Kinder mit narzisstischen Eltern

Hier posten Sie bitte spezifische Beiträge zum Thema der Persönlichkeitsstörungen, dazu gehören auch Störungen der Impulskontrolle (krankhaftes Glücksspiel, Stehlen, Brandstiftung, Haareausreissen (Trichotillomanie)), Störungen der Geschlechtsidentität und der Sexualpräferenz sowie sexuelle Reifungsstörungen.
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Mavros
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon Mavros » Di 27. Aug 2013, 13:07

Gerne. Der Krieg ist natürlich ein Argument. Außer PTBS und neurotischer Leiden gibt es tatsächlich etwas ähnliches wie eine Persönlichkeitsstörung, wenn irreversible Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur eintreten. Das ist die Andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremen Belastungen F62.0 und wird unter den Verhaltensstörungen geführt. Auch das Syndrom der s. g. Überlebensschuld und eine Beeinträchtigung des sozialen Verhaltens gehören dazu.

Für uns aktuell wäre das Thema Kriegsenkel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegskind#Kriegsenkel

Die "Harte Erziehung" hat sich m. W. in den Post-60er-Jahren unter dem Mantel des vermeintlichen Anspruchs der Kinder auf eine unbegrenzte Autonomie fortgesetzt, wobei Kinder einer Vorgabe der extremen Autonomie eigentlich gar nicht gewachsen sind, weil sie in einer Symbiose mit Erwachsenen leben, die emotionale Bindung und Unterstützung in vielen Fragen des praktischen Lebens voraus setzt. Das vielleicht dann in dem Maße, das sich in jeder Situation individuell einstellt, da haben sich aber viele der Empfänglichkeit für individuelle Bedüfnisse der Kinder verschlossen und statt dessen durch die Gesellschaft oktroierte oder eigen entwickelte Ideologien befolgt. Die Einen haben auf den ignoranten Kurs, der bis zu Vernachlässigung hin reichte, gesetzt, Andere auf Kontrolle, Strafe und Bevormundung, das, denke ich, speziell im ländlichen Milieu.

Manche sagen, die Tiere wären die besseren Eltern. Sind sie auch, da könnte man sicher ein Stück davon abschneiden. Aber nur so lange sie in ihrem natürlichen Verhalten nicht gestört werden. Eingriffe des Menschen in ihre Lebensräume, Nahrungsknappheit z. B., erzeugt auch beim Tier psychischen Stress, dessen Folgen auf nächste Generationen übergreifen. Evolutionsbedingt wird jede Art von Stress weiter gegeben um Anpassungsstrategien in Bezug auf neue Gefahren zu entwickeln. Also liegt es an uns, was wir aus unserem Erbe machen werden.

Hier z. B., ein Teil der in ihrer Kindheit misshandelten Tiere lebte selbst gewaltlos:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 62698.html

Einer der hilfreichen Links, wie ich meine.

Gruß
Mavros
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon fluuu » Mi 28. Aug 2013, 12:27

Geht es darum einen Beweis zu führen warum die eigene Entwicklung zu der schrecklichen Betroffenheit führte?
Lasse die psychisch krank machende Herkunftsfamilie hinter mir und schaue wie ich positiv mit der Betroffenheit umgehen kann.
Wenn man die krank machenden Elemente der Entwicklung los lässt besteht eine gute Chance zur Gesundung.
Findet man jedoch Begründungen für die eigene Unfähigkeit an denen man nichts ändern kann wird es schwer mit dem positiven Erleben.
Solche Begründungen für Unfähigkeiten wurden schon viel publiziert, sie geben ein wenig Trost aber sie helfen nicht den Konflikt
so aufzulösen, dass ein positiver Umgang möglich wird ohne zu starke Schmerzen in Krisensituationen zu empfinden.
Immer wenn man die Eltern oder wen auch immer verantwortlich macht für die eigenen Schmerzen hat man für den Moment
Linderung geschaffen aber er frisst sich an anderer Stelle tiefer und taucht immer unkontrollierbarer auf.
Es gibt eine gute Lösung, das Verursachende los lassen und mit eigenen und besseren Dingen füllen.
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon Mavros » Mi 28. Aug 2013, 23:40

Hier ist übrigens ein guter Text zum Loslassen.

http://www.sibylletobler.com/Afbeelding ... 1_Text.pdf

5 Punkte, warum wir es nicht tun. Die hartnäckigste Blockade: verleugnete Gefühle, aufgegebene Träume, verkannte Ziele. Die große Freiheit, nach der man sich sehnt, ist in dem Fall das Ergebnis einer akribischen Kleinstarbeit, die auch mal nerven, oder gegen die sich in einem alles sträuben kann. Beides ist aber nur ein Ausdruck der entsprechenden Symptomatik. Und die Freiheit liegt nirgendwo in der Ferne, sie wohnt diesen Mühen inne, u. a. weil wir sie freiwillig auf uns nehmen.

Aufschlussreich ist auch diese Kurzfassung von Doris Wolf:

http://www.palverlag.de/loslassen-lernen.html

Eines ist auch klar, wenn man nicht loslässt, lebt man das Leben der eigenen Eltern, in Unfreiheit. Die selbe Situation stellt sich in einer ungeeigneten Partnerschaft oder im unpassenden Job ein. Psychische Störungen sind ein Hinweis darauf, dass man auf dem psychosozialen Terrain einiges anzupacken und zu verändern hat. Die Symptomatik der Störungen spielt also im Selbstheilungsprozess eine wichtige Rolle.

Gruß
Mavros
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon lordi » So 1. Sep 2013, 21:16

Die links waren sehr gut.
Was bedeutet das aber, wenn eine nazistische Mutter über die Familie herrscht?
Wenn die Tochter fast 60 Jahre nur auf die Mutter hin erzogen wurde und schon starke Gewissensbisse hat, wenn sie nicht jeden Tag anruft?
Wenn Pschoterror da ist und die Geschwister gegeneinander ausgespielt werden?
So einfach ist das Loslassen dann nun auch nicht!

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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon cake » Mo 2. Sep 2013, 09:50

Die links waren sehr gut.
Was bedeutet das aber, wenn eine nazistische Mutter über die Familie herrscht?
Wenn die Tochter fast 60 Jahre nur auf die Mutter hin erzogen wurde und schon starke Gewissensbisse hat, wenn sie nicht jeden Tag anruft?
Wenn Pschoterror da ist und die Geschwister gegeneinander ausgespielt werden?
So einfach ist das Loslassen dann nun auch nicht!
Ja Lordi- so einfach ist loslassen nicht.

Aber versuche Dich dann etwas abzugrenzen. Es muss nicht der tägliche Anruf sein.
Versuche bewußt was für Dich zu machen.


Du musst das Leben Deiner Mutter nicht auf Deinen Schultern tragen.
Es wird Dir zuviel.

Und lass Dich bitte nicht beherrschen.
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon fluuu » Mo 2. Sep 2013, 11:31

Doch Loslassen ist ein relativ simpler Vorgang, jeder Mensch hat die Fähigkeit dazu.
Aber Konsequenz ist notwendig, bei einer mächtigen Mutter geht es nicht
nur die unangenehmen Dinge zu lassen und die angenehmen weiter zu beanspruchen.
Loslassen heißt die Nabelschnur durchtrennen und zwar komplett und vollständig.
Wer das nicht möchte sollte nicht jammern und die Macht hinnehmen.
Schwer ist es mit dem leer gewordenen Bereich zu leben ohne rückfällig zu werden,
dass heißt kreativ Dinge finden die diesen Platz ausfüllen können und keine
Abhängigkeit bedeuten, Menschen um sich haben mit einer gewissen Distanz die
man sich selber ausgesucht hat und die nicht bevormunden.
Wer jedoch einen Vormund braucht in welcher Form auch immer kann sich ihm nur unterordnen.
gruß fluuu

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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon Mavros » Di 3. Sep 2013, 00:19

Die links waren sehr gut.
Ok, dann speichern und immer wieder lesen, bis das ins Blut übergeht... ich mache das auch so, das funktioniert wirklich.
Was bedeutet das aber, wenn eine nazistische Mutter über die Familie herrscht?
Das bedeutet, dass ein Narzisst andere nur als Objekte wahrnimmt. Er spielt mit ihnen nach seinem Belieben, benutzt sie, hat kein Mitgefühl.

Warum schlechtes Gewissen? Was sollte der Grund dafür sein?

Kinder wollten die Eltern haben, und dazu gehört auch, dass man für sie sorgt. Wenn einer das nicht richtig macht und die Schuld dafür dem Kind zuschiebt, wie steht er denn da? Ja, es kann lange dauern, aber irgendwann sieht man die Erbärmlichkeit und - sorry, beim schlechten Umgang mit Kindern auch Abscheu.
Welche Verpflichtungen hat man dann? Ich habe mir vor langer Zeit gesagt: Keine. Und die Entscheidung habe ich nie bereut.

Natürlich gibt es Menschen, die das nicht schaffen, sie schaffen das oft nicht einmal mithilfe von Therapien. Grundsätzlich müsste man das Problem behandeln, das hinter der Bereitschaft zur Abhängigkeit steckt. Ein Beispiel - Menschen, die dazu neigen Aggressionen zu verdrängen, suchen sich oft gewaltbereite Partner. Der Neurotiker fühlt sich zu groben Menschen hingezogen und jemand, der ein Abhängigkeitsproblem hat, zum Narzissten.

Wenn die Mutter keinen mehr hätte, über den sie schlecht reden könnte, ihr keiner mehr zuhören würde, was wäre dann? Im Bestfall ginge es ihr so schlecht, dass ihr vielleicht nichts anderes übrig bliebe als sich zur Therapie zu begeben. Das wäre ein gutes Ende.

Liebe Grüße
Mavros
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon Mavros » Fr 6. Sep 2013, 08:24

Auf der Suche nach einer Erklärung für Warum und Wieso ist dieser Text absolut aufschlussreich:

http://www.borderlinezone.org/narz/narz1.html

Für mich stellt der Text eine Aufzählung sämtlicher Aspekte der NPS dar, wie ich sie bis jetzt miterleben konnte. Je mehr sich der Narzisst um eine infantile Verschmelzung, die er für Liebe hält, bemüht, desto rabiater wird er gegen andere vorgehen, und dabei spielt eine Abspaltung seiner Gefühle, Projektion und die Spiegelfunktion der ihn umgebenden Objekte (Menschen) eine entscheidende Rolle. Das ist also eine Erklärung für die Manipulation und Abwertung durch einen Narzissten. Wie es in ihm wirklich aussieht, kann man oft dann erkennen, wenn man klare Zeichen gibt, sich diesem Spiel entziehen zu wollen. Dann kann es auch heftig zugehen.

Dazu auch das:

http://www.narzissmus.net/?p=87

Über Narzissmus wird viel geschrieben, denn für die meisten Menschen bedeuten Begegnungen mit Narzissten mehr oder weniger traumatisierende Erlebnisse. Deshalb ist es so wichtig die Hintergründe zu verstehen, dann kann man im sozialen Umfeld bestimmte Anzeichen besser deuten und sich auf Situationen einstellen, die negative Erfahrungen mit sich bringen könnten. Im familiären Bereich kann man anhand des Durchblicks besser Entscheidungen treffen, wobei aber dies sich auch auf das eigene Gefühl oder Intuition beziehen kann. Glücklich, der in einer solchen Familie noch Zugriff auf diese natürliche Ressourcen hat, aber nicht nur "noch", sondern der Mensch ist durchaus imstande sich diesen Zugriff eben dann neu zu verschaffen, wenn er Einiges, Nicht-Bewährtes, loslassen kann.

Liebe Grüße
Mavros
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon Mavros » Fr 6. Sep 2013, 10:49

-
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon niki2011 » So 10. Jul 2016, 13:49

Doch Loslassen ist ein relativ simpler Vorgang, jeder Mensch hat die Fähigkeit dazu.
Aber Konsequenz ist notwendig, bei einer mächtigen Mutter geht es nicht
nur die unangenehmen Dinge zu lassen und die angenehmen weiter zu beanspruchen.
Loslassen heißt die Nabelschnur durchtrennen und zwar komplett und vollständig.
Wer das nicht möchte sollte nicht jammern und die Macht hinnehmen.
Schwer ist es mit dem leer gewordenen Bereich zu leben ohne rückfällig zu werden,
dass heißt kreativ Dinge finden die diesen Platz ausfüllen können und keine
Abhängigkeit bedeuten, Menschen um sich haben mit einer gewissen Distanz die
man sich selber ausgesucht hat und die nicht bevormunden.
Wer jedoch einen Vormund braucht in welcher Form auch immer kann sich ihm nur unterordnen.

Ist zwar schon sehr alt dieser Thread, doch ich möchte dazu noch meine Gedanken ergänzen:
Worüber man sich klein werden sollte, dass nach diesem --durchtrennen der Nabelschnur-- der Narzisst sein Opfer wieder auf Kurs bringen will und dazu sind ihm viele unangenehme Mittel recht. Wenn man sich zu diesem Schritte entschließt, dann muss man sich vorher überlegen, womit wäre ich erpressbar? Wenn man sich von dieses Erpressungssubjekten freigemacht hat, kann man bei jeder Drohung sagen "na und...?...dann mach doch". Wenn der Narzisst dann merkt, dass er keine Macht mehr über den anderen hat hört er irgendwann von selbst auf. Wenn es zum Stalking kommt, muss man da eben auch noch durch. Meine Mutter macht mir seit meiner Kindheit Hoffnungen auf den großen Geldsegen von ihr, der bis heute (ich bin 55 J.) nie gekommen ist. Immer wenn es dann konkret werden soll und ich Klartext hören wollte, wann - wieviel, da ich dafür Pläne hatte (z. B. Jan 2016 mein Traumhaus in Alleinlage auf einem Berg zu kaufen), wollte Sie für irgendetwas von früher eine Entschuldigung von mir hören. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich dieses Spiel nicht mehr mitspiele und ich auf ihr Geld keinen Wert mehr lege, es sei eine Beleidigung an meine Intelligenz, so mit mir umzuspringen, weil ich ja genau wüsste, was richtig und falsch ist und war, diese Nummer würde bei mir nicht mehr funktionieren, sie müsse das Spiel schon mit einem Idioten spielen und daher würde ich als Gesprächspartner ausscheiden. Mein Vater (er ist meiner Mutter hörig) hörte das mit und riss den Hörer an sich und brüllte irgendetwas Unverständliches ins Telefon und dann hörte ich nur noch tut-tut-tut... Seit dem habe ich nichts mehr von meinen Eltern gehört.
Zurück zum Problem: Was dann kam, war, dass ich überlegte, dass meine Traum von Haus nun zerplatzen würde, vielleicht weil ich ja doch "böse" war. Innerhalb von 10 Minuten wurde mir klar, ich habe alles richtig gemacht. Und ich würde dieses Haus - jetzt erst recht kaufen und alles Mögliche dafür ausschöpfen..und siehe da, die läppischen 30.000 Euro von "Mama" hätten für mich 25 Euro Zins und 25 Euro Tilgung mehr im Monat ausgemacht. Ich habe mich gefragt, ob ich mich für 50 Euro prostituieren soll? Ich bin immer ohne das Geld meiner Eltern klar gekommen, und dieses mal sollte das auch funktionieren.
Diese Verbindungsabbrüche über Jahre gab es immer wieder, das waren Zeitspannen von 1-5 Jahre. Auf meiner Hochzeitsfeier waren meine Eltern schon nicht dabei, vermutlich weil ich mir erlaubt hatte ohne zu fragen mit 30 J. heiraten...OT Mutter: "im Nachhinein haben wir uns dann oft gefragt, was da eigentlich war damals, wieso wir nicht zu deiner Hochzeit gekommen sind....das können wir bis heute nicht verstehen.....". So eine unaufrichtige Heuchelei ist typisch. Und am 31.5.16 hatte ich Silberhochzeit, 25 Jahre später "The same shit - the same assholes..." sagt ich dazu, diese Idioten haben in ihrem Leben nichts, aber auch gar nichts dazugelernt. Von meinen Eltern haben sich Freunde und Verwandte nach und nach abgewandt, mein Bruder hat vor 2 Jahren den Kontakt zu ihnen ebenfalls abgebrochen - zu meinem Bruder, der 10 Jahre jünger ist, habe ich auch keinen Kontakt. Er war als Kind extrem altklug und wollte seinem älteren Bruder (der übrigens ein Allroundtalent geworden ist, um Liebe zu bekommen...) erklären, wie die Welt funktioniert. 2014 hab ich ihm mal gesagt, er sei ein Schwätzer, der andere nicht zu Wort kommen lassen würde (in einer Essensrunde mit einen Eltern), da, wo er mir gerade immer wieder über den Mund fuhr, danach habe ich mich verabschiedet, weil auch meine Eltern es nicht mal für nötig hielten ihm zu sagen, dass auch ich ein Recht in ihren 4 Wänden hätte meine Ansichten zu äussern.

Wieso ich hier bin? Ich habe eine Frau geheiratet, die das Schema meiner Mutter in unserer Ehe abgelöst hat. Sie hat die Funktion übernommen, mich weiter hinzuhalten. Sie ist Beziehungsunfähig, hat leichte Borderline-, Narzissmusqualitäten, sie will mich ständig kontrollieren, mach dies, baue das im Garten...wenn ich dann bitte konkret zu werden, weicht sie aus, nach Wochen schmiert sie mir ständig auf's Brot, dass das ja immer noch nicht fertig ist. Wir haben in 25 Jahre keine Tür zum Kellerabgang, weil sie mir nicht mehr vertraut, dass ich das so wie es früher gut und toll war, mache, sondern sie fühlt sich auf einmal bevormundet, kommt aber nicht aus dem Quark, will statt Edelstahl nun weiß lackierte Drücker auf der Glastür, obwohl die seit 15 Jahren out und kaum noch zu bekommen sind (so ein Scheiss kommt jeder Woche vor - ich reiss mir den A.... auf plane alles und sie bremst mich auf Null aus, und ich kann Projekt um Projekt einstampfen und in die Schublade legen). Ihr Sohn und jetzt ihr Enkelkind sind ihr Ein und Alles, 20 Jahre kein Urlaub, ich kenne nur Arbeit, dabei wollte ich wenn ich eine Partnerin habe, doch viele schöne, relaxte Standurlaube machen...Pustekuchen.

Fazit: Ich bin immer mehr hier in meinem Haus und mir wird immer klarer, dass ich neben meinen Eltern, die ich inzwischen losgelassen habe, zu denen ich den Kontakt auch in Zukunft meiden werde, weil es sonst so läuft wie immer, und das will ich nicht mehr, definitiv! - also ich nun auch die Distanz zu meiner Frau (der Stellvertreterin) definitiv aufbauen muss, weil sie mir nicht gut tut. 2009-2011 habe ich schon mal eine Wohnung genommen und bin aus dem gemeins. Haus ausgezogen, dann wieder eingezogen. Nach 3 Monaten war das Desaster wieder da. Alle 24-48 Stunden ein Streit über irgendeinen Blödsinn, sie spielt mit Nähe und Distanz was mich halb wahnsinnig gemacht hat.
Eines ist mir jetzt klar: Diese Menschen werde ich nicht ändern, ich werde sie auch nie wirklich verstehen können und mir wird immer klarer, dass ich diese Menschen, je länger ich über sie nachdenke, gar nicht wirklich kenne, sie werden mir immer fremder, je länger und weiter ich von ihnen weg lebe. Ich glaube, sie kennen sich selbst nicht. Diese Menschen lieben mich nicht, weil sie sich selbst nicht lieben.

Euch einen schönen Sonntag!

mamschgerl
Beiträge: 1105
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Re: Kinder mit narzisstischen Eltern

Beitragvon mamschgerl » Mi 20. Jul 2016, 07:32

hallo niki,
habe deinen beitrag gelesen und fühle stellenweise mit dir ( eltern, partner ).
habe eine etwas andere vorgeschichte, aber leider eine mutter, die es als mittäterin durch unterlassung und vernachlässigung geschafft hat, sich das alles vor sich selbst wegzuleugnen und in folge, auch aufgrund der verkorksten kindheit meiner älteren geschwister, die länger unter all dem zu leiden hatten als ich, alles als lüge bezeichnete und sich selbst als opfer ihrer generation hochstilisierte, die uns dann derart manipulierte, daß wir am ende mitleid mit ihr hatten.
die wahrheit so zu verdrehen und somit die eigenen kinder so zu manipulieren, daß diese ein schlechtes gewissen bekommen und weiter in ihrer durch nichts zu rechtfertigenden schuld versinken und ihrer mutter in ihrer lebensunfähigkeit zur seite stehen, ist eine kunst für sich und ich musste erstmal dahinter kommen, daß nicht ich diejenige bin, die hier was falsch macht.
die versuche meiner mutter, mir die schuld für all das zu geben, was passiert ist ( oder nach ihrer meinung nicht passiert ist ) und weiterhin passiert ( also die folgeerscheinungen von dem, was nie passiert ist ), sind vergleichbar mit einer gehirnwäsche.
aber ich bin davongekommen, auch ohne geglückten selbstmordversuch ( die zwei versuche, die ich in kindheit und jugend hatte, gingen schief ), zwar mit nicht wieder gut zu machenden, psychischen schäden, aber ich habe mich aus dem dunstkreis dieser tief gestörten person befreit.
ging aber nur mit einem totalen cut, da gibt's kein "dazwischen" oder
"nur mal ab und zu " kontakte.
seitdem, das war vor 18 jahren, geht's mir wenigstens in der beziehung etwas besser ( meine wut auf diese frau wird niemals weniger, eher mehr, aber das hat auch mit dem tun des vaters und ihrer unterlassung und verleugnung zu tun )
ich denke, daß die partnerschaftswahl immer etwas mit den eltern zu tun hat, leider auch im negativen sinne.
mein erster partner, der für mich anstatt gegen mich war, war der vater ( leider verstorben vor 18 jahren ) meines sohnes und war derjenige, der sofort begriffen hatte, um was es da ging.
das und die tatsache, daß meine mutter vehement gegen diese beziehung war ( klar, er stellte sich gegen ihren einfluss ) und sich auch noch in die erziehung unseres sohnes mischen wollte, gab den ausschlag, mich absolut und gänzlich von ihr zu lösen.
meine entwicklung hat einen wesenszug, der in die borderlinerichtung geht, hervorgebracht, der da heißt: alles oder nichts. diese einstellung hat es mir leichter gemacht, denn mit möglichen konsequenzen schlage ich mich nicht lange herum, ist eine entscheidung gefallen, wird sie sofort, auf der stelle, umgesetzt.
ich habe seitdem kein einziges wort mehr mit ihr gewechselt, sie ist für mich
( bis auf meine anhaltende wut auf sie ) gestorben.
mein jetziger partner hat auch nichts von meinen eltern, diese abnabelung ist mir also komplett geglückt.
leider funktioniert das nicht in der arbeitswelt, aber vielleicht schaffe ich das auch noch, vielleicht ja auch noch kurz vor regelrentenbeginn ( immerhin habe ich ja noch 16 jahre vor mir ).
aber ist es nicht erschreckend, daß wir menschen uns unbewusst immer solche lebenssituationen suchen, die der kindheitlichen erfahrung am nächsten kommen?
selbst, wenn man es irgendwann schafft, sich diese situationen bewusst vor augen zu halten und sich daraus zu befreien, hilft das alles nicht mehr viel, wenn zuviel lebenszeit vergangen ist.
zu viel ist kaputtgegangen, was sich nicht mehr reparieren lässt und zu viele chancen sind aufgrund unbewusster hemmschwellen ungenutzt gelieben. die dadurch entstandenen zusätzlichen narben sind zu tief, die psyche ist nicht nur angeknackst, sondern zerbrochen.
aber es wäre schon schön, wenn ich mein rentendasein auf meinem schaukelstuhl auf der veranda meiner holzhütte am see oder am meer, hinter mir die berge, friedlich vor mich hinschaukelnd und mit einem pfeifchen an den lippen und glücklich in den sonnenuntergang lächelnd, verbringen dürfte.
dann hätte sich der ganze lebensscheiß wenigstens a bisserl gelohnt.
l.g. mamschgerl


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