Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

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inlines
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Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon inlines » Fr 17. Jun 2016, 22:49

Hallo zusammen,

es ist so dass ich momentan wegen komplexer PTBS teilstationär behandelt werde und gestern ein Gespräch stattgefunden hat, in dem es um die Exploration einer möglichen DIS ging. Während diesem Gespräch habe ich das erste Mal Dinge angesprochen die ich seit 25 Jahren in mir verberge, und die mich über viele Jahre existenziell beschäftigt haben. Es waren 2 Personen anwesend, wobei nur eine Oberärztin sprach und mein Bezugstherapeut einfach zuhörte. Während meiner Schilderungen verharrten beide auf ihren Stühlen, ohne auch nur ein Minimum an emotionaler Erregung zu zeigen. Im Gegenteil: Ich wurde dazu aufgefordert das Erzählen sein zu lassen. In meinem Heft habe ich das folgendermaßen dokumentiert:

"Es war ein Schnitt durch das Herz, im Moment der Offenbahrung, Abscheu und Ablehnung zu erfahren, genauso wie es vor vielen Jahren der Fall war, als ich zu meinen eigenen Eltern ansetzte, es so zu erzählen. Statt Mitgefühl oder Verständnis gab es die Aufforderung damit aufzuhören, die mich belastenden Dinge zu erklären. Es ist, als ob sich die Erniedrigung widerholt hat, die Sinnlosigkeit des Lebens bestätigt wurde. Als ob man eine lang verborgene Wunde zeigt, aber statt Verpflegung eine Ablehnung der Behandlung erfährt. Dies liess mich eine Zeit lang an meiner Existenzberechtigung zweifeln, und glauben, dass mich nichts mehr am Leben halten kann. Ich werde es nicht mehr vergessen können, aber Mitgefühl gibt es dennoch nicht, genausowenig wie es das früher gab. Es ist nicht mehr zu ändern oder zu korrigieren. Entweder damit leben oder nicht."

Im Moment kann ich mich davon distanzieren, aber dieses Gefühl der Erniedrigung kommt immer wieder in mir hoch.

Hat jemand ähnliches erlebt, oder kann mir jemand erklären, warum dieses Verhalten gerechtfertigt ist?

Dank und Gruß

Inline

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Feuerchen
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon Feuerchen » So 3. Jul 2016, 16:51

LIebe Inline,

Ich weiß nicht, ob Du das überhaupt noch liest, ... Dein Eintrag ist schon eine Weile her.

Bei einer PTBS ist es wichtig zu stabilisieren, stabilisieren, stabilisieren....Erst wenn man Dinge gelernt hat, die einen Stabilisieren dann erst machen die Therapeuten eine Konfrontation.
Die Gesichter, die Stille... das war in dem Moment für Dich rein gefühlsmäßig das Falsche. Vom Standpunkt der Ärzte/Therapeuten aus...eine zuhörende, abwartende Haltung...was für Dich gerade nicht empathisch wirkte...

Und doch mag es für den Moment das Richtige sein...um Dich nicht noch mehr in Dinge zu stürzen, die Dich überfordern könnten.

Wenn ich Dich wäre, würde ich dieses Gefühl, des "ich werde nicht verstanden" bei Deinen Ärzten/Bezugstherapeuten ansprechen. Du wirst sehen... sie werden Dir erklären, dass irgendwann einmal die Zeit kommt, wo Du alles "los" werden kannst, aber Dich dabei selber nicht belastest, sodass Du fast am Leben verzweifelst. Jetzt ist erst einmal die Zeit Stabilisierung kennen zu lernen , Methoden die einen festigen, und aufbauen.
Dazu gehört auch nur dann etwas von den schlimmen Dingen aus dem Leben zu erzählen, wenn man gelernt hat, nicht in Dissoziationen zu verfallen, oder flashbacks zu bekommen. Oder wenn man weiß, wie man sich aus dem schlechten Gefühl, das damit verbunden ist, wieder sich raus holt.

Ich wünsche Dir alles Gute und warmherzige, verständnisvolle Therapeuten, die Deine Enttäuschung verstehen und Dir weiter helfen.

Liebe Grüße
Feuerchen

inlines
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon inlines » Sa 23. Jul 2016, 09:37

Hallo feuerchen,

ich möchte dir noch recht herzlich für deine Rückmeldung danken!

Jetzt mit dem Abstand von knapp einem Monat hat sich teilweise aufgeklärt was bei diesem Gespräch passiert ist. Es ist wahrscheinlich, dass ich bei dem Gespräch Flashbacks hatte, und so die Therapeuten mit bestimmten Leuten verwechselt habe, und vielleicht auch Dinge gehört habe, die garnicht gesagt worden sind. Nichtsdestotrotz sind die Psychologen hier ziemlich kühl und distanziert, und wenig einfühlsam, wenn man eine solche Krise durchmacht. Die Bezugstherapeutin, in der Klinik davor, war ganz anders, nämlich sehr warmherzig und hat auch immer wieder meine Hand gehalten, oder mich getröstet. Ich bin dort zwar auch nicht gerade gerne hingegangen, aber ich wußte sicher, dass sie mich auf keinen Fall im Stich lässt.

LG inlines

mamschgerl
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » Do 28. Jul 2016, 08:46

...ich finde es zumindest sehr seltsam, daß die therapeuten in dem moment, wenn ein patient endlich mal nach jahren ( bei mir waren es jahrzehnte ) über etwas sprechen will und kann, nicht so reagieren, daß dem patienten zumindest das gefühl vermittelt werden kann, daß es für diesen bestimmten moment durchaus in ordnung ist, wenn er sich auskotzt.
es spielt da überhaupt keine rolle, ob man stabilisiert ist oder nicht, in dem moment kommt es heraus, endlich, und nur das zählt.
dieses verlangen, es endlich nur wenigstens einmal laut auszusprechen, zu unterbinden, weil der behandelnde arzt bestimmte therapieziele verfolgt und es daher für ihn momentan nicht passt, empfinde ich als äußert schädlich für diesen bestimmten moment.
für mich ist es verdammt wichtig, meine erlebnisse dann ansprechen zu können, wenn mein innerstes danach schreit, nicht, wenn der arzt glaubt, daß ich stabil genug bin um eine konfrontation ertragen zu können.
auch ich hatte flashbacks, als ich zum ersten mal in meinem leben unter würgen, nach luft schnappen und zittern meine in solchen momenten immer sehr starke dissoziationen durchbrechen konnte, indem ich es laut herausschrie.
meine therapeutin hatte es ertragen können und auch dementsprechend ruhig, abwartend und vor allem mit einer menschlichen wärme mir das gefühl vermitteln können, daß sie einfach für mich da ist.
sie hat mich gefragt, ob ich darüber weiter reden möchte und es war vollkommen in ordnung, daß ich das nicht wollte, sie hat erkannt, daß es in diesem moment einfach nur sein musste, daß es vor der person, die mir helfen will, ausgesprochen wird, nicht mehr, nicht weniger.
sie hatte im gegenteil manches meiner wesensarten und überzogenen reaktionen besser verstehen können und dementsprechend gestalten sich unsere gespräche wesentlich konstruktiver.

stabilisation - schön und gut, aber wenn die ursachen für den zustand nicht bekannt sind, kann man nicht stabilisieren, weil man auch nicht die auslöser erkennen kann, die die flashbacks hervorrufen könnten.
es gibt keine allgemein-skills für jedermann, es gibt nur individuelle möglichkeiten für individuelle erlebnisse, und diese müssen vor dem versuch der stabilisierung bekannt werden.

genau aus diesem grund musste ich meinen letzten klinikaufenthalt abbrechen, weil man mich in allgemein gültige behandlungskonzepte zwingen wollte, genau deshalb, weil ärzte unflexibel und starr nach ihren methoden vorgehen und abweichungen nicht zulassen wollen oder überhaupt erkennen, fühlt man sich als patient unverstanden und als störend im gesamtkonzept abgestempelt.

im nachhinein dem patienten auch noch die schuld zu geben und ihm zu vermitteln, daß er falsch reagierte und die ärzte so nicht arbeiten und ihr verhalten sogar noch als üblich in solchen momenten darzustellen, ist die größte frechheit schlechthin.
dann hat der patient halt nun mal flashbacks gehabt, als er seine traumatischen erlebnisse schilderte, na und?
ist der kranke patient jetzt schuld, da er es gewagt hat, vor ende der stabilisierung und vor beginn der konfrontation seine die seele belastenden dinge auszusprechen, daß das behandlungskonzept gestört wurde und die ärzte offensichtlich mit dieser situation überfordert waren?

wird hier übersehen, daß der patient im mittelpunkt seiner behandlung zu stehen hat und nicht erwartet werden kann, daß er sich gefälligst so benimmt, daß er bequem ins konzept passt?
von wegen "du darfst schon krank sein, aber bitte doch so, wie wir es wollen, erwarten und nach schema f abarbeiten wollen" ? was nicht passt, wird passend gemacht?
ich sag's ja, einer flog übers kuckucksnest, unbequeme patienten, denen es einfällt, über ihre probleme außerhalb der dafür vorgesehenen zeit zu sprechen, gehören erstmal verbal abgewatscht, damit ihnen ja nicht wieder einfällt, eigenmächtig was vorbringen zu wollen bzw. kritik zu üben.

ich finde es beschämend für diese ärzte, sich in dieser abweisenden art vom patienten abzuwenden und ihm auch noch einzureden, daß er aufgrund seiner flashbacks in diesem moment es noch bestätigt habe, daß schilderungen seiner qual momentan nicht erwünscht sind und er sich daher nicht wundern müsse, daß er keine unterstützung oder gar verständnis erfahren habe.

und das hat ja schließlich funktioniert, oder?

mamschgerl

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Feuerchen
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon Feuerchen » Sa 30. Jul 2016, 21:00

Hallo Inlines,

Das freut mich jetzt, dass Du meine Zeilen doch noch gelesen hast. Ich selber habe fast nicht mehr damit gerechnet, dass Du Dich meldest, weshalb ich erst jetzt Dir antworten kann, weil ich gar nicht mehr täglich im Forum bin.

Da Du ja nur virtuell berichtet hattest und ich nicht dabei war, als Du mit Deinen Therapeuten gesprochen hattest, konnte ich nur vermuten, dass sie Dich in Schutz nehmen wollten, damit Du Dich nicht selber durch das Erzählen in eine schlechtere Situation bringst.
Wenn Du nun nach einem Monat, und Abstand zu diesem Vorfall immer noch das Gefühl hast, dass diese Therapeuten sehr kühl und distanziert sind, kann man sicherlich sagen, dass ihr nicht ganz auf der gleicher Wellenlänge seid.

Da kann ich Dir nur wünschen, dass Du neue für Dich passendere Therapeuten findest, die warmherzig und offenherzig sind.


Hallo Mamschgerl,

Aus Deinem Text, höre ich sehr viel Wut und Enttäuschung auch aus eigener Erfahrung mit den Therapeuten. Das tut mir sehr leid. Trotzdem scheinst Du mich nicht richtig verstanden zu haben.
Natürlich sollte ein Patient sich aufgehoben fühlen, wenn er sich nach vielen Jahren endlich dazu äußern kann. Das sehe ich genauso wie Du.
Das fordert ein hohes Maß an Empathie bei den Ärzten. Ob sie dem immer gerecht werden, ist eine andere Frage.

Denn das ist ja gerade das Schwierige, weil eigene Vorstelllungen des Patienten das behindern können, oder weil Therapeuten nicht (ich übertreibe jetzt mal bewußt) 20 Jahre Schweigen und Trauma in einem Moment (der Öffnung) gut machen können.

Ich bin der Meinung, dass es sogar extrem wichtig ist, dass der Patient , Stabilisierungsmaßnahmen gelernt hat.
Was ich meinte, und wo ich glaube, dass Du mich falsch verstanden hast, ist, dass Therapeuten sogar verpflichtet sind, darauf zu achten, dass der Patient sich nicht durch seine eigenen Emotionen beim Erzählen in mißliche Lage bringt. Das kann ja zu Verzweiflungstaten führen vom selbstverletzenden Verhalten bis Suizid, weil der Patient das Erlebte und den Druck nicht mehr aushält. Erst wenn der Traumapatient
gelernt hat durch Techniken sich zu stabilisieren, das heißt, sich beim Erzählen nicht selber noch in den Sumpf zu reiten, sich vom Erlebten so weit als möglich zu distanzieren, (Tresorübung und anderes) kann man ihn auch ohne Bedenken erzählen lassen. Ich glaube auch, dass da die Dosis, wieviel auf einmal, und was auf einmal eine große Rolle spielt.
Und selbst wenn er Maßnahmen gelernt hat, ist es immer noch schwer genug für den, der erzählt, und Tränen werden vielleicht fließen, oder Wut hervorbrechen, oder Panik... was immer damit zusammen hängt.
Das ist das, was ich meine, was Du ja selber an Dir erlebt hast, in dem Du die Dissoziationen durch Schreien und unter Zittern endlich durchbrechen konntest.
Das wiederum muß ein Therapeut ganz sicher aushalten können. Und das kann ein empathischer Therapeut auch.

Du meinst, dass es für den Therapeut nicht passtwenn der Patient sich ausspricht... Das steht aber gar nicht an erster Stelle, sondern: das Wohl des Patienten. Und eine zu früh gemachte Konfrontation mit den eigenen Themen, kann dem Patienten wirklich schaden. Und seinen Zustand so verschlechtern, dass er gar nicht mehr aus dem Trauma kommt.

Mit den Flashbacks, dass man nicht immer weiß, was die Auslöser sind, da hast Du recht, dass das ein Problem darstellt. Der Patient wird lernen müssen gut zu beobachten damit er lernen kann zu vermeiden.
Meiner Meinung nach hat der Arzt aber auch eine Aufklärungspflicht, warum er z.b. jetzt gerade dieses Gespräch nicht will, damit der Patient sich nicht abgeschoben fühlt. Tut er das nicht, empfinde ich, dass da etwas schief gelaufen ist.

Liebe Grüße
Feuerchen

mamschgerl
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » So 31. Jul 2016, 18:53

hallo feuerchen,
ich glaube, wir reden aneinander vorbei und zudem hast du für meine begriffe viel zu viel von therapeuten übernommen, ohne wirklich darüber nachzudenken.
natürlich bin ich wütend, wenn ich das lese, was therapeuten verbocken können und dann auch nicht in der lage sind, zuzugeben, daß ihre vorgehensweise diesmal wohl nicht die war, die gepasst hat, sondern im gegenteil dem patienten die schuld in die schuhe schieben.
und noch einmal, wenn es raus muss, dann muss es raus, egal wann und ein therapeut hat dann nicht zu sagen, daß es jetzt nicht passt, weil der patient noch nicht stabilisiert ist.
ein therapeut hat in diesem moment dem patienten zur seite zu stehen und ihm nicht das gefühl zu vermitteln, daß es ungelegen kommt.
ich rede hier nicht von der konfrontation, die nach der stabilisierung in angriff genommen wird und akribisch vorbereitet wird, sondern schlicht und ergreifend von der notwendigkeit für den patienten, es in dem moment rauszulassen.
der patient ist krank und hat die emotionen nicht unter kontrolle, er ist nicht in der lage, mit abweisung und menschlicher kälte umzugehen, die ihm entgegenschwappt, weil er sich für seinen ausbruch einen falschen moment ausgesucht hat.
auf rationale gründe ( die der therapeuten wohlgemerkt ) einzugehen, liegt in diesem moment außerhalb jeglicher reichweite.
und wenn therapeuten nicht auf panikattacken und sonstiges eingehen können, weil es vor der stabilisierung passiert, ist es schon ein armutszeugnis, dann auch noch zu behaupten, daß es als schutzreaktion für den patienten geschehe.
die ärzte haben nicht die weisheit gelöffelt, auch wenn du das glauben willst und sie sind keine halbgötter in weiß.
von patienten während der therapie angepasstes verhalten zu verlangen, weil sie sonst den heilungsprozess verzögern und destruktiv arbeiten würden, ist anmaßend.
wären wir alle normal und könnten angepasst durchs leben marschieren, bräuchten wir keine therapeuten, die uns helfen, oder?
also, feuerchen, ich wünschte, du kämest von deiner überzeugung, daß ärzte wissen, was sie tun, etwas ab und würdest verstehen, daß auch sie nur menschen mit ganz vielen fehlern und irrtümern in ihrem verhalten sind.
viele von ihnen übernehmen, genauso wie du, auch nur ohne nachzufragen die theorien von kollegen, die ihrerseits auch erstmal aus ihren fehlern lernen mussten.
und daß es mehr schadet, zu schweigen in diesem moment, wenn es endlich rauskommen will, ist doch eigentlich logisch, oder?
oder glaubst du allen ernstes, daß es hilft, zu schweigen und erstmal seine skills erfolgreich einzusetzen, bevor man dann unter beobachtung seinen traumatischen erlebnissen kontrolliert in konfrontativer art und weise wieder begegnen darf?
sehr viel theorie während der praxis, oder? und der patient versteht das natürlich, ganz klar, besonders während eines flashbacks, da hat er garantiert ein gehör dafür.
schwachsinn, meiner meinung nach, daß ein patient während der einzelsitzung einer gefahr ausgesetzt ist wie suizid, selbstverletzung und dergleichen. ( wo sind denn dann die therapeuten hin, sind die weggelaufen? )
blödsinn, daß der patient aus selbstschutz da nicht reden soll, wenn er es braucht.
von welchen patienten redest du, wenn du sagst, daß sie viel selbstbeobachtung und eigenwahrnehmung brauchen, um in einer art und weise über ihr trauma reden zu können, daß sie nicht in selbstzerstörerischen gedanken versinken?
es gibt viele kontroverse diskussionen über das für und wider bestimmter behandlungsmethoden, du solltest dich einmal damit auseinandersetzen und nicht zuletzt deinen verstand einsetzen, wenn es um die individualität des patienten geht. man muss den menschen nicht mit gewalt zu ihrem glück verhelfen.
nicht eine behandlungsmethode für alle, sondern einzelne und individuelle für jeden einzelnen.

schön für dich, wenn dir deine behandlung geholfen hat, aber bitte, bitte, behaupte nicht, daß diese behandlung für alle gilt und diejenigen, bei denen es nicht hilft, das verständnis schon noch kommen wird, weil die ärzte schon wüssten, was sie tun.

mamschgerl

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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » So 31. Jul 2016, 19:32

komplexe ptbs, meistens festgestellt, weil der mensch jahrelang, jahrzehntelang ein oder mehrere traumatische erlebnisse in der kindheit hatte, die ihn im erwachsenenalter plötzlich wieder einholen.
verdrängtes kommt hoch, bahnt sich seinen weg ins bewußtsein und bilder werden deutlich, filmausschnitte, begebenheiten, man kann sie nicht zuordnen, aber man weiß, sie gehören ins das eigene leben hinein.
man begreift, daß das erlebte so unvorstellbar ist, daß man es weiterhin begraben wissen will, eine konfrontation kommt nicht in frage, da sie nicht helfen kann.
nichts wird damit besser, nichts ändert sich, das erlebte wird nicht weniger böse, weniger abartig und schlimm oder weniger belastend sein.
es handelt sich bei der komplexen ptbs nicht um irgendeine phobie wie höhenangst oder angst vor spinnen oder oder oder....
man kann da nicht hingehen und sich mit dieser phobie konfrontieren, um der angst den schrecken zu nehmen, um am ende mit den taranteln zu schmusen.
da war etwas in der vergangenheit, nicht nur einmal, sondern mehrmals und wurde auch noch begleitet von umständen, die ebenso furchtbar und beängstigend waren.
viele dinge haben zu dieser diagnose und weiteren geführt, alle basierend auf die traumatischen ereignisse und die folgeerscheinungen, das leben danach, das daraus resultierte, daß man überleben wollte.
das kind ist tot, gestorben, da gibt es keine arbeit mit dem inneren.
den tresor für diese ereignisse, die einen für den rest des lebens prägten, hatte man bereits, aber der schließt nicht mehr.
man hatte seine methoden, das leben so "normal" zu führen wie möglich, man hatte seine eigenen skills, aber die funktionieren nicht mehr.
man wusste um seine gefühle und auch um die, die man nie hatte, weil sie schon früh und vor entstehen können einfach erstickt wurden, abgetötet, man hatte sie nie kennenlernen dürfen.
und plötzlich, aus heiterem himmel, funktioniert nichts mehr von dem, was die ärzte stabilisierung nennen.
zusammenbruch, psychiater, therapie, klinikaufenthalt.
was das bisher gebracht hat?
gar nichts, nur daß alles, was ich schon immer wusste, jetzt einen namen hat, mehr nicht.
alles, was die ärzte einem beibringen wollen, kennt man schon, macht man schon sein ganzes leben lang.
würde es helfen, wäre jetzt nicht alles zusammengebrochen.
man erwartet, daß da vielleicht etwas neues kommt von den fachleuten, die man aufsucht, aber die rätseln selbst noch rum und suchen erklärungen, wege, versuchen neue methoden, experimentieren.
letztendlich weiß niemand irgendetwas und man kann nur probieren, versuchen ob irgendetwas davon eventuell linderung bringt, denn heilung ist nicht möglich.
wer das behauptet, weiß nicht, was das wirklich bedeutet, diese diagnose komplexe ptbs.
alle kriterien, die da genannt werden, verhindern schon eine mögliche heilung, das ist nun mal gerade dieses krankheitsbild.
ärzte, die nun wirklich nicht verstehen können, wie es in den betroffenen aussieht und wirklich nicht nachvollziehen können, was es bedeutet, wenn man von leere, dissoziationen, depersonalisierung und derealisierung spricht, erwarten von einem, daß man positiv denkt, wenn man dieses gefühl nie hatte, daß man sich über dinge freut, wie mit nackten füßen über das taufrische sommergras zu laufen und ähnliches, daß man sich selbst lieben lernt....
es ist so lächerlich, wie ärzte nichtswissend idealistische ziele setzen und dinge erwarten, die man nie gelernt hat und nie lernen kann?
für mich ist es sehr deprimierend, ärzte von solchen gefühlen sprechen zu hören, die ich nicht kenne.
ich verstehe nur eins, daß diese menschen nichts verstehen, weil sie das gar nicht können, es sei denn, sie leiden selbst darunter, und das tun die wenigsten.
ich finde es schädlich, patienten zu sagen, daß sie nach schema f zu funktionieren haben, damit sie geheilt werden können und ihnen vorzugaukeln, daß die jeweilige behandlung die eine ist, die helfen wird, man muss nur tun, was der arzt einem sagt und niemals an seiner kompetenz zweifeln oder gar hinterfragen, wozu das ein oder andere sein muss.
aber na ja, sie werden schon wissen, was sie tun, oder?
und nie würden ärzte durch nichtwissen einem patienten schaden, oder?
nein, wir können uns ganz auf sie verlassen und ihnen völlig vertrauen, oder?

tja, aber was ist, wenn....

mamschgerl

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Feuerchen
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon Feuerchen » Do 4. Aug 2016, 16:12

Liebe Mamschgerl,

Ich spüre Deine Wut und sie tut weh... Aber ich kann Dir dabei leider nicht helfen, außer Dir zu sagen, ich lese Dich und es tut mir leid, das es bei Dir so ist, und du so viel negatives erlebt hast.

Leider reden wir tatsächlich aneinander vorbei. Denn auch ich kenne es, von Therapeuten, die mich erst etwas gefragt haben, und als es zu emotional wurde, m ich gestoppt haben.... Verstanden habe ich das damals auch nicht. Und ich bin mir abgewürgt und unverstanden vorgekommen. Es ist mir auch eine ganze Zeit nachgegangen. Und das Selbstwertgefühl war im Keller.
Verstanden habe ich das allerdings erst, viel später, als es mir wieder besser ging und ich viel Therapie hinter mir hatte. Ich hatte verschiedene Situationen, indem mein Psychiater mich geschützt hatte, aber ich es in dem Moment nicht sehen konnte. Erst später, als wir nochmals darüber redeten.
Das was ich erzählt habe, beruht also auf eigenen Erfahrungen, was nicht heißt, dass es bei Dir auch so sein muss. Deshalb reden wir aneinander vorbei, weil wir unterschiedliche Erlebnisse haben. Mir wurde allerdings auch nicht eine Schuldzuweisung indoktriniert. Das finde ich ganz fehl am Platz.
Ich hatte vielleicht zudem noch einen guten Psychiater, der auch Kritik vertrug. Denn ich habe auch meinen Psychiater kritisiert und er hat es ruhig angenommen. Und wir haben darüber gesprochen. Aber da ist eben auch jeder Mensch verschieden.

Auch ich kenne Derealisation und Depersonalisation und es ist eines der schrecklichsten Dinge, die ich erlebt habe. Da hast Du mein volles Mitgefühl.

Ich kann Dir nur wünschen, dass Du einen Therapeuten für Dich findest, bei dem Du aufgehoben bist und der Dich versteht.

Mehr kann ich dazu nun nicht mehr sagen.

Ich wünsche Dir alles Glück der Erde!

Liebe Grüße
Feuerchen

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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » Fr 5. Aug 2016, 07:50

hallo feuerchen,
danke für deine wünsche, ich kann meine nur für dich auch wiederholen.
ich möchte abschließend noch mal betonen, daß meine wut nicht nur aus meinen erfahrungen mit scheinbar inkompetenten therapeuten herrührt, sondern auch auf erlebnissen mit anderen patienten, die offensichtlich falsch behandelt werden und nicht wagen, gegen diese art und weise anzugehen, sondern sich still und leise der allmacht fügen, die diese ärzte für sich beanspruchen.
es gibt leider viel zu viele scharlatane, die behaupten, die weisheit gelöffelt zu haben, aber einfach nur nicht verkraften können, daß die von vorläufern übernommenen methoden nun mal nicht von ihnen selbst stammen und nicht allgemein anwendbar sind und sie erhebliche schwierigkeiten haben, wenn diese methoden plötzlich nicht passen.
keine angst, feuerchen, ich weiß mich zu wehren und habe eine gute therapeutin, die im gegensatz zu vielen nicht behauptet, allwissend zu sein sondern im gegeteil mir meine erfahrung mit mir selbst und mein wissen über mich nicht in abrede stellt. sie ist nicht wie die anderen der meinung, daß ich als nichtstudierte keine ahnung über mein eigenes seelenleben haben kann.
da ich mich mein ganzes leben schon mit der psyche des menschen auseinandersetze und kein unbeschriebenes weißes blatt papier bin und auch genügend jobs ausgeübt habe, die mich mit mehr menschen zusammenbrachte, als mir lieb war, werde ich einen gewissen respekt und achtung erwarten dürfen, auch und besonders von denjenigen, die mich behandeln wollen.
nicht weniger haben menschen von mir zu erwarten und meine wut basiert mit darauf, daß viele ärzte diese achtung zwar für sich beanspruchen, aber dem rest der menschheit nicht zugestehen.
es ist eine tatsache, daß alle behandlungsmethoden auf querschnitten von erzählungen der patienten basieren, die sich selbst durch gewisse methoden geholfen haben oder mitteilen, was ihnen besserung brachte.
daraus wird ein durchschnitt erarbeitet, was wiederrum die behandlungsmethode ergibt, die als passend für alle erachtet wird.
es wird nun durch die ärzte, die hier eher als vermittler zu sehen sind, den patienten, die diese wege noch nicht beschritten haben, als möglichkeit dargeboten.
das alles ist nicht verkehrt und für viele vielleicht die einzige möglichkeit, über umwege wieder linderung zu erfahren, aber nun mal nicht für alle!
und da liegt der knackpunkt: viele ärzte gestehen den patienten ein urteil nicht zu, ersticken widersprüche schon im keim, stempeln die patienten als destruktiv und uneinsichtig ab, die ihrer heilung selbst im wege stehen, wenn sie es wagen, die angewandte methode als nichtpassend in ihrem fall in frage zu stellen.
wenn ein mechaniker den grund für das stottern des motors nicht findet und daher einfach irgendwas erneuert und behauptet, das wäre der grund gewesen und dann bei erneutem erscheinen des kunden wegen stotterns des motors behauptet, der kunde könne wohl nicht auto fahren, hälst du das doch auch für eine frechheit, oder nicht?
oder bist du hier auch der meinung, der mechaniker habe recht und der kunde müsse jetzt erst mal lernen, auto zu fahren?
es ist so, du bist in deinem tiefsten inneren von der richtigkeit der behandlungsmethoden der ärzte überzeugt und auch davon, daß du selbst nicht in der lage bist, fehler darin zu erkennen sondern nur, daß du etwas falsch machen musst, wenn diese methoden bei dir nicht greifen.

es wäre an mir, dir alles gute zu wünschen, denn ich bin nicht wütend auf die ärzte, sondern auf die menschen, die alles mit sich machen lassen und daher diesem verhalten der therapeuten weiter rückenhalt geben.

und nochmal, meine therapeutin hat von sich aus gegen gewisse behandlungsmethoden in kliniken gewettert, denn auch sie ist der meinung, daß mein verfrühter aufenthaltsabbruch vollkommen richtig war, als ich erkannte, daß man als nummer, die sprechen kann, als störend wahrgenommen wird.
und ich bin, wenn du dich genau umhörst, nicht die einzige leidtragende.
also wirklich, mir musst du nicht alles gute wünschen, sondern ich wünsche dir etwas mehr erkenntnis gegenüber den menschlichen und damit auch fehlbaren seiten bei den ärzten und daß du endlich wach wirst und nicht weiter an die uneingeschränkte weisheit glaubst und damit der nur fakten sammelnden personen die allmacht über dich selbst gibst.

also, in diesem sinne, wenn du die führung über dein seelenheil fremden personen in die hand geben willst und eigenverantwortung damit wegschiebst und damit glücklich werden kannst, bitte, aber hör auf damit, mir und allen anderen durch die blume zu sagen, daß man wohl noch nicht soweit sei, sich zu seinem glück zwingen zu lassen und aufkommende zweifel an der richtigkeit der behandlung als krankheitsbedingte reaktionen eines unwissenden kleinkindes abzutun.
du mußt mich hier nicht missionieren, weißt du? ich bin schon groß und erkenne mitläufermentalität, wenn ich sie sehe oder wie hier, lese, aber wenigstens scheinst du damit glücklich werden zu können, denn es ist ja auch sehr bequem, nichts in frage zu stellen.

alles gute weiterhin mit deiner art und nochmal, mir musst du nichts wünschen, denn ich will nicht blind in der welt herumlaufen und bin froh darüber, falsches erkennen und mich dagegen wehren zu können.

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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon Feuerchen » Sa 6. Aug 2016, 16:59

Hallo liebe Mamschgerl,

Leider verstehts Du mich immer wieder falsch...

Ich lasse auch nicht immer mit mir etwas machen, auch wenn Du das meinst.

Ich habe versucht Dir zu erklären, dass es meine Erfahrung war, die ich erst im Nachhinein verstanden habe.
Deine Erfahrung, die Du erlebt hast, z.b. auch noch due Schuldzuweisung des Arztes zu erhalten, weil Du mit der Methode desselben nicht einverstanden warst, finde ich voll daneben und ich stelle Deine Erfahrung nicht in Abrede.

Du hättest es vielleicht an dem erkennen können:
Zitat:
Das was ich erzählt habe, beruht also auf eigenen Erfahrungen, was nicht heißt, dass es bei Dir auch so sein muss. Deshalb reden wir aneinander vorbei, weil wir unterschiedliche Erlebnisse haben. Mir wurde allerdings auch nicht eine Schuldzuweisung indoktriniert. Das finde ich ganz fehl am Platz.
Ich hatte vielleicht zudem noch einen guten Psychiater, der auch Kritik vertrug. Denn ich habe auch meinen Psychiater kritisiert und er hat es ruhig angenommen. Und wir haben darüber gesprochen.

Ich bin einfach gegen eine Verallgemeinerung. Ich sehe das nämlich wie Du, dass die Methode, eben nichtfür alle gleich ist. Ich gehe nur davon aus, dass der Arzt versucht auf seine Art und Weise das Beste für den Patienten zu erreichen. Aber wir sind ja alle Individualisten und es gibt nicht die Regel die für alle gleichermaßen gemacht ist.
Dein Beispiel vom Auto fand ich z.b. ganz gut. Prima, dass Du also so eine gute Therapeutin hast, denn das war mir z.b. nicht ganz ersichtlich aus Deinem Geschriebenen.

Es tut mir nur leid, dass Du meine ehrlich gemeinten Wünsche so abwertest und so darstellst, als müsse man Dir armes Hascherl von meiner Seite aus viel Glück wünschen, weil Du ja ach so bemitleidenswert bist, und nicht meine Meinung hast, sodass ich Dir das deshalb wünschen muss, weil Du ja sonst nicht auf einen grünen Zweig kommst.

Dein Zitat:
aber hör auf damit, mir und allen anderen durch die blume zu sagen, daß man wohl noch nicht soweit sei, sich zu seinem glück zwingen zu lassen und aufkommende zweifel an der richtigkeit der behandlung als krankheitsbedingte reaktionen eines unwissenden kleinkindes abzutun.

Das ist Deine von Wut geprägte Interpretation. Ich drücke nichts durch die Blume aus. Das ist weder meine Absicht noch habe ich das getan.

Inlines hat am Anfang gefragt, warum jemand so kalt sein kann und sie sich so abgelehnt fühlt, indem er/sie das Gespräch abgewürgt hat. Meine Meinung nach, habe ich versucht zu erklären, dass der Arzt versucht sie zu schützen. Dass diese Methode für alle gleichermaßen gemacht ist, habe ich allerdings nicht behauptet.

Dein Zitat:
Du mußt mich hier nicht missionieren, weißt du? ich bin schon groß und erkenne mitläufermentalität, wenn ich sie sehe oder wie hier, lese, aber wenigstens scheinst du damit glücklich werden zu können, denn es ist ja auch sehr bequem, nichts in frage zu stellen.

1. Ich will Dich gar nicht missionieren. Du mußt wegen mir, Deine Ansicht nicht ändern... Wie kommst Du überhaupt auf diese Idee?

2. Du erkennst Mitläufermentalität... Nein, Du kannst andere Erfahrungen nicht stehen lassen. Ich kann Dir nicht erklären, wann mein
Psychiater und warum er mich damals unterbrochen hat dazu müßte ich Dir zu viel aus meinem Leben erzählen. Wozu ich keine Lust habe.

3.Zitat von Dir:
denn es ist ja auch sehr bequem, nichts in frage zu stellen.

Wieder eine Interpretation von Dir. Was weißt Du schon, was ich in Frage stelle, und was nicht?

Zitat von Dir:
alles gute weiterhin mit deiner art und nochmal, mir musst du nichts wünschen, denn ich will nicht blind in der welt herumlaufen und bin froh darüber, falsches erkennen und mich dagegen wehren zu können.

1. Danke für Deine Wünsche, auch wenn sie ironisch klingen, in diesem Satzzusammenhang.

2. Ich habe Dir ehrlich alles Gute gewünscht, weil Du schreckliches erlebt hast, wie Depersonalisation, Derealisation usw. und ich das selber so schlimm fand und anderes, von dem Du nicht berichtet hast, was ich aber annehmen kann, wenn Du eine PTBS hast. Und dies wünsche ich anderen auch.
Ich habe das nicht gemeint, weil Dir ja alles Gute gewünscht werden muss, weil Du nicht meine Meinung trägst. - Es war nicht ironisch gemeint.

Heute wünsche ich Dir alles Gute, weil Dir Deine Wut, den neutralen Blick verbaut.

Freundliche Grüße
Feuerchen, die auch nun wütend ist, weil ihre ehrliche Absicht verkannt wird.

mamschgerl
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » So 7. Aug 2016, 19:50

hallo feuerchen,
sorry, sorry, sorry!!!!
das meine ich ernst, und du hast recht, manchmal steigere ich mich einfach irgendwo hinein und du hast vollkommen richtig reagiert, in dem du mir deine meinung gegeigt hast.
womit du auch recht hast, ich habe meine aggressionspunkte, auf die ich tatsächlich aufgrund meiner ptbs überempfindlich reagiere.
zuvieles, was mir im leben immer wieder sauer aufstösst und mich immer wieder zurückwirft und weswegen ich wieder einmal die falschen darunter leiden lasse bzw. angreife.

es tut mir leid, ich wollte dich nicht brüskieren und ich weiß auch nicht, was ich zu meiner entschuldigung sagen kann, denn genau das ist mein problem ( eines meiner vielen ), daß ich meine wut, meine aggression, meinen haß auf menschen, die macht ausüben und manipulieren wollen und auf diejenigen, die mitlaufen und alles mit sich machen lassen, nicht mehr kontrollieren kann. solche menschen haben mir mein seelisches grab geschaufelt, das lässt sich ganz einfach mal so sagen.

du hast vollkommen recht, ich bin wütend, aber in wahrheit nicht auf dich ( was du, glaube ich, auch erkannt hast ) und ich hoffe, du kannst irgendwie meine entschuldigung annehmen.

wirklich und ernst gemeinte liebe grüße
mamschgerl

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Feuerchen
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon Feuerchen » Sa 13. Aug 2016, 19:21

Liebe Mamschgerl,

Danke für die wirklich feine Entschuldigung. Sie ist angekommen und ich nehme sie gerne an.
Ich weiß, dass Wut manchmal ein schlechter Berater ist. Als ich in der Klinik war, war ich auch so wütend und fragte das Krankenpflegepersonal um einen Boxsack... Aber die hatten keinen... Da frag ich mich jetzt gerade, soll ich darüber lachen oder traurig sein.
Allerdings bin ich kaum Fremdaggressiv, sondern eher autoagressiv. Das ist auch nicht das Gelbe vom Ei. :roll:

Jeden Falls finde ich das ganz toll von Dir, auch dazu zu stehen, überreagiert zu haben. Und es ist ein feiner Zug, Dich bei mir zu entschuldgien. Das glaube ich, bringt nicht jeder fertig, sich zu entschuldigen. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich das auch bei Dir nicht erwartet.
Um so mehr freut es mich!
Es tut mir leid, dass Du unter dem Haß, dass Menschen Macht ausüben, und Menschen andere manipulieren leidest. Dass das mit der PTBS
zusammenhängt und nicht einfach ist damit umzugehen, kann ich mir denken.
Es tut mir auch leid, dass Du so warten musstest bis Deine Beiträge im Forum erschienen sind. Aber diese schaltet kein Moderator frei. Das ist eine Technik die automatisch läuft. Nur Löschungen kann der Admin Dr. Engels vornehmen (per Hand). Aber da er ein vielbeschäftigter Arzt ist, ist er selten im Forum . Man muß ihn wenns Probleme gibt direkt anschreiben. Er hat irgendwo hier im Forum die Adresse hinterlassen unter der man ihn kontaktieren kann.
Schau, dass das ein technisches Problem ist, kannst Du auch am Wortkettenspiel erkennen. Plötzlich sind deine Beiträge mitten reingeplatzt, wo vorher nichts war. Und dadurch sind ja die Anhänge (in rot geschrieben) total durcheinander gekommen.
Da Du nicht schreiben konntest, habe ich Deine Entschuldigung auch im Wortkettenspiel öffentlich gemacht. Das kannst Du dort auch nochmal nachlesen.

Nun wünsche ich Dir noch einen schönen Abend
und wirklich auch von mir gute Wünsche und alles Gute!

Feuerchen

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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » So 14. Aug 2016, 09:55

hallo feuerchen,
danke für deine reaktionen und auch dafür, daß du mir a bisserl erklärt hast, wie das hier funktioniert. übrigens habe ich natürlich in letzter konsequenz neben den moderatoren auch noch Herrn Engels angemailt, aber da kam von beiden seiten leider nix.
und dann habe ich gesehen, daß tatsächlich auch andere beiträge erst später freigeschaltet wurden, also konnte ich jetzt wenigstens davon abstand gewinnen, es persönlich zu nehmen. :|
aber auch das sind so sachen, auf die ich ( aber erst in letzter zeit so richtig ) etwas empfindlich reagiere.
da ich mir selbst nicht so richtig über den weg traue, weil ich den überblick über mein verhalten verloren habe, weiß ich manchmal nicht, ob ich mich zu recht oder wegen meiner überempfindlichkeit so angefressen verhalte, also gebe ich zur sicherheit erstmal ein paar verbale schüsse ab so in der art von "erst hängen, dann fragen".
aber deine reaktion hat mich wirklich etwas runtergeholt und das gelingt sehr, sehr wenigen.
ich müsste dir also eigentlich dafür danken, was ich hiermit gerne nachholen möchte.

ansonsten hast du recht, ich habe da dinge erlebt und auch in der folge, die mich manchmal verzweifeln lassen.
kommen dann einige schilderungen oder eigene situationen dazu, die diesen verhältnissen nahe kommen, dann explodiere ich und jede selbstkontrolle oder rationale sicht auf die gegebenheiten sind auf und davon.
mittlerweile ist es nun auch fakt, daß ich jetzt nach 2 jahren befristeter eu rente nun unbefristet bis zum eintritt der regelaltersrente diese beziehe, weil man davon ausgeht, daß sich mein zustand nicht bessern wird.
und bis zur rente ist für meine begriffe noch lange hin...
nach den diagnosen aus dem letzten klinikaufenthalt braucht das nicht zu wundern und wie schon woanders beschrieben, war der letzte aufenthalt alles andere als förderlich.
es gibt so viele menschen in machtpositionen, die da nicht hingehören.
es braucht kraft, kompetenz, integrität, geduld, offenheit und auch die fähigkeit, vetrauen zu schenken und als geschenk anzunehmen und nicht zu mißbrauchen ( letzteres ein ganz schwieriges thema ) und vieles mehr, um eine solche stellung zu verdienen.
aber viele sind einfach nur aufgrund ihrer theoretischen ausbildung dort, was nicht alleine für die eignung sprechen sollte ( da kenne ich einige, die ohne theorie im kopf bessere arbeiten machen als die ).

du schreibst, daß sich viele nicht so entschuldigen würden, da gebe ich dir recht, denn sonst wäre ich nicht so sauer auf die ärzte. könnte ich nicht sehen, was ich falsch mache und das akzeptieren und dazu stehen, wäre ich genauso inkompetent im menschlichen wie diese ärzte, weswegen wir diese meinungsverschiedenheit hatten.
zum glück für mich bin ich das nicht, denn ableugnen war noch nie mein ding, aber genau das macht es ja so schwer.
ich bin froh, daß hier im forum außer dir noch andere sind, die ähnlich darüber denken.

hm, wenn man bedenkt, was der eigentliche ureintrag hier alles ausgelöst hat...

...aber jetzt muß ich mich um "wichtigeres" kümmern: meine erst 9 monate alte zweitkatze hat eine fluchtmöglichkeit im sicherheitsnetz auf dem balkon gefunden und turnt so selbstverständlich auf dem geländer über dem abgrund herum, daß mir ganz anders wird...

also, bis dann...

l.g. mamschgerl

p.s. :) auch ich habe in der klinik nach schlagmöglichkeiten ( boxsack ) gefragt...

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Feuerchen
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon Feuerchen » Di 16. Aug 2016, 19:58

Hallo Mamschgerl,

Danke für Deine Antwort.

Vielleicht braucht Dein Geschriebenes bei Dr. Engels auch so lange, bis es durchschaltet und antwortet deshalb noch nicht?

Ich kann Dir nur anbieten in Deinem Namen mal eine Mail an ihn zu schreiben.

Ja, ich habe schon gemerkt, dass Du es sehr persönlich nimmst... Aber von Deiner Seite, konnte ja auch der Eindruck einer Ungleichbehandlung entstehen. Aber Technik und speziell PC-Technik hat immer ihre Tücken. Ich weiß jetzt nur nicht, obs an Deinem PC oder an dem Forenprogramm liegt.

Vor Jahren war das bei mir auch mal so. Da musste ich Java installieren. Das hat dann mein Sohn für mich erledigt, weil der sich besser auskennt.

Ich weiß jetzt nicht, ob Du darüber glücklich bist, dass Du jetzt die Rente auf Dauer bekommst, oder nicht? Jeden Falls, zeigt es schon auch Deine Verletzlichkeit, die Du durch die PTBS hast. Ich stelle es mir schwierig vor, wenn Du getriggert wirst, und die rationale Sicht auf die Dinge verloren geht. Das braucht halt wirklich auch Geduld von Deiner Seite, und immer wieder eine Selbstüberprüfung.

Hoffentlich konntest Du Deine Katze retten!

Liebe Grüße
Feuerchen

mamschgerl
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Re: Reaktion auf Schilderung traumatischer Erlebnisse (TRIGGER-WARNUNG)

Beitragvon mamschgerl » Mi 17. Aug 2016, 13:14

hallo feuerchen,

:D ja, ich konnte meine katze retten, der wäre wahrscheinlich eh nichts passiert, schließlich ist sie eine katze...
das mit der rente empfinde ich zweischneidig.
einerseits kann ich froh darüber sein, weil ich nun keinen druck mehr habe, was das finanzielle in der zukunft angeht, d.h., meine eu-rente und meine witwenrente reichen nicht, um in dieser teuren stadt leben zu können, aber wenigstens kann ich ( wenn ich kann ) E 450,- dazuverdienen und brauche mir jetzt keine gedanken mehr darüber zu machen, wie ich es schaffen soll, zu arbeiten?
andererseits macht es mich ziemlich fertig, denn ich habe mein ganzes leben lang für mich selbst sorgen können und bin keiner arbeit, egal wie anstrengend oder mies sie war, aus dem weg gegangen, hauptsache, ich war von niemandem abhängig.
ich weiß nicht, wie ich mich fühle.
ich habe ein schlechtes gewissen, weil ich jahrelang voll gearbeitet habe und daher für meinen sohn, den ich ja nach dem tod meines mannes alleine großgezogen habe, nicht genügend zeit hatte, jetzt hat er psychische probleme und dadurch seine lehrstelle verloren.
ich stehe da und bin nicht in der lage, irgendetwas zu tun und gebe mir an allem die schuld, auch, weil ich nicht mehr für ihn sorgen kann.
es ist das erste mal, daß ich mit meinem schicksal hadere, vorher habe ich erst recht geackert, um aus einer schlechten situation herauszukommen. ehrlich gesagt, hasse ich mich dafür, daß ich so hilflos bin.
meine therapeutin hat schon darauf hingewiesen, daß es an der zeit wäre, mal mit mir selbst mitleid zu haben, aber ich kann sowas nicht für mich empfinden, das konnte ich noch nie. ( das hat mit der abspaltung meiner person zu tun )
naja, nicht verwunderlich, denn mir wurde ja nicht umsonst diese krankheit mit allen begleiterscheinungen diagnostiziert und ich bin immer noch nicht in der lage, das alles mit mir in verbindung zu bringen.
ich bin verwundet und ausgehöhlt bis auf das wasser, das ständig aus meinen augen schießt... :cry:
und je mehr selbsthaß ich entwickle, desto schlimmer wird mein zustand, ein echt übler kreislauf.
alles andere wird daher wie eine willkommene ablenkung aufgenommen, daher reagiere ich oft so überschwänglich und gehe geradezu auf wie ein hefekuchen bei gewissen themen.
mein partner hat`s momentan ziemlich schwer, denn fast alles, was er tut, triggert mich, du kannst dir vorstellen, wie er leiden muss?
ich frage mich, wieso er es so lange bei mir aushält und warum und vor allem, freiwillig?

danke für dein angebot mit der mail, ist aber nicht nötig, ich denke, ich habe mich über alle maßen genug aufgeregt und jetzt reicht es auch wieder mal.

l.g. mamschgerl


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