Büchersuche

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema der Persönlichkeitsstörungen, dazu gehören auch Störungen der Impulskontrolle (krankhaftes Glücksspiel, Stehlen, Brandstiftung, Haareausreissen (Trichotillomanie)), Störungen der Geschlechtsidentität und der Sexualpräferenz sowie sexuelle Reifungsstörungen.
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suchender
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Büchersuche

Beitragvon suchender » So 19. Okt 2014, 18:32

Ich suche lesbare Fachbücher über narzisstische Persönlichkeitsstörungen. Der Schwerpunkt sollte auf den Umgang mit diesen Personen stehen. Wie begegne ich diese Leute damit ein Gespräch, Anweisung, Führung ..., möglich wird. Beider Parteien sollen nach div. Gesprächen positiv aus der Situation gehen.

Weiters wäre es sehr hilfreich, wenn ihr Literaturvorschläge hättet, wo es um eben den Narzissten geht, der an einer weiteren psychiatrischen Krankheit (Sucht, Depp., Schizophrenie) leidet.

Habe leider keinen Zugang zu Uni-Bibliotheken. Habe schon Mister Go...gle bemüht, aber noch nichts gefunden, dass den speziellen Umgang (vielleicht Merkregeln, etc.) näher und fundiert beschreibt.

Für eure Mühe, schon mal ein herzliches Danke!!!

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fluuu
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Re: Büchersuche

Beitragvon fluuu » Mo 20. Okt 2014, 11:33

Darüber Bücher zu finden wird schwierig denn die einfache narzisstische Störung braucht heute jeder Mensch der
selbstbewusst und eigenständig sein Dasein erfüllen möchte, diese Störung ist somit nicht pathologisch.
Auch ein Buchschreiber der seinen Text veröffentlicht kommt ohne einen gewissen Narzissmus nicht aus,
will er sich nicht anschließend vor Angst was die Leute sagen zu Tode grämen.
So ist die narzisstische Persönlichkeitsstörung im Volk in aller Munde aber meistens ist ein Selbstbewusstsein
gemeint und keine Störung im psychologisch krankhaften Sinne.

Bei amazon sind natürliche eine Reihe von Büchern über Narzissmus gelistet, ich habe "Narzissmus - Die Verleugnung
des wahren Selbst" von Alexander Lowen aber ob da das drin steht was Du speziell suchst kann ich nicht sagen.

Leichter für Dich hier im Forum einen Gewinn zu erzielen wäre eine Situation wie Du sie Dir vorstellst zu schildern
und wir schreiben wie wir damit umgehen würden. Dann hättest Du ein konkretes Dich betreffendes Beispiel.
Der Umgang mit Menschen die Selbstbewusstsein und Eigenliebe ausstrahlen ist ganz einfach, es anerkennen und
würdigen und nicht versuchen einen pathologischen Ansatz zu finden um Behandeln zu können, sie zu Patienten
zu machen um sich über sie erheben zu können und dann Macht auszuüben um sie klein zu kriegen.
Es gibt kaum reine Narzissten die bedrohlich für Andere sind, wenn, das kommt selten vor, spielen noch andere
psychische Störungen eine Rolle wie Denkstörungen, emotionale Störungen, Wahn oder Halluzinationen.
Dann handelt es sich um schwer psychisch gestörter Menschen und der Narzissmus ist ein Nebeneffekt.

Wie gesagt, in unserer heutigen Welt in der sich das einzelne Individuum selbstbewusst behaupten möchte
und das ist gut so, denn es bedeutet Eigenverantwortung und Freiheit, ist das was bisher als narzisstische
Persönlichkeitsstörung beschreiben wurde zum großen Teil ein notwendiges Verhalten.
Wir sind nicht mehr Untertan von König oder Kaiser sondern selbst Herr im eigenen Haus, zumindest so viel
wie das eigene Bewusstsein aus dem Unbewussten entwickelt zulässt.
gruß fluuu

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suchender
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Re: Büchersuche

Beitragvon suchender » Di 21. Okt 2014, 14:55

Vielen Dank, für deine ausführliche Antwort!

Das eine gesunde Portion an Narzissmus gut ist, um gut durchs Leben zu kommen, ist mir klar. Von diesem Narzissmus spreche ich nicht.

Ich bräuchte Literatur die sich mit den krankhaften, übertriebenen, sich selbst im Weg stehenden Narzissmus beschäftigt.
Wie gehe ich mit Personen/Patienten konstruktiv um, damit der Patient das Gesagte seines Gegenübers annehmen kann. Insbesondere sollte die Situationen im Krankenhaus/ambulanten Beratungen/Pflege berücksichtigt werden.

Grundlegende Literatur habe ich gefunden. Nun bräuchte ich eben „Tipps“ (wissenschaftlich untermauert) die man im Alltag in den genannten Einrichtungen anwenden kann.

Da es sich um Patienten/Personen handelt die eine psychiatrische Grunderkrankung/Intelligenzminderung/… haben, kommt eine narzisstische Störung meist nur als Nebendiagnose zustande.

Da ich über Narzissmus eine Arbeit schreiben muss, muss ich die Literatur selbst lesen, sortieren …. Habe schon mehr als 12 (schätze ich mal) Bücher quergelesen, aber nur Therapie Empfehlungen gefunden. Und um Therapie geht es nicht, eben nur um den täglichen (oft wochenlangen) Umgang mit diesen Personen.

Vielen Dank fürs Lesen und eure Mühe!

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Re: Büchersuche

Beitragvon fluuu » Mi 22. Okt 2014, 10:02

Jetzt kommen wir der Sache schon näher, es geht darum eine Arbeit zu schreiben.
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wie Du schon selber feststellst ist im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen nur ein Nebeneffekt,
es sind andere Symptome und Merkmale der psychischen Störung im Vordergrund mit denen ein Umgang notwendig ist.
Wie gesagt, das Narzisstische bei einer psychischen Störung ist verhältnismäßig harmlos im Vergleich zu anderen Wirkungen.
Dennoch ist die narzisstische Störung interessant, sie ist im ICD 10 unter F60.8 Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen aufgeführt.
Besonders relevant ist vielleicht, das die NPS besonders oft im Zusammenhang mit der Borderline Persönlichkeitsstörung F60.31 genannt wird,
da tut sich ein breites Feld der Störungsmuster auf denn die BPS hat viele schwere Merkmale der psychischen Störungen.
Das bei der Arbeit über NPS mit einzubeziehen erleichtert sehr den pathologischen Aspekt näher zu beleuchten.
Kann keine Bücher zum Thema empfehlen von denen die es alle gibt, habe keins gelesen und wie gesagt, bin skeptisch wenn jemand
ein Buch über Narzissmus veröffentlicht ob nicht der Schreiber der größte Narzisst ist aber es vertuschen möchte.
Würde ich eine Arbeit über Narzissmus schreiben würde ich meiner Phantasie freien Lauf lassen um meine eigenen narzisstischen Neigungen
zu kontrollieren und weniger Zitate aus Büchern verwenden und wiederholen was schon oft geschrieben wurde.
Aber heutzutage sind alle Arbeiten eine Aneinanderreihung von Zitaten, man muss nur aufpassen Quellen und Fußnoten richtig zu benennen.
Wünsche Dir viel Erfolg!
gruß fluuu

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Re: Büchersuche

Beitragvon suchender » Mi 22. Okt 2014, 12:03

Danke!

Bin mit meiner Arbeit erst am Anfang, eben bei der Literatursuche. Habe bis jetzt zwei vielversprechende Referate (von leitenden Psychiatern) und 3 Bücher gefunden die ich auch kaufen werde. Zusätzlich habe ich von zweien die relevanten Themen kopiert.

Wir müssen aus mindestens 6 Bücher eine eigenständige Arbeit zusammenstellen. Eventuell versuche ich einen kurzen Fragebogen zu erstellen, um die Erfahrungen auf den Stationen zu erfragen.

Das mit den Quellen usw. verursacht mir auch etwas Sorge. Die Richtlinien haben wir ausführlich besprochen und auch eine schriftliche Anweisung erhalten.

Hoffe aber, dass wenn ich einmal die passende Literatur zusammen habe, dass das Schreiben (werden noch extra Stunden bekommen, um am PC richtig mit den Quellenangaben umgehen zu können) dann leichter ist. Ein Aneinanderreihen von Zitaten ist eh nicht erwünscht, und auch nicht in meinem Sinne. Da es aber auch keine Masterarbeit ist, genügt das Bearbeiten der Literatur. Eigenständig formuliert muss es sein und das Ziel muss klar definiert sein. Derzeit sehe ich den Baum vor lauter Bäumen nicht mehr.

Ende Mai ist Abgabe. Vielleicht bericht ich wie mir meine Arbeit gelungen ist (kommt auf das Ergebnis an :lol: )


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