Solian und die Dosierung

Hier hinein gehören alle Beiträge, die sich spezifisch auf sehr vielfältigen und oft sonderbar wirkenden dissoziativen Störungen bzw. Konversionsstörungen beziehen
Georg 123
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Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Sa 12. Apr 2014, 23:46

Guten Abend,

meine Frau hatte in 2007 eine schizophrene Psychose (Liebeswahn) und nimmt / nahm 400mg Solian
wir haben dann in 2009 gereiratet auch mit der Dosis 400mg.

Nun hatte Sie in 2011 einen Rückfall, da Sie die das Medikament zuerst mit dem Arzt auf 250mg und dann eigenständig reduziert hatte. Sie viel dann zurück in den Zeit vor 2007 als Sie 1,5 Jahre um einen Mann gekämpft hatte und zum guten Schluß eine schizophrene Psychose erlitt.

Sie hat mich zu dem Zeitpunkt verstoßen bzw. sagte mir daß Sie einen anderen Mann liebt der aber nur in der Phantasie vorhanden war. Ich bin mit Ihr zum Arzt und der hat dann gesagt daß man die Dosis für 6 Wochen auf 600mg erhöhen müsse damit sich alles wieder normalisert..... dem war auch so und es war alles wieder gut.

Im April 2014 hat meine Frau einen Rückfall da Sie die Medikamente Solian auf 150mg Anfang 2014 und dann eingeständig auf 100mg und so wie es aussah die letzten 2 Wochen kompl. abgesetzt hat.

Ich war mit Ihr beim Arzt und Ihr Vater hat Sie aus dem Wartezimmer mitgenommen und mit zu Ihm genommen, er hat keine Erfahrung mit Psychosen und seine Lebensgefährtin auch nicht..... Sie glauben die Tochter ist gesund und nun hat mich meine Frau verstoßen da ich keine Vertrauensperson mehr bin da ich Sie mit zum Arzt begleitet habe und Sie auch im Notfall in die Klinik gebracht hätte. Sie möchte auch nicht mehr zu mir zurückkehren....

Nun meine Frage:

Ich habe meine Frau 2009 geheiratet als Sie 400mg Solian nahm, und nun hat Sie nur noch 100mg oder weniger und möchte das Medikament ausschleichen ........ ( ohne mich sondern bei Ihrem Vater) und Sie hat sich ganz verändert.

Ich habe das Gefühl das ich diese Frau nicht mehr kenne bzw. es nicht mehr die Frau ist die ich geheiratet habe......
bis vor 3 Wochen war alles 95% in unserer Beziehung und jetzt will Sie mich verlassen und ein neues Leben Anfangen...

Kann ich hier etwas tun? Was passiert wenn Sie das Medikament ausschleicht? Ihr Arzt sagte daß die Psychose chronisch wird und Sie nicht mehr aus dieser raus kommt und diese Realität lebt..... kann etwas passieren wenn die Medikamente komplett abgesetzt werden bzw. kommt es dann zu Depressionen ....

Ich bin ratlos und Fassungslos und weiß nicht was ich machen kann. Ihr Vater lässt mich im dunkeln stehen und Sie gehen mit meiner Frau auch nicht zum Arzt trotz meiner Bitte dies zu tun....

Viele Grüße und Danke
Georg

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Remedias
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Remedias » So 13. Apr 2014, 15:41

Hallo Georg,
ich habe mit Solian leider auch schlechte Erfahrungen gemacht - ein Teufelszeug. Ich war sogar noch höher dosiert als deine frau - 800mg bis 400.
Als ich Solian genommen habe:
- Gleichgültigkeit, Ahedonie, ich konnte keine Gefühle spüren
- ich saß nur noch auf dem Sofa
- ich habe 50 kg an Gewicht zugenommen.
Wenn es deiner Frau auch so ging, da ist nur der Gedanke: nur weg mit dem Kram! Ich halte diese Gefühlslosigkeit nicht mehr aus!
Und wenn man dann Solian weglässt, ist es anfangs wie der Himmel auf Erden:
- man kann wieder lachen, weinen, fühlt wieder
- die Welt ist bunt
- man nimmt unter Umständen sehr rasch an Gewicht ab.
Leider gibt es aber Absetzsymptome, die nicht ohne sind. Plötzlich auftretende lange Panikattacken. Schlaflosigkeit. Und
- ist das der Grund, warum du das in dieses Unterforum reingeschrieben hast? - heftige Derealisationen und Despersonalisationserlebnisse, also das, was man unter Diswsoziationen schreibt.
Ist es deiner Frau ähnlich ergangen wie mir?
Bei mir war es im Endeffekt so schlimm, dass ich zwangsweise in die Psychiatrie gekommen bin. Dort hat man mir ein neues neuroleptikum gegeben - nicht Solian, ums Verrecken hätte ich das nicht mehr angerührt!
Ich kam dann mit Abilify 5mg gut klar. Es dämpft nicht so sehr wie Solian. Als Nebenwirkungen hatte ich anfangs allerdings Schlaflosigkeit und Unruhe, aber nur die ersten 3 Wochen.

Also, ich denke, dass es deiner Frau ähnlich ergehen wird wie mir.
Es tut mir leid, dass es so kommt. Das liegt aber daran, dass die ärzte meines Erachtens nach nicht gut aufklären. Zum Beispiel wird die Existenz von Absetzsymptomen oft geleugnet, und das ganze mit dem Aufflackern mit der Krankheit erklärt. als mir das mit dem Solian passiert ist, gab es noch kein Internet und ich hatte niemanden, den ich fragen konnte.
Du weißt ja auch nicht, WAS genau am Solian so unangenehm ist, dass deine Frau verzweifelt versuchte, es loszuwerden!

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Remedias
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Remedias » So 13. Apr 2014, 15:43

Wieso hast Du deinen Beitrag hierher geschrieben und nicht in das Unterforum viewforum.php?f=47 ?

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fluuu
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon fluuu » Di 15. Apr 2014, 11:08

Möchte Remedias Beitrag relativieren denn sie hält alle Medikamente für 'Totmachzeug'.
Hier habe ich weniger das Thema Medikamente heraus gelesen sondern einen Beziehungskonflikt.
Da stellen sich viele Fragen. Wie war die Heirat mit einer psychotisch kranken Frau motiviert?
Kein normaler Mann heiratet eine Frau die nur mit 400mg Solian lebensfähig ist, eine Beziehung
ist o.k. aber kein juristischer Vertrag der moralisch bindet, denn die Formulierung meine
Frau funktioniert nicht, sie ist in erster Linie psychisch krank und von medizinischer Zuwendung
abhängig und weniger vom Partner.
Dass der Vater sich engagiert und seine Tochter da raus holt wird Gründe haben, ein Vater
will seine Tochter in erster Linie beschützen und so liegt es nahe, dass Du hier in der Geschichte
in der die Frau ihre Medikamente nicht nimmt nur die halbe Wahrheit berichtest.
Natürlich ist es gefährlich die Medikamente wie das Neuroleptika Solian abzusetzen, es kann zu
erneuter Psychose führen und die Frau zum Arzt begleiten ist auch richtig aber wenn dann
der Vater auftaucht um sie raus zu holen ist etwas schief gelaufen und zwar schon länger,
nicht erst an diesem Tag.
Nun ist die Frau weg, bei ihrem Vater und das Problem der Ehe taucht auf, juristisch hat der
Ehemann die Fürsorgepflicht, also wird ihre Familie auf Scheidung drängen.
Falls Du für die Frau gegen die Familie kämpfen willst spare schon um den Anwalt zu bezahlen.
Als verheirateter Mann hast Du ein Recht an der Ehe ob krank oder nicht, es wäre jedoch möglich ein
Gutachten zu erstellen welches Belegt, dass die Frau nicht Geschäftsfähig war bei der Eheschließung,
dann wird die ganze Ehe juristisch gesehen hinfällig.
Ob die Frau aktuell ihre Medikamente nimmt oder nicht hat auf die Beziehung und die Ehe meiner
Ansicht nach keinen großen Einfluss, außer sie wird entmündigt, noch viel schlimmer als Medikamente nehmen.
gruß fluuu

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Laura
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Laura » Di 15. Apr 2014, 15:32

Hallo Georg!

Selbst wenn Du Deine Frau wie in einem Actionfilm aus den Klauen des Vaters entführen würdest, hätte das nur wenige Aussichten auf Erfolg, da Deine Frau auch dann vermutlich nicht freiwillig die Medikamente nehmen würde.

Das Einzige, was mir einfällt, ist den Vater über die Psychose-Erkrankung aufzuklären, da er, wie Du sagst, keine Ahnung davon hat. Unterstützend zu der Beschreibung der individuellen Krankengeschichte Deiner Frau würden sich der Film "A beautiful mind" und das Büchlein "Schizophrenie" von Silvano Arieti ganz gut dafür eignen. Das alles könntest Du dem Vater mit einem Erklärbrief mit der Post schicken.

Vielleicht könnte auch der nächstgelegene Sozialpsychiatrische Dienst ein bisschen vermitteln, also damit der Vater über die Erkrankung informiert wird. Sollte Deine Frau nämlich immer tiefer in die Psychose abdriften, dann könnte es schließlich auch dem Vater und seiner Lebensgefährtin irgendwann tatsächlich zu anstrengend werden, weiterhin die "Kükenpflege" zu leisten und spätestens dann sollten die beiden wissen, an welche professionellen Stellen sie sich wenden können.

Liebe Grüße und alles Gute

Laura (selber Psychose-erfahren und gut mit Amisulprid (Solian) zurechtkommend)
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Georg 123
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Fr 18. Apr 2014, 22:06

Wieso hast Du deinen Beitrag hierher geschrieben und nicht in das Unterforum viewforum.php?f=47 ?

Hallo ich habe mich hier nicht zurechtgefunden daher habe ich es hier eingetragen....
Gruß
Georg

Georg 123
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Fr 18. Apr 2014, 22:13

Hallo Georg,
ich habe mit Solian leider auch schlechte Erfahrungen gemacht - ein Teufelszeug. Ich war sogar noch höher dosiert als deine frau - 800mg bis 400.
Als ich Solian genommen habe:
- Gleichgültigkeit, Ahedonie, ich konnte keine Gefühle spüren
- ich saß nur noch auf dem Sofa
- ich habe 50 kg an Gewicht zugenommen.
Wenn es deiner Frau auch so ging, da ist nur der Gedanke: nur weg mit dem Kram! Ich halte diese Gefühlslosigkeit nicht mehr aus!
Und wenn man dann Solian weglässt, ist es anfangs wie der Himmel auf Erden:
- man kann wieder lachen, weinen, fühlt wieder
- die Welt ist bunt
- man nimmt unter Umständen sehr rasch an Gewicht ab.
Leider gibt es aber Absetzsymptome, die nicht ohne sind. Plötzlich auftretende lange Panikattacken. Schlaflosigkeit. Und
- ist das der Grund, warum du das in dieses Unterforum reingeschrieben hast? - heftige Derealisationen und Despersonalisationserlebnisse, also das, was man unter Diswsoziationen schreibt.
Ist es deiner Frau ähnlich ergangen wie mir?
Bei mir war es im Endeffekt so schlimm, dass ich zwangsweise in die Psychiatrie gekommen bin. Dort hat man mir ein neues neuroleptikum gegeben - nicht Solian, ums Verrecken hätte ich das nicht mehr angerührt!
Ich kam dann mit Abilify 5mg gut klar. Es dämpft nicht so sehr wie Solian. Als Nebenwirkungen hatte ich anfangs allerdings Schlaflosigkeit und Unruhe, aber nur die ersten 3 Wochen.

Also, ich denke, dass es deiner Frau ähnlich ergehen wird wie mir.
Es tut mir leid, dass es so kommt. Das liegt aber daran, dass die ärzte meines Erachtens nach nicht gut aufklären. Zum Beispiel wird die Existenz von Absetzsymptomen oft geleugnet, und das ganze mit dem Aufflackern mit der Krankheit erklärt. als mir das mit dem Solian passiert ist, gab es noch kein Internet und ich hatte niemanden, den ich fragen konnte.
Du weißt ja auch nicht, WAS genau am Solian so unangenehm ist, dass deine Frau verzweifelt versuchte, es loszuwerden!

Mit freundlichen Grüßen Remedias

Guten Abend,

es gibt wieder eine Wende zum guten.... meine Frau ist wieder zurück, ich habe Sie vor zwei Tagen bei Ihrem Vater abgeholt, da Sie es nicht mehr ausgehalten hat. (Ich hatte dem Vater die Geschichte seit 2007 mit den zuständigen Ärzten per E-Mail gesendet) Die Lebensparterin des Vaters hat nun auch Druck auf meine Frau ausgeübt und Sie wußte sich keinen Rat als aus der Situation zu flüchten..... nun nimmt Sie keine Medikamente und hofft insgeheim den Mann der die Psychose ausgelöst hat zu treffen. Sie hört Radio, liest die Zeitung und Beiträge im www. und erkennt eine Nachricht wo und wann Sie den Mann wieder sehen kann..... ich versuche Ihr klarzumachen das dies nicht so ist aber dann wird Sie ungemütlich und hat keine Lust mehr auf Diskussionen.... was kann man denn nun tun.... ?

Gruß
Georg

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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Fr 18. Apr 2014, 22:22

Hallo Georg!

Selbst wenn Du Deine Frau wie in einem Actionfilm aus den Klauen des Vaters entführen würdest, hätte das nur wenige Aussichten auf Erfolg, da Deine Frau auch dann vermutlich nicht freiwillig die Medikamente nehmen würde.

Das Einzige, was mir einfällt, ist den Vater über die Psychose-Erkrankung aufzuklären, da er, wie Du sagst, keine Ahnung davon hat. Unterstützend zu der Beschreibung der individuellen Krankengeschichte Deiner Frau würden sich der Film "A beautiful mind" und das Büchlein "Schizophrenie" von Silvano Arieti ganz gut dafür eignen. Das alles könntest Du dem Vater mit einem Erklärbrief mit der Post schicken.

Vielleicht könnte auch der nächstgelegene Sozialpsychiatrische Dienst ein bisschen vermitteln, also damit der Vater über die Erkrankung informiert wird. Sollte Deine Frau nämlich immer tiefer in die Psychose abdriften, dann könnte es schließlich auch dem Vater und seiner Lebensgefährtin irgendwann tatsächlich zu anstrengend werden, weiterhin die "Kükenpflege" zu leisten und spätestens dann sollten die beiden wissen, an welche professionellen Stellen sie sich wenden können.

Liebe Grüße und alles Gute

Laura (selber Psychose-erfahren und gut mit Amisulprid (Solian) zurechtkommend)

Hallo Laura,

das habe ich ganz gut hinbekommen, ich habe den Vater per Mail über die Geschichte von 2007 bis heute informiert und es ist so gekommen wie es kommen mußte, meine Frau hat mich vor 2 Tagen angerufen und mich gebeten Sie abzuholen da die Lebenspartnerin des Vaters Druck ausgeübt hat damit meine Frau zum Arzt gehen soll und die Medikamente nehmen sollte, da man festgestellt hat das Sie sagte Sie nimmt die Medikamente aber Sie hat diese nicht genommen...... nun ist Sie zuhaues nimmt keine Medikamente war zwar beim Arzt und dieser hat Ihr empfohlen diese in der Dosis von 300mg zu nehmen aber dies tut Sie nicht da "Sie ja gesund ist"

Was kann ich nun tun? Kommt irgendwann der Zusammenbruch und die tiefe Depression? weil Sie den Mann der Auslöser der Psychose war nicht trifft da Sie ja jeden Tag versucht Ihn zu treffen und deswege Nachrichten aus den Medien nach Informationen durchleuchtet wo und wann Sie Ihn treffen kann.

Was kann ich tun.... Druck ausüber hilft nichts und einsichtig ist Sie auch nicht....




Gruß
Georg

Georg 123
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Fr 18. Apr 2014, 22:32

Möchte Remedias Beitrag relativieren denn sie hält alle Medikamente für 'Totmachzeug'.
Hier habe ich weniger das Thema Medikamente heraus gelesen sondern einen Beziehungskonflikt.
Da stellen sich viele Fragen. Wie war die Heirat mit einer psychotisch kranken Frau motiviert?
Kein normaler Mann heiratet eine Frau die nur mit 400mg Solian lebensfähig ist, eine Beziehung
ist o.k. aber kein juristischer Vertrag der moralisch bindet, denn die Formulierung meine
Frau funktioniert nicht, sie ist in erster Linie psychisch krank und von medizinischer Zuwendung
abhängig und weniger vom Partner.
Dass der Vater sich engagiert und seine Tochter da raus holt wird Gründe haben, ein Vater
will seine Tochter in erster Linie beschützen und so liegt es nahe, dass Du hier in der Geschichte
in der die Frau ihre Medikamente nicht nimmt nur die halbe Wahrheit berichtest.
Natürlich ist es gefährlich die Medikamente wie das Neuroleptika Solian abzusetzen, es kann zu
erneuter Psychose führen und die Frau zum Arzt begleiten ist auch richtig aber wenn dann
der Vater auftaucht um sie raus zu holen ist etwas schief gelaufen und zwar schon länger,
nicht erst an diesem Tag.
Nun ist die Frau weg, bei ihrem Vater und das Problem der Ehe taucht auf, juristisch hat der
Ehemann die Fürsorgepflicht, also wird ihre Familie auf Scheidung drängen.
Falls Du für die Frau gegen die Familie kämpfen willst spare schon um den Anwalt zu bezahlen.
Als verheirateter Mann hast Du ein Recht an der Ehe ob krank oder nicht, es wäre jedoch möglich ein
Gutachten zu erstellen welches Belegt, dass die Frau nicht Geschäftsfähig war bei der Eheschließung,
dann wird die ganze Ehe juristisch gesehen hinfällig.
Ob die Frau aktuell ihre Medikamente nimmt oder nicht hat auf die Beziehung und die Ehe meiner
Ansicht nach keinen großen Einfluss, außer sie wird entmündigt, noch viel schlimmer als Medikamente nehmen.
Guten Abend,

wir haben keinen Beziehungskonflikt, da ich meine Frau in 2005 kennengelernt und liebengelernt habe.
Wir haben uns aus den Augen verloren und 2007 wieder getroffen. In der Zwischenzeit hatte Sie die Geschichte mit dem Liebeswahn incl. einer Einweisung in die Klinik hinter sich und als wir uns im Sommer 2007 wieder getroffen haben, war alles so ähnlich wie in 2005 nur daß Sie in der Zwischenzeit die Medikamente nahm Solian 400mg und wir dann nach 2 Jahren Partnerschaft geheiratet haben. Nun kam wieder eine Rückfall in 2011 wo Sie eigenmächtig die Medikamente abgesetzt hat und wieder in den Liebeswahn gefallen ist und ich Sie mit dem Arzt zusammen überzeugen konnte die Medikamente wieder zu nehmen. Nun in 2014 ist es wieder so ähnlich Sie wollte die Medikamente reduzieren bzw. absetzen und zwar mit Hilfe der Homöoparthie und nun ist Sie nicht bereit wieder die Medikamente zu nehmen und Sie hat auch nicht die Einsicht und das Vertrauen dies zu tun... und setzt alles aufs Spiel.... und ich weiß nicht was ich tun kann......

Gruß
Georg

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Remedias
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Remedias » Sa 19. Apr 2014, 18:20

Hallo Georg,

deine Frau ist in einer Psychose. Sie sollte ein Medikament nehmen, das ist richtig. Aber Solian will sie partout nicht mehr nehmen. Das sollte man nicht wegbügeln, sondern sehr ernst nehmen und nach den Gründen fragen. Je nachdem, was sie für Gründe hat - da gibt es nämlich Alternativen. Ich erinnere mich daran, dass es für mich fürchterlich kränkend war, 50 kg zuzunehmen - und der Arzt hat mich ausgelacht und mich nicht ernst genommen. Er hat auch nicht ernst genommen, dass ich - ich bin jetzt offen und ja, das war so , auch wenn vielleicht jetzt ein paar Besserwisser feixen - enorme sexuelle Probleme bekommen habe. Ich hätte vermutlich nicht so radikal abgesetzt, wenn irgendjemand wenigstens ansatzweise auf die Probleme eingegangen wäre, die mir die Medikamente machen.
Deshalb meine ich: Ja, zum Arzt. Aber eine Beratung, kein Zwang. Es gibt anderes als Solian, das ist nicht das einzige Medikament.
Manche wie @Laura hier kommen gut damit klar, für mich war es der Horror. Das ist sehr individuell. Und es ist verhandelbar, WIE LANGE sie das Medikament nimmt. Wenn sie wieder klar denkt, soll sie das entscheiden . Dann darf der Arzt sie aber nicht in Stich lassen, sondern muss ihr helfen, vernünftig abzusetzen ( Das ist nicht so einfach, wie es sich liest. Es gibt Selbsthilfegruppen dafür; die beste Beratung macht vielleicht Matthias Seibt , http://www.bpe-online.de/)

Wenn Du möchtest, gib deiner Frau hier das alles jetzt zum Lesen. Ich schreibe gerne mit ihr auch.
Es ist natürlich besser, aus einer Psychose schnell rauszukommen, aber jeden Preis dafür zahlen sollte man trotzdem nicht.

mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Sa 19. Apr 2014, 19:10

Hallo Remedias,

danke für Deine Hilfe, ich habe gestern Abend meiner Frau erzählt daß ich mich in einem Forum angemeldet habe wo es um Psychische Krankheiten geht... Sie hat auch die Beiträge gelesen und ich habe das Gefühl daß Sie diese nicht richtig wahrnehmen kann. Ich werde Ihr vorschlagen mit Dir mal zu schreiben evtl. kommt etwas fruchtbares dabei heraus.....


Ich habe fast alles versucht und nun will Sie mir heute Abend die Rechnung präsentieren, daß Sie nur den Mister X liebt der ja Auslöser der Psychose war und daß dieser Mann nahe ist und Sie Ihn treffen wird und mit dem Schimmel in den Sonnenuntergang reitet.... es ist einfach nur schlimm mit anzusehen wie sich Menschen durch eine Krankheit verändern.....

Viele Grüße und ein schönes Osterfest
Georg

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fluuu
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon fluuu » Di 22. Apr 2014, 10:19

Hallo,
es geht nicht darum als Partner mit anzusehen wie eine Krankheit die Partnerin verändert,
für ihre Lebensgeschichte als Grundlage der Störung kannst Du nichts und auch alles
versuchen als Partner ist nicht ausschlaggebend, ein Partner kann die Störung nicht heilen
da er emotional zu stark beteiligt ist und die Gefühle eher verstärkt als beruhigt.
Der Partner kann für den kranken Menschen Hilfe organisieren und dafür sorgen,
dass die Partnerin Behandlung bekommt und wenn es sein muss sind dafür von Seiten
des liebenden Partners auch Trick und Überredung mit geschickten Argumenten erlaubt,
wichtig ist, dass sie raus kommt aus der privaten Situation des Wahns in ein Behandlungsumfeld
mit medizinischer Betreuung um nur so den irre machenden Kreislauf zu verlassen.
Die Medikamente sind nur eine behandelnde Therapie, dem liegt jedoch eine tiefere Störung zu Grunde,
sie bezieht sich in diesem Fall wohl auf einen Liebeswahn und der kommt aus der Biographie.
Medikamente verabreichen allen reicht nicht aus um eine Lösung des Konfliktes zu ermöglichen.
Es sind gezielte therapeutische Besprechungen nötig mit einem neutralen Gesprächspartner,
viel Geduld und die Fähigkeit des Partners die Partnerin auch lassen zu können und bei sich zu bleiben.
gruß fluuu

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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Laura » Di 22. Apr 2014, 11:03

Hallo Georg!

Inzwischen bin ich so leicht in die Klinik zu bringen, dass ich sie sogar in der Psychose auch selber aufsuchen kann. Aber in der frühen Phase der Erkrankung ging es einmal so bei mir: Da waren ganz viele Leute ins Haus bestellt worden, um mich mit sanftem Druck zu überreden, in die Klinik zu gehen. Das ging nicht in Sekundenschnelle, hat vermutlich aber auch nicht viel länger als eine Stunde gebraucht. Es war einfach diese große Anzahl an Leuten, dass ich mich schließlich doch "gefügt" habe. Übrigens waren diese "bestellten" Leute Angestellte der Psychiatrie, ein paar Polizisten und ein Allgemeinarzt, den ich mal aufgesucht hatte. Das kommt mir noch im Nachhinein wie eine Ausnahmesituation vor, die nicht jedem Betroffenen beschert wird, um auch ohne Zwangseinweisung in die Klinik zu kommen. Aber es hat sich auch in einem anderen Land abgespielt, wo das Hilfssystem vielleicht tatsächlich anders, großflächiger funktioniert, zumindest wenn es um Einweisung in die Psychiatrie geht.

Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Gruppe von fünf bis zehn Leuten, die Deiner Frau näherstehen, genügen könnten, um auf Deine Frau einzuwirken. Diese Leute müssten einfach viel Zeit dafür haben und sich mit genügend Coolness vor ihr "aufbauen". Die Aussage "Geh bitte in die Klinik, Du merkst gar nicht, in was für einem gefährdeten Zustand Du bist" zieht ja nicht unbedingt und die Skrupel von heute seitens der Angehörigen können das Lamentieren von morgen sein. Oder vielleicht doch eine Gruppe von Leuten, die der Sozialpsychiatrische Dienst zur Verfügung stellen könnte.

Und Skrupel von Angehörigen bedeutet mehr oder weniger: Ich möchte nichts Falsches tun oder auch nicht etwas Richtiges und doch von dem Betroffenen hinterher ausgebuht und verlassen werden. Um diese Thematik aufzufangen, dafür gibt es Angehörigengruppen (in Psychiatrien als ambulantes Angebot oder von psychosozialen Vereinen oder Sozialpsychiatrischen Diensten ausgehend).

Was die Innenansicht Deiner Frau angeht: Aus meiner eigenen Psychose-Erfahrung heraus kann ich sagen, dass eine Psychose - sei sie nun eher angstbehaftet oder eher "romantisch" - immerhin den Vorteil bietet, mal aus dem grauen Alltagstrott herausgehoben zu werden und sich dem großen Glück nahe zu fühlen. Das Umfeld erscheint einem dann mindestens "unreif" und man selber kann eine Art "Auserwähltheit" genießen.

Und leider ist es bei Psychosen nicht so, dass man einfach nur abzuwarten braucht, bis die Depression wie ein Regenschauer in der Wüste kommt und schon würde sich die Sache wie von selbst erledigen. Bei mir kam die Einsicht, die Medikamente dauerhaft zu nehmen, nicht zuletzt daher, dass ich keine suizidale Psychose mehr bekommen wollte. Und auch der Weg zur Medikamenteneinnahme fing bei mir in einem Kliniksetting an. Man kann es einfach nicht wissen, ob eine Psychose im unbehandelten Zustand eine harmlose Spinnerei und Träumerei bleibt oder dann doch noch die großen Ängste kommen. Selbst wenn es nicht auf Leben und Tod geht, steht immer noch die Gefahr der Verwahrlosung des Betroffenen im Raum.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Georg 123 » Di 22. Apr 2014, 21:46

Hallo Georg!

Inzwischen bin ich so leicht in die Klinik zu bringen, dass ich sie sogar in der Psychose auch selber aufsuchen kann. Aber in der frühen Phase der Erkrankung ging es einmal so bei mir: Da waren ganz viele Leute ins Haus bestellt worden, um mich mit sanftem Druck zu überreden, in die Klinik zu gehen. Das ging nicht in Sekundenschnelle, hat vermutlich aber auch nicht viel länger als eine Stunde gebraucht. Es war einfach diese große Anzahl an Leuten, dass ich mich schließlich doch "gefügt" habe. Übrigens waren diese "bestellten" Leute Angestellte der Psychiatrie, ein paar Polizisten und ein Allgemeinarzt, den ich mal aufgesucht hatte. Das kommt mir noch im Nachhinein wie eine Ausnahmesituation vor, die nicht jedem Betroffenen beschert wird, um auch ohne Zwangseinweisung in die Klinik zu kommen. Aber es hat sich auch in einem anderen Land abgespielt, wo das Hilfssystem vielleicht tatsächlich anders, großflächiger funktioniert, zumindest wenn es um Einweisung in die Psychiatrie geht.

Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Gruppe von fünf bis zehn Leuten, die Deiner Frau näherstehen, genügen könnten, um auf Deine Frau einzuwirken. Diese Leute müssten einfach viel Zeit dafür haben und sich mit genügend Coolness vor ihr "aufbauen". Die Aussage "Geh bitte in die Klinik, Du merkst gar nicht, in was für einem gefährdeten Zustand Du bist" zieht ja nicht unbedingt und die Skrupel von heute seitens der Angehörigen können das Lamentieren von morgen sein. Oder vielleicht doch eine Gruppe von Leuten, die der Sozialpsychiatrische Dienst zur Verfügung stellen könnte.

Und Skrupel von Angehörigen bedeutet mehr oder weniger: Ich möchte nichts Falsches tun oder auch nicht etwas Richtiges und doch von dem Betroffenen hinterher ausgebuht und verlassen werden. Um diese Thematik aufzufangen, dafür gibt es Angehörigengruppen (in Psychiatrien als ambulantes Angebot oder von psychosozialen Vereinen oder Sozialpsychiatrischen Diensten ausgehend).

Was die Innenansicht Deiner Frau angeht: Aus meiner eigenen Psychose-Erfahrung heraus kann ich sagen, dass eine Psychose - sei sie nun eher angstbehaftet oder eher "romantisch" - immerhin den Vorteil bietet, mal aus dem grauen Alltagstrott herausgehoben zu werden und sich dem großen Glück nahe zu fühlen. Das Umfeld erscheint einem dann mindestens "unreif" und man selber kann eine Art "Auserwähltheit" genießen.

Und leider ist es bei Psychosen nicht so, dass man einfach nur abzuwarten braucht, bis die Depression wie ein Regenschauer in der Wüste kommt und schon würde sich die Sache wie von selbst erledigen. Bei mir kam die Einsicht, die Medikamente dauerhaft zu nehmen, nicht zuletzt daher, dass ich keine suizidale Psychose mehr bekommen wollte. Und auch der Weg zur Medikamenteneinnahme fing bei mir in einem Kliniksetting an. Man kann es einfach nicht wissen, ob eine Psychose im unbehandelten Zustand eine harmlose Spinnerei und Träumerei bleibt oder dann doch noch die großen Ängste kommen. Selbst wenn es nicht auf Leben und Tod geht, steht immer noch die Gefahr der Verwahrlosung des Betroffenen im Raum.

Liebe Grüße

Laura
Hallo Laura,

Du schreibst die Wahrheit, keiner fühlt sich richtig verantwortlich und die Ärzte schießen dagegen und sagen es liegt keine Fremd- oder Eingefährdung vor und Sie empfehlen die Einnahme von 300mg Solian das natürlich von meiner Frau als "Alles sit OK" interpretiert wird....

Bin mal gespannt wie es weitergeht...

Gruß
Georg

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Laura
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Re: Solian und die Dosierung

Beitragvon Laura » Mi 23. Apr 2014, 09:54

Hallo Georg!

Ob mit oder ohne psychiatrischer Behandlung wäre es vermutlich ein heilsamer Schock für Deine Frau, wenn sie den Typen, um den sich ihr Liebeswahn dreht, zusammen mit einer anderen Frau sehen würde. Und zwar so, dass sie begreift, dass er bereits vergeben ist. Vielleicht hilft Wünschen manchmal ja doch noch.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


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