ADS bei Erwachsenen

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema ADHS, POS sowie Störungen der Emotionen, des Sozialverhaltens und der Bindungsfähigkeit mit Beginn in Kindheit und Jugend, z. B. auch Bettnässen (Enuresis), Trennungsangst, Stottern, Tics,
medina
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ADS bei Erwachsenen

Beitragvon medina » Di 30. Mai 2006, 22:35

Hallo,

ist es vielleicht albern zu behaupten es gäbe erwachsene mit ADS?
Kinder dürfen ADHS-ler sein, erwachsene nicht?
Überall steht, dass sich ADS bei kindern nicht herauswächst. Dies hättedoch wohl zur folge, das es demnach auch erwachsene mit ADs gibt, oder!?

Fragt doch mal eure theras, die lachen euch aus. Behandeln euch wegen depressionen, angstzuständen, stimmungsschwankungen. eure verfuschte schul- und ausbildungszeiten hatten ganz andere ursachen, und das ihr euch auch heute kaum an den geburtstag eurer besten freundin erinnern könnt ist doch schließlich nicht so schlimm. die leute in ADS-Gruppen sind alle blöd und belügen sich selber ...

jetzt werd ich aber langsam sauer ....

Ok, ihr seids nicht schuld.
Gibt es hier jemanden, dem es ähnlich geht?

Ich bin seit ca 87 jahren in therapie und stelle erst über die ADHS-Diagnose meiner söhne fest, das ich auch so war. mich als kind auch so gefühlt hab. der zu erwartende werdegang dieser kinder ohne therapie schildert quasi genau mein leben.

klar, mittlerweile hab ich in der tat depressionen und angstzustände und was noch so in dieses paket gehört. nur wird es leider nicht besser, weil ungefähr null therapieversuche einschlagende erfolge zeigen.

da heißt es immer man solle sich nicht selbst medikamentös behandeln. ich hab schon überlegt, ob ich mir mal ein ritalin meiner söhne reinpfeifen soll, um zu gucken was passiert.

ich freue mich auch wirklich, dass sich hinz und kunz und gott und die welt so verständnisvoll und intensiv mit meinen kindern beschäftigt. aber manchmal wünsche ich mir, dass mal jemandem auffällt, das es auch mir so gegangen ist und mir niemand geholfen hat. ich im gegenteil nur immer hörte: das kannst du sowieso nicht,..., was hättest du aus dir machen können wenn du nicht so faul wärst,.. das schaffst du nicht und jenes sowieso nicht,..., usw.
Nö, statt dessen kann man sich jetzt noch damit auseinander setzen, was man seinen kindern mit den wenigen millionen erziehungsmaßnahmen so alles angetan hat.

wiso hat hier überhaupt noch niemand einen beitrag geschrieben???

ach, sorry, ich bin irgendwie super sauer, auf all die verschwendeten jahre(und männer) hätte ich das alles früher gewußt , wäre sicher vieles anders gelaufen. jetzt bin ich zu alt noch was aus meinem leben zu machen. zumal ich nur durch die erkenntnis ja auch nicht plötzlich 'normal' werde.

so, danke fürs ''zuhören''

liebe grüße medina
Man versteht das Leben rückwärts - aber leben muß man es vorwärts !

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Dada
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Beitragvon Dada » Fr 2. Jun 2006, 18:50

Liebe Medina,

Ich hör Dir nicht nur zu, sondern geb Dir auch gern eine Antwort die mir grad so in den Sinnn kommt:

Beim Lesen Deines Beitrages war ich etwas verwirrt, weil soweit ich weiss ist ADS bei Erwachsenen sehr verbeitet und nach und nach anerkannt. Hab jedenfalls schon mehrere Bücher/Artikel darüber gesehen. Wenn ich das google finde ich fast ausschliesslich Seiten wo es um ADS bei Erwachsenen geht (um die Kinder kümmern sich ja nur die Pädagogen damit sie was zu tun haben, ansonsten werden die mit Ritalin lahmgelegt).

Also: ADS/ADHS/Erwachsene = Ein absolutes Topthema in der gesamten Psychiatrie in diesen Jahren! ! Oder aber Du meinst Deinen Beitrag anders als Du ihn geschrieben hast, oder ich habe etwas verwechselt. :eek:



Mein Bruder hatte ADS bzw. POS, meine Eltern haben ihm aber kein Ritalin gegeben und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das richtig war. Hab mir mal ein Ritalin reingepfiffen vor ein paar Jahren, weiss aber nicht mehr, wie das gewirkt hat. Kann in dem Fall nicht so speziell gewesen sein. :cool: Es sollte die ADSler beruhigen und normale aufputschen. :wink:


Ich wünsche Dir viel Kraft und Raum, Dein Leben zu geniessen.


Beste Grüsse,

Dada


EDITH P.S.: Ahja, eine Seite:

http://www.ads-bei-erwachsenen.de/^

Es sieht im Fall schon ein wenig danach aus, dass das noch eher als ein "alltagspsychologischer" Gedanke behandelt wird von Experten, mit gewissem Recht, die ADS Symptome sind nicht wirklich schwerwiegend, schon gar nicht für einen Erwachsenen. Ich meine dass man sich z.B. nicht konzentrieren kann, liegt einfach auch an der heutigen Zeit, wo das einerseits kaum gefordert wird und andererseits die Menschen nicht mehr in allzu grosser Zahl in sich kehren, sei es im Gebet, Meditation, usw. Daher stehe auch ich persönlich der Sache "ADS Diagnose an Erwachsene" relativ kritisch gegenüber.

So jetzt aber tschüssi...

Silent
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Beitragvon Silent » Sa 3. Jun 2006, 20:12

Es gibt ADS auch bei Erwachsenen, ich habe die Vermutung daß mein Ehemaliger ADSler ist, es weisst vieles darauf hin, habs auch meinem Thera erzählt, viele Situationen geschildert, handlungsbedarf besteht bei meinem Ehemaligen, aber er lehnt leider komplett psychotherapeutische Hilfe ab.

Silent
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Beitragvon Silent » Sa 3. Jun 2006, 20:17

Es gibt ADS auch bei Erwachsenen, ich habe die Vermutung daß mein Ehemaliger ADSler ist, es weisst vieles darauf hin, habs auch meinem Thera erzählt, viele Situationen geschildert, handlungsbedarf besteht bei meinem Ehemaligen, aber er lehnt leider komplett psychotherapeutische Hilfe ab.

Jonas
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Re: ADS bei Erwachsenen

Beitragvon Jonas » So 4. Jun 2006, 06:25

Ich bin seit ca 87 jahren in therapie
Alle Achtung!
http://www.eigener-planet.de/

LonesomeGirl
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Beitragvon LonesomeGirl » So 11. Jun 2006, 15:43

Hallo Medina,

bei mir und meinem Partner ist auch vor kurzem ADHS diagnostiziert worden, wir sind 23 und 24 Jahre alt. Wir werden beide mit Medikinet dagegen behandelt und sind in Therapie. Besserung ist durch die Medis aber noch nicht eingetreten, kann aber auch etwas dauern.

medina
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Beitragvon medina » So 11. Jun 2006, 21:21

hallo lonesome girl,

wer hat denn bei euch die diagnose gestellt.
sämtliche ärzte die ich anspreche sagen mir nur das sie solche tests nicht machen.
an welche ärzte sollte man sich denn wenden?
mein thera konnte mir da auch nicht weiter helfen.
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bea
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Beitragvon bea » So 11. Jun 2006, 22:11

Liebe Medinea,

ich vermute bei mir auch ADS. die Krankheitsbeschreibung deckt sich komplett mit meinem Verhalten in meiner Kindheit, Jugend und auch Heute. Hatte im letzten Jahr eine schwere depressive Episode und bin seitdem im psychiatrischer Behandlung und auch Psychotherapie. In der letzten Sitzung habe ich meinen Arzt/Therapeuten auf meine Vermutung angesprochen und zwar, weil wir keinen wirklich schwerewiegenden Grund für meine Episode finden können. Ich bin eigendlich viel zu stabiel für Depressionen und wenn ich mein AD reduziere habe ich trotzdem welche. Verhaltentherapeutische Ansätze für einer Depritherapie lassen sich auch nicht finden.
Mit meinem ADS könnte ich auch so weiterleben, habe ich ja bisher auch getan. Aber wenn meine Depression tatsächlich mit ADS zusammenhängt, lohnt es sich wohlmöglich doch mal genauer hinzuschaun, denn die Depri will ich loswerden.
Nunja, in der nächten Sitzung will mein Psychiater mit mir ein Diagnosegespräch führen und wenn er zu dem Schluß kommt, das ich ADS haben könnte, wird er mich zur UNI-Klinik schicken. Dort hat man sich auf die Diagnose von ADS spezialisiert, hat mir mein Psychiater gesagt.
Gruß Bea

medina
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Beitragvon medina » So 11. Jun 2006, 22:25

Hallo bea,

aha, das wäre vielleicht aml eine idee. an die uni hab ich noch nicht gedacht.von welcher uniklinik, also 'wo', sprichst du dennß die werden sich nicht alle spezialisiert haben. ich würde mich dann an köln wenden.

ansonsten sehe ich das genauso wie du. mit dem ads kann ich jetzt nun auch weiter leben. ich hab schon alles im leben versaut, was man versauen kann- da hilft es mir jetzt auch nicht mehr davon befreit zu werden. obwohl es vielleicht dann möglich wäre mal eine arbeitsstelle länger als drei monate zu besuchen. was mir wirklich das leben schwer macht sind die stimmungsschwankungen und die bezihungsprobleme. da wär ich schon froh, wenn sich da was ändert. allein durch therapie geht es ja offensichtlich nicht.

liebe Grüße
medina
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bea
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Beitragvon bea » So 11. Jun 2006, 22:46

Liebe Medina,

ob die Uniklinik Köln für Dich die richitge ist, könntst Du vielleicht auf deren HP feststellen.

Zur endgültigen Diagnose von ADS wird mich mein Psychiater nach Münster, zur UKM Poliklinik für Psychiatrie schicken.
Gruß Bea

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Beitragvon bea » Mo 12. Jun 2006, 02:41

Liebe Medina,

war gerade auf den Seiten der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Köln. Sie haben dort eine Spezialambulanz für Erwachse mit ADHS.

Also mußt Du Dich doch nicht auf den Weg nach Münster machen.
Ich hoffe Dir wird endlich geholfen.

Das ADHS leicht mit der Boderleinstörung zu verwechseln ist die mit starken Stimmungschwankungen einhergeht, weißt Du hoffendlich. Wenn nicht, schau Dir noch mal Seiten zur Boderleinstörung an, vielleicht ist das auch Deine Diagnose.
Gruß Bea

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Beitragvon medina » Mo 12. Jun 2006, 08:14

Hallo bea,

ich danke dir herzlichst für deine mühe.
ist klar, das ich in der uni ca in eineinhalb jahren mal einen termin haben kann, ich versuch es aber trotzdem.

Ja, ich habe z.zt. diagnose 'lapidar borderline'.
tatsächlich identifizieren kann ich mich aber mit ads. sicherlich sind viele bl-typische dinge in mir zu finden, aber trotzdem hab ich nicht das gefühl das bl zu mir paßt. narzistisch wie ich schon mal sein kann, meine ich es ja schließlich besser zu wissen als die spezialisten.
und das die psychologen mich jetzt wegen meiner söhne darauf angesprochen haben, ob ich auch betroffen wäre, paßt mir ganz gut.

so, jetzt muß ich mal einen uni-kontakt herstellen.

stellt sich noch die frage, wie ich das mit der kasse abrechnen kann, da ja grade eine therapie läuft.

noch mal herzlichen dank

gruß
medina
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Beitragvon medina » Mo 12. Jun 2006, 08:45

So, schon alles geklärt.
am 10.08. geht das jetzt los. ich bin gespannt
jetzt muß ich meinem thera noch klar machen, dass ich einen grünen poliklinikberechtigungsschein brauche. hoffentlich weiß der was das ist.

nochmal herzlichen dank bea.
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Beitragvon bea » Mo 12. Jun 2006, 14:48

Liebe Medina,

wenn deinTherapeut den nicht ausstellen will, suche Dir einen Psychiater und schildere ihm das Problem.

Alles Gute
Gruß Bea

Wolfskind
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Beitragvon Wolfskind » Sa 26. Aug 2006, 16:36

mir wurde letztes jahr in der klinik (mittlerweile mit schwerpunktstation ADHS) gesagt, das ADHS bei Erwachsenen noch da ist bzw. vielmehr weiterhin Probleme verursacht (eben auf Grund der Hyperaktivität) aber ADS eben die "Träumer" nicht mehr. Also

ADHS noch bei Erwachsenen diagnostiziert wird. aber
ADS bei Erwachsenen eben nicht mehr.


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