Mit PTBS zurück ins Leben

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Lenchen
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Mit PTBS zurück ins Leben

Beitragvon Lenchen » Mi 8. Okt 2008, 01:27

Hallo,
dies ist mein allererster Beitrag in einem Internetforum, daher bin ich mir nicht sicher, ob ich alles so richtig hinbekomme. Für eventuelle Fehler möchte ich mich schon jetzt entschuldigen.

Vor ca. 5 Jahren ist bei einem Zahnarztbesuch durch die Erschütterung des Bohrers in meinem Kopf die PTBS ausgelöst worden. In der darauffolgenden Nacht spulten sich lauter Szenen der Gewalt aus der Kindheit und Jugend vor meinem inneren Auge ab, so als ob ich sie gerade erleben würde, es war die Hölle. Doch zum ersten Mal ist mir bewußt geworden, was die ganzen Jahre über mein leben so schwer gemacht hat. Als ich am nächsten Tag mit dem Zahnarzt gesprochen habe, weil ich die Behandlung nicht fortsetzen konnte, hat mein ganzer Körper begonnen, heftigst zu zittern und es kamen nur noch Wortfetzen aus meinem Mund. Da fiel plötzlich das Stichwort "TRAUMA".

Nach tagelangem Erstarren habe ich mich dann per Internet auf die Suche anch einer entsprechenden Therapieeinrichtung begeben, denn früher bin ich auch durch ärztliche Behandlung mehrfach traumatisiert worden. Das war der Anfang eines Weges aus der seelischen und körperlichen Hölle hin zu dem, was ich heute Leben nenne. Es werden sicherlich lebenslang Narben, Einschränkungen, Begleiterscheinungen und Symptome bleiben, aber hoffentlich gelingt es mir wenigstens ab und zu, ein Zipfelchen vom Glück zu erhaschen.

Nun zu meinem Anliegen, das mir ganz besonders am Herzen liegt: Aus den Medien weiß ich, das es vielen meiner Altersgruppe, bin 48 Jahre, genauso schlimm ergangen ist und sie jahrelang darüber geschwiegen haben. Hier würde ich mich gern mit Gleichgesinnten und Betroffenen austauschen, bitte habt Mut.

Eine schöne Woche wünscht
Lenchen
Wenn dein Glück dich verlässt,geh'mit!

pikachu
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Beitragvon pikachu » Mi 8. Okt 2008, 23:41

Ich wünsche dir alles gute dabei. Die Zeit heilt vielleicht nicht alle Wunden, aber man kann lernen mit den Wunden umzugehen.

Lenchen
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Hallo pikachu,

Beitragvon Lenchen » Do 9. Okt 2008, 13:12

vielen lieben Dank für Deinen Zuspruch. Ich würde gern mehr über dich erfahren. Es tut gut zu wissen, dass man auf diese Weise Kontakte mit Betroffenen knüpfen kann.

Zu lange habe ich mich in die Isolation zurückgezogen, weil ich seit meiner Kindheit, in der ich unter anderem mißhandelt, mißbraucht und vergewaltigt wurde, nicht mehr an Unterstützung geglaubt habe. Erst durch viele stationäre und ambulante Behandlungen bin ich stabil genug, um darüber sprechen zu können. Vieles war auch durch Amnesie verborgen und kam erst mit der PTBS ans Tageslicht.

Damals hatte meine Mutter mal wieder mit voller Wucht mit einem Besenstiel auf mich eingeprügelt. Es dröhnte in meinem Kopf und der Schmerz pochte an den getroffenen Körperstellen. Ganz plötzlich stand meine Schulfreundin im Zimmer, die meine Mutter völlig unerwartet hereingelassen hatte(üblich war, dass sie sie weggeschickt hat). Noch völlig benommen zeigte ich auf die Hämatome an meinem Körper und sagte ihr, wer mich so zugerichtet hatte. Sie hat es mir nicht geglaubt!!. Ich war über ihre Reaktion völlig verzweifelt und darüber, dass sie mich für eine Lügnerin hielt.

Seitdem habe ich einfach geschwiegen ode wirklich igendwelche Geschichten bei Verwandten, Lehrern oder Nachban erfunden, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen. Gottseidank gab es dennoch einige wenige Mitmenschen in meinem Leben, die mir immer wieder auf die Beine geholfen haben, ohne den Hintergrund dafür zu kennen. Heute geht man viel sensibler mit dem Thema um und findet auch viele Hilfsangebote dazu.

Mach's gut
Lenchen
Wenn dein Glück dich verlässt,geh'mit!

pikachu
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Re: Hallo pikachu,

Beitragvon pikachu » Di 14. Okt 2008, 23:07

Hallo,
Das tut mir echt sehr Leid. Ist wahrscheinlich das Schlimmste, das keiner einem glaubt-->oder man vielleicht auch eine Loyalität fühlt für die Person, die einen schlägt. Kennst Du schon das Forum von imedo? http://www.imedo.de/group/topics/list/1441
Es hat mir geholfen, die Beiträge dort zu lesen.


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