SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

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j.j.
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SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

Beitragvon j.j. » Fr 11. Feb 2011, 14:15

hallo zusammen

meinen freundin hat sich kürzlich von mir getrennt.

sie sagte oft spasshaft von sich, sie sei etwas 'crazy', etwas verrückt. ich mag das an ihr. aber in krisen sagte sie oft sie sei nicht beziehungsfähig. das hörte ich nicht gern.

jetzt wo es vorbei ist, frage ich mich, ob ich einfach zu blind, zu verliebt war?

ich weiss nicht, weshalb ich im nachhinein dem ganzen noch nachgegagnen bin. warum ich jetzt hier bin.

vileicht weil ich ihr helfen möchte.

ich möchte mich im folgenden versuchen etwas kurz zufassen.

in den etwas mehr als 2jahren zeigte sie gegenüber mir und anderer mitmenschen sämtliche merkmale...

einer dissozialen persönlichekeitsstörung (f60.2):
- gefühlskälte + mangelde empathie gegenüber mir und anderen
- missachtung sozialer normen
- beziehungsschwäche + bindungsstörung
- geringe frustrationstoleranz + impulsiv (teilweise) agressives verhalten
- mangelndes schulderleben + unfähigkeit zu sozialem lernen
- vordergründige erklärungen für eigenes verhalten und unberechtigte beschuldigung anderer
- anhaltende reizbarkeit

auch merkmale einer emotional instabilen persönlichkeitsstörung (f60.3):
- impulsive handlungen ohne berücksichtigung der konsequenzen
- häufige, unvorhersehbare, launenhafte stimmungsschwankungen
- neigung zu intensiven+instabilen beziehungen mit folge emotionaler krisen
- unsicherheit bezüglich selbstbild, zielen und inneren präferenzen
- angst vor dem alleinsein, trennungsängste, verlustängste, angst vor isolation

zudem merkmale einer histrionischen persönlichkeitsstörung (f60.4):
- labiele stimmungslage
- gesteigerte beeinflussbarkeit
- erhöhte kränkbarkeit
- (ev.) übermässiges interesse an körperlicher attraktivität
- oberflächlichkeit
- dauerndes verlangen nach anerkennung
- tendenz zum lügen und erfinden von geschichten um aufmerksamkeit zu erzwingen
- schockierende, abartige mittel und taten um aufmerksamkeit zu erzwingen
- wird vom umfeld als unglaubwürdig eingeschätzt

ebenfalls gewisse merkmale andere persönlichkeitsstörungen:
- gefühl von wichtigkeit (narzisstisch)
- ausbeutendes verhalten (narzisstisch)
- kritik empfintlich (narzisstisch)
- aus geprägtes selbstbewusst sein nach aussen (narzisstisch)
- ablehnung der eigen person nach innen (narzisstisch)
- widerstände gegenüber aufforderungen von aussen (passiv-agressiv)
- ungerecht behandelt und übermässig in pflicht genommen (passiv-agressiv)
- starrheit in denken und handeln, unfelexibel (anankastisch)
- kühl, rational in zwischenmenschlichen beziehungen (anankastisch)
- anpassungsunfahig an gewohnheiten und eigenheiten der mitmenschen (anankastisch)
- eigene prinzipien- und normentreue von anderen erwartet (anankastisch)

abschiessend und zusammenfassend folgende merkmale:
- oberflächlicher charme
- übersteigertes selbstwertgefühl
- pathologisches lügen
- reizhunger und tendenz zur langeweile
- manipulatives wesen
- fehlende schuldgefühle
- flache affekte
- mangelnde empathie
- parasitärer lebensstil
- geringe verhaltenskontrolle
- promiskuität
- früh einsetzende verhaltensstörung
- mangel an realistischen fernzielen
- impulsivität
- fehlendes verantwortungsbewußtsein
- unfähigkeit, verfehlungen einzugestehen
- kurzzeitbeziehungen

keine anhnung ob ich jetzt verrückt bin oder was los ist, aber sämtliche merkmale treffen erschreckender weise auf meine (immernoch) gute freundin hin. sicher sind einige ausgeprägter und häufiger als andere, aber alle diese eigenschaften treffen auf sie zu.

wenn es stimmt, ist das schlimm?

wenn ja, was soll ich tun? ich kann ihr dass doch nicht sagen? sie würde ausrasten. obwohl sie schon soviele dieser merkmale sich selbst attestiert hat.

am ehesten könnte ich es ihrer mutter sagen. aber wird sie mich verstehen? wird sie mir das glauben? sie weiss dass ihre tochter 'etwas schwierig' ist.

ihr vater ist allg.arzt. müsste er dass nicht selbst schon gemerkt haben, wenn da was ernsthaft nicht stimmt?

oder soll ich eine psych.beratungsstelle aufsuchen?

bilde ich mir das alles etwa aufgrund der trennungssituation nur ein und soll das ganze einfach vergessen?

ev. könnt ihr mit weiterhelfen. danke.

j.j.

cake
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Re: SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

Beitragvon cake » Fr 11. Feb 2011, 15:13

Herzlich willkommen hier im Forum!
Upps, da scheinen für Dich ja alle nur negativ gegebenen Charaktereigenschaften bei Deiner Freundin vorhanden zu sein.
Frage: Warum warst Du dann solange mit Ihr zusammen?
Wieso glaubst Du hat nur Sie die Symptome?
Warum macht Sie selbst nichts dagegen?
Warum schaust Du nicht nach dir?
Liebe Grüße :wink: :wink:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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lucki
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Re: SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

Beitragvon lucki » Fr 11. Feb 2011, 17:12

hallo

SO wie du die symptome beschreibst ist es eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. Leide selber unter einer. SIe sollte dringend in behandlung gehen!! Bei mir ist sie sehr extrem mitlerweile und es wird immer schlimmer. Du musst ganz klar mit reden und ihr raten sich in behandlung zu begeben. Ich kann dir zwar jetzt schon sagen das dies keine leichte sache sein wird. Die meisten die ich so kenne sehen ihre krankheit selbst als nicht schlimm an oder als ein problem. Es geht bei den meisten ohne behandlung nicht allzu lange gut.

mfg

j.j.
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Re: SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

Beitragvon j.j. » Fr 11. Feb 2011, 18:14

bestimmt, das hört sich alles ziemlich 'böse' an.
aber ich weiss dass sie eigentlich ein gutes herz hat.
viele merkmale treten ja 'nur' unvorhersehbar und launenhaft auf.
ich habe das die ganze zeitlang akzeptiert. und es war wirklich nicht immer einfach.

aber ich liebe sie über alles. und ich habe mir auch oft gewünscht ich würde es nicht. weil es einfacher wäre.

ich kann das schwer deuten, wie meine eigenen persönlichkeits-merkmale meine freundin, unsere beziehung und mich selbst beeinflusst und ev. verändert haben.
es ist nicht ganz einfach sich selbst einzuordnen. aber wenn ich es gewissenhaft versuche und berücksichtige wie mich meine mitmenschen wahrnehmen und dies auch bezeugen, bin ich in vielen dieser 'negativen punkte' sehr(sehr) konträr zu ihr. ich glaube wenn meine eigenschaften zu identisch mit ihren wären, hätte die beziehung keine 2jahre gehalten. in gewissen punkten bin ich ev. auch 'ungesund' konträr zu ihr. aber die ganze thematik ist für mich noch zu neu um mir einen gescheiten reim darauf zu machen.

so habe ich mich oft an die guten momente geklammert. diese haben mir kraft und mut gegeben. und einen unbändigen glaube, dass es einfach gut kommen wird. so lebete ich ihr stets meine sozialen grundsätze mit überzeugung vor und ihr brachte ihr das entgegen was sie so oft vernachlässigte. ich wollte sie nicht verbiegen. ich habe ihr oft gesagt, dass jeder seine eigenen entscheidungen treffen muss. doch damit habe ich ihr womöglich zuwenig gesagt was (für mich) richtig ist und was nicht. ich ging so oft den konfrontationen aus dem weg.

ich habe vieles akzeptiert, runter geschluckt und ignoriert und mich drauf verlassen das immerwieder eine gute phase folgt.
aber ich haben dass nie so hinterfragt wie ich es jetzt mache. dass da ev. mehr dahinter stecken könnte.

vergangen herbst war sie wirklich über vier, fünf woche sehr ausgeglichen, ruhig, zufrieden und glücklich.
als ob ihre seele endlich zur ruhe gekommen wäre. gewisse umstände (wohnungswechsel an einen wunderschönen ruhigen ort, bestandene prüfungen, endlich mal zeit im neuen eigenen heim...) haben sie viel erfüllter und entspannter gemacht. durch äussere einflüsse ( 'freunde' / 'bekanntschaften' ), durch aufbrechende langeweile und eventuell anderer gründe, kamen diese negativen schübe jedoch wieder zurück.

sie selbst machte schon immer das selbe dagegen, wenn es nicht mehr geht und ihr alles zuviel wird. sie läuft davon...

ich glaube sie sieht die gesamtheit nicht. die habe ich auch nicht gesehen. nicht sehen wollen.

ich fühle mich irgendwie verpflichtet ihr zuhelfen. und ich möchte ihr helfen. obwohl ich dass wirklich nicht müsste nach allem was ich durch sie (ev. durch ihr störung) erfahren musste.

i don't konw...

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Remedias
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Re: SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

Beitragvon Remedias » Sa 12. Feb 2011, 18:09

Hallo jj,
hast du diese "Diagnosen" gestellt oder ein Seelenarzt?
Die einzelnen Punkte von Persönlichkeitsstörungen treffen nämlich auf nahezu alle Menschen zu, und deine Ex scheint ja alle PS auf einmal zu haben, was eher nicht sein kann.
liebe Grüße Remedias

elmsfeuer
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Re: SIE anzeichen von F60.2, F60.3, F60.4 oder ICH paranoid?

Beitragvon elmsfeuer » So 13. Feb 2011, 09:05

Hallo jj,
das, was Remedias anspricht war auch mein erster Gedanke. Alle Menschen haben diese Persönlichkeitsmerkmale, nur eben in unterschiedlicher Ausprägung. Ich finds grad deshalb so schwierig, Charaktereigenschaften oder kleine "Macken" von einer echten Persönlichkietsstörung abzugrenzen. Kann man meiner Meinung nach auch gar nicht so klar. Was ist noch gesund oder was ist schon krank? Ich denke, es kommt auch drauf an, in wie weit der Betroffenen sich selbst dadurch eingeschränkt sieht.
Nicht jeder, der launisch ist, ist deshalb gleich emotional instabil.
Nicht jeder, der soziale Normen nicht mitmacht ist dissozial. Vielleicht will er sich ja nur von der Masse abgrenzen.. find ich völlig legitim :) .. klar, kommt drauf an inwiefern. Gibt schon Normen, die wichtig sind für eine funktioniereende Gesellschaft. Aber für viele is man eben schon dissozial, weil man z.B. ne krasse Tätowierung ums Handgelenk trägt :mrgreen: .. oder den Nachbarn nich artig grüßt :mrgreen: ... könnt ich Dir jetzt n Lied von singen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Ich bin überzeugt, jeder, der lange genug sucht, findet Merkmale von persönlichkeitsstörungen an sich... weil es gleichzeitig Persönlichkeitsmerkmale sind, Charaktereigenschaften.
Eine Diagnose gehört ausschließlich in die Hände eines Facharztes und ist nur möglich wenn sie es auch will und bringt nur was, wenn sie selber Leidensdruck verspürt und etwas für sich ändern möchte.
Ich selber halt auch nix von Diagnosen. Man wird in ne Schublade gesteckt, oftmals vorschnell und in ne falsche und kommt da so schnell nich mehr raus. ne Diagnose kann schon hilfreich sein, um anschließend die richtige Therapieform zu bekommen... aba um meine Probs zu erkenn brauch ich keine Diagnose. Obs Fritz oder Hugo heißt, das Kind, das ändert ja nix an meim Befinden...
gruß elmsfeuer


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