Es fühlt sich an wie Krieg

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Mirjam
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Mirjam » Mi 23. Feb 2011, 11:01

Man könnte sich eben fragen:
Macht die betreffende Person einen genervten Eindruck, wenn ich sie treffe?
Hat die Person mir schonmal gesagt oder angedeutet, dass ich ihr auf die Nerven gehe, zur Last falle etc...
Lehnt sie mich ab?
Na ja, aber wenn man das Gefühl hat, dann kann man sich die Fragen doch auch nur so beantworten, dass das gleiche rauskommt wie das Ausgangsgefühl, oder? #-o

Nerv ich denn nun? :roll:
LG
Mirjam

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Do 24. Feb 2011, 08:23

Hallo Mirjam,

nein Du nervst nicht :D Ehrlich nicht!
ich tu mich auch schwer damit :wink: .
Bei der realitätsüberprüfung soll es darum gehen, dass man versucht, die Gefühle außen vor zu lassen und sich strikt an die Fakten halten.
Z.B. hat man eben diese Gefühl, dass man jemanden nervt.
Nun soll man eben versuchen, anhand der Fakten zu schauen, ob dem so ist oder eher nicht.
Hat die Person gesagt, das ich nerve?... etc.
Der haken dabei ist natürlich, dass ja auch viel über nonverbale Kon...schiet ich häng mir fällt das Wort nicht ein...also nonverbale Sprache läuft. Das kann ich ja schlecht überprüfen.
ich könnt mich vielleicht fragen, waren die Mimik und die Gestik wirklich so eindeutig oder entspringt es eher meinen Befürchtungen?
Es funktioniert also nur teilweise :wink:... und ist halt auch etwas theoretisch.
dennoch, in manchen Fällen kann es hilfreich sein, und sei es nur, dass man die Situation nochmal aufschlüsselt und sich so bewusst macht. Manchmal wirkt dann für mich eine Situation nicht mehr so bedrohlich oder überwältigend, wenn ich sie in ihre einzelnen Segmente zerlege.
Lieben gruß elmsfeuer

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Mo 28. Mär 2011, 09:38

Hallo liebe User
*schieb den alten Thread wieder hoch*

grad wieder die ultimative Krise die letzten vier Tage. Wieder das Gefühl, ich bin das personifizierte "Kriegsgebiet". Ich fühl mich nirgends sicher, nicht nur, weil die Welt an sich so bedrohlich ist, sondern weil ich Angst vor mir selbst hab. Weil ich mich selber null einschätzen kann. Nicht nur in punkto Eigengefährdung, sondern weil innen sich wieder soviel diffuse Aggression bei einigen aufstaut, und ich nicht weiß, wieso. Diese Anteile haben kein Interesse dran, nach außen zu kommunizieren. Und ich als Außenperson hab das Gefühl, hilflos daneben zu stehen, ab und an auch komplett weggedrückt zu werden und irgendwann zu explodieren. Ohne dass ich eingreifen kann oder auch nur absehen kann, wie die Folgen wären.
Oder eben auch die Angst davor, dass sich die Verzweiflung von anderen wieder massiv gegen den eigenen Körper richtet...
ich fühl mich einfach nur hilflos. Versuche mit allen Mitteln, "vorn" zu bleiben, um einigermaßen die Kontrolle zu behalten, aber das funktioniert schon in guten Zeiten selten. Dafür sind wir einfach zu viele, und es ist auch "normal" für mich, diese Auszeiten zu haben. In stabileren Zeiten machen sie mir weniger Angst, aber in Krisen ist immer die Befürchtung da, was alles an katastrophern passiert. Selbst wenn mal ein paar Stunden Ruhe ist... es fühlt sich dennoch an wie Krieg, nur eben mit kurzen Waffenstillstand. Jederzeit kann die nächste Attacke erfolgen....
ich bin einfach kaputt und ausgelaugt, mit mir selber und dem ganzen system überfordert.
Heut ist zum Glück Therapie, werde es da auf jeden Fall auch ansprechen.
Danke euch fürs zuhören, es sortiert mich schon etwas, wenn ich es einfach mal rauslassen kann.
elmsfeuer

Mirjam
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Mirjam » Di 29. Mär 2011, 00:00

Hallo Elmsfeuer !

Wie geht 's dir nach der Therapie?
Hoffentlich hat es dir geholfen!

Lieben Gruß
mirjam

cake
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon cake » Di 29. Mär 2011, 08:01

Und ich als Außenperson hab das Gefühl, hilflos daneben zu stehen, ab und an auch komplett weggedrückt zu werden und irgendwann zu explodieren. Ohne dass ich eingreifen kann oder auch nur absehen kann, wie die Folgen wären.
Oder eben auch die Angst davor, dass sich die Verzweiflung von anderen wieder massiv gegen den eigenen Körper richtet...
Du nimmst Dir zuviel zu Herzen und kannst Dich nicht abgrenzen? Versteh ich Dich so richtig elmsfeuer??
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elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Di 29. Mär 2011, 08:58

Guten Morgen, cake
ich meinte mit diesen Sätzen:....
Diese Anteile haben kein Interesse dran, nach außen zu kommunizieren. Und ich als Außenperson hab das Gefühl, hilflos daneben zu stehen, ab und an auch komplett weggedrückt zu werden und irgendwann zu explodieren. Ohne dass ich eingreifen kann oder auch nur absehen kann, wie die Folgen wären.
Oder eben auch die Angst davor, dass sich die Verzweiflung von anderen wieder massiv gegen den eigenen Körper richtet...
....dass ich in Krisen das Innere nicht mehr sortiert kriege. Eine "Außenperson" in multiplen Systemen bezeichnet wen, der viel im Leben regelt, oft präsent ist. Manche sagen auch "Host" oder "gastgeberpersönlichkeit" dazu, aber mit diesen Ausdrücken kann ich mich so gar nicht identifizieren.
Gegensatz dazu sind Innenpersonen, die weniger oder auch gar nicht am realen Außenleben teilnehmen können oder wollen. Manche leben noch zu sehr im Trauma und können nicht begreifen, dass Zeit vergangen ist und heute das Leben nicht mehr real so bedrohlich ist.
Oder sie identifizieren sich so sehr mit den Tätern, oder wurden so programmiert, dass sie deren Ansichten übernommen haben und einfach destruktiv handeln.
Es gibt eh nie die 100%ige Kontrolle, dazu sind wir zu viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Das muss auch nicht sein, und ich kann mittlerweile damit einigermaßen umgehen, dass ich das Leben quasi mit anderen teile und sie auch mal Dinge tun, die ich nicht so toll finde.
In stabileren Zeiten hab ich aber meist zumindest einen "Grund-überblick" und weiß so in etwa, wer was macht...
In Krisen fällt alles durcheinander, und dann geschehen eben auch viele destruktive Dinge.
Svv, zum Beispiel. Ich bin "weg", bekomme nichts mit... tauche auf.... frische Verletzungen, ich weiß nicht woher... ist nix Neues für mich aber trotzdem immer wieder eine Situation die mir Angst macht.
Solange es "nur" tiefe Schnitte sind kann ich selbst damit mittlerweile gezwungermaßen leben.
Wenn ich aber Angst haben muss, dass es in wirklich gefährliche Situationen ausarten könnte, dann hab ich die ultimative Panik. Will jetzt hier keine Beispiele reinsetzen, weil ich das zu krass finde und ich hier auch keine "methodendiskussion" starten möchte :sad:
Oder eben wenn es innen so sehr brodelt, dass es auch zu fremdaggressiven Ausbrüchen kommen könnte. hatte ich auch schon zur Genüge und hatte deswegen auch schon Konflikte mit dem Gesetz....
Es ist glücklicherweise länger diesbezüglich nichts wirklich wildes passiert, aber ich weiß eben, dass es auch diese Tendenzen gibt. Und ich weiß eben nie, wann sie durchbrechen, deswegen fühl ich mich halt wie ein "Krisengebiet".
jederzeit kann es knallen, ohne für mich konkret erkennbare Vorwarnungen.
das ist das was mir solche Angst macht, und warum ich manchmal denke, ich sollte mich besser für immer wegschließen lassen. Aber das ist doch dann kein leben mehr :cry:
Heute bin ich aber etwas sortierter, jedenfalls fühlt es sich so an. Konnte in der Therapie etwas die Ängste rauslassen und die Gefühle etwas auseinanderklämüsern, so dass ich zumindest jetzt etwas besser auseinaderhalten kann was real von mir selbst kommt und was von innen.
Ich kann das immer schwer erklären, so mit "innen" und "außen" und mit vielen Anteilen, wie das so ist... vielleicht hast Du trotzdem verstanden, was ich meinte, cake?
Danke Dir fürs lesen und fürs anteilnehmen :wink:
lg elmsfeuer

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Di 29. Mär 2011, 09:17

Hallo Mirjam,
vielen Dank fürs zu-lesen und nachfragen.
Es geht mir heute tatsächlich etwas besser, die Therapiestunde hat mir sehr geholfen.
Ich hab das Glück, eine überaus kompetente Therapeutin gefunden zu haben, die einer der wenigen Menschen ist, zu der ich vollstes Vertrauen habe.
Sie hat mir geholfen, erstmal das ganzes Wirrwarr an Ängsten und anderen Gefühlen etwas "aufzudröseln", so dass ich jetzt etwas besser erkennen kann, was wirklich meine Gefühle sind und welche ich von den anderen im Innern abbekomme.
Wenn das Chaos so groß ist weiß ich manchmal echt nicht mehr, was eigentlich "ich" bin.
Ich hab dann z.B. Angst, selber auch jemand zu sein, der aggressiv, destruktiv, feindselig ist. Ich hab dann Angst, selbst auch ne tickende Zeitbombe zu sein.
naja ok, ganz kann man "ich" und die "anderen" im Inneren nicht trennen, wir leben nunmal alle schon im selben Körper, aber die Persönlichkeitsstrukturen sind trotzdem verschieden.
Ich weiß jetzt erstmal wieder, dass ich nicht wahllos losgehen möcht und leute verhauen oder schlimmeres, und dass ich mir nicht sonstwas antun will.
Ich muss einfach versuchen, dass positive, was es ja durchaus in unserem Leben auch gibt, nach innen zu transportieren, dass auch die Anteile, die so kaputt sind, ein bisschen daran teilhaben können, lernen können, das Leben nicht nur grausam, schmerzvoll und entsetzlich ist, sondern auch hellere Seiten hat.
Ich befürchte, dieser Aufgabe auf Dauer nicht gewachsen zu sein. Es kostet so unendlich viel Kraft, immer auf der Hut vor sich selbst zu sein, immer Angst vor dem unkontrollierbaren zu haben. Aber für den Moment bin ich wieder aufgestanden und kämpfe weiter.
Ich hab übrigens Glück gehabt und die Kasse hat nochmal 20 Therapiestunden genehmigt. Eigentlich war das Kontingent ausgeschöpft, aber sie haben nochmal 20 abgesegnet, und da bin ich total dankbar für.
Werde mit meiner Thera jetzt auch in dieser Zeit an tragbaren Lösungen für die Zukunft arbeiten...
lg elmsfeuer

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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Di 29. Mär 2011, 09:18

Danke, Leonardo,
auch Dir für mitlesen und Anteilnehmen :)
lg elmsfeuer

cake
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon cake » Di 29. Mär 2011, 11:21

elmsfeuer- die steigende Wut oder auch Hilflosigkeit kenne ich auch.
Man darf in dieser Situation auch angemessen Wut ausdrücken.
Vermutlich sind bekannte Strukkturen und auch das Übersehen der eigenen Befindlichkeit daran schuld, dass es innerlich dann plötzlich " kracht".
Wie könnte man schon im Vorfeld erspüren, wenn man laut und deutlich STOP sagen muß?

Ich freu mich auch über Deine zusätzlichen Therapiestunden. :wink: :wink:
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elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Mi 30. Mär 2011, 10:08

Hallo psybo,

oh ja, ich kenne Imagination und hab auch die Reddemann-CD. Mit einigen Übungen tu ich mich schwer, andere gehen besser, aber generell empfinden viele von uns Imagination als hilfreich und nutzen sie auch.
Im therapeutischen Rahmen arbeiten wir auch viel damit.
Wir haben glücklicherweise eine augebildete Traumatherapeutin, die auch ganz viel Erfahrung mit DIS Patientinnen hat.
Sie arbeitet mit allen Anteilen, die die Bereitschaft dazu zeigen, und macht auch an alle anderen immer wieder das Angebot, sich zu äußern, auch an die destruktiven.
Momentan besteht die Hauptarbeit in der Therapie darin, die Stabilität zumindest auf einem level zu halten, dass es ermöglich, erstmal weiter zuhause klar zu kommen.
Ich bin eigentlich auch so ca ein-bis eineinhalbjährlich zur Intervalltherapie auf einer guten Traumastation... jedoch die Stabilität reicht nicht aus, um da weiterzumachen momentan.
Es geht allerdings schon lange nicht mehr vordergründig um Verarbeitung, das wird auf die Dauer nicht möglich sein. Es geht hauptsächlich darum, dass wir einen Weg finden, der für alle tragbar ist im "gemeinsamen" zusammenleben des Systems. Uns miteinander mehr zu arrangieren, den kindlicheren oder eben den Anteilen, die die heftigsten Erinnerungen in sich tragen, ein bisschen mehr Sicherheit und Lebensqualität zu geben.
Vor allem geht es immer wieder darum, dass wir selber unsere Sicherheit garantieren können...
für uns selber aber auch darum, dass wir für unser Umfeld tragbar bleiben... was in akutsituationen nicht immer unbedingt gegeben ist.
Das klingt hoffnungslos?
Nein. Es ist realistisch. Nach vielen, vielen Jahren Therapie erkenne ich, wo auch Grenzen liegenl, und dass manche Dinge einfach nicht möglich sind für mich, dass manche Wunden nicht heilen und es bestimmte Dinge gibt, die einfach die Möglichkeiten überschreiten.
Ich glaube trotzdem weiter daran, dass sich der kampf lohnt und es auch immer wieder gute Zeiten geben wird. Vielleicht in einem beschützteren Rahmen auf Dauer als in der eigenen Wohnung, aber an diesen Dingen für ein langfristig gangbares Lebenskonzept arbeiten wir grad mit unsere Thera und mit unserem Betreuer.
Ansonsten finde ich, du hast eine sehr gute ausgeprägte Fähigkeit, deine Befindlichkeit in Worte zu fassen und dich damit selbst zu reflektieren.
Nicht immer hilft das, aber es sortiert mitunter!
Respekt, dass machst du sehr gut!!!!
Wow, das überrascht mich. Und es freut mich, denn ich empfind mich immer als total konfus und unsortiert.
Aber das Schreiben sortiert mich, das stimmt. Und es ist eine schöne Bestätigung für mich, dass es auch so ankommt...also dass du es so empfindest, dass ich es rüberbringen kann. Das bestätigt mich darin, weiterzuschreiben... :wink:
Wir schreiben auch Tagebuch miteinander und halten auch innere Konferenzen...
Tagebuch geht gut, Konferenz ist schwieriger, weil es eben im Kopf stattfindet und nicht auf Papier, aber wir üben und arbeiten dran.
Danke, Psybo :D
lg elmsfeuer

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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Mi 30. Mär 2011, 10:52

Hallo Cake,
Vermutlich sind bekannte Strukkturen und auch das Übersehen der eigenen Befindlichkeit daran schuld, dass es innerlich dann plötzlich " kracht".
Wie könnte man schon im Vorfeld erspüren, wenn man laut und deutlich STOP sagen muß?
Stimmt schon, wenn zuviel auf mich einstürmt, egal ob von innen oder von außen, dann weiß ich nicht mehr wo mir der Kopf steht, verliere den Bezug zu mir selber und dann auch den Draht nach innen.
Teilweise merke ich schon, wenn es losgeht. Anzeichen sind verschieden, Unruhe, Alpträume, schlecht schlafen, vermehrte Flashbacks, ständiges "Drehen im roten Bereich", so ähnlich wie ein Motor, der auf Hochtouren läuft, oder genau das Gegenteil, Antriebslos, Hoffnungslos, müde....
Zu differenzieren, was sind meine Gefühle und was die der anderen Anteile, das macht es so schwer.
je mehr ich festhänge dann im Chaos, desto weniger kann ich mich selber "runterfahren", also desto weniger komm ich zur Ruhe und kann bei mir selbst sein.
genau das ist aber Grundvorraussetzung dafür, dass ich auch eine gewisse Kontrolle über die destruktiven Anteile behalten kann.
Es gibt na klar schon außer mir noch andere Anteile, die dabei helfen, aber je mehr ich den Kontakt verliere im Chaos, desto größer wird eben auch meine Angst vor dem kontrollverlust und dann setzt sich so eine Spirale in Gang, der den destruktiven Anteilen dann Raum und Angriffsfläche bietet.
Ich hab aber durch das Schreiben hier und eure Antworten erkannt, speziell auch durch diesen Satz von Dir:
....und auch das Übersehen der eigenen Befindlichkeit daran schuld, dass es innerlich dann plötzlich " kracht".
dass ich erstmal für mich schauen muss, dass ich sortiert bleibe und klar kriege was los ist. Nur wenn ich selber sortiert bin, kann ich auch Ruhe nach Innen transportieren und so vielleicht die ein oder andere katastrophe verhindern.
Das Aufschreiben sortiert mich, mir werden Zusammenhänge und Gedanken und Auslöser klarer.
Mit dem Runterfahren ist es schwieriger.
Imagination hilft schon, manchmal, in großen Krisen, reicht aber die Kraft nicht aus. je konfuser ich bin, desto weniger kann ich mich drauf einlassen, aber ich übe und arbeite dran.
Andere Entspannungstechniken gehen leider gar nicht, alles durch, Jakobson, autogenes Training und wie es alles heißt.
Musik auf die Ohren hilft manchmal.
Danke Dir für Deine Reflektionen.
Und auch noch für den Satz, das Wut auch sein darf und angemessen ausgedrückt werden darf :D .
Lieben Gruß, elmsfeuer

Fortuna
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Fortuna » Sa 2. Apr 2011, 16:34

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Zuletzt geändert von Fortuna am Sa 28. Mai 2011, 00:43, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Fortuna » Sa 2. Apr 2011, 23:42

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