Angst, Kontrollverlust, Zwangsgedanken, Verlustangst

Hier hinein gehören alle Beiträge, die sich spezifisch auf die genannten Symptome einer Zwangsstörung beziehen.
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kate1915
Beiträge: 3
Registriert: Do 10. Mär 2016, 11:16

Angst, Kontrollverlust, Zwangsgedanken, Verlustangst

Beitragvon kate1915 » Do 10. Mär 2016, 11:55

Hallo liebes Forum...
Ich halte es nicht mehr aus...

Ich bin seit 2 Wochen in Therapie, und hoffe, das ich Zwangsgedanken habe.
Es begann mit einem "kleinem Fehler", ich "flirtete" mit einem Arbeitskolleg (betrunken Händchen gehalten - nicht mehr), ich arbeite mit ihm seit 10 Jahren zusammen. Bevor ich meinen Freund kennen lernte hatte war ich seine seine 2 wöchige Affäre...

Dann passierte das Beste in meinem Leben... ich habe meinen Partner getroffen.
Wir waren das perfekte Paar, er ist alles für mich. Wir haben uns blind verstanden... Ich dachte wow ich weiss was liebe ist! und konnte mein Glück nicht fassen. Wir kauften uns Freundschaftsringe, als Beweis unserer Liebe.

Dann passierte dies mit dem "Fremdflirt"...

Seit dem google ich überall und suche Rückversicherung das ich ihn liebe. Ich hatte eine Wochen lang Wein- Schreikrämpfe, Panikattacken, - ich dachte nur noch "Trenn dich, dann geht es dir besser"... Auch die Kommentare von Freunde, von der Familie " Trenn dich wenn's dir dann besser geht / du liebst ihn nicht genug,..." waren nicht hilfsbereit...
Ich habe es nicht getan... ich kann nicht... so gern ich würde.

Seit 3,5 Jahren liebe ich meinen Partner, seit einem Jahr wohnen wir zusammen. Seit Sommer ist/war es die schönste Zeit in den 3.5 Jahren. Es war perfekt! bevor mir mein "Fehler" passiert ist... :-)

Ich bin froh, habe ich deinen Post gefunden.
Es gibt Tage da freue mich sehr auf die Zukunft mit meinem Parter... die werden aber immer weniger... dann gibt es Tage, da sehe ich sie nicht mehr... Ich kann nicht mehr schlafen, habe nervenzusammenbrüche, bin todunglücklich... und das macht mir schreckliche Angst. Vor 4 Monaten hatte ich alle Zukunftsträume noch!Ich wollte Kinder!!

Ich war nun in den Ferien mit meinem Freund... ging mir ein wenig besser... ich dachte nur, wie konnte ich "Fremdflirten"... er ist doch so ein Schatz, ich liebe ihn doch.
Eine Zeit lang habe ich mir eingeredet wieder verliebt zu sein in meinem Arbeitskolleg, konnte meinen Freund nicht mehr küssen, weil ich plötzlich an den Arbeitskolleg dachte...
Dieses Phanomen ist mir schon früher passiert... ich hatte 3 kurze Beziehungen 2-7 Monate... ich flirtete und schwubs, weinte einen Monat, verletzte mich und voila alle Gefühle waren weg, und ich machte Schluss.

Bei meinem jetzigen Partner, ist dies unmöglich... Ich liebte so, ich will ihn wieder lieben...
ICH WILL WIEDER LIEBEN, neben ihm schlafen ohne Angst zu haben, ohne zu weinen, kein beklemmendes Gefühl mehr...

Meine Psychologin meint, es sind alte Beziehungsmuster, und Bindungsängste... wir versuchen diese zu lösen. Sie meint es ist ein guter Prozess.
Ich hoffe wir schaffen das, ich will meinen Partner wieder lieben... keine beklemmende Angst, wenn ich bei ihm liege.
Und es würde bei jedem Partner passieren... ich will nur meinen Freund wieder lieben können!!

Ich will nicht aufgeben! auch wenn es einfacher wäre!

Sind das Zwangsgedanken? Oder liebe ich nicht mehr? 4 Monate... 7 Tage in der Woche 24h denke ich daran und verzweifle...

Ich brauche Hilfe, ich kann nicht mehr...

Micha46AZG
Beiträge: 2
Registriert: So 13. Mär 2016, 12:54

Re: Angst, Kontrollverlust, Zwangsgedanken, Verlustangst

Beitragvon Micha46AZG » So 13. Mär 2016, 13:18

Google mal nach ROCD . sind ZG

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fluuu
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Re: Angst, Kontrollverlust, Zwangsgedanken, Verlustangst

Beitragvon fluuu » Mo 14. Mär 2016, 14:46

Oh man, durch dieses Rumschreien, 'Ich will wieder haben' wird es nicht besser, im Gegenteil,
es geht dabei auch der leiseste Hauch von Selbstreflexion verloren der zum sich selbst erkennen dienen könnte.
In Therapie sein ist eine gute Lösung, höre auf Deine Therapeutin und kläre die alten negativen Beziehungsmuster
auch wenn es im Moment des Gespräches weh tut, danach wird es besser und Du findest einen Umgang mit der Beziehung.
gruß fluuu

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www.seelegut.de

kate1915
Beiträge: 3
Registriert: Do 10. Mär 2016, 11:16

Re: Angst, Kontrollverlust, Zwangsgedanken, Verlustangst

Beitragvon kate1915 » Do 17. Mär 2016, 16:24

Oh man, durch dieses Rumschreien, 'Ich will wieder haben' wird es nicht besser, im Gegenteil,
es geht dabei auch der leiseste Hauch von Selbstreflexion verloren der zum sich selbst erkennen dienen könnte.
In Therapie sein ist eine gute Lösung, höre auf Deine Therapeutin und kläre die alten negativen Beziehungsmuster
auch wenn es im Moment des Gespräches weh tut, danach wird es besser und Du findest einen Umgang mit der Beziehung.

hallo fluuu
ich danke dir! das sagte meine therapeutin auch...
das ich will, ich will, ich will nicht, es kann nicht sein... macht es nur schlimmer.
ich darf 3-4 monate nichts entscheiden und muss mich selber finden.
mir geht es schon viel besser... sie meinte es sind zwangsgedanken und bindungsängste.
wir werden die alten negativen beziehungsmuster analysieren...

leider sagt mein hirn (früher) = fremdflirten/körperliche Berührungen = ich liebe meinen freund nicht = fremdverliebt einreden = sofort trennen...
nun werden wir daran arbeiten... bin froh habe ich diesen Schritt gewagt.
es ist ein wichtiger schritt, ich werde *erwachsen* und lerne mit konflikten umzugehen... es wird besser, ich weiss es - aber es dauert.

ich danke dir.

kate1915
Beiträge: 3
Registriert: Do 10. Mär 2016, 11:16

Re: Angst, Kontrollverlust, Zwangsgedanken, Verlustangst

Beitragvon kate1915 » Do 9. Jun 2016, 11:36

Ein kurzes Feedback zur aktuellen Situation...

Ich habe sehr starken Eisen, Cortisol und Vitamin D Mangel. (Hausarzt)
Morgen wird der Cortisolwert nochmals getestet... und bekomme meine 1. Infusion (von 6).

Erstaunlich, waren doch die Werte im Dezember bei meinem Frauenarzt gut und ich wurde belächelt weil es mir nicht so gut ging...
Ich bin jetzt ein bisschen weiter, habe schon sehr viele gute Tage!
Wir arbeiten jetzt an meiner extremem Verlustangst, Angst vor emotionaler Nähe, Angst vor Abhängigkeit und vorallem an der emotionalen Bindung zu Hause. (Sehe meine Eltern 5 Tage à 10h)

Diese Woche ist wieder sehr viel schlimmer da die Flucht und Trennungsgedanken wieder so stark sind.
Ein richtiger Zwang - welcher durch meine Unsicherheit toll genährt wird.

Ich hoffe, dass ich es schaffe diese Verlustangst los zu werden... weil ich mich in jeder Beziehung zu 100% spiegle...
und ich glaube ich, das erste Mal richtig Liebe und meinem Drang nicht nachgebe.

Die Anziehung zu anderen Personen und das Bedürfnis fremdzugehen, entstehen (unbewusst) durch die Angst vor emotionaler Nähe und vor allem vor dem Schmerz, den der Verlust des Partners mit sich bringen würde.
Gerne wird von Betroffenen vordergründig argumentiert, sie würden ihre Freiheit nicht einbüßen wollen und sich nicht gerne festlegen – ein Irrtum!

Dahinter verbirgt sich ein schwaches Selbstwertgefühl, das mit extremer Verlustangst einhergeht.
Sich sexuell anderen Personen zuzuwenden und womöglich sogar fremdzugehen, vermittelt den von Bindungs- und Verlustangst Betroffenen ein Gefühl von „Macht“. Sie schaffen automatisch Distanz zu ihrem Partner, um die Nähe zu vermeiden, deren Verlust sie nicht ertragen könnten.

Darüber hinaus wird ihr schwaches Selbstwertgefühl durch die sexuelle Bestätigung außerhalb der Beziehung genährt und gibt ihnen ein Gefühl von Stärke.
Die eigentlich so nach Liebe und Nähe Suchenden kompensieren also ihre Hilflosigkeit und Angst durch aktives Ersatzverhalten = Ersatzgefühle.“
Auf Dauer schaden Sie sich durch sich wiederholende Angstsituationen und unbefriedigende Beziehungen selbst und werden das ursächliche Problem nicht lösen.
Mit fachkundiger Hilfe können alte und schmerzvolle Erfahrungen geglättet werden. Ihr angeschlagenes Selbstwertgefühl, Ihre Angst, verlassen zu werden und all die daraus resultierenden Symptome, dürfen nun Schritt für Schritt heilen. Jedes erlernte Verhalten lässt sich nachhaltig positiv verändern.

Dies erfordert Geduld – auch die Ihres Partners!

Letztendlich geht es in diesem Lernprozess und der positiven Entwicklung Ihres Selbstwertgefühls darum, zu erkennen, dass Sie selbst stets Herr der Lage und nicht etwa das hilflose Opfer sind.
Was auch immer Sie erfahren haben und Ihre Ängste ausgelöst hat – Sie sind wertvoll, dürfen glücklich sein, ohne sich bedroht zu fühlen, und Nähe genießen, ohne Panik vor Vereinnahmung zu entwickeln.

In diesem Prozess befinde ich mich...
Er ist sehr hart, und ich hoffe es - ich, wir - mein Partner und ich - schaffen es. :cry:


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