Störung oder Akzentuierung?

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema der Persönlichkeitsstörungen, dazu gehören auch Störungen der Impulskontrolle (krankhaftes Glücksspiel, Stehlen, Brandstiftung, Haareausreissen (Trichotillomanie)), Störungen der Geschlechtsidentität und der Sexualpräferenz sowie sexuelle Reifungsstörungen.
-> Basis-Infos zum Thema "Persönlichkeitsstörungen"
erschöpft
Beiträge: 4
Registriert: Di 21. Apr 2015, 12:42

Störung oder Akzentuierung?

Beitragvon erschöpft » Di 21. Apr 2015, 22:05

Das Thema Persönlichkeitsstörung begleitet mich nun seit einiger Zeit. Mich beschäftigt die Frage, ob ich nun eine voll entwickelte Störung habe(n kann) oder "nur" die Akzentuierung aufgrund meines jungen Alters (fast 19 Jahre).. an sich spielt das keine wirkliche große Rolle, was zählt ist ja eher, dass ich auf jeden Fall der Störung gut entgegenwirken kann, da ich noch jung bin. Aber warum diagnostiziert man 18-Jährigen keine Persönlichkeitsstörung, einer 20-Jährigen hingegen sofort?

Die Ärzte werden sich bei mir einfach nicht einig, was mich stark verunsichert.. Mit 16 hat meine damalige Therapeutin mich klar bei der abhängigen Persönlichkeitsstörung gesehen, ohne sie zu diagnostizieren.
Nachdem ich mich zu diesem Thema später (mit 18) viel belesen habe, kann ich da nur zustimmen. Beim stationären Aufenthalt (Erwachsenenstation) gab man mir dann eine Emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung mit auf den Weg - nicht, dass das zutreffend wäre, meiner Meinung nach vollkommen oberflächliche und somit falsche Diagnose.
Dann kam ich (immer noch 18) in die Tagesklinik, wo mein Alter bei der Diagnostik kaum eine Rolle spielte. Der Endbefund lautete Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Typ Borderline mit selbstunsicheren Anteilen ...
Meine jetzige Therapeutin (ambulant) sieht mich auch klar als dependent, würde aber aufgrund meines Alters keine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren.


Wo wird die Grenze gezogen-gerade weil es doch Entwicklungsstörungen sind, die oft schon im frühkindlichen Alter ihren Anfang finden!



Hat jemand Wissen oder eine Meinung dazu?
Mir geht es nicht unbedingt darum, unbedingt die "volle Störung anerkannt zu bekommen", mich verwirrt nur die unterschiedliche Handhabung und die jeweiligen Gründe.


LG
"Doch die blutig roten Fäden zwischen ihren Krallen scheinen niemandem aufzufallen"

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: Störung oder Akzentuierung?

Beitragvon fluuu » Fr 24. Apr 2015, 10:05

Hallo,
es ist weniger die Diagnose die für den Patienten was den Umgang mit den seelischen Konflikten angeht, von Bedeutung ist,
sie dient eher zur Abrechnung bei der Kasse und zur Ermittlung der Therapie für die Experten.
Für eine 18 jährige Frau die so eine lange Behandlungszeit hinter sich hat ist das Verhalten im Alltag viel wichtiger als die
Bezeichnungen der Störung. Wichtig ist sich der Konflikte bewusst zu sein und mit ihnen den richtigen Umgang zu finden.
Wer den Grad seiner Behinderung weiß und sich dessen bewusst ist hat gute Chancen damit zurecht zu kommen,
völlig unabhängig welche Titel die Mediziner und Therapeuten der Störung geben. Der Name ist für die Lebensprozesse
nicht im Vordergrund, wichtig ist, dass man weiß was und wie es zu tun ist das Leben, gerade mit jungen Jahren
ist es besonders von Bedeutung denn da entwickeln sich die Grundlagen für alles weitere Verhalten.
Dass es seelische Konflikte sind reicht völlig aus zu wissen um darauf die Gefühlsstrukturen bewusst im Alltag auszurichten
und den Umgang mit Scheitern und Erfolg ausgleichend zu beeinflussen.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de


Zurück zu „Persönlichkeitsstörungen (ICD-10:F6)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast