Es fühlt sich an wie Krieg

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elmsfeuer
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Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Fr 18. Feb 2011, 09:52

Hallo liebe User,
ich hab ständig das Problem, meine Schwierigkeiten und Probleme nicht klar benennen zu können. Ich kann nicht sagen: “Ich hab Probleme, einkaufen zu gehen, ich hab Probleme, unter Leute zu gehen, ich kriege meinen Haushalt nicht geregelt etc. Ich hab diese Probleme ab und an, aber nicht ständig.
Dinge die heute gehen, gehen morgen nicht. Dafür gehen sie vielleicht nächste Woche wieder.
Ich kann meine inneren Zustände nicht in Worte fassen.
Weil ich sie nicht benennen kann, folgt dann der Gedanke: Vielleicht hab ich gar kein Problem, vielleicht rede ich mir das alles nur ein.
Dann folgt der Gedanke: Wenn ich kein Problem hab, brauch ich auch keine Hilfe. Ich habe die Hilfe, die ich bekomme nicht verdient (Therapie, Betreuung etc.) Ich hab dann das Gefühl, Leistungen zu bekommen die mir nicht zustehen, fühl mich als Simulant, als jemand, der sich nur interessant machen will etc. Das geht in letzter Konsequenz so weit, dass ich mir das Leben nehmen will (ist jetzt keine Ankündigung!)
Und alles nur, weil ich meine Zustände nicht in Worte fassen kann.
Ich hab das gestern versucht mit meinem Betreuer zu besprechen. Das ich Angst habe, dass er denken könnte, ich brauche seine Unterstützung nicht.
Ich hab versucht, den inneren Zustand folgendermaßen zu beschreiben:

Ich fühle mich wie jemand, der in einem Kriegsgebiet lebt (zumindest stell ich es mir so vor).
Nichts ist je sicher. Im nächsten Moment kann mir eine Bombe aufs Haus fallen, oder der Himmel auf den Kopf. Im nächsten Moment kann alles um mich herum zerstört sein. Der Ort, an dem ich lebe, meine Wohnung, mir bekannte Menschen werden verschwunden sein, oder tot vor mir liegen.
Ich kann nichts planen, weil es vielleicht kein Morgen gibt. Das Leben macht keinen Sinn, mit all dieser Unsicherheit, dieser Qual, dieser ständigen Angst.
Ich lebe in den Trümmern meines Seins, und trotz aller Bemühungen, jahrelanger Therapie und Unterstützung komm ich da nicht raus. Mein Leben liegt in Trümmern. Denn es ist Krieg in mir.
Kennt das jemand von euch? Kann es wer nachvollziehen? Wenn, wie geht ihr damit um? Wie kann man damit leben???? Kann man es überhaupt jemals???...Danke fürs zuhören....
elmsfeuer

cake
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon cake » Fr 18. Feb 2011, 11:45

Nun, ich kenne die Verunsicherung meiner Seele auch- wenn auch nicht ganz so massiv.
In dem einen Teil meines Kopfes sind Dinge, die ich leisten muß und im anderen Teil Dinge, die ich nicht so gut kann oder möchte.
Da ist auch manchmal so ein Zwiespalt, auf was ich mich denn da so einlassen soll. :roll:
Mir hilft da bloß in mich selbst hineinzuhören und zwar ganz genau.
Was will ich denn- was will ich nicht- was strengt mich ungemein an-wann gehts mir gut oder besser- nehm ich mich genügend ernst.......
Dieses innere Gleichgewicht zu finden ist schwierig-aber es dauert seine Zeit.
Und noch was- berechne auch mit ein, wir sind nicht jeden Tag gleich gelaunt- und das darf auch so sein. :wink: :wink:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Remedias
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Remedias » Fr 18. Feb 2011, 16:07

Hallo elmsfeuer,
ich kenne dieses Fühlen aus Zeiten, wo es mir nicht gut geht.
Nervenzerreißend, dass sich die Umwelt jederzeit ändern kann, dass sich alles verwandelt und die Menschen auch.
ich glaube, dass nennt man Derealisation .
http://de.wikipedia.org/wiki/Derealisation

Ich konnte auch ganz schlecht erklären, was los ist.Die Ängste kenne ich auch, kann sie schlecht beschreiben. Angst vor draußen.
Am sichersten fühle ich mich in meiner Wohnung.
Du siehst schon daran, dass ich nur Stichpunkte geben kann, wie schwierig es mir fällt, diese Zustände zu beschreiben.

liebe Grüße Remedias

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Fr 18. Feb 2011, 19:04

Liebe cake,
danke für Deine Antwort. Ich versuch auch in mich reinzuhören, was grad los ist oder dran ist, was mir gut tut oder mich beschäftigt. Was ich eigentlich will oder was gar nicht geht...und ich werd dann so konfus dass alles wegschwimmt. Ich kann dann nicht mehr unterscheiden was von mir und was von den andern kommt. ist manchmal so, dass ein Gefühl bei mir ankommt, dass eigentlich wem anders gehört. Das zu unterscheiden ist allein schon ne Aufgabe für sich. Wenn ich das dann erstmal klar hab ist schon viel gewonnen. Aber das, was ich selbstdenke oder fühle dann auch noch in Worte zu fassen...Also ich weiß dann z.B. es geht mir nicht gut, aber woran es dann genau liegt kann ich oft nicht bennenen. Und dann kommen diese Gedanken, dass ich mir vielleicht alles nur einbilde, dass ich es nicht wert bin Hilfe zu erhalten.... das Gefühl ist dann so...ich bin nicht lebensfähig, ich pack das alles nicht, es geht immer mehr bergab.... Und wenn ich es dann nicht genau benennen kommen eben diese Gedanken, die Hilfe nicht wert zu sein, gar keine wirklichen Probleme zu haben.... :cry:
Aber die Erinnerung, das Stimmungsschwankungen normal sind ist nochmal gut, um das zu verinnerlichen :wink:
Danke auch Dir psyBo, fürs Zu-lesen und Anteilnehmen :)
lg elmsfeuer

cake
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon cake » Fr 18. Feb 2011, 19:44

dass ich es nicht wert bin
Das ist der Knackpunkt elmsfeuer-so denke ich. Ich bin mir auch ganz oft zu wenig wert. Frage mich, ob man es mit mir tatsächlich ehrlich meinen kann, ob sich Vertrauen lohnt etc etc etc. Das macht mich sehr unsicher. Aber ich bin bemüht- das zu lernen, und unvoreingenommen mehr Chancen zu verteilen und damit auch mir ne Chance zu geben.
Aber das, was ich selbstdenke oder fühle dann auch noch in Worte zu fassen.
Es müssen keine Worte sein. Nimm nur ein Wort z.b Trauer, Wut , Freude, Glück.... :wink:
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elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Sa 19. Feb 2011, 08:48

Hallo Remedias,
sorry, Dein Beitrag ist bei mir erst später angekommen aus irgendeinem Grund- deshalb hab ich Dir nicht im Zuge von dem Posting an Cake und PsyBO geantwortet :)
Derealisation kenne ich auch, jedoch der "Krieg" in mir, das ist noch anders. Es ist irgendwie so, dass keinerlei Vertrauen möglich ist. Nicht in mich, nicht in andere, nicht in die nächste Minute. Also doch, es hat schon auch was von Derealisation und auch Depersonalisation, es ist, als muss ich mir die Welt ständig neu "erschaffen"... Ein Beispiel: Wenn ich mein Dorf verlasse...sobald ich den Kirchturm nicht mehr sehe, sprich, ich seh den Ort nicht mehr...dann ist er für mich wie ausgelöscht, emotionsmäßig. Es fühlt sich dann an, als gibt es keine Rückkehr zu dem Platz, an dem ich momentan lebe. Als bin ich noch mehr am Treiben wie sonst eh schon.
Eine Therapeutin sagte mir mal, dass hat etwas damit zu tun, dass ich kein Urvertrauen ausbilden konnte.
Hm, das ist so schwer...genau wie Du sagst, man kann es kaum in Stichworte fassen. Also klar, ich find Worte und Beispiele, aber sie drücken immer nur ansatzweise aus, wie es sich anfühlt, und wo das Problem liegt. Danke Dir für Deine Gedanken dazu :)
Liebe cake,
ja, ich denke, dieses "sich nicht wert fühlen" ist ein ganz zentraler Punkt, und ein Mechanismus, der von früher so ganz tief in mir ist. Nichts sagen dürfen, sich keine Hilfe holen dürfen, immer schweigen...
Die Dinge wurden von denen ins Gegenteil verkehrt, und uns so eingeimpft, dass es heut noch automatisch startet. Was in Wirklichkeit gut und hilfreich ist wurde als schlimm und böse propagiert.
Was schmerzhaft und grausam und abartig war, wurde als die Normalität dargestellt auf die man "stolz" sein sollte, dass man auserwählt war.
Menschen die vermutlich geholfen hätten oder vertrauenswürdig gewesen wären wurden als schlecht, gefährlich und bös dargestellt. Verkehrte Welt.
Diese Programme greifen neben anderen heut noch, sobald etwas positiv ist...
Aber wir werden nicht aufhören daran zu arbeiten. Und ich wünsche auch Dir viel Kraft auf diesem Weg :) Und ja... ein Wort, wie Du vorschlägst...das ist ein guter Anfang... ich muss es vielleicht in viel kleineren Schriten angehen und nicht gleich alles wollen :wink:
Auf jeden Fall ist mir durch den Austausch mit euch schon sooo viel mehr klarer geworden
Danke schön :) (Das heißt jetzt aber nicht, dass ich nicht an weiteren Gedanken interessiert bin :roll: )
lg elmsfeuer

cake
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon cake » Sa 19. Feb 2011, 09:55

Die Dinge wurden von denen ins Gegenteil verkehrt, und uns so eingeimpft, dass es heut noch automatisch startet. Was in Wirklichkeit gut und hilfreich ist wurde als schlimm und böse propagiert.
Was schmerzhaft und grausam und abartig war, wurde als die Normalität dargestellt auf die man "stolz" sein sollte, dass man auserwählt war.
Menschen die vermutlich geholfen hätten oder vertrauenswürdig gewesen wären wurden als schlecht, gefährlich und bös dargestellt. Verkehrte Welt.
Ja, und nun versuch doch die Welt für Dich selbst wieder umzudrehen :wink:
Dann würde es wieder passen. :wink:
Und Du bist nicht schuld an der kaputten Welt derer. Du bist gut so und siehst die Welt klarer und richtiger. :wink:
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Mirjam
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Mirjam » Sa 19. Feb 2011, 23:07

Hallo Elmsfeuer !

Das mit dem Gedanken an die letzte Konsequenz kenn ich auch. Es ist für mich wie ein Aufgeben eines Kampfes gewesen. Ein Kampf, sein Recht geltend zu machen. Recht sich jemandem mitteilen zu dürfen, ernst genommen zu werden. Dieses: ich will euch doch gar nicht mit mir belästigen.
Das schreit nach Zuwendung, nach vorbehaltlosem Rückhalt.
Das was du da über deine Gefühle schreibst, mit dem Wegschwimmen und der Unbestimmbarkeit, ob es deine Gefühle sind oder von jemand anders. Ich denk, dass das viel wichtiger ist, als die Probleme nicht unter Leute zu gehen zu können, den Haushalt nicht geregelt zu bekommen. Das sind wohl eher die Auswirkungen der inneren Schwierigkeiten. Oder?
LG
Mirjam

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » So 20. Feb 2011, 10:27

Hallo Mirjam,
genau! Diese inneren Dinge sind viel belastender für mich. Grad ist mir klar geworden, warum ich mich so schwer tu damit, mir da Hilfe zuzugestehen: Weil man sie nicht "sieht". Klar, psychische Probleme sieht man nie, aber manchmal die Auswirkungen. Eben wenn jemand sich nicht raustraut, den Haushalt nicht geregelt bekommt etc... Diese inneren Kämpfe bleiben noch verborgener... scheinbar denk ich irgendwie unbewusst immer noch, dass mir niemand glaubt, wenn ich versuche es zu beschreiben. Das man mir die Hilfe verweigern könnte, mir sagen könnte "du hast ja gar keine Probleme".... Und diese befürchtung übernehm ich dann für mich so, bis ich es selbst glaube :silly:
Aber ich mache grade die Erfahrung, dass ihr versteht, dass ihr mir glaubt, und dass ich ja doch Worte dafür finde :D
Das hilft mir viel, viel weiter!
Dieses: ich will euch doch gar nicht mit mir belästigen.
Genau, und doch so paradox. Ich will wirklich niemanden zur Last fallen...aber gleichzeitig ist da natürlich der Wunsch nach Hilfe. Nach vorbehaltslosem Rückhalt. Die Hilfe ist da, und nach den ersten Eindrücken glaube ich, dass mein Betreuer jemand ist, zu dem wir sicher irgendwann Vertrauen haben können. Er strahlt viel Sicherheit und Ruhe aus und ist bereit, sich einzulassen auf alle. Und er wirkt, als hätte er "nen Plan", sprich, als behält er auch in schwierigen Situationen den Überblick und bleibt bei aller Hilfestellung trotzdem in der professionellen Distanz (megawichtig für uns!)
Jetzt muss ich es nur noch annehmen :wink:
Liebe cake,
oh ja, ich arbeite daran, die Sicht der Dinge wieder umzudrehen. Bei mir ist es zumindest im Verstand ja schonmal angekommen, dass die Sicht der Dinge verkehrt ist. Andere Anteile von uns sind aus unterschiedlichsten Gründen noch nicht so weit, bzw noch gar nicht zugänglich für die heutige Realität. Das macht es so schwierig. Aber auch das ist mir durch den Thread hier erst wieder richtig bewusst geworden. Das dieses Gefühl, keine Hilfe verdient zu haben, durch die Programme gestartet wird. Ich kann besser damit umgehen wenn ich weiß wo in etwa das problem liegt, es ist dann greifbarer und verliert etwas an Bedrohlichkeit. Und jetzt weiß ich wieder, woran wir unbedingt weiterarbeiten müssen :wink:
Du bist gut so und siehst die Welt klarer und richtiger. :wink:
Dankeschön, das hast du nett gesagt. Es hat mir gut getan :)
lg elmsfeuer

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Mo 21. Feb 2011, 08:28

Danke, PsyBo für Deine Mut machenden Worte.
Manchmal ist es frustrierend zu erkennen, dass man nach zig jahren Therapie bei manchen Dingen immer noch ganz am Anfang steht.... Soviel zum langen Weg :wink:
lg elmsfeuer

Mirjam
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Mirjam » Mo 21. Feb 2011, 11:51

Eine Mauer, das Schweigen, kompromisslose Distanz, oder wie immer das auch genannt wird. Ist ja reiner Selbstschutz und wenn man sich dann öffnen will, sollte man das ganz langsam dosieren. Sonst macht das wie bei einer geschüttelten Cola-Dose, die man aufreißt.. tschschsch......
LG
Mirjam

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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon cake » Mo 21. Feb 2011, 14:03

. Ich will wirklich niemanden zur Last fallen
Na ja, das ist auch wieder unter: " weil ich nichts wert bin "zu verbuchen. Und wir wissen nicht gesichert, ob die Umwelt das auch so sieht, oder ob wir uns das nicht auch einreden.
Manchmal sind wir doch ganz schön bescheuert oder nicht :lol: :lol: #-o
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elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Di 22. Feb 2011, 08:09

:D :D :D Ja, cake, da haste Recht... Wir machen uns immer schon gedanken, bevor das Ei gelegt ist :)
Klar ist das subjektiv mit dem zur Last fallen, die meisten Leute geben mir ttsächlich nicht das Gefühl, irgendjemanden zur last zu fallen...trotzdem immer diese blödsinnigen Gedanken.
Ich sollte öfter an das Instrument der "Realitätsüberprüfung" denken... ein gutes Element aus der mir sonst eher verhassten Verhaltenstherapie :)
lg elmsfeuer

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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon Mirjam » Di 22. Feb 2011, 20:07

elmsfeuer hat geschrieben:das Instrument der "Realitätsüberprüfung"
Hallo Elmsfeuer !

Und wie geht man da vor bei so einer Realitätsprüfung, wenn man denkt anderen zur Last zu fallen?
LG
Mirjam

elmsfeuer
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Re: Es fühlt sich an wie Krieg

Beitragvon elmsfeuer » Mi 23. Feb 2011, 09:10

Hallo Mirjam,
also ich kann Dir ja nur das sagen, was die Theorie ist. Würde es immer funktionieren...hätte ich das Problem ja nicht.... :silly:
Man könnte sich eben fragen:
Macht die betreffende Person einen genervten Eindruck, wenn ich sie treffe?
Hat die Person mir schonmal gesagt oder angedeutet, dass ich ihr auf die Nerven gehe, zur Last falle etc...
Lehnt sie mich ab?

Naja, soweit die Theorie, und das klappt auch nur, wenn es sich auf jemanden bestimmten bezieht.
Ich hab ja aber manchmal dann das Gefühl, ich falle der ganzen gesellschaft, dem ganzen System zur Last....
da funzen diese Frage dann nicht mehr...
Könnte mir vielleicht höchstens noch sagen:
Ok, ich bin jetzt krank und lebe teilweise von Grundsicherung.
Ich hab aber vorher solange es ging gearbeitet, ich habe eingezahlt ins Sozialsystem,
ich lebe in einem Staat, dessen Fundamente auch darauf beruhen, menschen wie mich mitzutragen....etc etc...
hilft nur in den akuten krisen immer nicht so wirklich da das Gefühl eben dann so stark ist dass es alles logische, realistische, übertönt.
gruß elmsfeuer


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