Probleme Freundin zu finden

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema der Persönlichkeitsstörungen, dazu gehören auch Störungen der Impulskontrolle (krankhaftes Glücksspiel, Stehlen, Brandstiftung, Haareausreissen (Trichotillomanie)), Störungen der Geschlechtsidentität und der Sexualpräferenz sowie sexuelle Reifungsstörungen.
-> Basis-Infos zum Thema "Persönlichkeitsstörungen"
cortex
Beiträge: 2
Registriert: So 10. Aug 2014, 22:06

Probleme Freundin zu finden

Beitragvon cortex » So 10. Aug 2014, 23:10

Hallo,

ich hoffe, dass mir jemand helfen kann.

Es fällt mir schwer, eine Freundin zu finden. Ich fühle mich vor allem emotional einsam und ich würde gerne zusammen mit einer Freundin glücklich werden. Mir ist bewusst, dass Liebe Arbeit erfordert, produktives Tätigsein, wie Fromm sagen würde. Erickson hat Recht, wenn er festhält, dass es im frühen Erwachsenenalter darum geht, die Fähigkeit zur Intimität zu erlangen.

Noch viel einsamer und distanzierter fühle ich mich, wenn ich schöne Frauen sehe. Ich bin nicht neidisch, sollte sie einen Freund haben. Ich fühle mich dann nur traurig. Ich spreche selten Frauen an, da ich Angst vor Zurückweisungen habe. Ich habe in meiner Jugend schlechte Erfahrungen gemacht und bin damals auch gemobbt worden. Mich scheinen diese Erfahrung kognitiv und behavioral geprägt zu haben. Ich halte mich persönlich noch immer für unattraktiv, zumindest versucht niemand diese Überzeugung zu widerlegen. Neben Leidenschaft und Verbindlichkeit ist Attraktivität ein wichtiges Kriterium der Partnerwahl. Es ist mir bekannt, dass meine Erwartungshaltung das gefürchtete Ergebnis herbeiführen kann, dass das Ergebnis die Folge einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann. Zudem ist es nicht einfach für mich, die Attributierung, die Bewertung, auf situative Ursachen zurückzuführen. Ich neige stark dazu, einen Korb dispositional zu erklären, als an mir liegend.

Meine letzte Freundin wollte bei mir das Muster wiederholen, das sie von der Beziehung zu ihrer Mutter gekannt hat. Ich bin nicht darauf eingestiegen. Sie hat daraufhin die Beziehung beendet. Ich würde gerne eine Beziehung mit einer Freundin führen, die mich akzeptiert wie ich bin. Ich weiß, dass sich die Beziehungserfahrungen wiederholen, die man mit seinen primären Bezugspersonen erfahren hat. Die Beziehung zu meiner Mutter würde ich als sicher-gebunden beschreiben, bezüglich Urvertrauen und Explorationsverhalten. Meinen Vater würde ich als ängstlich-abhängig bezeichnen, mit zwanghaften, pedantischen Zügen, der mich nur dann akzeptieren würde, wenn ich immer bis ins kleinste Detail seinen Vorstellungen entsprechen würde.

Falls jemand einen guten Rat hat, bitte mitteilen. Es kann auch ein wenig fachlicher geschrieben werden, ich habe das Werk Psychologie von Gerrig und Zimbardo gelesen und die Werke über Kommunikationspsychologie von Friedemann Schulz von Thun.

Danke.

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: Probleme Freundin zu finden

Beitragvon fluuu » Mo 11. Aug 2014, 10:12

So wie Du über zwischenmenschliche Dinge schreibst läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.
Bin psychologisch sehr gut ausgebildet aber wenn ich über das Thema Liebe schreibe versuche ich
meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und nicht Fachbegriffe aus der Wissenschaft.
Zwischenmenschliches im privaten und intimen Bereich ist vor allem Emotion, Romantik und Ästhetik
da helfen die auswendig gelernten Theorien der Fachbücher nichts, im Gegenteil, es schreckt ab.
Finde Dich mit Deiner Einsamkeit ab, das wäre der erste und beste Schritt den Du tun kannst.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

Benutzeravatar
Laura
Beiträge: 4493
Registriert: Sa 25. Sep 2004, 07:09

Re: Probleme Freundin zu finden

Beitragvon Laura » Di 12. Aug 2014, 10:31

Hallo cortex!

Das Leben ist eher eine Baustelle als ein Seminar. Füll Dir die Zeit als Single so gut aus wie Du kannst und übersieh nicht alle Deine Non-Lovers und anderen Dinge im Leben, die es außer der großen Liebe tatsächlich noch gibt und die das Leben auch lebenswert oder zumindest erträglicher machen. Kann Dich alles nur reifer für eine Beziehung machen, in der wahrscheinlich auch nicht immer nur die Sonne scheinen wird.

Und zitier nicht immer aus "großen Werken" von "großen Denkern", um Dir selbst mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das kann affektiert wirken.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


Zurück zu „Persönlichkeitsstörungen (ICD-10:F6)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste