Aktuelles Gutachten im Fall Zschärpe PS

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema der Persönlichkeitsstörungen, dazu gehören auch Störungen der Impulskontrolle (krankhaftes Glücksspiel, Stehlen, Brandstiftung, Haareausreissen (Trichotillomanie)), Störungen der Geschlechtsidentität und der Sexualpräferenz sowie sexuelle Reifungsstörungen.
-> Basis-Infos zum Thema "Persönlichkeitsstörungen"
Balu
Beiträge: 9
Registriert: Fr 26. Mai 2017, 15:53

Aktuelles Gutachten im Fall Zschärpe PS

Beitragvon Balu » Di 6. Jun 2017, 22:07

Hallo,
vielleicht haben es auch andere in den Medien gehört was das neue Gutachten über die Zschärpe betrifft.
Ihr wurde ja nun eine PS durch einen Gutachter der eigenen Verteidiger ausgelegt.
Was mich allerdings verwundert ist die Aussage der Gegenseite letztens im Radio. Das selbst wenn sie eine PS hat diese keine psychiatrisch behandelbare Diagnose darstellen würde. Und sie somit auch nicht zu einer verminderten Schuldzuweisung bzgl der Forensik käme.
Nun frage ich mich, wie es sein kann das plötzlich davon gesprochen wird das die PS keine psychiatrisch behandelbare Diagnose darstellt?
Wenn ich mir den Auszug unten durchlese komme ich zwangsläufig zu der Frage was war nun zuerst da, das Ei oder das Huhn?
PS + psychiatrische Erkrankung oder die psychiatrische Erkrankung + PS
Man könnte meinen die Psychiatrie legt sich ihr eigenes Ei was sie unbedingt behandeln möchte.

Wie seht ihr das?
Herzliche Grüße von mir

Ps. Gibt es den perfekten Menschen ohne jeglichen persönlichen Fehler? NEIN!
PPs. Außerdem muss ich feststellen das seit meiner Psychiatrie Zeit vor ca. 10 Jahren nun noch weitere Kategorien hinzu gekommen sind. Und sich dadurch ja nun jeder Menschen Charakterlich Krank einstufen lässt.

Auszug von der Seite therapie.de
Häufigkeit von Persönlichkeitsstörungen

Die Häufigkeit von Persönlichkeitsstörungen genau zu erfassen, ist schwierig. Die meisten Betroffenen beginnen von sich aus keine Behandlung, und die Störung wird in vielen Fällen gar nicht erkannt. Deshalb gibt es auch relativ wenige Studien zu diesem Thema. Es wird aber geschätzt, dass fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung in ihrem Leben an einer Persönlichkeitsstörung erkranken. Manche Persönlichkeitsstörungen kommen dabei häufiger bei Männern, andere häufiger bei Frauen und einige bei Männern und Frauen gleich häufig vor.

Allerdings werden bei Patienten, die an psychiatrischen Erkrankungen leiden, deutlich häufiger Persönlichkeitsstörungen beobachtet, nämlich bei 30 bis 50 Prozent. Am häufigsten sind sie von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung betroffen, gefolgt von der selbstunsicheren, histrionischen und dependenten Persönlichkeitsstörung.

Umgekehrt leiden Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung oft an anderen psychischen Problemen und Erkrankungen – und auch an weiteren Persönlichkeitsstörungen. So kommt es bei etwa 16 Prozent zu einem Missbrauch von Alkohol und bei fünf Prozent zum Missbrauch von Drogen. Auch Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und psychosomatische Erkrankungen werden häufig beobachtet.

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Aktuelles Gutachten im Fall Zschärpe PS

Beitragvon mamschgerl » Di 6. Jun 2017, 22:29

...ob eine PS behandelbar ist oder nicht und wie, richtet sich nach der PS und auch, ob sie behandlungsbedürftig ist.
Und ja, wer ist schon normal oder ohne Macken? Sogesehen leiden wir alle unter bestimmten Persönlichkeitsstörungen und könnten alle bei Gesetzesübertretungen auf verminderte Schuldfähigkeit plädieren.
Selbst wenn diese gern genommene Verteidigungstaktik in diesem Fall erfolgreich sein sollte, so hoffe ich doch darauf, daß sich die Gerichte nach der neuen Gesetzgebung orientieren und Sicherheitsverwahrung anordnen, denn auch eine PS kann nicht vor Strafe schützen.
mamschgerl


Zurück zu „Persönlichkeitsstörungen (ICD-10:F6)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast