Wer hat Erfahrung mit Risperdal bei Kindern???

Hier hinein gehören Beiträge, die sich spezifisch auf die oben genannten und andere Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter sowie den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten z. B. in der Schule und bei der Erziehung ergeben
offi50
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Wer hat Erfahrung mit Risperdal bei Kindern???

Beitragvon offi50 » Sa 11. Okt 2008, 17:19

Hallo Ihr Lieben,

bin ganz neu hier und möchte mich kurz vorstellen.
Ich bin 49 Jahre alt, verheiratet, und habe 2 Söhne.
Der eine wird jetzt 9, der ältere ist 12 und hat das Asperger Syndrom.

Die genaue Diagnose wurde vor 3 Jahren in einer Klinik am Bodensee gestellt. Vermutet habe ich es aber schon früher.
Seitdem bekommt er Risperdal. Lief immer ganz gut aber seit einiger Zeit hat er Dyskinesien.

Meiner Meinung nach eine Nebenwirkung vom Risperdal, weil als ich neulich erhöht habe es noch schlimmer wurde.Und bei Runterdosierung besser.
Er hat auch von Anfang an einen feinen Tremor, schnellen Herzschlag und etwas höhere Temperatur als normal.

Hat jemand von Euch auch solche Erfahrungen mit Risperdal gemacht :?:

Ich möchte versuchen es auszuschleichen.
Werde aber nochmal mit dem Kinderarzt sprechen und eine Blutuntersuchung machen lassen.

Liebe Grüße offi50

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a-lethe-ia
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Beitragvon a-lethe-ia » Do 13. Nov 2008, 20:05

Hallo offi..

Ich habe leider keine Informationen,sondern nur fragen.

Risperdal ist ja ein ziemliches hammerNL. Eines der stärkten Neuroleptika überhaupt und, m.E auch nicht ungefährlich. Daher ist die verordnung wohl genau zu prüfen..



welchen Grund hatte es denn, dass man das verschrieben hat? Also ist die Krankheit sehr starkt ausgeprägt bei deinem Sohn, ist er Aggressiv etc.. Das kann man ja kaum erahnen und ich denke dass jeder Aspi da unterschiedlich ist.
Ich lese grad, dass es eigendlich erst ab 16 freigegeben ist, außer bei besonderer Indikation. Und da NL ja recht starke nebenwirkungen haben, bzw ich einige Menschen kennen,die erwachsen sind und das ablehnen, da es sie "kopftot"macht, interessiert mich, warum das eingesetzt wurde,ob es Besserung brachte, etc.
Besonders die dyskenissien koennen wohl bei längerer Einnahme dauerhaft werden-auch da kenne ich einen Fall persöhnlich, der hat allerdings Melperon bekommen.


Ich kannte einen starken Asperger, der allerdings (im Zeitraum,in dem ich mit ihm Kontakt hatte )keine Medikation erhielt.
Er ist mit mir auf ein Internat gegangen,war zwar sehr zurückgezogen aber ein unheimlich lieber Mensch,wenn man erstmal seine Art verstanden hat. Er hat mir auch erzählt, dass er NL eher als störend empfand, daher interessiert mich,wie das bei euch ist, auch wie die Wahrnehmung bei deinem Sohn ist.
Allerdings hast du auch wenig geschrieben, in Bezug auf ihn,also wie gut er sich z.B mitteilt...
Oft ist es so, dass die Menschen,die NL nehmen, sich wie Zombies fühlen, verlangsamt im Denken, emotionsloser, ruhiger. In altenheimen werden solche medis in negativen fällen zum ruhigstellen genommen- denn beruhigend wirken sie bei jedem,egal ob krank oder gesund..

(hart gesagt: Neuroleptika machen kopftot. sie sedieren stark und KÖNNEN daher eingesetzt werden um leute ruhizustellen. Außerdem können sie auch bei sachgemäßer anwendung schäden hervorrufen. Darum sollten diese IMMER als letzte lösung und nur unterstützden gebraucht werden.)
((ja, manchen menschen helfen sie. das ändert nichts daran,das es keine kleine pille für nebenbei ist..)

daher wäre eine einschätzung von ihm,so möglich,sicher auch positiv.



Der Mensch hat uebrigens mit 16 bereits Abitur gemacht und ein Physikstudium.. es ist ja so,dass sehr viele aspis teilweise hochbegabt sind. Das geht also mit richtiger förderung. aber es kostet sehr viel zeit und nerven und womöglich auch geld.

ich wünsche alles gute



Noch ein thread zu dem Thema: http://www.psychiatriegespraech.de/phpB ... php?t=3589

Noch eine seite- ich habe sie nur kurz überflogen, fand sie aber recht interessant:

http://www.psychiatrie-nussknacker.de/t ... -info.html

offi50
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Beitragvon offi50 » Mo 17. Nov 2008, 16:50

Hallo a-lethe-ia,

danke für Deine Antwort.

Das Risperdal bekam mein Sohn erst nach der Diagnose in der Klinik verordnet.

Er war autoaggressiv und hatte sehr viele Heul-Schreiattacken am Tag. Er war seelisch total am Ende, nicht nur wir als Eltern. Er hat sich so rumgequält das wir uns entschlossen haben es zu versuchen. Zumal wir ein befreundetes Ehepaar haben, deren Sohn auch ein Aspie ist und mit dem Medi auch gut zurechtkommt.
Mein Sohn hatte auch Zwänge entwickelt, die mit dem Risperdal wegegangen sind. Klar am Anfang war er sehr müde, nach längerer Einnahme hat sich das gelegt. Er hat eine geringe Dosis bekommen 0,25, zwischendurch 0,5. Als ich jetzt zum Schluß einmal erhöht habe auf 0,75 hat er die Dyskinesien entwickelt. Habe erst im Forum erfahren wie gefährlich es wirklich sein kann dieses NL zu nehmen.

Jetzt haben wir es schon einige Wochen abgesetzt. Die Dyskinesien sind vollständig verschwunden und er ist irgendwie ausgeglichener. Aber die 3 Jahre hat das Medi geholfen. Falls er noch mal Probleme bekommt, werde ich auf natürlichem Wege versuchen ihm zu helfen.

Es war eine verdammt schwere Zeit bis hierher. Und ich hoffe das es besser wird. Leider ist er jetzt auch noch in der Pubertät, was es nicht leichter macht.

Liebe Grüße
offi
Ihr lacht über mich,
weil ich anders bin.
Ich lache über Euch,
weil Ihr alle gleich seid.

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Beitragvon a-lethe-ia » Mo 17. Nov 2008, 21:42

habt ihr ne begleitende psychotherapie?


und die autoaggresivität.. aus wlchem grund? sich selbst fühlen?
also eine grenze definieren zwischen ich und aussenwelt etc?

wie kommt ihr damit klar? wenn ihr ne thera macht-ist die auch begleitend für euch?


was n rebound ist weisst du?..

aber wenn es noch anhält ist es ja positiv, freut mich :)

oh ja, pubertät *lach*
das wird hart. aber ihr schafft das sicher.

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Beitragvon offi50 » Di 18. Nov 2008, 08:14

Guten Morgen a-lethe-ia,

ja mein Sohn bekommt seit 4 1/2 Jahren die Psychotherapie. Die Eltern und Geschwister werden in einigen Sitzungen mit einbezogen. Es hat schon viel gebracht.

Was ein Rebound ist weiß ich. Ich habe das Risperdal ganz langsam ausgeschlichen. Er hatte ja auch zum Schluß nur noch 0,25 bekommen. Und der Medikamentenspiegel war sehr sehr niedrig. Ich hoffe natürlich das es anhält.

Das autoaggressive Verhalten war durch seine Wahrnehmungsstörungen. Er wirft sich jetzt noch sehr oft auf seine Knie (hat schon richtig Hornhaut) wenn er spielt oder sich umziehen will. Er spürt sich so einfach besser. Andererseits ist er wieder sehr empfindlich, vor allem im Kopfbereich. Beim Zahnarzt die Geräusche vom Bohrer oder Absauger mag er gar nicht. Vor allem weil dann Ohrenzuhalten nicht hilft.

Jetzt versuche ich ihn auf eine andere Schule zu kriegen. Er muß leider bei uns auf eine Schule für Lernhilfe gehen (wegen der kleinen Klassen, und weil er direkten Zuspruch braucht). Es gibt bei uns für Asperger keine Schule. Nur für geistig und körperlich Behinderte.

Da die Schule, auf der er jetzt das 6. Jahr ist, sehr groß ist (Pausensituation ist Horror, er wird auch viel von anderen geschlagen und wehrt sich nicht), habe ich nach langem Suchen eine schöne kleine Schule (auch für Lernhilfe, aber egal) in unserer Nähe gefunden. Jetzt muß ich ihn nur noch hinkriegen. Er wehrt sich total gegen diese Veränderung, kann ich ja verstehen, aber ich möchte nur das Beste für ihn. Hoffentlich klappt es.

Sorry, jetzt habe ich aber einen Roman geschrieben :oops:

Liebe Grüße
offi
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Beitragvon a-lethe-ia » Di 18. Nov 2008, 16:08

mah, ist doch gut so, interessiert mich ja.

aber er versteht schon, das die schule dann "besser" ist?

ja, selbst ich hatte anfangs probbleme mit unserem apsie, weil es einfacha nders und gewöhnungsbedürftig ist,auch diese sehr gleichbleibende sprachmelodie z,b..




einen tip zu geräuschen im kopf- wenn er gerne musik hört und so n tragbares musikteil hat-das hilft einigen menschen sehr. besonders beim zahnarzt.


ich drück euch die daumen


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