ein bisschen Schizoidie oder Autismus? Oder ganz etwas anderes?

Hier hinein gehören Beiträge, die sich spezifisch auf die oben genannten und andere Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter sowie den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten z. B. in der Schule und bei der Erziehung ergeben
Llllleona 5x.2
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ein bisschen Schizoidie oder Autismus? Oder ganz etwas anderes?

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Di 12. Sep 2017, 22:47

Letztes Jahr war ich bei einer Arbeitsunfähigkeitsüberprüfung. Die Psychologin hat unter anderem den Verdacht auf eine Autismusspektrumstörung geäußert. Damals hab ich mir gedacht, so ein Blödsinn! Mittlerweile frag ich mich aber öfter, ob dieser Verdacht nicht doch eine Berechtigung hat, denn...

Manchmal hab ich einfach keinen Zugang zu meinen Gefühlen. Nur zu meinem Denken. Z.B. hab ich letztens eine Doku über "Indiens verlorene Mädchen" gesehen, das war wirklich heftig! Da ging es darum, dass in manchen Dörfern Babys ermordet werden, wenn sie als Mädchen zur Welt kommen, dass angenommen werden kann, dass es in jedem Haushalt in Indien Gewalt gegen Frauen gibt u. dgl. schreckliches mehr. Ich hab mir gedacht, schrecklich! Konnte kein Gefühl verspüren, irgendwann saß ich nur da und weinte. Natürlich ist diese starke Brutalität traurig (und kann auch wütend machen), das war mir schon klar. Aber wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich mir gerade eine traurige Doku angesehen hab, hätte ich mich fragen müssen: Warum weine ich jetzt überhaupt - ich bin doch gar nicht traurig...? So geht es mir des Öfteren.

Manchmal macht mich eine Situation schon betroffen und da steigen Gefühle der Traurigkeit oder der Wut oder Hilflosigkeit oder etwas anderes auf. Kann auch manchmal sehr verliebt sein und manchmal spür ich meine Verliebtheit nicht (in Zeiten, wenn ich verliebt bin) und ich mich frage, warum bin ich traurig, dass diejenige Person (in die ich verliebt bin, aber gerade das Verliebt sein nicht spüre), nicht da ist, für immer fortgeht, warum mich das sooo betroffen macht.

In letzter Zeit häuft sich bei mir der Zustand der Isolation (weil ich große Angst vor Begegnung, gleichzeitig große Sehnsucht danach habe; derzeitige Beziehungsunfähigkeit ist also so gut wie vorprogrammiert) und dass ich keine Gefühle bei mir wahrnehmen kann (außer manchmal Ängstlichkeit wenn ich unter Menschen bin, oder starke Verzweiflung aber das nehm ich manchmal auch nicht wahr)... Daher frag ich mich, ob ich vielleicht nicht doch autistisch bin.

Andererseits bin ich schon so lange bei so vielen verschiedenen Menschen in Behandlung oder "Begleitung" (seit 2003 Psychotherapie bei 3 unterschiedlichen Psychotherapeuten, mehrere stationäre und tagesklinische Aufenthalte, therapeutisch begleitete Tagesstruktur, teilbetreutes Wohnen), das wär doch jemandem aufgefallen, wenn ich eine Autismusspektrumstörung hätte. Andererseits wiederum denke ich, dass ich in den vielen Jahren in meinem Elternhaus viele Strategien entwickelt habe, um mich nicht zu spüren. Vielleicht, wenn ich viele von diesen Strategien abgebaut habe, kommt meine "wahre Konstitution" ans Tageslicht, nämlich die, die eine Autismusspektrumstörung hat. Ist das möglich oder eher unwahrscheinlich? Habe meiner ersten Therapeutin erzählt, dass ich mal, als ich mit vielen Menschen zusammengelebt habe, gespürt habe, dass ich ein ausdrucksloses Gesicht hatte, nur so war es möglich, dass ich es unter Menschen ausgehalten hatte und ich habe sie gefragt, ob das möglicherweise mit Autismus zu tun haben könnte. Sie hat ganz klar verneint.

Wäre es trotzdem möglich? Manche Sachen sprechen, finde ich, dagegen. Z.B. dass ich Menschen in meiner Umgebung gut einschätzen kann, dass ich gut mit ihnen auskomme und mich situationsangemessen Verhalten u. mich äußern kann. Bin Feinfühlig, bin manchmal zu tiefen Gefühlen fähig, die mir aber manchmal auch abhanden kommen können.

Was für Schizoidie spricht: Halte Nähe sehr schlecht aus, brauche auch eine gewisse körperliche Distanz, halte es kaum aus, wenn mich andere berühren. (aber ich sehne mich sehr danach, kann auch sehr stark verliebt sein - das spricht gegen Schizoidie), so sehr, dass ich manchmal nur an Suizid denken kann, wenn ich daran denke, wie sehr mir diese Angst zu schaffen macht. Ein anderer Aspekt, der für Schizoidie oder Autismus spricht: (habe lange Zeit nicht gewusst, was los ist, habe viele Namen dafür gehabt in der Vergangenheit, konnte es lange Zeit nicht benennen) Bin erregt, oft, ohne es zu merken, nur die Menschen in meiner situationsgegebenen Umgebung merken es dann und reagieren dementsprechend "doof", es wird aber auch vielen unangenehm sein, nehme ich an, denn sie wissen nicht, ob ich andere anmach oder was.... Natürlich ist es mir sehr-sehr peinlich, ich denke nur, weitermachen so wie bisher, in der Psychotherapie u.dlg. an mir arbeiten und das wird schon weg gehen, weil ich sehr große Fortschritte über die vielen Jahre gemacht hab, ansonten und ohne Freunde wär ich schon unter der Erde. Was noch für Schizoidie (oder einen gewissen Anteil) sprechen könnte: dass ich mir manchmal schwer tu, von mir etwas preiszugeben (manchmal nicht so), in einem anonymen Forum geht es halbwegs, v.A. deshalb weil ich manchmal einfach Klarheit haben will und das geht nicht ohne dem, dass ich etwas über mich schreibe...

sorry fürs viele Texten...
Manchmal ist mein Glas halbvoll,
manchmal ist mein Glas halbleer,
manchmal ist das Leben toll,
manchmal ist das Leben so besch*** wie ein verschissenes Katzenkisterl...

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