit einem (!) Täter kaum ein Wort gesprochen, mich quasi als dumm gestellt, ihn ignoriert, Termine nicht pünktlich eingehalten, ihn mit einem teuflischen Blick angeguckt :evil: und ihm Angst gemacht. So schaffte ich es, dass ich mit diesem Vollidioten gar nicht mehr arbeiten musste, weil er sich bei meiner Chefin beschwerte und nicht mehr mit mir arbeiten wollte. Problem erledigt!

Leider scheiterte es daran, dass das rumerzählt wurde und ich quasi noch mehr zum Sündenbock wurde. Also nicht immer eine gute Methode. Hätte ich ihm lieber gleich eine auf die Fresse gehauen
Diese Mechanismen zu durchbrechen sind nicht einfach, weil man oft die Seilschaften nicht kennt, weil sie hintendruch streuen.

Sie haben sich wacker gewehrt u. lange Zeit versucht, den Kollegen es recht zumachen. ubik sie hatten wohl kaum die Möglichkeit eines Arbeitswechsels oder? Waren Sie die ganze Zivildienstzeit dort?

Wie und wann konnten Sie sich wieder erholen? Was würden Sie heute anders machen?

Danke, dass Sie uns Ihre Geschichte erzählt haben!

Herzliche Grüsse Angelita
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Mi 12. Mai 2010, 01:17

Guten Abend fluuu
Hallo,
Lieber ein tatkräftiges Leben im Miteinander mit Stärken und Schwächen und dem Erkennen eigener Fehler,
als ein ewiges hilfloses Opfer der persönlichen Unzufriedenheit zu sein, dass die Schuld immer bei Anderen findet.
Der erste Teil Ihres Satzes finde ich gut. Ja, so könnte es sein. Doch der zweite Teil ist im Zusammenhang von Mobbing sehr unprofessionell. Worte wie ewig, immer erinnern mich an Übertreibungen. Wenn Sie alle Voten gelesen haben, konnten Sie lesen: Ein geringes Selbstbewusstsein o. auch Selbstwert könnte vielleicht mit ein Grund sein, weshalb jemand zum "Opfer" wird. (Sie sehen, schon beim ersten Beitrag habe ich "Opfer" in Anführunsstrichen geschrieben. Gerade, weil dieses Wort auch Assoziationen aufkommen lässt. Ein Opfer ist jemand, der durch etwas oder jemanden Schaden erlitten hat. Ein Synonym wäre; Betroffener, Geschädigter, Leidtragender. So viel zum "Opfer".

Zudem denke ich, dass es bei dieser Problematik nicht um persönliche Unzufriedenheit geht. Schuld und Sühne ist eigentlich auch nicht das Thema. Und dass es immer bei Andern liegt o. findet, kam in keinem Post vor. Niemand von den Schreibern suhlt sich im erlittenen Schaden, keinem gefällt die "Opferrolle", weil viele konstuktive Ansätze präsäntiert wurden.

Hilfreich Ihrerseits wäre, wenn Sie eine Anrede mit Namen setzten, dann wäre für jeden ersichtlich, wen Sie meinen.
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Do 13. Mai 2010, 23:51

Hallo ubik
Es waren ja hauptsächlich die Chefs! Es waren sogar drei, die im Büro arbeiteten. Ich saß in diesem Büro in der Mitte. Meine Aufgaben reduzierten sich auf einen unsinnigen Bereich. Das einzige was ich im Büro machen durfte war Kaffee kochen, gelegentlich einen Zettel lochen, einen Zettel in den Ordner heften. Das ist doch nicht der Sinn von Zivildienst, oder?? Zum Glück durfte ich auch manchmal Patienten betreuen, das hat mir wenigstens Spaß gemacht. Ältere, kranke Menschen sind mir lieber als Mobbingtäter, denn sie bedanken sich wenigstens... Das scheint Programm zu sein, stupide Arbeit zu weisen. Klar ist, dass man nicht immer die Rosienen bekommt - wir verstehen uns :-" - aber Zivildienst ist hüben u. drüben (Schweiz u. Deutschland) in etwa das Gleiche. Und es geht in erster Linie um Betagte, Behinderte u. Ängstliche, sie zu begleiten, helfen, waschen, kochen, spazieren, vorlesen u. mit einander sprechen.

Ich musste es machen. Wenn ich keinen Zivildienst gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich vor einer Psychose verschont gewesen.Meinen Sie verschont geblieben, wenn sie zu einer andern Zivi-Stelle gekommen wären? Dann wäre vermutlich die Psychose nicht ausgebrochen, oder?

Einen Arbeitswechsel wollte ich nicht, denn ich musste nur noch einen Monat "durchhalten". Die ganze Zivildienstzeit war ich nicht dort, meine Psychose brach einen Monat vor meinem Zivildienstende aus (was für ein Pech...).Hat sich dieses Durchhalten nun gelohnt? Sie wurden krank. Ich kann schon nach vollziehen, dass Sie wegen eines Monates nicht nochmals wechseln wollten. Aaaaaaaaaber unter diesen Umständen.........??????????


Das Problem war, dass ich gar nicht erkannte, dass es überhaupt Mobbing war.Genau! Ganz genau! Wenn einem das zum ersten Mal passiert, merkt man die fiese tour lange nicht u. wenn man sie dann bemerkt, hofft man, dass es nur heute so war o. nur diese Woche o. der hatte wohl stress, etc.

Ich glaube auch nicht, dass die mich alle bewusst gemobbt haben. Ich bin auch der Meinung, dass Mobbing überhaupt nicht bewusst abläuft.Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.GOETHE Da sind meine Erfahrungen anders; Mobber, wissen sehr wohl, was sie tun u. antun.

Schon früh erkennen, wenn jemand anfängt zu mobben.Das ist das beste. Meist existiert ein Pflichtenheft. Wenn man bemerkt, das da Mobbing im Gange ist, Protokoll führen was an Arbeit zu tun war, wer, was, wie gesagt hat. Beleidigungen usw. Verbündete suchen. Am aller blödsten ist schon, wenn der Chef o. die Chefs mitmachen beim Mobbing, dann wirds wirklich schwierig. Meist haben die aber auch einen Vorgesetzten. Vielleicht gibts auch eine Umbutsstelle gegen Mobbing in der Stadt o. Landkreis

Das hat mir nämlich mein Arzt erzählt: "Mobbing ist ganz normal und überall. Suchen Sie sich einen guten Freund mit dem Sie reden können".Ich bin da anderer Meinung; Mobbing ist nicht normal u. kommt auch nicht überall vor. Man sollte es ansprechen (gerade, wenn man nichts mehr zu verliehren hat o. sich Hilfe gesucht hat, denn das Recht schützt den Mobbing betroffenen)

Das wäre ja auch eine Möglichkeit: Mit jemanden darüber zu reden. Das hilft ganz bestimmt.Ja das ist eine gute Idee! Da fühlt man sich nicht mehr so alleine u. verloren. Hilfsorganisationen gegen Mobbing sind auch wichtig, weil die einem Strategien geben können, beraten u. rechtlich oft auch sehr gut bewandert sind.

Wenn Mobbing lange andauert, dann werden die Betroffenen nicht selten krank. Da geht es dann ans Existenzielle; wer zahlt was.


Wenn man jedoch auf sich alleine gestellt ist, dann ist es schwieriger.
Leider ist das oft so. Viele schämen sich darüber zu reden, suchen Fehler bei sich u. schweigen viel zu lange. Meist bleibt den Geschädigten nichts anderes übrig, als die Arbeitsstelle zu wechseln - das ist zur Zeit auch nicht so einfach. Dann sollte man wissen, dass Mobbing jedem passieren kann. Es hat weder mit Bildung noch dem Rang/Stand zu tun. Es kann jeden treffen!
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Mo 17. Mai 2010, 16:26

Hallo Doris

Vielen Dank für Ihren Beitrag und die guten Hinweise!

Traurig ist es, wenn gerade diese Stellen, bzw. der Chef mit von der Patie ist im Mobben. Aus der Praxis ist mir eben diese Konstellation bekannt. Chef u. Personalleiter haben zusammengespannt, div. Angestellte haben mitgemacht u. fertig war das Mobbing.

Selbstverständlich kann der Angestellte auch in dieser Situation sich noch wehren und aktiv, transparent u. mutig dagegen angehen. Gerade, wenn man in einem kleinen Betrieb arbeitet, ist es wichtig in einem Berufsverband o. Gewerkschaft eingebettet zu sein.

Sicherlich kann man als ultima ratio auch noch den Rechtsweg einschlagen - nur, das braucht Zeit, Nerven u. Geld u. letztlich muss der betroffene Arbeitnehmer trotzdem für sich entscheiden, ob er noch in diesem Betrieb arbeiten will o. kann...

Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Fr 21. Mai 2010, 11:02

Hallo Doris

Ich habe Sie schon richtig verstanden :cool:

Vielen Dank für Ihre Hinweise, die sehr wertvoll sind. Und Sie haben völlig recht
den Staub von den Schuhen zu schütteln und weiter zu ziehen.
Ich glaube auch, wenn man sieht, dass man gegen das ganze Geflecht nicht ankommt, ist es besser, sich etwas Neuem zu zuwenden. Wichtig ist auch, jede Hilfe in Anspruch zu nehmen - so wie Sies beschrieben haben - Arzt, Psychiater, Beratungsstellen usw.
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon spiriphysiks » Sa 22. Mai 2010, 07:20

Hallo Angelita,
Suchst du eigentlich Hilfe weil du selbst betroffen bist, oder aus psychologischer Neugier?

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon Angelita » Sa 22. Mai 2010, 16:26

Guten Tag spiriphysiks
Hallo Angelita,
Suchst du eigentlich Hilfe weil du selbst betroffen bist, oder aus psychologischer Neugier?
Sowohl als auch - als Kunsttherapeutin bin ich durch meine Klientel, Freunde u. Verwandte betroffen. Und in meiner Schulzeit war ich selbst Betroffene. Ich kenne alle Seiten - auch die der Schlichtenden, wenn in Gruppen solche Tendenzen auftreten.

Neugier? Ja, aber nicht im sensationslüsternden Sinn, sondern wie ich bereits im Eingangsvotum geschrieben habe; welche Spuren hinterlässt ein solches Geschehen? Wie geht die/der Einzelne damit um? Wo u. wie hat man sich Hilfe geholt.

Ich wünsche Ihnen und allen Foris ein schöne Pfingstwochenende!
Gruss Angelita

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Re: Mobben und gemobbt werden

Beitragvon fluuu » Di 25. Mai 2010, 15:11

Humorvolle Übertreibungen sind manchmal therapeutisch nützlich wenn es um etwas geht
wie hier das gesellschaftlich völlig überhöht und psychologisch gesehen falsch dargestellt wird.
Es gibt Mobbing nicht als psychische Störung, es ist ein künstliches Phänomen und ließe sich
sozialpsychologisch genau analysieren.
Es ist jedoch müßig darüber zu diskutieren, die Praxis hat gezeigt, wer sich zum Opfer macht
weil er dadurch Zuwendung, Hilfe und Ansprache bekommt lässt sich therapeutisch nicht helfen
oder von dieser Haltung abbringen und genauso ist es mit dem Mobbingopfer. Wer das braucht um
anschließend lautstark schreien zu können und mit Fingern auf Schuldige zu deuten, dem ist
kaum zu helfen. Wer sein eigenes Vermögen in der Persönlichkeit nicht erkennen möchte erlebt
diese Prozesse chronisch immer wieder.
Man kann dann nur noch trösten und auf die selbst herbeigeführten Schmerzen pusten, helfen
im Sinne von Veränderung und Verbesserung kann man nicht.
Ein Mobbingopfer ist das Opfer der eigenen Persönlichkeit, einer Persönlichkeitsstörung.
(Nicht zu verwechseln mit dem Opfer einer sexuellen Misshandlung als Kind z.B., das ist eine
Traumatisierung eines 'Unschuldigen' und kann therapeutisch behandelt werden.)
Ein Mobbingopfer als Erwachsener ist eine Persönlichkeitsstörung mit Eigenverantwortung,
nur der Betroffene erkennt die Störung nicht an und bleibt in seiner Haltung die Anderen sind Schuld.
gruß fluuu

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