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Borderline etwas anders

Verfasst: Fr 20. Nov 2015, 21:14
von spirit_of_the_tiger
Morgen,

Ich habe mir so meine Gedanken gemacht und wollte mal wissen, ob es auch soetwas wie Borderline aber nicht den Körper schädigen sondern das psychische?

Um ein etwas deutlicheres Beispiel zu geben:

Mensch A und Mensch B haben eine Beziehung, Mensch A geht B allerdings fremd und B findet es alles andere als lustig und macht das übliche durch, bleibt aber bei A. Nach ner Zeit will B plötzlich ne offene Beziehung, die B nur macht, damit er sich von A wieder betrogen fühlt.

Kann mir jmd Info's dazu geben?

LG

Re: Borderline etwas anders

Verfasst: Mo 23. Nov 2015, 02:04
von Tom Sawyer
Abend,

ist das aus dem Leben gegriffen oder rein hypothetisch? Wenns nur hypothetisch ist, wärs wohlmöglich garkein vorkommendes Verhalten und eine weitere Betrachtung sinnlos. Wenn sich jemand tatsächlich so verhalten würde, könnte man ergründen, was ihn dazu antreibt. Man bräuchte ihn nur fragen. Ob man das dann Borderline oder Badehose nennt, ist mir völlig egal, denn die Diagnose wär zu nichts gut.

Aber ich mach das Gedankenspiel gern mit und versuchs mal: B empfand das erste Betrogenwerden als nicht lustig und hat das übliche duchgemacht, also eindeutig negative Gefühle. Das übliche ist per Definition nicht abnormal oder gar gestört. Also ist das, was er beim zweitenmal bewusst herbeizuführen versucht, auch nur dieses nicht lustige und übliche, also auch nicht plötzlich gestört. Von der Norm abweichende Emotionen oder gar gestörte Wahrnehmungen hat er schonmal nicht. Sein Verhalten hat keinerlei positiven Antrieb. Plausibel wäre das Verhalten theoretisch, wenn B dabei entgegen der Norm irgendwas positives Empfinden würde und sei es nur sich selbst. Aber das ist ja widerlegt. Verstehst Du? Ein "psychisch gestörter" könnte womöglich etwas lustig finden, was für die meisten anderen überhaupt nicht lustig ist. Das tut er aber nicht. Für die bewusste Herbeiführung der überhaupt nicht lustigen und üblichen verletzenden Gefühle beim Betrogenwerden fehlt das Motiv. Womit das Ganze einigermaßen als konstruiert entlarvt ist. B könnte sich damit höchstens selbst extrem bestrafen, was ja vorkommen kann, man aber derart kompliziert kaum anstellen würde. Sich selbst bewusst für etwas aus der Vergangenheit zu bestrafen, wäre m.E. aber auch keine psychische Störung. Also auch kein Borderline.

Re: Borderline etwas anders

Verfasst: Mo 23. Nov 2015, 10:35
von Su Wang
Genau.

Ein Liebender, der sich plötzlich damit konfrontiert findet, hintergangen worden zu sein, zermartert sich den Kopf, was jene(r) Andere dann hätte, was sein Partner von ihm (dem Liebenden) ganz offenbar nicht oder nicht hinlänglich bedient fand. Er sucht für sich nach Antworten, nach Signalen. Bleiben die aus, ist es nicht unüblich, daß er (jener Liebende) sich in Minderwertigkeits- und Selbstschuldvorhaltungen hineinsteigert.
Je weniger er Antworten finden kann, desto heftiger.

Möglich mithin auch, daß es in Richtung Selbstgeißelung / Selbstbestrafung geht.
Hier dann halt, indem eine sogen. "offene Beziehung" erwägt wird.

... das läßt ihm selber gleichzeitig die Illusion, die eigene Wirkung auf wechselnde Intimpartner dann ausprobieren zu können und so die brennenden Zweifel vielleicht beantwortet zu bekommen.

In der ganzen Sache steckt jedenfalls so viel zuordbares Empfinden und, wenn man so will, sogar eine gewisse Geradlinigkeit, zu dem Borderliner leider schon mal gar nicht fähig wären.