Buchrecherche. Betroffene gesucht PTBS

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RockyB4lboa
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Buchrecherche. Betroffene gesucht PTBS

Beitragvon RockyB4lboa » Fr 7. Aug 2009, 13:24

Hallo zusammen,

derzeit arbeite ich an einem Kriminalroman. Der Hauptcharakter soll an einer PTBS leiden, die auf die schrecklichen Erlebnisse während einer Geiselnahme im Kriegseinsatz zurückzuführen ist

Um ein möglichst glaubhaftes Bild von der ernstzunehmenenden Krankheit beschreiben zu können, suche ich hier nach Betroffenen, die sich bereit erklären, sich als Experten meinen Fragen zu widmen.

Ich stelle mir eine Emailbekanntschaft vor. Bei Interesse würde ich mich freuen, wenn die Person/ Personen Textteile und ggf das fertige Manuskript auf Glaubwürdigkeit überprüfen möchten.

Besonders schön wäre es, wenn sich die Person in etwa in meinen beschriebenen Charakter identifizieren könnte.

Er weist folgende Symptome auf:
Flashbacks
Zittern
Apathie
erhöhtes Gewaltpotential
Bindungsunfähigkeit

Ich verspreche alle Informationen vertraulich zu behandeln und sie mit Respekt zu verwenden.

Bei ernsthaftem Interesse bitte per Email an

Buchprojekt2010@gmx.de wenden.


RockyB4lboa

RockyB4lboa
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Beitragvon RockyB4lboa » Fr 7. Aug 2009, 17:48

Kleiner Nachtrag:


Falls es im obigen Beitragnicht klargeworden ist:
Es eht hier nicht darum, ein persönliches Schicksal in der Öffentlichkeit zu debattieren. Die Krankheit PTBS ist ernst und so möchte ich auch mit ihr umgehen.

Es geht mir lediglich darum, durch Fragen zumindest einen Einblick in die Krankheit zu erhalten. Wer nicht über sein persönliches Schicksal sprechen möchte muss dies natürlich nicht.

Mir geht es eher um Berichte, wie sich Panikattacken genau äußern und anfühlen, wie der Alltag des Betroffenen aussieht, etc. Ich möchte ein Stück weit auch auf diese Krankheit aufmerksam machen und deshalbdie Recherche möglichst realitätsbezogen anlegen, um kein falsches Bild zu vermitteln.

Fragen beantworte ich hier natürlich gern

Es würde mich sehr freuen

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Laura
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Beitragvon Laura » Fr 7. Aug 2009, 20:07

Hallo Rocky!

Mit PTBS kann ich nicht dienen, ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es bereits genug Geschichten gibt, in denen eine psychische Erkrankung mit Gewalttätigkeit gleichgesetzt wird und noch zu wenige Geschichten, in der der psychisch Kranke mal nicht gewalttätig ist. Zwar gibt es das, dass psychisch Kranke gewalttätig werden können, aber sie sind es statistisch gesehen nicht mehr als Gesunde. Gewalttätige psychisch Kranke sind eine Minderheit, die aber gerne mal als pars pro toto genommen wird. Und Dein Ausdruck "erhöhte Gewaltbereitschaft" ist nur ein politisch korrektes Synonym für gewalttätig.

Wenn Du wirklich über PTBS aufklären möchtest, so wäre diese Aufklärung seriöser, wenn sie gleichzeitig entstigmatisierend wirkt. Unter dem Stigma der Gewalttätigkeit haben wir psychisch Kranke bereits genug zu leiden und es erschwert uns, uns Gesunden gegenüber mit der Erkrankung zu outen.

Ich sehe ja ein, dass eine gute Geschichte ein paar spannende Dinge und Effekte braucht, aber wieso muss da ein Kriegstraumatisierter unbedingt gewalttätig sein? Ich hatte einige Kriegstraumatisierte als Mitpatienten in der Psychiatrie und sie waren nicht einmal verbal aggressiv.

Die PTBS ist übrigens keine neue psychische Erkrankung, sie hat nur einen neuen Namen und auch die Behandlungsmethoden sind anders als früher. Kriegstraumatisierung ist schon lange ein Thema für Schriftsteller und Filmemacher, allerdings mehr mit dem Schwerpunkt der Anti-Kriegs-Aussage.

Und wenn Du schon über eine kriegsbedingte PTBS schreiben möchtest, solltest Du Dir am besten gleich einen Kriegstraumatisierten für Dein Interview suchen. Es gibt ein Militärkrankenhaus in D, das den Anfang darin macht, in der neuen Situation, dass D wieder Soldaten ins Ausland schicken darf, speziell psychiatrisch zu behandeln. Wo dieses Krankenhaus ist und wie es heißt, kann ich Dir leider nicht aus dem Stegreif sagen, da müsstest Du googeln. Du würdest einen Patienten, der gerade stationär ist, natürlich nicht interviewen dürfen. Aber vielleicht kannst Du dort einen Aushang machen oder es durch die Ärzte publik machen, dass Du, wenn ein Patient wieder entlassen und irgendwann recht stabil ist, er Dir ein Interview gibt. Mach Dich gleich dafür bereit, dass, wenn es Dir schon ernst mit der Aufklärung über PTBS ist, Du die Informationen von einem Betroffenen nicht im Ratzfatz-Verfahren bekommen wirst, sondern es eine Zusammenarbeit über Monate hinweg bedeuten kann. Eine psychische Erkrankung beeinflusst das weitere Leben und dies ist nicht eben schnell in zwei, drei Sätzen zusammenzufassen, auch nicht die Symptome als solche.

Viele Grüße

Laura

P. S.: Falls Du noch in weiteren Foren anfragen möchtest, so empfehle ich Dir, Dir einen seriöseren nickname zuzulegen. Mit "Ricky Balboa" würde ich einen Schriftsteller assoziieren, dessen Geschichte in etwa auf dem Niveau des gleichnamigen Films ist, also gewaltverherrlichend.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

RockyB4lboa
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Beitragvon RockyB4lboa » Fr 7. Aug 2009, 21:03

Hallo,

allem voran erst einmal Danke für deine vielleicht eigentlich nett gemeinte Antwort. Jetzt jedoch zum großen ABER...

(1) zum Nickname:
ein Nickname sagt absolut nichts über mich, meine Ansichten zu Gewalt oder meinen Intellekt aus. Diesen Nickname zu wählen hat persönliche Hintergründe, die du weder verstehst, noch sehe ich mich verpflichtet mich dafür zu rechtfertigen.

(2) Mache bitte nicht den Fehler mich für einen unreifen und naiven Menschen zu halten. Über die Krankheit PTBS habe ich lange und intensiv recherchiert. Ich habe mich über die Änfänge und das gesamte Krankheits informiert, mich mit Ärzten und Psychologen unterhalten. Alle Sachinformationen reichen mir jedoch nicht aus. Obwohl das Buch das Thema nur am Rande behandelt, wollte ich mich mit betroffenen unterhalten, um Missverständnissen keinen Raum zu geben.

(3) Deiner Nachricht merkt man deutlich eine innere Abwehrhaltung an. Das ist absolut nicht fair. Ich bin zwar dankbar, dass du mich darauf hinweist, dass ein genanntes Symptom falsch verstanden werden kann, aber du solltest mir schon die chance geben mich zu erklären, bevor du urteilst. ebenso wie ich mich mit Betroffenen unterhalten möchte, bevor ih mir ein Urteil erlaube

(4) Ich schreibe meinen Kriminalroman weder als Aufklärungsbuch über PTBS, noch um damit landläufige Klischees zu bedienen. Das es um einen gewalttätigen PTBS Patienten geht ist reine Interpretation von DIR. Hättest du mir zuvor die Chance gegeben hätte ich dir gern erklärt, dass das symptom "höheres Gewaltpotential" in Relation zu sehen ist. Ich spreche hier von einer Wesensänderung. Überforderung mit der Situation,persönlicher Rückzug, eher eine Art "Brummigkeit".

Zu keinem Zeitpunkt habe ich mit auch nur einem Wort erwähnt, dass es sich um einen gewalttätigen Menschen handelt. Die genauen Hintergründe kann ich leider nicht in der breiten Öffentlichkeit diskutieren. Nur soviel: Der Gute leidet unter PTBS, nicht der Böse....die Geschichte soll beleuchten, wie er TROTZ PTBS seinen Alltag als Kommissar bewältigt.

(5) Selbst wenn ich der Meinung WÄRE alle PTBS Erkrankten SEIEN gewaltbereit, WÄRE es doch besser sich mit Patienten in Verbindung zu setzen und Missverständnisse auszuräumen, als einfach loszuschreiben und Unwahrheiten zu verbreiten, wie es täglich passiert.

Danke

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Sa 8. Aug 2009, 00:03

Hallo,

meine Meinung dazu ist, dass man Deine Suche nur so
verstehen kann, wie Laura es verstanden hat.

Zitat:

Er weist folgende Symptome auf:
Flashbacks
Zittern
Apathie
erhöhtes Gewaltpotential
Bindungsunfähigkeit

Ich habe es genau so verstanden....und kann nicht umhin Laura beizustimmen...
Es erstaunt mich, dass Du anscheinend doch was anderes schreiben willst... Erhöhtes Gewaltpotential ist nicht Brummigkeit.

Jedenfalls ist aus dem ersten Bericht, Dein Plan, wie du das Buch schreiben willst, erläutert in Lauras Antwort ,nicht ersichtlich!

Mit freundlichen Grüßen
Feuerchen

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Laura
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Beitragvon Laura » Sa 8. Aug 2009, 00:14

Hallo Rocky!

Meine Antwort war kritisch gemeint, und nicht nett.
Rocky4Balboa hat geschrieben:Er weist folgende Symptome auf:
Flashbacks
Zittern
Apathie
erhöhtes Gewaltpotential
Bindungsunfähigkeit
versus:
Rocky4Balboa hat geschrieben:Das es um einen gewalttätigen PTBS Patienten geht ist reine Interpretation von DIR.
Das hat etwas damit zu tun, dass ich den Ausdruck "erhöhtes Gewaltpotenzial" im Alltag üblicherweise als Verwässerung des Begriffs gewalttätig erlebe. Und selbst wenn es nur Interpretation von mir ist, dann bleibt immer noch, dass der Ausdruck "Gewaltpotenzial" suggestiv genug ist. Vor einem Menschen, dem man Gewaltpotenzial zuschreibt, hat man normalerweise Angst.
Mache bitte nicht den Fehler mich für einen unreifen und naiven Menschen zu halten
a) Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst.

b) Sollte das eine Drohung sein?

c) Was für ein Mensch Du bist, ist mir herzlich egal. Mir ging es lediglich um das Buch, das Du zu schreiben gedenkst und ich plädiere dafür, dass das Stigma der erhöhten Gewaltbereitschaft unter psychisch Kranken nicht noch verschlimmert wird. Allein die Tatsache, dass Du Schriftsteller bist, sagt weder im positiven noch im negativen Sinne etwas für mich über Dich aus. Mehr weiß ich nicht über Dich und habe ich auch nicht über Dich ausgesagt.

Dass der Kriminalroman sich nicht in erster Linie um PTBS drehen soll, habe ich durchaus so verstanden. Aber Du sagtest, Du wollest gleichzeitig auf PTBS aufmerksam machen und Du möchtest das anscheinend möglichst gründlich tun, damit da ein möglichst realitätsnahes Bild über PTBS entsteht. Du wirst mit Deinem Roman bei Deinen Lesern aber wiederum selbst Realität schaffen und wenn bei denen hängen bleibt, dass der PTBS-Betroffene Gewaltpotenzial besitzt, dann kannst auch Du nicht verhindern, dass die Leser das pauschalisieren und sich von einem PTBS-Betroffenen, denen sie im wahren Leben begegnen, abwenden könnten.

Deiner Nachricht merkt man deutlich eine innere Abwehrhaltung an
Wen meinst Du mit "man"? Was für Dich eine Abwehrhaltung ist, war für mich der Versuch, dazu beizutragen, dass auch in der Belletristik mehr Bücher entstehen, bei denen der psychisch Kranke nicht gewalttätig ist. "Jane Eyre" von Charlotte Bronte z. B. ist ein vielgelesener Klassiker, bei dem eine psychische Erkrankung auch nur beiläufig erwähnt wird. Was hängen bleibt, ist, dass die psychisch kranke Nebenfigur das Haus in Brand steckt. Es ist nach wie vor einer meiner Lieblingsromane, aber in Punkto Darstellung einer psychischen Erkrankung nunmal Schrott.

Was dachtest Du denn, als Du Deinen Aufruf gestartet hast? Meinst Du, Betroffene, ob mit oder ohne PTBS, haben keine legitimen Eigeninteressen, wenn sie persönlich dazu herangezogen werden sollen, dass etwas über sie bekannt gemacht wird? Meinst Du, ein Betroffener beantwortet einfach so Fragen ohne sich Gedanken über die Seriosität des Ergebnisses zu machen? Was meinst Du, wie hier auf Anfragen von Pro7 oder ähnlichen Fernsehsendern reagiert wird? Entweder gar nicht oder mit einer entschiedenenAbwehrhaltung. Auch bist Du nicht der erste Schriftsteller, der hier zu Recherchezwecken herkam und dem ich neben anderen Usern gesagt habe, dass ich keinen Roman unterstütze, der eine Verbindung zwischen psychischer Erkrankung und Gewaltbereitschaft schaffen will. Davon gibt es nun wirklich genug.
Hättest du mir zuvor die Chance gegeben hätte ich dir gern erklärt, dass das symptom "höheres Gewaltpotential" in Relation zu sehen ist. Ich spreche hier von einer Wesensänderung. Überforderung mit der Situation,persönlicher Rückzug, eher eine Art "Brummigkeit".
Also wenn ich die Worte "erhöhte Gewaltbereitschaft" lese, dann denke ich nicht an Brummigkeit, sondern an Schlimmeres. Erwartest Du, dass man Dich auch dann versteht, wenn Du Dich missverständlich ausdrückst oder Dich nach jedem heiklen Wort, das Du benutzt, fragt, wie Du das gemeint hast, um Dir eine "Chance" zu geben? Auch jetzt weiß ich nicht, ob hier lediglich ein Missverständnis vorliegt oder Du einfach nur einen Rückzieher gemacht hast.
ein Nickname sagt absolut nichts über mich, meine Ansichten zu Gewalt oder meinen Intellekt aus. Diesen Nickname zu wählen hat persönliche Hintergründe, die du weder verstehst, noch sehe ich mich verpflichtet mich dafür zu rechtfertigen.
Was Dich zu der Wahl dieses nicknames bewogen hat, ist völlig unerheblich. Aber Du bist hier der Nachfragende und solltest darauf achten, dass Du Dir allein mit einem schlechtgewählten nickname nicht gleich die Anbieter vergraulst. Wie etwas gemeint ist und wie es ankommt, sind immer noch zwei Paar Schuhe. Ich bin für Dich sowieso unbrauchbar, da ich keine PTBS-Betroffene bin. Es war nur ein Tipp für die Zukunft, wenn Du Dich noch in anderen Foren vorstellst, dass Dein nick Deinen Interessen abträglich sein könnte.

Viele Grüße

Laura
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RockyB4lboa
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Beitragvon RockyB4lboa » Sa 8. Aug 2009, 00:20

wie oben beschrieben habe ich mich ja auch für den Hinweis bedankt.

Meine sicht dazu war:
ERHÖHTES Gewaltpotential gemessen am "persönlichen" Ausgangswert vor der Erkrankung und nicht gemessen an gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Normen.

Ich habe in diesem Fall nur einschlägige Fachliteratur zitiert. Ich dachte man "beschreibt dieses Symptom eben so" und alle wüssten was gemeint ist.

Reine Brummigkeit ist wohl auch zu wenig. Es geht um eine Wesensveränderung mit Schwierigkeit zu solzialer Bindung und zwischenmenschlichem Feingefühl.
Bsp: Er wird laut, obwohl es nie seinem Naturell entsprochen hat, schlägt auf den Tsich um sich Luft zu machen, ist ungehalten....Auch ist mir von Fällen berichtet worden, in denen Alpträume derart real sind, dass Betroffene im Schlaf um sich schlagen und den Partner verletzen. In eine solche Richtung sollte das gehen

Erhöhter innerer Aggressivitätsgrad gemessen an eigentlichem Wesen der Person trifft es wohl eher

RockyB4lboa
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Beitragvon RockyB4lboa » Sa 8. Aug 2009, 00:31

Unsere Beiträge scheinen sich überschnitten zu haben. Jedenfalls war es nie meine absicht irgendwen zu veräergern. Ich wollte weder persönliche Geschichten in die Öffentlichkeit tragen noch vom Leid anderer Menschen profitieren.

Bei all meinen anderen Recherchen war es bislang so, dass sich aus solchen Forumsbeiträgen interessante Kontakte ergeben haben. Das schöne an der Recherchearbeit ist, dass man Neues erfährt, neue Leute kennenlernt.

Ich habe auch das Gefühl, dass du mich fast als Eindringling siehst, der sich als gesund von außen in die Welt der Verrückten begeben möchte. So sehe ich das gewiss nicht. Und bei allem Respekt, die Schärfe in diesem Gesrpäch kann ich nicht nachvollziehen

PS: Aus sich mir nicht erschließenden Gründen, kann ich leider nur die letzte Nachricht editieren, sonst hätte ich den Anfangspost gerne geändert

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Laura
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Beitragvon Laura » Sa 8. Aug 2009, 01:26

Hallo Rocky!
Ich habe auch das Gefühl, dass du mich fast als Eindringling siehst, der sich als gesund von außen in die Welt der Verrückten begeben möchte. So sehe ich das gewiss nicht. Und bei allem Respekt, die Schärfe in diesem Gesrpäch kann ich nicht nachvollziehen
Die Schärfe dieses Dialogs wurde durch die vielfachen persönlichen Unterstellungen, die Du an mich herangetragen hast, gefördert. Hättest Du Dich einfach mal auf meine Hauptaussage des Stigma-Problems konzentriert, wäre das gar nicht nötig gewesen. Eine solche Unterstellung findest Du bereits im ersten Satz des obigen Zitats von Dir. Ich-Aussagen sind ja heutzutag en vogue, also wenn Du das Gefühl hast, ich würde Dich als Eindringling sehen, dann täuscht Dich dieses Gefühl. Ich befürworte, wenn in der Öffentlichkeit über psychische Erkrankungen informiert wird, lege allerdings Wert auf seriöse Darstellung. Wie gesagt, es gibt ein großes Stigma-Problem und dass es überhaupt eine "Welt der Verrückten" gibt, ergibt sich zu einem großen Teil aus eben diesem Stigma. Die "Welt der Verrückten" entsteht dadurch, dass in der "Welt der Gesunden" oft kein Platz für uns ist und das hat auch etwas mit Stigma und Vorurteilen zu tun.

Okay, das Missverständnis ist jetzt hoffentlich geklärt. Vielleicht warst Du nur gekränkt, dass ich Deine Anfrage nicht mit Kusshand aufgenommen habe, sondern mit Vorbehalten und hast dies gleich als Angriff bewertet und hast deswegen so persönlich reagiert. Und wenn Du vorher nichts von dem Stigma-Problem gewusst hast, dann weißt Du es hoffentlich jetzt.

Viele Grüße

Laura
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Beitragvon RockyB4lboa » Sa 8. Aug 2009, 01:43

Ohne jetzt in irgendeiner Form Öl ins Feuer gießen zu wollen habe ich mich nie darüber beschwert, dass du kritisch bist. Ich kann auch jedes deiner Worte nachvollziehen. In fast allen Punkten gehe ich mit dir konform. Alle von dir genannten "persönlichen Unterstellungen" waren lediglich die von mir empfangenen Signale, meine subjektiven Eindrücke zu deinen Posts.

Und mit Schärfe meinte ich lediglich den Tonus, quasi die Klangfarbe deiner Musik, den ich nicht nachvollziehen konnte. Deine Motivation war mir ebenso schlüssig und nachvollziehbar wie das genannte "Stigma" Problem,

Ich bin hier um zu lernen, nicht um zu urteilen. Wobei relativ klar sein dürfte, dass wohl niemand mehr interessiert sein wird nach dieser Debatte.

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Beitragvon Lydia » Sa 8. Aug 2009, 04:35

Hallo zusammen,

ich finde die Anfrage und der Versuch, Betroffene als Experten heranzuziehen gut und kann zwar die Bedenken von Laura nachvollziehen, kann aber die Schärfe, mit der hier jemand voreingenommen und pauschal förmlich abgekanzelt wird, nicht verstehen.
RockyB4lboa hat geschrieben:Wobei relativ klar sein dürfte, dass wohl niemand mehr interessiert sein wird nach dieser Debatte.
Das denke ich nicht. Ich finde, du hast dein Anliegen gut vorgebracht und dich den Kritikpunkten offen gestellt. Das ist schon mal ein entscheidender Unterschied zu den üblichen Pauschalanfragen hier im Forum. Würde ich zu deiner Zielgruppe gehören, hätte ich jedenfalls keine Bedenken, dich in deinem Anliegen zu unterstützen und wünsche dir dabei alles Gute.

Viele Grüße

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Beitragvon Lydia » Sa 8. Aug 2009, 04:35

Hallo zusammen,

ich finde die Anfrage und der Versuch, Betroffene als Experten heranzuziehen gut und kann zwar die Bedenken von Laura nachvollziehen, kann aber die Schärfe, mit der hier jemand voreingenommen und pauschal förmlich abgekanzelt wird, nicht verstehen.
RockyB4lboa hat geschrieben:Wobei relativ klar sein dürfte, dass wohl niemand mehr interessiert sein wird nach dieser Debatte.
Das denke ich nicht. Ich finde, du hast dein Anliegen gut vorgebracht und dich den Kritikpunkten offen gestellt. Das ist schon mal ein entscheidender Unterschied zu den üblichen Pauschalanfragen hier im Forum. Würde ich zu deiner Zielgruppe gehören, hätte ich jedenfalls keine Bedenken, dich in deinem Anliegen zu unterstützen und wünsche dir dabei alles Gute.

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Beitragvon Feuerchen » Sa 8. Aug 2009, 21:07

Hallo RockyB4lboa,

auch ich befürworte, dass Sie als Schriftsteller sich bei den Betroffenen selber erkundigen und recherchieren.
Nachdem Sie ja am Anfang sich mißverständlich ausgedrückt hatten, haben Sie sich ja die Mühe gemacht,alles deutlich zu erläutern...
Meines Erachtens ist das Fehlbild korrigiert ,und einer Recherche steht nichts mehr im Wege.
Allerdings bin ich auch nicht mit dieser Krankheit behaftet, weshalb ich Ihnen bei Ihrem Thema nicht weiterhelfen kann.

Viel Erfolg wünscht Ihnen
Feuerchen

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Beitragvon Laura » Sa 8. Aug 2009, 22:22

Hallo Lydia!
und kann zwar die Bedenken von Laura nachvollziehen, kann aber die Schärfe, mit der hier jemand voreingenommen und pauschal förmlich abgekanzelt wird, nicht verstehen.
Klingt fast wie ein Widerspruch in sich..."nachvollziehen" ja, aber "verstehen" nein.

Die ganze Schärfe beruht auf einem Missverständnis, für das ich nichts kann und das ich bereits eingeräumt habe. Wenn Du meinst, dass ich Rocky pauschal und voreingenommen abgekanzelt habe, dann ist das nur etwas, das Deine Gepflogenheit ist, mit einem Thema umzugehen, das Schädigungspotenzial für Dich in sich birgt. Ich erinnere da an den Pädophilenthread, in dem Du Dich weitaus schärfer, voreingenommener und pauschaler verhalten hast als ich hier. Lies Dir den thread doch noch mal durch, vielleicht kannst Du dann die Schärfe eher "nachvollziehen". Wenn Du meine Beiträge in diesem thread von Dir aus weniger voreingenommen gelesen hättest, dann müsstest Du mich hier auch nicht nachträglich und zusätzlich zum Buhmann machen, nachdem ich das Missverständnis bereits eingeräumt habe. Oder stell Dir vor, ein Schriftsteller käme her und wollte ein Missbrauchsopfer darstellen, das neben anderen Symptomen "erhöhtes Gewaltpotenzial" besitzt. Würde Dir das beim "Verstehen" helfen?

Erst denken, dann schreiben. Für Deine Aggressionen fühle ich mich nicht zuständig.

VG

Laura
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Beitragvon Lydia » Sa 8. Aug 2009, 23:13

Hallo Laura,

nein, für mich ist das kein Widerspruch. Ich verstehe den Hintergrund, warum du die Bedenken geäußert hattest, weil es ja in der Tat vorkommt, dass psychisch Kranke falsch dargestellt werden. Aber ich hatte nicht verstanden, warum das bei Rockys Anfrage sofort undifferenziert unterstellt wurde, ohne vorher nachzufragen, denn ich sehe auch in dem ersten Post keinen Grund für die Unterstellungen. Im Gegenteil, denn er sucht ja gerade Betroffene, die ihm diesbezüglich mit Rat zur Seite stehen.
Aber eigentlich ging es mir auch Vordergründig eher darum, Rocky eine postive Rückmeldung auf sein Anliegen und sein Vorgehen zu geben und überhaupt nicht darum, dich als Buhmann hinzustellen.

Mit dem Anderen, was du mir vorwirfst, kann ich hier wenig anfangen. Ich erhebe nicht den Anspruch, dass meine Beiträge kritiklos hingenommen werden, was sie ja auch nicht werden, wie man am genannten Beispiel des Pädophilenthreads sieht. Dort gehörte die Kritik hin und dort hatte ich mich auch der Kritik gestellt. Was das nun mit meinem Beitrag hier zu tun hat, verstehe ich nicht. Ich denke, meine Meinung darf ich als Userin hier im Forum wohl noch äußern dürfen.
Laura hat geschrieben:Oder stell Dir vor, ein Schriftsteller käme her und wollte ein Missbrauchsopfer darstellen, das neben anderen Symptomen "erhöhtes Gewaltpotenzial" besitzt. Würde Dir das beim "Verstehen" helfen?
Es ist wohl gar nicht so selten, dass Missbrauchsopfer durchaus ein erhöhtes Aggressionspotenzial besitzen können und das würde ich auch bei mir nicht generell ausschließen. Aber ein erhöhtes Aggressionspotenzial heißt für mich nicht, dass es unkontrolliert sein muss und jemand deswegen auch gewalttätig ist/wird. Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.

Gruß
Lydia
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