Diagnose - viele Symtome

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Claudy
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Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Claudy » Mi 27. Aug 2014, 12:48

Mit 11 Jahren fing alles an.
Da schlichen sich die Suizidgedanken ein, wollte mir das Leben nehmen aber niemand nahm es damals ernst. Alle schauten weg.
Mit 13 begann ich das Essen zu erbrechen und rutschte in die Anorexie, die mit 16 Diagnostiziert wurde.
Mit dem Schneiden fing ich mit 15 an und mit 15 bekam ich die PTBS Diagnose und kurze Zeit später Borderline.
Meine Therapeutin sagt das ich sehr viel an Therapie Erfahrung habe und eigentlich weiß wie alles geht! Ähm nee?!
Dissoziationen sind bei mir ganz schlimm. Habe viele Lücken vom Tag und finde mich oft an Orten wieder wo ich nicht mal weiß,
wie ich dort hingekommen bin. Flashbacks sind dauerhaft da und langsam mag ich nicht mehr.
Ich kann mit dem ganzen nicht umgehen. Jeder sagt ich bin zu gestörrt und gehöre nur stationär behandelt.
Ich will das nicht mehr.
Ich wusste auch nicht wo ich hier schreiben soll, eben weil ich eine Essstörung habe, Dissoziationen, Sucht ( Benzo´s), SVV, Borderline,
Posttraumatische Belastunsstörung, Trauma´s, chronische Suizidalität.
Jetzt bin ich 28 und frage mich ob es irgenwann besser wird...

Danke fürs Lesen!

lg Claudy
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fluuu
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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon fluuu » Do 28. Aug 2014, 10:10

Hallo,
aha, das sind die Symptome und die Geschichte.
Ich frage mich als allererstes warum Du die besondere Aufmerksamkeit durch Suizidversuch erzwingen wolltest,
warum hast Du ein übersteigertes Bedürfnis nach Zuwendung, es geht durch die ganze Geschichte.
Natürlich bekommt man auf Dummheiten machen keine positive Zuwendung und Liebe, nun bist Du frustriert.
Wenn Du versuchst mit der ganz normalen Dosis zwischenmenschlicher Kontakte aus zu kommen
und Dich kleine nette Begegnungen zufrieden stellen und es nicht immer das große Theater sein muss,
dann hast Du eine Chance Deine Persönlichkeit in eine ausgeglichene Form zu entwickeln.
Es geht, mir ist es auch gelungen und vielen anderen Menschen auch, man muss vor den Anderen nicht
immer im Mittelpunkt sein um zu spüren, dass man lebt, mal sich zurückhalten ist im positiven Gespür
mit sich selbst noch viel angenehmer und verbraucht viel weniger Energie und vor allem, die Symptome gehen weg.
Sich aushalten und bei sich bleiben ist eine wunderbare Lebenskunst die jeden Suizidversuch hinfällig macht.
gruß fluuu

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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Claudy » So 31. Aug 2014, 18:59

Damit du verstehst warum ich DAMALS die Aufmerksamkeit durch Suizidversuche erzwingen wollte,
müsstest du meine Biographie kennen und da ich das nicht öffentlich momentan schreiben kann,
muss ich dich im ungewissen lassen.
Tut mir leid!
lg Claudy

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fluuu
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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon fluuu » Mo 1. Sep 2014, 11:52

Dass ich im Ungewissen bin macht nichts, bin nicht gezwungen Deine Geschichte zu lösen.
Hauptsache Du weißt um Deine Entwicklung und Dir sind Deine Lebensumstände bewusst,
dann hast Du gute Chancen darauf eine Antwort zu entwickeln mir der Du leben kannst.
Besser wird es erst wenn Du die von Dir gemachten Fehler erkennst und damit einen
Umgang findest der letztlich zu einer inneren Ausgeglichenheit führt.
Andere haben natürlich auch Fehler gemacht aber Schuldzuweisungen nach außen helfen
Dir für die positive Entwicklung Deiner seelischen Empfindungen nicht weiter,
Du kannst nur Dich selber ändern und Dir und den Anderen verzeihen.
gruß fluuu

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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Claudy » Mo 1. Sep 2014, 18:12

Und wie mir das alles bewusst ist - Lebensumstände, Entwicklung usw.
Deswegen arbeite ich ja mit Therapeutischer Hilfe dran, das alles irgendwann noch besser wird,
als es jetzt schon ist. Wenn ich dran zurück denke wie es mir vor ein paar Jahren ging als ich mit
15 die Diagnosen bekam und heute, hat sich schon eine ganze Menge verändert.
Es gelingt mir ab und zu mich zu belonen, mich mehr zu akzeptieren und mir etwas gutes zu tun.
Damals war das alles garnicht machbar.
Die Phasen wo ich nicht gut zu mir bin werden weniger.
Ob ich anderen, die mir geschadet haben, verzeihen kann bezweifel ich. Aber wer weiß was in ein
paar Monaten ist oder in ein paar Jahren. :)
lg Claudy

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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon fluuu » Di 2. Sep 2014, 10:38

Genau, kommt Zeit, kommt Rat, es ist gerade bei langwierigen seelischen Dingen
nicht die Geduld zu unterschätzen mit der man über längere Prozesse ganz schlechte
gegebene Voraussetzungen doch noch zum Guten führen kann.
Zeichnet sich eine positive Entwicklung ab ist der Weg gut und richtig, weiter so
und es macht viel Hoffnung, dass es besser wird bis zur völligen Gesundung.
Drücke Dir die Daumen und wünsche alles Gute...
gruß fluuu

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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon HarleyQuinn » Mi 10. Sep 2014, 18:20

Hallo Claudy,

Es tut mir leid zu lesen, dass deine (körperlichen)Zeichen nicht wahr bzw. ernst genommen wurden.
Gerade das junge "Einstiegsalter"von elf Jahren hätte irgendwem in deinem Umfeld auffallen müssen/sollen. Deine Geschichte verdeutlicht gesellschaftliche Missstände (z.B. im Zusammenhalt,in der Schule).
Ich bin keine Fachfrau, hab keine abgeschlossene Berufsausbildung, aber mich privat/wegen der Arbeit/familiären Sachen viel mit den Themen Psychiatrie/Psychologie/Neurowissenschaften beschäftigt, und beim Lesen deiner "Symptome" erscheints mir seltsam,dass du soviele Diagnosen bekommen hast.
Die beschriebenen Symptome könnte man anders zusammenfassen, z.B. haben wir sgn. selbstschädigende Verhaltensweisen (SVV,Essstörung,Sucht), welche zu "Borderline" passen. Ursachen für die Entwicklung dieser Persönlichkeitsstörung sind (früh)kindliche Trauma(ta). Und im Prinzip könnte man nach jedem Trauma die Flashbacks/Disssoziationen als PTBS diagnostizieren.Das ist zur Zeit ähnlich gern genommen wie Burnout, sie passt ja auch gut.Im Wikiartikel Borderline findet sich folgendes Zitat:Die Schäden der Borderline-Patienten sind im Übrigen identisch wie bei Patienten mit schweren Posttraumatischen Belastungsstörungen (Bohus, Heller, Van der Kolk).
Im Studium hab ich mich mit neurobiologischen Themen beschäftigt. Die Entwicklung des Menschen ist ein Zusammenspiel aus Anlage (Gene etc)und der Umwelt(belebt und unbelebt). Manche Menschen kommen mit genetischen Dispositionen(z.b. erhöhte Stressanfälligkeit, geringe Fähigkeit zur Selbstberuhigung, hohe Impulsivität)zur Welt, welche bei einer ebenfalls ungünstigen Umwelt die Entwicklung einer psychischen Erkrankung begünstigen. Alles kann, nichts muss zwangsweise sozusagen.
Obwohl das Gehirn Phasen hat, in dem es besonders gut auf äußere Reize anspricht, bleibt es lebenslang formbar,wenn auch in Grenzen. Das heißt es braucht viel Geduld, Hilfe, Übung, um jahrelang gepflegte Verhaltensweisen/Gewohnheiten durch andere zu ersetzen, die einem nicht schaden.
Du bist auf einem guten Weg, und scheinst schon einiges erreicht zu haben, obwohl du noch vergleichsweise jung bist. Da du gerade in erster Linie selbst stabil werden solltest, ist es wichtig und richtig in dieser Zeit nicht als Erzieherin zu arbeiten. Von einer Überforderung deinerseits profitiert keiner.
Sei weiterhin gut zu dir selbst, schau ob/wie du deine Stärken fördern kannst und sei gnädiger mit deinen Schwächen, v.a. du kein schwacher Mensch sein kannst, wenn deine Erlebnisse es bisher nicht geschafft haben,dir den letzten Mut zum weitermachen zu nehmen.
Ich hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen oder hab zumindest nichts verschlimmert ^^
“If we don't have each other, we go crazy with loneliness. When we do, we go crazy with togetherness.”
The Stand von Stephen King

"Fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn."
Friedrich Nietzsche

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Laura
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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Laura » Do 11. Sep 2014, 11:14

Claudy hat geschrieben:Jetzt bin ich 28 und frage mich ob es irgenwann besser wird...
Hallo Claudy!

Ich bin auch jemand, dem es seit seiner Kindheit konstant schlecht geht, nur dass ich bis auf die Psychosen, die inzwischen nicht mehr so häufig kommen, keine so äußerlich erkennbaren Symptome habe. Für mich ist es wichtig, dass ich mir die Lebenszeit dennoch so sinnvoll wie möglich ausfülle, auch wenn sich die Freude nur auf "Sparflämmchen" einstellt. Wo sich nicht der große Spaß- oder Wohlfühl-Effekt einstellt, kann immer noch Befriedigung und Stolz auf sich selbst herausspringen und daraus können dann die besseren Phasen ein bisschen häufiger und länger werden, denn sowas lindert auch das "Ich-bin-das-Allerletzte-und-keiner-mag-mich"-Gefühl.

Ich bin jetzt 45 und warte im Grunde immer noch darauf, dass das Glück in mein Leben einziehen möge. Ich bevorzuge es, mich wie in einem Märchen zu sehen, das noch nicht am Happy End angekommen ist. Die verwunschene Prinzessin sitzt immer noch im Verlies und der Prinz ist schon unterwegs, aber auch noch nicht direkt an der Tür angelangt.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass es mir jetzt insgesamt doch besser geht als noch vor 20, 30 oder 40 Jahren. Immer noch nicht wirklich gut, aber besser auf jeden Fall. Das stärkt meinen Optimismus und Optimismus halte ich für eine Hauptzutat für den "Genesungsskuchen".

Drum noch ein optimistischer Spruch an Dich, den ich von einer Postkarte habe:

Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist wird, so ist es auch nicht das Ende!

Irgendwann wird sich das Abstrampeln gelohnt haben, auch wenn sich das Kummerschiff immer noch auf hoher See befindet und kein Land in Sicht ist.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Claudy » Sa 20. Sep 2014, 17:49

Heute ist kein guter Tag.
Seit Mittwoch eigentlich nicht, denn Mittwoch bin ich zur Klinik geeiert wo meine Therapeutin sitzt und erfahre
das sie Krank ist und man mich vergessen hat. Sprich ich um sonst dahin gefahren bin.
Sie soll angeblich seit Wochen krank sein, was garnicht sein kann weil ich vor 2. Wochen ein Einzel hatte.
Nun soll sie auch noch angeblich die komplette nächste Woche krank sein und dann keine AHnung.
Irgendwie ist es okey das sie nicht da ist aber auf der anderen Seite ist es auch garnicht okey.
Schwebe sehr hin und her und versuche mich abzulenken damit nichts schlimmes passiert.
Aber wo soll ich denn hin, mit meinen Suizidgedanken, dem Druck mich zu schneiden oder dem Wunsch zu Konsumieren?
Wo soll ich hin, wo darf ich sein?
Es fällt mir schwer zu Leben!!!
Es fällt mir schwer zu Kämpfen!!!
lg Claudy

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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Laura » Mi 24. Sep 2014, 11:51

Hallo Claudy!

Gibt es bei Dir in der Nähe "schnelle Auffangbecken"? Das kann ein telefonischer Krisendienst sein, eine Begegnungsstätte für psychisch Kranke (die noch bis in die frühen Abendstunden geöffnet hat und wo die Mitarbeiter ggfs. für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen) oder auch eine Offene Sprechstunde bei einem Psychosozialen Dienst.

LG

Laura
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Re: Diagnose - viele Symtome

Beitragvon Claudy » Di 7. Okt 2014, 18:34

Naja Laura es ist nun so das ich vom 26.9-6.10 mit Beschluss in der geschlossenen war.
Komm noch nicht wirklich klar hier in der Welt weil die geschlossene ist wirklich eine Welt für sich.
Meine Therapeutin ist seit dem 3.9 Krank und niemand kann mir sagen wann sie wieder kommt.
Mein Suchttherapeut ist der einzige der mir geblieben ist und ein "neuer" Arzt von der Klinik hat mir
Termine angeboten am Donnerstag.
Ich hoffe das es bald wieder besser wird.
lg Claudy


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