Frozen watchfulness

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema ADHS, POS sowie Störungen der Emotionen, des Sozialverhaltens und der Bindungsfähigkeit mit Beginn in Kindheit und Jugend, z. B. auch Bettnässen (Enuresis), Trennungsangst, Stottern, Tics,
Mavros
Beiträge: 256
Registriert: Sa 13. Apr 2013, 11:25

Re: Frozen watchfulness

Beitragvon Mavros » So 8. Sep 2013, 16:15

In diesem Vortrag kann man ein Schema sehen, das eine große Hilfe beim Erkennen, in welchem Bereich man sich befindet, ist. Und anders herum - viele Missverständnisse in der Kommunikation entstehen anhand der Ungewissheit, durch welche Regungen Affekte bei Anderen ausgelöst werden.

http://www.youtube.com/watch?v=IbEcu4u-ZXU

Jemand agiert z. B. aus dem Bereich der Wut, jemand wieder braucht eine Bestätigung für sein Selbst- und Weltbild; also der Bereich der "Meinungen". Vereinte Kräfte zwecks des unberechtigten Vordringens in ein breiteres Interessenfeld gibt es auch, darüber spricht Pennigton in der Folge 08. Oder eben es wird über die Schwierigkeiten beim Selbstzweifeln und bei der Depression berichtet.

Hier Soft Skills von Pennigton:

http://www.pennington-training.com/

Wenn allerdings das Wissen um die eigenen Grenzen dazu verwendet wird, den eigenen wirtschaftlichen Erfolg zu optimieren, entwickelt sich daraus eine gewisse Problematik. Je stärker man seine persönliche Ziele mit der Zugehörigkeit zu einer Struktur verbindet, desto mehr Abhängigkeit von dieser Struktur wird entstehen, und Abhängigkeiten kommen im psychischen Bereich immer in der Form der Angst zum Ausdruck. Ein einfaches Beispiel - die weit verbreitetste reale Angst in unserer Gesellschaft ist die Angst vor der Arbeitslosigkeit. Der Ursprung dieser Angst liegt darin, dass keine Möglichkeit besteht, unabhängig vom System zumindest für den eigenen Bedarf an Nahrung aufzukommen. Je größer das System, desto weniger Möglichkeiten für den Einzelnen, und der Unternehmer ist von dem gemeinschaftlichen Deal nicht weniger abhängig als ein Arbeiter. Als Unternehmer kann man nur dann überleben, wenn a) Arbeiter und b) Käufer der eigenen Leistungen oder Waren vorhanden sind. Wenn das System gerecht ist, ist es ok. Diese Abhängigkeit hat es zumindest in der Mehrheit der Gemeinschaften immer gegeben, sie galt ursprünglich eher unter dem Begriff Arbeitsteilung als eine konstruktive Art, das Überleben für eine ganze Gemeinschaft zu sichern. Wenn aber im System Hierarchien und Ausbeutung des Einzelnen vorkommen, sieht die Wirkung auf die psychische Stabilität des Individuums anders aus. Je größer und globaler das System wird, desto mehr Angst wird entstehen, denn dann mangelt es schlicht an Alternativen, dann ist kein Entkommen denkbar. Und dieses Problem stellt sich seit dem Beginn der Industrialisierung immer deutlicher dar - das hat eben dann auch psychische Auswirkungen. Es sind nicht mehr Psychiater und Psychologen, die im Vergleich zu früher öfter diagnostizieren, es liegt auch nicht an der besseren statistischen Erfassung, dass es einen solchen Anstieg der psychischen Störungen wie heute gibt, sondern der Grund dafür ist die Entmündigung der Einzelnen und seine genetische Angst vor dieser Entmündigung, denn diese wurde seit Urzeiten mit dem Urteil 'Nicht überlebensfähig' assoziiert. Letztendlich werden auch familiäre Konstellationen und Erziehung der Kinder durch diese Lage beeinflusst.

Zu wissen, wo die eigene Angst herkommt, ist wichtig. Dann nämlich kann man sich mit ihr besser arrangieren, dann beunruhigt sie nicht mehr. Was als eine logische Folge bestimmter Ursachen entsteht, hat seine Daseinsberechtigung und ist kein Grund dazu, darüber zu verzweifeln.

Liebe Grüße
Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

Dr. med. Michael Depner - seele-und-gesundheit.de


Zurück zu „ADHS, POS und andere Verhaltensstörungen (ICD-10:F9)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast