Umgang mit Selbstverletzung in einer Beziehung

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema der Persönlichkeitsstörungen, dazu gehören auch Störungen der Impulskontrolle (krankhaftes Glücksspiel, Stehlen, Brandstiftung, Haareausreissen (Trichotillomanie)), Störungen der Geschlechtsidentität und der Sexualpräferenz sowie sexuelle Reifungsstörungen.
-> Basis-Infos zum Thema "Persönlichkeitsstörungen"
Benutzeravatar
Dornröschen2013
Beiträge: 27
Registriert: Sa 10. Aug 2013, 17:19

Umgang mit Selbstverletzung in einer Beziehung

Beitragvon Dornröschen2013 » Sa 5. Jul 2014, 20:44

Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich hab eine Borderline Persönlichkeitsstörung und bin seit fast 1,5 Jahren in einer festen Beziehung. Anfangs unserer Beziehung habe ich mich sehr stark selbstverletzt. In der letzten Zeit ist es aber weniger geworden, nur alle paar Monate mal, wenn es mir sehr schlecht ging.
Meine letzte Selbstverletzung ist schon ein halbes Jahr her. Danach hatte ich einen Riesen Streit mit meinem Freund. Ich war fest davon überzeugt, es endlich geschafft zu haben, da ich durch die DBT Gruppe (spezielle Skills Gruppe für Borderliner) andere Möglichkeiten gefunden habe, um mit dem Selbstverletzungsdrang besser umgehen zu können.
Vor ein paar Tagen hatte ich aber erneut einen Rückfall. Ich hatte auch sofort ein schlechtes Gewissen und habe mich wie eine Versagerin gefühlt. Ich wusste nicht, wie ich es meinem Freund beichten sollte. Meine Betreuerin (amb. betr. Wohnen) riet mir aber dazu es ihm zu sagen, bevor er es sieht. Dies tat ich dann auch. Ich sagte ihm aber, dass es mir so schlecht ginge, und ich stabil bleiben möchte und ich einen erneuten Streit mit ihm nicht verkraften werde. Er nahm Rücksicht, ich habe aber sofort gemerkt, dass er böse war und mich zurückwies.
Am nächsten Tag sagte er zu mir, dass ihn das sehr getroffen hätte und wenn ich das nochmal machen würde, dann würde er richtig böse werden.
Nun habe ich Angst, dass es nochmal vorkommt, dass ich mich veletzte und wir dann wieder streiten.
Klar halte ich seine Methode für richtig. Es wäre ja schlimm wenn es ihm egal wäre. Aber ich kann ihm keine Garantie dafür geben, dass es nie wieder passiert. Auch wenn das wünschenswert wär.
Was meint ihr, wie ich mich dann verhalten soll. :roll:

babsie3
Beiträge: 4
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 21:49

Re: Umgang mit Selbstverletzung in einer Beziehung

Beitragvon babsie3 » Mo 7. Jul 2014, 19:40

Hallo Dornröschen,

also ehrlich gesagt, finde ich die Reaktion von Deinem Freund nicht so toll.
Er sollte Dir eigentlich beistehen anstatt böse zu werden.
Waren die Gründe für die Selbstverletzung wegen ihm oder wegen was anderem?

Ich selbst hab auch Erfahrungen damit, hatte das in früheren Beziehungen gemacht (weil es mir wegen dem Partner so schlecht ging), und auch in meiner momentanen Beziehung (die ich seit eineinhalb Jahren habe) auch schon drei mal, wegen meinem Freund. Die letzten beiden male hat er es gesehen, er hat kurz gefragt und wohl realisiert daß es wegen ihm war (jedesmal nach einem Streit), hat mich dann aber nicht weiter darauf angesprochen, nachdem ich nichts weiter dazu gesagt habe. Und das war für mich auch die beste Reaktion.

Dein Freund macht sich sicher Gedanken, und erhofft sich durch seine Reaktion, daß Du es nicht mehr machst, aber erreichen wird er so natürlich nichts, eher im Gegenteil.

Hoffe ich kann Dir irgendwie weiterhelfen
lg
Babsie

Benutzeravatar
Dornröschen2013
Beiträge: 27
Registriert: Sa 10. Aug 2013, 17:19

Re: Umgang mit Selbstverletzung in einer Beziehung

Beitragvon Dornröschen2013 » Mo 7. Jul 2014, 23:07

Hallo babsie,
danke für deine Antwort.
Bei uns ist die Situation ein bisschen komplizierter. Mein Freund ist selber psychisch erkrankt und befindet sich schon über 1 Jahr in der forensischen Psychiatrie. Dazu gibt es auch einen Beitrag in dem Forensik-Forum.
Warum ich das erwähne liegt daran, dass er auch nur begrenzt für mich da sein kann.
Meine Selbstverletzung ist nicht immer auf Probleme mit dem Freund zurückzuführen. Oft sind es einfach massive Anspannungsmomente (Überforderung oder Gedankenschleife, um mich zum hier und jetzt zurückzuholen) oder die innere Leere ist schuld, um zu merken, dass ich noch lebe.
In meinen vorherigen Beziehungen hatte ich auch schon Partner, die wussten überhaupt nicht damit umzugehen oder es war ihnen egal. Ich habe auch eher in Single-Zeiten zur Selbstverletzung geneigt, und die Typen, mit denen ich dann was am laufen hatte, die hab ich dann immer verbal fertig gemacht, wenn die mir zu nah kamen in Bezug auf meine Selbsverletzung. Ich habe ja auch meine ganzen Beine vernarbt. Zum Glück fallen sie an den Armen nicht so sehr auf, weil ich Sommersprossen hab. Im Schwimmbad gucken die Leute auch immer voll blöd.
Naja aber das ist ja jetzt nicht das Thema.
Bei meinem jetzigen Freund ist das anders. Wir sind uns sehr nah. Das ist schon ungewöhnlich für mich, da ich mich selbst als beziehungsunfähig bezeichnen würde. Aber wir sind wie Pech und Schwefel.
Und wir haben auch nur Probleme. Weil er da in der Forensik hockt und nicht bei mir ist.

Also ich würde es ganz furchtbar finden, wenn ihm meine SV egal wäre oder sich nicht daran stören würde. Er sagt immer, das wäre so, als würde ich ihn gleich auch noch mitverletzen. Einen Mittelweg scheint es aber auch nicht zu geben, wie z.b dass er es dulden würde, aber nicht grad erfreut. Ich muss es einfach in den Griff kriegen, obwohl ich fast täglich daran denke.


Zurück zu „Persönlichkeitsstörungen (ICD-10:F6)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast