Suche Mütter mit aggressiven ZG gegenüber dem eigenen Kind

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zwaengler79
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Suche Mütter mit aggressiven ZG gegenüber dem eigenen Kind

Beitragvon zwaengler79 » So 20. Jun 2010, 19:19

Bin gerade mal wieder sehr verzweifelt weil die Zwangsgedanken wieder extrem schlimm sind. Würde mich daher gerne mit Müttern austauschen, die ebenfalls Gedanken haben, ihrem Kind was antun zu können! Nur Mut.......bitte meldet euch

cake
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Re: Suche Mütter mit aggressiven ZG gegenüber dem eigenen Kind

Beitragvon cake » So 20. Jun 2010, 20:12

Leider kann ich das gar nicht nachempfinden.
Stell mir das aber sehr bedrohlich für Dich vor.
Warum wirst Du so alleine gelassen?
Das tut mir so leid. :cry: :cry: :cry: :cry:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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mooone
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Re: Suche Mütter mit aggressiven ZG gegenüber dem eigenen Kind

Beitragvon mooone » Di 3. Aug 2010, 18:44

Hallo Zwaengler,
so trifft man sich wieder... aber der Grund ist natürlich sehr traurig. :(
Mir geht es seit einigen Tagen auch wieder etwas schlechter.
Falls Du Dich erinnern kannst... ich habe zwar (noch) keine Kinder, aber ich empfinde die selben Zwänge hauptsächlich meinem Freund und meiner Mutter gegenüber.
Wie war das letzte halbe Jahr für Dich eigentlich? Warst Du in Therapie? Bzw. bist Du (noch) in Therapie?
Ich kann Dir ein wenig erzählen, wie es sich bei mir entwickelt hat... vielleicht findest Du hier doch ein wenig Trost...
Ich habe im März/April ca. eine Therapie begonnen und habe einen sehr guten Therapeuten, der alles so formulieren und (zum Glück) auch nachvollziehen kann, wie ich mich fühle. Wenn mir die richtigen Worte fehlen (es ist richtig schwer, solche Gedanken verbunden mit den Gefühlen und Ängsten in Worte auszudrücken), kann er mir genau das wiedergeben, was ich versucht habe zu erklären, weshalb es mir meistens dann schon mal viel besser geht.
Klar, Psychotherapeuten sind dafür ausgebildet, aber ich denke dennoch, dass es auch einige Ärzte gibt, die mit der Sache vielleicht eher weniger klar kommen können... Da muss ich schon sagen, dass ich einen sehr guten Therapeuten habe.
Du hast schon viele Therapien hinter Dir - sofern ich mich erinnern kann - deshalb finde ich es sehr schade, dass es Dir momentan wieder zum Verzweifeln schlecht geht.
Ich bin jede Woche bei ihm in der Gesprächsstunde (45 min) und bin jedes Mal froh, wenn ich wieder bei ihm bin, weil er mir immer wieder versichert, dass es NUR Gedanken sind. Es ist auf jeden Fall wichtig, sich weiter helfen zu lassen und vor allem nicht aufzugeben. Ich weiß, dass es sehr sehr schmerzhaft sein kann, wenn man solch schlimme Gedanken gegenüber eines lieben Menschen "hegt"... das ist eine total schlimme seelische Belastung und ich sag mir immer, ich hätte lieber nen Arm ab oder irgendwas anderes, das an mir rumhängt... Hauptsache, keine bösen Gedanken. Ungewollte Gedanken, gegen die man nichts machen kann und die kommen und gehen, wann sie wollen.
Hab Mut! Ich lerne auch gerade, dass es dauern kann, bis man sich an die Gedanken "gewohnt" hat, sodass man sie nicht mehr als außergewöhnlich, sondern als normal bezeichnen kann. Normal in dem Sinne, dass tatsächlich JEDER Mensch solche Gedanken hat. Und normal in dem Sinne, dass sie wie für einen "Normal-Denkenden" harmlos erscheinen.
Aber für uns Zwangserkrankte sind sie alles andere als normal. Man bezeichnet sich selbst gleich als Gefährdung für andere. Ich trage die Last nun fast 10 Jahre mit mir und ich erinnere mich immer wieder daran, dass es nicht innerhalb von 2 Tagen funktionieren kann, dass die Zwangsgedanken einfach *klick* weggehen und nie wieder kommen. Das kann lange dauern. Je nach Person, ihren Empfindungen, usw. Einige brauchen vielleicht nur zwei Wochen, andere ein halbes Jahr, wieder andere vielleicht sogar 2 oder mehr Jahre, bis sie sich in gewisser Weise "sicher" fühlen. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange Du schon die Last mit Dir tragen musst, aber glaub mir, dass es immer wieder ein Auf und Ab geben wird.
Wichtig ist, Deine Einstellung gegenüber den Gedanken umzustellen. Es geht nicht darum, die Zwangsgedanken für immer weg zu kriegen. Jeder denkt mal daran, einen Menschen töten zu wollen (aus welchen Gründen oder Nicht-Gründen auch immer...), doch Zwangserkrankte kommen damit nicht klar und bekommen Angst und Panik. Du hast bisher Deinem Kind nichts getan und Du wirst es auch zukünftig nicht tun. Du bist Dir nicht sicher, ja, ich weiß. Ich bin mir auch total unsicher, ob das, was mir der Therapeut erzählt, auch wirklich stimmt und dass ich tatsächlich keine Gefahr für andere bin. Aber niemand hat die absolute Sicherheit, was geschehen wird. Doch die Wahrscheinlichkeit ist seeeeeeehr gering, dass Du zu dem mutierst, was Dir im Kopf manchmal ungebetener Weise herumschwirrt. Du hast ja Angst vor diesen Gedanken und fühlst sich elendig bei der Idee, Deinem Liebling etwas anzutun. Eine mutmaßliche Mörderin hätte ohne groß zu überlegen und ohne mit der Wimper zu zucken bereits das getan, wovor Du am meisten auf der Welt Angst hast. Eine Mörderin kennt keine Scham, keine Reue und vor allem keine Angst. Und dazu macht sie sich nicht Jahre darüber Gedanken, ob sie ihr Kind umbringen könnte/sollte/wollte oder nicht. Mein Arzt sagt immer zu mir: "Ach, Fr. K., sie wären eine schlechte Mörderin..." Ich muss sagen, dass mein Therapeut sehr cool mit der Situation umgeht. So musste ich zum Beispiel mal in ner Therapiesitzung einen Mord planen. Schon der Gedanke daran machte mich fertig und ich wollte nicht weiter auf das eingehen, was er mich dazu fragte... Das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, sich im Klaren zu werden (auch, wenn es nur für einen kurzen Moment ist), dass man ein guter Mensch ist! Und kein Monster!!!
Eine meiner Therapien war die der Exposition.. Ich musste meine schlimmsten Gedanken (unverharmlost!!) auf Band reden und mir dann einige Tage lang stundenlang anhören. Hast Du sowas auch mal gemacht?
Dabei wird die Angst absichtlich hervorgerufen und man muss das schreckliche Gefühl und diese Angst so lange aushalten, bis sie wieder sinkt... das heißt, sich so lange diese fürchterlichen Geschichten auf Band anhören, bis es einem nicht mehr so viel ausmacht. Die andere Methode ist die In-Vivo-Konfrontation, in der ich mich zur Zeit befinde. Da musste ich zum Beispiel 2 Stunden lang mit meiner Mum und meinem Therapeuten in der Küche stehen. Ich stand dabei z.B. direkt hinter meiner Mutter und hatte ein Messer in der Hand. Ziemlich grobe Therapiemöglichkeit, aber eine der besten, die es gibt. Es soll dabei zur Habituation kommen. Kennst Du auch das?
Ich habe auch sehr sehr viele Motivationsschwierigkeiten, mich absichtlich mit solchen Therapien zu beschäftigen, da es wirklich nichts nervigeres gibt als diese furchtbaren Zwangsgedanken sowie die daraus resultierende Angst und Unsicherheit. Aber Zweck ist ja dieser Sache, dass man sich bewusst konfrontieren MUSS, damit man sich daran gewöhnt. Wie gesagt... verstecke Dich nicht bzw. versuche, mit Deinem Kind in einem Zimmer zu bleiben bzw. in der Nähe Deines Kindes zu bleiben. Du wirst sehen: Du tust ihm nichts!!! Du gewöhnst Dich an den Gedanken und Deine Angst sollte nachlassen. Diese Zwangsgedanken werden nie weg gehen (denn wie gesagt, schwirrt jedem Mal solch ein Mist im Kopf umher), aber was verändert wird oder vielleicht sogar ganz fern bleibt (wenn man sich auch wirklich intensiv damit beschäftigt/konfrontiert) ist die eigene Reaktion bei diesen Gedanken und die Bewertung dieser.
Bleib stark und gib Dich niemals auf! Versuch alles, damit es Dir besser geht und Du Dich irgendwann nicht mehr so quälst! Nicht nur für Dein Kind, sondern in erster Linie auch für Dich!! Du kannst das schaffen. Hab nur Mut! Und vor allem: Sei geduldig!
Liebste Grüße und einen schönen Abend
mone
Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning to dance in the rain.

Obelix
Beiträge: 10
Registriert: Sa 6. Feb 2010, 09:56

Re: Suche Mütter mit aggressiven ZG gegenüber dem eigenen Kind

Beitragvon Obelix » Do 12. Aug 2010, 21:53

Hallo zwaengler79

Ich kann mich mooone nur anschliessen. Ich bin zwar keine Mutter aber ein Vater mit zwei Söhnen welcher vor kurzem (vor ca. 1-2 Jahren)
das gleiche Schicksal ereilt hat. Schreib mir einfach eine PN falls Du näheres wissen möchtest. Ich weiss wie grausam und grässlich sich das anfühlt.

Meine Geschichte: http://sites.google.com/site/angstpanik ... gsgedanken

LG
Obelix

Niesi85
Beiträge: 1
Registriert: Di 14. Sep 2010, 19:06

Re: Suche Mütter mit aggressiven ZG gegenüber dem eigenen Kind

Beitragvon Niesi85 » Mi 15. Sep 2010, 06:27

Halli Hallo....

Diese Zwangsgedanken/ impulse kenn ich sehr gut.
Bei mir fing das an, als bei uns in der Stadt ein kleiner Junge zu tode gequält worden ist. Ich war geschockt, als mir das erste mal diese Geadanken gegenüber meinem Sohn durch den Kopf gingen. Von Tag zu Tag wurde es schlimmer und ich wusste nicht mehr was ich machen sollte, vorallem weil ich die meiste Zeit mit meinem Sonnenschein alleine bin. Nur in dieser Zeit hab ich mich immer viel bei meinen Eltern aufgehalten und auch oft dort geschlafen, nur dass ich nicht mit dem kleinen alleine sein muss. Hab mich ne ganze Weile damit rum gequält, aber irgendwann den entschluss gefasst, mich von diesen Gedanken nicht unterkriegen zu lassen. Muss dazu sagen, dass ich sehr viel gelesen habe in dieser Zeit und dadurch konnte ich mir auch ein Bild machen, wo das alles her kommt und so weiter.
Na ja und dann hab ich mich einfach immer immer immer mehr der ganzen Sache gestellt.
Hab meinen Zwangsgedanken den Kampf angesagt. Und ich muss sagen, es geht jeden Tag ein bisschen besser.
Hab immer noch von Zeit zu Zeit diese Gedanken, aber ich nehme die nicht mehr so sehr ernst.
Weiß ja, dass das alles nur Hirngespinste sind und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich das meinem kleinen nie antun würde.
Was hast du schon ausprobiert???

LG Denise :)


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