Frage zur somato-psychischen Reaktion

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bizarr10
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Frage zur somato-psychischen Reaktion

Beitragvon bizarr10 » So 11. Jan 2009, 14:28

Hi ihr Lieben,

ich muss im Rahmen meines Kurses eine MC Frage bearbeiten die mir echt Kopfzerbrechen macht! Mich würden eure Meinungen dazu brennend interessieren:

Als somato-psychische Reaktion auf die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung könnte der Patient folgende Mechanismen der Krankheitsverarbeitung zeigen:

1. soziale Isolation (Abkapselung und Rückzug)
2. depressive Verstimmung und Weinen
3. Ausleben aggressiver Impulse (z.B. Vase an die Wand werfen)
4. unbewusste Verleugnung der Erkrankung (z.B. so tun, als wäre er überhaupt nicht krank und das auch bewusst zu glauben)
5. übergoße Sorge um das Wohlergehen anderer entwickeln (als Projektion), darüber aber die Angst, Trauer und Sorge um sich selbst "vergessen"

Aaaaalso, meine Vermutung ist, dass alles richtig ist ausser 4. Denn soooo stark können doch Abwehrmechanismen nicht sein, dass die Krankheit komplett verleugnet wird dass er bewusst glaubt gesund zu sein???!!!?? Oder ist es eine Fangfrage, im Sinne von "nur somato-psychische" Reaktionen??
Ich hoffe auf rege Beteiligung :roll:

sobaer
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Re: Frage zur somato-psychischen Reaktion

Beitragvon sobaer » Fr 3. Dez 2010, 12:16

Hallo,
ich bin neu hier und gerade auf die Frage von bizarr10 aufmerksam geworden.
Die Projektion (im gleichen Arbeitsheft nachzulesen) ist nicht ganz untypisch.
Die Reaktion des Patienten auf die Diagnose Krebs könnte eine Anpassungsstörung sein (steht einiges drüber im ICD-10), und da ist Verdrängung auf jeden Fall mit von der Partie.
Interessanter Artikel zum Thema:

http://www.klinikum-stuttgart.de/klinik ... ungen.html

Liebe Grüße!
(ach Gott, der Artikel war ja aus 2009 - naja, vielleicht kanns wer anders gebrauchen ;-)) )

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Grobser
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Re: Frage zur somato-psychischen Reaktion

Beitragvon Grobser » Fr 3. Dez 2010, 16:23

Hallo,

doch, so stark können unsere Abwehrmechanismen sein! Es ist für das Ich nämlich viel leichter zu ertragen, wenn etwas, was nicht sein darf, auch einfach nicht ist und dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, genau davon überzeugt zu sein - jeder äußeren und objektiven Einschätzung Anderer zum Trotz. Man will es schlicht nicht wahrhaben; es wird verleugnet.

Allerdings - und nur, weil es im Beitrag vom sobaer Erwähnung findet, sollte man sich davor hüten, Verdrängung und Verleugnung hier in einen Topf zu werfen.

Gruß
Sanne
Nothing compares to a smile

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Feuerchen
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Re: Frage zur somato-psychischen Reaktion

Beitragvon Feuerchen » Fr 3. Dez 2010, 17:49

Hallo Bizarr10

Ich bin da der gleichen Meinung wie Grobser, daß es solche Abwehrmechanismen gibt...Unheilbarer Krebs hat ja meistens den Tod zur Folge. Elisabeth Kübler Ross hat dazu verschiedene Bücher geschrieben... z.b. Interviews mit Sterbenden (Sterbeforscherin)
Sie teilt die Phasen die so ein Kranker (aber auch andere Sterbende) durchmacht in folgende Stadien ein:

1. Phase: Nichtwahrhabenwollen und Isolierung
2. Phase: Zorn
3. Phase: Verhandeln
4. Phase: Depression
5. Phase: Zustimmung , Hoffnung

Du kannst Dich ja darüber auch noch mal belesen...

Frau Kübler-Ross schreibt dabei... daß die Phasen nicht alle Kranken im vollen Umfang durchlaufen... Man kann auch in einer Phase hängen bleiben oder auch einige auslassen... Dies sei individuell.

Hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.
Liebe Grüße
Feuerchen


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