ich will doch endlich wieder "leben"

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DieKämpferin
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ich will doch endlich wieder "leben"

Beitragvon DieKämpferin » Di 9. Sep 2008, 14:41

...wo soll ich anfangen...
Ich bin endlich nach 23Jahren aufgestanden und bin dabei mein Leben aufzuräumen! Anzeige,Traumatherapie(stationär),Erwerbsminderungsrente beantragt...all das habe ich im letzten Jahr geschafft...aber dafür werden meine depressiven Phasen jetzt immer kürzer und länger. Und das Schlimme ist,dass ich das Gefühl habe, meinem Partner Unrecht zu tun...ich entferne mich gerade immer mehr...und die Zweisamkeit leidet darunter...ich habe Angst meinen derzeitigen Halt auch noch zu verlieren....wie kann ich ihm gerecht werden bzw. dchaffe ich,daß meine Geschichte nicht immer zwischen uns steht??

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Laura
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Beitragvon Laura » Di 9. Sep 2008, 18:35

Hallo Kämpferin!

Inwieweit ist Dein Partner denn in Deine Geschichte eingeweiht?

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Marlen
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Beitragvon Marlen » Di 9. Sep 2008, 21:35

Hallo Kämpferin,

ich hatte mich durch meine Lebensgeschichte auch eine Zeit lang von meinem Mann entfernt. Die Zeit war schlimm, weil auch ich Angst hatte, ihn zu verlieren.
Das Einzige, was mir geholfen hat, ist Offenheit gegenüber meinem Mann. Und seitdem versteht er mich auch viel besser und wir konnten uns wieder näher kommen.

Viele Grüße
Marlen
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DieKämpferin
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Beitragvon DieKämpferin » Mi 10. Sep 2008, 09:51

Mein Partner weiß mittlerweile alles und war auch schon mit mir bei meiner Therapeutin. Aber ich habe bemerkt,dass ich bei ihm immer wieder von vorn anfangen muß...wenn ich in depressiven Phasen stecke, versteht er oft meinen Rückzug nicht.Und versteht es auch nicht, dass ich in unserer Zweisamkeit nicht sehr oft auf ihn zugehen kann. Männer ticken da halt anders...es ist immer wieder ein Kampf...aber ich merke,dass er wartet bzw. es versucht...

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Laura
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Beitragvon Laura » Mi 10. Sep 2008, 12:08

Hallo Kämpferin!

Auch Rom ward nicht an einem Tag erbaut. Gib Deinem Mann die Zeit, mit Deiner Erkrankung umgehen zu lernen und mal nicht gleich den Teufel an die Wand, dass alles in die Brüche gehen könnte, weil es im Moment zwischen Euch nicht so harmoniert wie früher. Dein Mann könnte sich auch anderweitig über Deine Probleme schlau machen, damit er es wirklich hieb und stichfest hat, dass Du nicht einfach nur "Deine Launen" hast.

Liebe Grüße

Laura
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Luka
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Beitragvon Luka » Fr 12. Sep 2008, 13:11

Hi,

bei mir war es so, dass mein Freund von Anfang an wusste, was mit mir los war. Er hat auch sehr viel Geduld aufbringen müssen, in vielerlei Hinsicht, und gerade auch was die Sexualität anbelangt.
Immer wieder, wenn meine Vergangenheit bei mir angeklopft hat und sagt: "Hey, micht gibt es auch noch, und jetzt werde ich mal wieder zur Gegenwart", haben wir beide uns sehr weit voneinander entfernt bis kurz vors Aus, weil er es einfach nicht begreifen konnte, und ich ihm nicht gerade entgegenkam. Insbesondere die autoaggressiven Ausbrüche waren und sind ein echtes Problem für ihn.
Trotz allem haben wir uns aber immer wieder zusammengerauft. Ich denke es ist wichtig, dass man sich mehr liebt, als dass man sich braucht. Das ist ganz subjektiv meine Grundlage für eine solide Beziehung.
Mittlerweilen sind daraus 17 Jahre Beziehung geworden, davon 4 Jahre in einer Ehe mit 2 Kindern.
Gib die Hoffnung also nicht auf, und halte weiterhin an Deiner Liebe fest.

Alles Gute Dir,

Luka
die Sekunden
jagen die nächsten
sind dann einfach verschwunden
für immer verloren

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Beitragvon DieKämpferin » Fr 12. Sep 2008, 14:13

vielen Dank für Eure aufmunternden Worte...stimmt Rom wurde nicht an einem Tag erbaut... :wink:
Mein Partner und ich haben uns gerade vor 2Tagen unterhalten und er sagte er habe ein dickes Fell aber er war auch schon ein paar Mal soweit (als ich an ihm meine momentanen Wutausbrüche ausgelassen habe), dass er fast gehen wollte,weil ich ihm gegenüber so ungerecht wurde.Aber er liebt mich sehr und hofft,wir schaffen es. Ich möchte demnächst noch mal eine stationäre Traumatherapie machen,da ich das Gefühl habe,daß bei der letzten Traumatherapie soviele Türen geöffnet wurden,welche jetzt einfach so offen stehen...sein Einwand(mein Freund) war: "Und was ist,wenn Du bis dahin schwanger bist?" Wir haben vor Eltern zu werden...aber ich habe gehört,wenn soviel auf der Seele liegt,kann es lange dauern...ich für mich denke, ich will und muß jetzt endlich aufräumen...es ist nur immer wieder so Kräfte zerrend und ich frage mich,warum muß man immer wieder so kämpfen :roll:

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Sa 13. Sep 2008, 13:40

Also meiner Meinung nach, ist es zunächst wichtiger für dich an dir zu arbeiten und aufzuräumen. Du bist ja noch jung und kannst dann eine gute Mutter werden. Ich verstehe also das Argument deines Partners weniger, als ob es jetzt sofort geschehen sollte, ein Kind zu bekommen.

LG Tom
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