PTBS - Dauerdiagnose?

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mama-ines
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PTBS - Dauerdiagnose?

Beitragvon mama-ines » Mi 12. Mär 2008, 11:07

huhu an alle...


Ich habe jetzt nicht nur das PTBS sonder durch meine unkontrollierten Wutausbrüche noch eine Anpassungstörung.

Ist die PTBSyndrom eigendlich eine Dauerdiagnose oder kann man von diesem syndrom vollkommen geheilt werden?

Und was ist mit der Anpassungstörung? ist das auch eine Dauerdiagnose?

Ich lese hier und auch woanderst das das PTBS sie das Lebenlang begleitet, sowie die Anpassungstörung.

Eigendlcih dachte ich,das ich vieleicht in 2,3 oder vieleicht auch erst in 4 jahre durch damit bin und ich wieder voll gesund bin, ohne dieses Syndrom, ohne meine Störungen, ohne falsches Ticken oder Macken.

Und nun beunruhigt mich das schon ein wenig. Denn ich bin immer von einer vorübergehender Phsychische Blastung ausgegangen.

Was habt ihr für Erfahrngen?

LG

mama-ines
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moni
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Beitragvon moni » Mi 12. Mär 2008, 12:02

Hallo mama-ines

Ich glaube nicht, dass man das so allgemein sagen kann - das ist wohl individuell verschieden. Aber ganz bestimmt kann man durch eine Therapie sehr viel erreichen. PTBS und wohl die meisten anderen psychischen Störungen und Krankheiten kommen u.a. auch durch eine gewisse Verletzlichkeit zum Ausbruch - und diese Verletzlichkeit kann man wohl nicht wirklich wegkriegen. Aber man kann den Umgang damit erlernen und auch verändern. Das ist die grosse Chance einer Therapie.

Ich bin nun bald vier Jahre in Therapie - eigentlich ist sie abgeschlossen, und ich habe momentan noch ca. monatliche Kontrollsitzungen. Ich bin nun nicht ein "neuer" oder anderer Mensch; es gibt nach wie vor immer wieder Trigger-Situationen, die mich unangebracht reagieren lassen, weil sie an Früheres anrühren. Ich habe meine Therapeutin erst kürzlich wieder gefragt, ob sich das jemals ganz verlieren würde - und sie sagte: nein, denn diese Mechanismen seien zu sehr und zu lange "eingraviert". Trotzdem ist das für mich kein Grund, nun frustriert den Kopf hängen zu lassen - es gehört nun mal zu mir, und es ist meine Aufgabe, dieses Verhalten ... hmm ... einerseits als Teil meiner Geschichte zu würdigen, also mich dafür weder zu hassen noch zu bestrafen noch immer wieder aus mir zu fliehen, wie ich es so lange getan hatte - und andererseits möglichst rasch auf Distanz zu gehen, wenn es wieder passiert, um zu verstehen, was gerade abläuft, und Klarheit darüber zu bekommen und ggf. auch einzufordern, was zur Gegenwart und was zur Vergangenheit gehört, um das dann also wieder trennen zu können. Trigger-Reaktionen sind ja nichts anderes als eine Vermischung von Vergangenem und Gegenwärtigem.

Von daher sehe ich es so, Ines: Geh deinen Weg, den du jetzt angefangen hast - es ist ein guter Weg -, und geh ihn Schritt für Schritt, einen nach dem anderen; bleib in der Gegenwart und achtsam dafür, was gerade jetzt so passiert in dir und um dich herum - so wirst du lernen und profitieren für dich. Und mach dir nicht jetzt schon zu viele Gedanken darum, was denn vielleicht in 2, 3 oder 4 Jahren sein oder nicht sein könnte. Häuser baut man auch Stockwerk um Stockwerk - nicht nach dem Erdgeschoss gleich den 4. Stock - sonst kracht das Ding wieder zusammen ... :wink:

Liebe Grüsse

moni
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mama-ines
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Beitragvon mama-ines » Mi 12. Mär 2008, 16:28

huhu moni,

also doch als Dauererkrnakung...

mmhh, o.k. daran muß ich mich erstmal drauf einstellen...

eigendlich habe ich damit schon gerechnet, aber jetzt....

Meine ganze Exitenz hängt davon ab, arbeite mit kind kann mir keine Fehler erlauben, keine Panikattaken, keine Triggers, Keine Anpassungstörungen

Sicher gibt mir die Therapie Hoffnung zu lernen damit umzugehen, aber die Tatsache das ich evtl. für meine Lebenlang bestimmte Macken weiter behalte....

nein, soweit möchte ich nicht denken...

Danke für dein Stateman

LG

mama-ines
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moni
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Beitragvon moni » Mi 12. Mär 2008, 17:20

Hallo Ines

Nein, da hast du mich jetzt nicht ganz richtig verstanden.

Erstens gilt das, was ich geschrieben hatte, nur für mich allein und nicht quasi automatisch für dich oder andere auch! Du fragtest ja nach Erfahrungen - das sind eben meine.

Zweitens: Auch wenn man mit Kindern arbeitet oder welche hat, muss man nicht "frei von Macken" sein deswegen. Natürlich - wenn es um unkontrollierte Wutausbrüche geht, ist es nötig, dass man diese möglichst schnell und u.U. eben mit medikamentöser und/oder therapeutischer Hilfe in den Griff kriegt, wenn man mit Kindern zu tun hat - und dass man ihnen altersentsprechend erklärt, was passiert ist, wenn "es" doch passiert sein sollte - vor allem, dass es nicht ihre Schuld ist. Aber gerade dies ist eben gut möglich: das In-den-Griff-Kriegen.

Was Triggersituationen betrifft, so ist es bei mir nun etwa so: Sie kommen nach wie vor, und manchmal reagiere ich innerlich (!) noch immer nicht adäquat, merke das mittlerweile aber ziemlich schnell und kann deshalb gegen aussen dann anders reagieren als früher - nämlich kontrolliert und konstruktiv, im Gegensatz zu früher, wo dies dann oft eben unkontrolliert und destruktiv abgelaufen ist (z.B. in SVV).
Dies ist noch immer verbesserungsfähig - inwieweit, wird die Zeit zeigen, aber mehr, als dabei immer einen Fuss vor den anderen zu setzen, kann man nicht tun.

Ebenso ist es möglich, auch Panikattacken so weit in den Griff zu kriegen - oder sogar ganz zu besiegen. Man kann auch nicht alle Störungen in einen Topf werfen - manche sind durchaus völlig besiegbar. :cool:

Liebe Grüsse

moni
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mama-ines
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Beitragvon mama-ines » Mi 12. Mär 2008, 18:07

hallo moni...

nein, ich habe es nicht falsch verstanden und danke für deine Erfahrungsaustausch...

es macht mir aber klar, nicht wieder 100% gesund werde. vielleicht zu 98% aber halt nicht zu 100%.

Ab August stellt sich einfach die Frage ob ich meine Selbständigkeit weiter machen kann, oder ob ich mir was anderes suche.

Vielleicht mache ich auch eine Stationäre Behandlung.

Viele Sachen die sich bei uns ab August ändern, bzw. einige Entscheidungen die getroffen werden.

Sicher werde ich lernen mit meinen unkontrollierten Wutausbrüche zurecht zukommen und dank meine Medis klappt das schon recht gut, aber mir sie werden mich vielleicht ständig begleiten oder halt andere Sachen.

Daher ist halt einfach die Überlegenen ab August wie es bei mir weiter gehen soll.

Mir fällt es sehr schwer damit klar zu kommen. War ich doch von 3 Monate völlig gesund, mit ein paar Macken, aber ansonsten gesund. Und nun bin ich froh mein Tagesablauf heil zu überstehen.

Lieber ich gehe von der schlechtesten Prognose aus als von ein nichteintreffendes Idealfall.

Danke für deine Bericht-.

LG

Ines
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Telephium
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Re: PTBS - Dauerdiagnose?

Beitragvon Telephium » So 21. Feb 2010, 13:33

Aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung kann man eine richtig deftige PTED (Posttraumatische Verbitterungsstörung) entwickeln, wegen der "reizenden" Reaktionen von gewissen Leuten z.B. in Internetforen oder auch in realen Psychogruppen, wo man oft mit Leuten zusammensitzt die entsprechene Persönlichkeitsstrukturen (oder Störungen) haben wie sie auch die "Täter" hatten.

Meines Wissens nach, soll es Therapien geben, die das Leben mit einer posttraumatischen Belastungsstörung erträglich machen.

Mir ist so eine aber noch nie begegnet. Bisher habe ich es nur so erlebt, dass die Therapeuten immer nur wollen, dass man seine Schuld an den Traumatisierungen auf Biegen und Brechen erkennen soll.

Das habe ich aber nie und werde ich auch nie.

Von daher ziehe ich die PTED solchen Therapien vor.

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Re: PTBS - Dauerdiagnose?

Beitragvon Telephium » Mo 22. Feb 2010, 14:17

Was soll diese Ablenkung vom Thema?

Hauptsache auf Traumatisierte einprügeln und die Beiträge entwerten.

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fluuu
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Re: PTBS - Dauerdiagnose?

Beitragvon fluuu » Mi 24. Feb 2010, 22:20

Es gibt Zeitgenossen die haben Humorlosigkeit als Symptom ihrer Krankheit bescheinigt
bekommen und beziehen darauf Krankengeld, sie sind unheilbar, jedenfalls fasse ich
krankhaft humorlose Menschen nur an wenn ich scharf auf tiefsten Frust bin... :onfire:
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

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Perle 4444
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Re: PTBS - Dauerdiagnose?

Beitragvon Perle 4444 » So 2. Mai 2010, 13:20

Hallo Ihr,

:morning: Ich bin noch so ziemlich neu hier, und entdecke gerade die "Foren" für mich,
auch bei mir wurde eine (wenn auch leichte) PTBS festgestellt, ich habe bisweilen auch mit Depressionen zu kämpfen.
Darf ich fragen welche Erfahrungen ihr gemacht habt? Ist es eine Dauerdiagnose?


:n00b: Alles liebe
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So entsteht auch deine Perle,
sein Geschenk für alle Zeit.
(Sören Kahl)

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Re: PTBS - Dauerdiagnose?

Beitragvon sky » So 2. Mai 2010, 17:35

hallo perle,

erfahrungen :
- viel zu lange nicht wirklich erkannt, weil es 'normal' war
- viel zu lange damit gewartet, mir hilfe zu holen
- viel zu ungeduldig
- dauerdiagnose ? kommt evtl ein bißchen darauf an, was du darunter verstehst.

denke, man kann von krankheiten gesund werden, sie aber dennoch immer im leben mit dabei haben als erfahrung. du kannst mit vielem lernen anders umzugehen und klar zu kommen und trotzdem diesbezüglich immer +/- sensibler bleiben.
im endeffekt hängt, glaube ich, sehr viel mit davon ab, welche therapeutischen möglichkeiten du nutzen kannst und willst. und in dem zusammenhang auch dein umfeld. hast du zb aktuell auch noch viel anderes, dem du dich widmen willst/mußt oder kannst du dich um dich selbst, deine krankheit und die therapie kümmern ?
ist es dir wichtig genug, etwas für dich zu tun ?

viele grüße, sky
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