Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Hier hinein gehören alle Beiträge, die sich spezifisch auf die genannten Symptome einer Zwangsstörung beziehen.
-> Basis-Infos zum Thema "Zwangserkrankungen"
Lala1984
Beiträge: 5
Registriert: Mi 16. Dez 2015, 08:13

Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Lala1984 » Mi 16. Dez 2015, 08:30

Hallo ihr Lieben,

ich habe seit 2 Jahren eine generalisierte Angststörung. Zur Zeit geht es mir sehr schlecht. Bin stationär aufgrund ständiger Angstzustände Tag und Nacht. Bekomme Sertralin und Risperdal. Nun zu einem Problem, was mich gerade sehr belastet und auch zu massiven Angstzuständen führt. Mich plagt seit einiger Zeit ein Gedanke, den ich mit meiner Therapeutin als Zwangsgedanken identifiziert haben. Und zwar geht es darum, dass ich mir vorstellen muss, wie ich als Kind sexuell missbraucht wurde. Ich weiß , da ist nichts dran und in klaren Momenten erscheint mir das ganze auch absurd. Habe mit meiner Mutter darüber gesprochen und da ist absolut nichts dran. Dennoch kommt diese Vorstellung immer wieder und ich Zweifel oft, ob da nicht doch was dran sein könnte. Ich komme in regelrechte Diskussionen mit mir selber. Eigentlich kenne ich nur Gedanken, die sich gegen andere richten und in der Zukunft liegen, aber so ein SCHLIMMER Gedanke. Er quält mich. Manchmal kommen auch Zwangsbilder. Die Therapeuten meinen, dass ich verzweifelt nach einer Erklärung für meine Erkrankung suche und deshalb solche Gedanken bekomme. Oh Mann, wer kann mir helfen?

VG Lala

Lala1984
Beiträge: 5
Registriert: Mi 16. Dez 2015, 08:13

Re: Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Lala1984 » Mi 16. Dez 2015, 15:15

Keiner einen Rat?

Lala1984
Beiträge: 5
Registriert: Mi 16. Dez 2015, 08:13

Re: Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Lala1984 » Mi 16. Dez 2015, 17:20

Kann mir denn keiner helfen?

Benutzeravatar
Su Wang
Beiträge: 64
Registriert: Mi 11. Nov 2015, 01:16

Re: Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Su Wang » Mi 16. Dez 2015, 20:27

Überredet. Nachdem Du Dich so brav gedulden hast müssen ... ;)
Die Therapeuten meinen, dass ich verzweifelt nach einer Erklärung für meine Erkrankung suche und deshalb solche Gedanken bekomme.
Daß Du da nach irgendwas suchst, steht außer Frage.
Einfach nur eine Erklärung, warum Dir diese Ängste entstehen, wird's indessen eher nicht sein.

Ängste entstehen, wenn jemand sich zu schwach fühlt für bestimmte Herausforderungen, real erfahrene oder aber auch lediglich falsch interpretierte.

Hinsichtlich Falsch-Interpretieren scheinen da ... ich nenn's hier jetzt mal "gewisse Talente" bei Dir vorhanden zu sein. Eine leicht hysterische Tendenz etwa.
Bitte nicht falsch verstehen !

Nachdem diese hier von Dir erwogene Sache (Mißbrauch) sexueller Natur ist, wird sich gewiß auch der oder die eine oder andere "heftig engagierte" Therapeut oder Therapeutin finden lassen, die es dann so auslegen, als würde auch das, wofür Du ebendiese Begründungen / Erklärungen suchst, im weitesten Sinne auch wieder einen Bezug zum Sexuellen haben könnte: etwa, daß Du Dich vielleicht unattraktiv finden wolltest - wenn's dann so wäre - oder auch die Frage, warum Dir immer nur Partner begegnen, die nichts taugen.
(Bitte, das ist hier jetzt alles rein hypothetisch und nur zum Verstehen der Situation hier angeführt.)

Dagegen muß es keineswegs einen derart direkten Bezug haben, sondern kann einfach auch nur sein, weil Du halt etwas ganz Krasses zu akzeptieren nur bereit wärest, nachdem Du auch Deine vermeintlichen Mängel und eine gewisse "Untauglichkeit" für diese noch nicht gefundenen, unterstellt unbewältigbaren Herausforderungen als entsprechend kraß nur sehen kannst.

Was es letztlich ist, wonach Du da suchst - naheliegend sind Dinge, die Dir als existentielle Bedrohungen oder auch nur Verunsicherungen erscheinen wollen; immer auch unter Berücksichtigung, wie Du diese Dinge konstruierst, was sie in Wahrheit gar nicht sein resp. in Summe ergeben müßten -, das müßtest Du nachher allerdings schon für Dich allein herausfinden. Therapeuten können sich diese Dinge anhören und sehen vielleicht eher Zusammenhänge als Du selber dies könntest.

Und, nachdem sich diese Deine Ängste erst seit zwei Jahren entwickelt hatten, solltest Du dort auch erst die Suche anfangen.

Unabhängig davon solltest Du Dir aber klarwerden, daß man Angst nur vor ausstehenden Bedrohungen haben kann - auch dann, wenn diese nur imaginär, also keine realen wären -, aber jedenfalls nicht vor etwas, das schon passiert wäre und, zumindest in der vermuteten Art und Weise, kein weiteres Mal Dir passieren könnte.

Müßtest also bei jedem Aufkommen solcher Gedanken diese von Deinen Ängsten entkoppeln üben.

Eine Sache, wo man derart angestrengt sinnieren müßte, und dennoch keine greifbaren Anhaltspunkte sich finden lassen, da wär' mindestens davon auszugehen, daß die auch keinerlei Schaden angerichtet haben kann; kein latentes Trauma bspw.

Tom Sawyer
Beiträge: 69
Registriert: So 18. Okt 2015, 20:43

Re: Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Tom Sawyer » Mi 16. Dez 2015, 21:08

Hallo Lala,

bei diesen Medikamenten muss auch immer in Erwägung gezogen werden, dass die Probleme, insbesondere die Angstzustände, substanzbedingt sein können. Beide Medikamente verursachen Ängste als häufige Nebenwirkung ebenso wie als Entzugssymptome. Nachzulesen in den Fachinformationen zu Sertralin/Zoloft und Risperidon. Aufschlussreich wäre, seit wann und in welcher Dosis sowie mit welchen Absetzversuchen die Medikamente bisher eingenommen wurden und ob Zusammenhänge mit der Entwicklung der Angstzustände erkennbar sind. Viele Leute entwickeln auch erst im Laufe eine Behandlung mit Antidepressiva und erst Recht unter Neuroleptika solche Probleme. Insbesondere Risperdal ist dafür bekannt. Wie hoch ist denn Deine Dosis der beiden Medikamente im Moment? Und wozu wurde überhaupt das Neuroleptikum dazugetan. Etwa um die identifizierten Zwangsgedanken zu unterdrücken? Das ist im Psychiatriebetrieb ein sich oft wiederholender Vorgang, dass substanzbedingte Wirkungen nicht als solche identifiziert werden, sondern alles allein auf eine psychische Erkrankung zurückgeführt und dann immer stärker mediziert wird. Psychotherapeutisch oder auch in der eigenen Wahrnehmung werden dann psychische Ursachen für alles erforscht und oft auch irgendwie gefunden, aber nicht gelöst, sofern die Substanzen eben die Ursache sind. Die ganze Problematik entspannt sich dann oft erst, wenn es gelingt, die Substanzen erfolgreich auszuschleichen.

Grüße

Natalie
Beiträge: 36
Registriert: Di 21. Feb 2012, 11:03

Re: Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Natalie » Fr 18. Dez 2015, 11:58

Ich denke auch du suchst einfach nach einer Erklärung weil du in einem Stadium bist wo du es so nicht akzeptieren willst und krampfhaft nach Möglichkeiten suchst und Erklärungen. Irgendwie verrennst du dich jetzt in der Sache. Vielleicht weil gerade dieses Thema bewusst bei dir angesprochen wurde. Wer weiß.
Was ist wenn du dich in dem Moment wo du grübelst selbst von außen betrachtest und dir diese Erklärung lieferst. Evt. kommst du dann aus dem Gedankenkarussel raus.

Benutzeravatar
Remedias
Beiträge: 4112
Registriert: Fr 22. Dez 2006, 17:46
Kontaktdaten:

Re: Zwangsgedanke oder Angstgedanke

Beitragvon Remedias » So 27. Dez 2015, 19:59

Hallo Lala,
wenn du dir sicher bist, dass es bei dir um eine Zwangsvorstellung geht, könntest du folgende medikamentenfreie Methode versuchen:

http://psychiatriegespraech.de/forum/vi ... =64&t=6042

mit freundlichen Grüßen Remedias


Zurück zu „Zwangsstörung, Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Zwangsimpulse (ICD-10:F4)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast