Der Wunsch ein Mädchen zu sein

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L3na
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Der Wunsch ein Mädchen zu sein

Beitragvon L3na » Mo 7. Dez 2009, 04:33

Hallo Leute,

ich hoffe ich bin hier im richtigen Forum. Wenn nicht tut es mir Leid, dann bitte den Beitrag ins richtige Forum verschieben.

Zu meinem Beitrag:

Seit ich ein keiner Junge bin wäre ich lieber ein Mädchen. Ich weiss aus Erzählungen meiner Mutter das sie schon als ich 6 oder 7 Jahre alt war Klamotten von meiner Schwester in meinem Zimmer gefunden hab die ich dort versteckt hatte. Ich habe nie mit jemandem drüber gesprochen. Ich dachte lange Zeit es wäre nur ein Fetisch zum onanieren. Denn wenn ich "gekommen war" zog ich die Klamotten immer aus und wollte nichts mehr davon wissen. Aber es drängt sich imemr stärker auf. Ich bin jetzt 22. Ich schlafe jede Nacht in Mädchenunterwäsche und Nachthemd. Ich fühle mich einfach besser darin. Ich denke den ganzen Tag nur daran wie es wäre ein richtiges Mädchen zu sein. Meine aktuelle Freundin weiss Bescheid. Und bei ihr darf ich auch Mädchenkleidung tragen ohne das sie was dagegen sagt. Sie versteht mich in dem Punkt allerdings hilft mir das auch nicht wirklich weiter. Ich habe ein sehr breites Kreuz, sehr starke Körperbehaarung also würde mich eine geschlechtsangleichende OP viel mehr wie eine Tunte statt einer Frau aussehen lassen. Aber ich will nicht mehr als junge leben. Ich weiss noch als ich 9 oder 10 Jahre alt war habe ich mir mal versucht den Penis abzuschneiden. Meine Eltern nahmen diese Anzeichen nicht ernst und ich wusste damals nicht was das alles bedeutet. Ich halt das alles einfach nicht mehr aus. Ich möchte ein Mädchen sein. Und aussehen wie ein Mädchen, nicht wie eine Tunte oder Transe oder sonstiges... Ich weiss ihr könnt mir auch nicht helfen aber vielleicht hilft es mir ja das hier abzuschicken in der eigentlich unbegründeten Hoffnung doch noch einen Tipp zu bekommen der mir weiterhilft...

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Laura
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Beitragvon Laura » Mo 7. Dez 2009, 11:04

Hallo L3na!

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir da nichts sagen. Mir fiel nur spontan der Film "Zweiter Aufschlag" ("Second Serve") als Verfilmung eines Erfahrungsbericht der berühmt gewordenen Renée Richards mit ihrer Transition vom Mann zur Frau ein, der vor langer Zeit im Fernsehen lief und den ich ziemlich beeindruckend fand. Gibt man den Namen Renée Richards bei google ein, findet man u. a. einen Link zur einer Seite, auf der sie neben anderen Transsexuellen als Beispiel für den Fall genommen wird, bei dem die OP nach ein paar Jahren bereut wird. Die Seite will nicht gegen Geschlechtsangleichungen hetzen und sagt, dass es einen guten Prozentsatz an Post-OP-Frauen gibt, die gut mit ihrem neuen Leben zurecht kommen. Die Seite weist vielmehr darauf hin, dass wenn man sich aus den falschen Motiven für die OP entscheidet, man dies sein Leben lang bereuen wird, denn zum einen erfüllen sich bestimmte Erwartungen nicht, zum anderen kann nicht jede Post-OP-Frau mit den Hänseleien und Ablehnungen aus der Umwelt umgehen sowie den Verlust früherer Bindungen, wenn er erfolgt, wirklich verkraften.

Ich denke, es würde nichts schaden, wenn Du Dir des Risikos bewusst wärst, das mit einer Geschlechts-OP verbunden ist. Du solltest Dich nicht nur mit Lebensgeschichten von Transsexuellen befassen, denen die OP zu einem besseren Leben verholfen hat, sondern auch mit den traurigen Fällen derer, die die OP eines Tages bereuen mussten und die dann andere Kandidaten warnen verbunden mit dem Hinweis, sie seien selbst nicht ausreichend gewarnt worden. Dieselben Leute, die sich bezüglich Deiner Entscheidung im Vorhinein tolerant und politisch korrekt Dir gegenüber geben (von wegen, wir leben ja schließlich im 21. Jahrhundert, wir wollen ja niemanden diskriminieren, und Transsexualität ist sowas wie Homosexualität und letztere ist heutzutage gesellschaflich einigermaßen akzeptiert), werden es im Nachhinein wahrscheinlich nicht alle bleiben.

Die o. g. Seite findest Du unter dem Stichwort "Warnung an alle, die die GA-OP erwägen". Ich betone, dass diese Seite nicht ideologisch gefärbt ist, sondern von realen Fällen ausgeht, bei denen die Geschlechts-OP nicht das gebracht hat, was erhofft wurde und dass man sich das eben gründlich überlegen, und sich seine Motive ganz ehrlich eingestehen sollte und wie es mit den Chancen bestellt ist, dass die Erwartungen erfüllt werden können. Sie weist auch darauf hin, dass es noch andere Wege gibt, als Mann zu seiner Weiblichkeit zu stehen.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Lydia
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Beitragvon Lydia » Mo 7. Dez 2009, 12:54

Hallo L3na,

glücklicherweise ist das Thema heutzutage nicht mehr so tabuisiert, wie es noch vor einigen Jahren war, so dass es einige Anlaufstellen und Austauschmöglichkeiten für von Transsexualität betroffene Menschen gibt.
Ich würde mich an deiner Stelle an eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe, die sich mit diesem Thema befasst, wenden. Adressen hierfür kannst du im Internet über Google finden, wenn du z. B. die Stichwörter "Beruatunggsstelle Transsexualität" o. ä. eingibst.
Da ich gerade mal geschaut habe, hier ein paar Links, die ich gefunden habe:

http://www.transsexuell.de
Mit Adressen für Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland sowie Buch- und Linkempfehlungen.

http://www.dgti.org/dgti/ziele.htm
Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität mit Forum und empfehlenswerten Links.

http://www.vivats.de/
Seite einer Selbsthilfegruppe

http://www.bernhard-breuer.de
Seite eines Psychologen mit Hinweisen und Linksammlung zu dem Thema

Wie gesagt, handelt es sich nur um eine kleine Auswahl der gefundenen Internetseiten zu dem Thema Transsexualität und die Probleme der Betroffenen. Vielleicht findest du so noch mehr Seiten, die hilfreich für dich sein können und wo du Tipps von Betroffenen und anderen Experten erhältst.

Gruß
Lydia
Lebe jeden Tag als wäre es ein neuer Tag!
http://www.sheng-fui.de - Erfülltes Leben dank fernöstlicher Leere


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