aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

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zwaengler79
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aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon zwaengler79 » Sa 26. Dez 2009, 22:29

Ich litt seit meiner Kindheit immer mal wieder an aggressiven Zwangsimpulsen/Zwangsgedanken die sich gegen die verschiedensten Menschen richteten. Am schlimmsten war es wenn ich mit Kindern alleine war oder wenn ich Messer gesehen oder in der Hand hatte. Seit Juli 2008 bin ich allein erziehende Mama. Die ersten Monate waren sehr anstrengend weil die Kleine ein Schreibaby war. Im Mai diesen Jahres schlugen die Zwangsimpulse wieder zu. Ich hatte unentwegt Gedanken, wie ich der Kleinen schaden könnte. Bildhafte Vorstellungen von Gewalt und ständige Mordgedanken. Dazu kamen extreme Ängste, mit der Kleinen allein zu sein. Die Impulse waren so stark dass ich das Gefühl hatte, Ihnen nicht mehr lange nachgeben zu können. Irgendwann habe ich sogar angefangen daran zu zweifeln, ob ich mein Kind wirklich liebe. Bin im Juni in die Psychiatrie weil sich die Impulse auch gegen andere Leute (Verwandschaft/Freunde)ausgebreitet hatten. Die Kleine kam zur Tagesmutter. Fünf Monate war ich in der Psychiatrie ohne irgendwelche Fortschritte zu machen. Man stellte mich auf Cipralex und Seroquel ein, das war`s dann. Einen Psychologen gab es nicht. Meine Angst wurde ein wenig besser, aber die Mordgedanken plagten mich nach wie vor rund um die Uhr. Aus diesem Grund traute ich mich auch nicht mehr nach Hause. Ende November bekam ich dann einen Platz auf der Zwangsstation des Uniklinikums Freiburg. Auch hier hat sich bis jetzt noch nicht viel verändert. Habe am 24. meine Tochter gesehen und hatte wieder ständig Impulse, ihr was anzutun (in Badewanne ertränken, aus dem Fenster werfen, Messer holen und auf sie einstechen, erwürgen usw.). Ich kann das zusammensein mit ihr nicht mehr genießen weil mir ständig diese Scheiße durch den Kopf geht. Abends bei Freunden in der Küche den Messerblock gesichtet und schon wieder den Drang, eines zu nehmen und auf jemanden einzustechen. Manchmal denke ich sogar "jetzt mach`s doch endlich" und ich frage mich oft: "vielleicht will ich ja wirklich jemandem was antun weil ich ständig dran denke" und noch schlimmer "vielleicht fände ich es sogar toll". In bin nach wie vor immer noch am zweifeln, ob es sich hierbei wirklich um eine Zwangsstörung handelt, obwohl alle Ärzte davon überzeugt sind. Meiner Meinung nach haben nur Psychopathen Mordgedanken ohne Motiv. Wenn ich gegen eine bestimmte Person aus einem guten Grund solche Gedanken hätte, würde ich es noch verstehen. Aber so denke ich nach wie vor ich könnte evtl. auch ein Mörder sein. Ständig frage ich mich ob ich wirklich zu solch einer Tat fähig wäre. Manchmal fühlt es sich so an, als müßte ich rausgehen und es wirklich tun. Oder mir kommen Gedanken wie: "wenn ich jetzt ein Messer in der Tasche hätte, würde ich dann auf jemanden losgehen?" Die einzige Zeit des Tages in der ich abschalten kann, ist nachts wenn ich schlafe. Und kaum öffne ich morgens die Äuglein habe ich eine starke innere Angst und die Mordgedanken lassen auch nicht lange auf sich warten. Mein ganzes Leben dreht sich nur noch um dieses Thema. Oft habe ich auch mit einer veränderten Wahrnehmung zu kämpfen. Mir erscheint dann meine Umwelt fremd und unwirklich, so als wäre alles nur Attrappe. Oder ich habe das Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein. Dann ist die Angst vor Kontrollverlust am schlimmsten. Ich hoffe wirklich inständig, dass die Therapie hier noch anschlägt. Meine Medis wurden vor 8 Wochen umgestellt. Seroquel nehme ich nach wie vor, morgens bekomme ich nun 300mg Trevilor. Aber bis jetzt habe ich nicht das Gefühl einer Verbesserung durch die Medis.
Es wäre schön wenn ich hier im Forum mit Menschen in Kontakt kommen könnte, die ebenfalls unter solchen Gedanken leiden. Ich würde mich dann nimmer so einsam fühlen.

luni216
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Bist nicht alleine:)

Beitragvon luni216 » So 27. Dez 2009, 23:00

Hallo,

alles, wirklich alles was du schreibst kenne ich aus eigenen erfahrungen, aus meinem leben:)

und es gibt mehr menschen als man denkt die darunter leiden. Alle Tabletten dieser Welt und jeder Therapeut kann dir nicht helfen wenn du nicht selber verstehst das es riesen großer Müll ist was du da denkst! Das es nichts böses in dir ist oder du verrückt bist, sondern du einfach nur ein ängstlicher mensch bist, der sein kind überalles liebt und zu wenig an sich glaubt.

Ich weiß wie schwer es ist aber du schenkst diesem Müll noch zu viel aufmerksamkeit. Kein Psychopat oder kein böser Massenmörder hatte vorher solche Gedanken wie du!

Was du schreibst, in welchen Ketten die Gedanken sind, kenne ich 1 zu 1 z.b endlich jemanden umbringen um das der druck dann weg wäre, oder man liebt doch seine tochter dann garnicht usw, blaaa, blaaaaa, blaaa. ES IST MÜLL!


man bekommt nie eine 100 % das man es nicht tun wird, aber du wirst es nicht tun, denn sonst hättest du nicht diese ängste.

versuche wenn du bei deinem kind bist dir zu sagen: ja ich habe diese grausamen gedanken, sie gehören gerade zu mir, aber ich liebe mein kind, habe nie etwas getahn, also werde es jetzt auch nicht.

es klingt immer so leicht, das weiß ich, aber ich habe selbst genau solche gedanken und weiß, das ich mein kind überalles liebe, ich nie einer fliege was zu leide führen könnte, ich es dann erst recht nicht bei meinem kind machen werde. und die gedanken, hat man am stärksten bei denen, die man liebt.

ganz liebe grüße und hoffe von dir zu lesen

Wisteria
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Beitragvon Wisteria » Do 7. Jan 2010, 11:05

Hallo, ihr beiden!

Tja, was soll ich dazu sagen....ich verstehe euch nur zu gut. Alles was ihr schreibt, trifft auch auf meine Situation zu. Die dauernde Angst jemanden etwas anzutun. Und dann dieser Druck und der Gedanke es endlich hinter sich zu bringen, in der Annahme endlich eine Art von Befreiung zu erlangen.
Immer wieder die gleichen Fragen und Gedankengänge...Könnte ich es tun? Käme ich mit den Schuldgefühlen zurecht?
Und dann die Einschränkungen im Leben. In den akuten Phasen Angst zu haben mit jemanden alleine zu sein. Es könnte ja etwas passieren. Das macht ein mehr als fertig.
Ich habe bei mir heraus gefunden, dass diese Gedanken verstärkt aufkommen, wenn ich Aggression gegenüber jemanden oder etwas habe, und diese nicht "auslebe". Eine Zeit lang hatte ich sogar Angst davor meine Wut in verbaler Form auszulassen, da ich die Befürchtung hatte, dass die Situation eskalieren könnte. Naja, das Ende vom Lied war, dass sich die Aggressionen immer weiter aufgestaut haben und die Zwangsgedanken und- impulse auf ein unerträgliches Maß anstiegen.
Hinzu kommt noch, dass ich immer wieder fixe Ideen habe, die sich mit dem Thema Gewalt beschäftigen. Ich weiß nicht, ob ich damit alleine stehe. Ich habe diesbezüglich noch nichts darüber gelesen :???: Naja, ich versuch es mal zu erläutern. Eine fixe Idee ist die, dass ich denke (nur denke), ich müsste jemanden jetzt schlagen, sonst würde ich sterben. Da ich aber nicht unter Realitätsverlust leide, weiß ich, dass dies absoluter Schwachsinn ist. Aber trotzdem erschreckt mich dieser Gedanke und andere so sehr, dass diese ständig im meinem Gehirn herum schwirren.

Ich weiß nicht, ob jemand oder ihr das auch kennt.
Aber es wäre auch an dieser Stelle mal hilfreich jemanden zu finden, dem es genauso geht;-(

luni216
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Beitragvon luni216 » Sa 9. Jan 2010, 21:36

Ja, haben wir alle das blöde Los gezogen:(

Zu deiner letztens Frage: nein das kenne ich nicht, habe auch nicht ganz verstanden wie du das genau meinst!?

Machst du denn eine Therapie?

Wisteria
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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon Wisteria » Mo 11. Jan 2010, 03:06

Manchmal frag ich mich, warum es solche Erkrankungen eigentlich gibt :???: Naja, aber das fragt sich wohl jeder Erkrankte...egal was es ist.
Im Moment mache ich keine Therapie. Ich habe vor 3 Jahren eine Gesprächstherapie gemacht und vor ca. 1 1/2 Jahren eine Verhaltenstherapie, welche (letztere) ich aber frühzeitig abgebrochen habe.
Mir ging es auch eine lange Zeit "mehr" oder "weniger" "gut". Nur in der letzten Zeit bricht wieder alles über mir zusammen.
Depressionen, leichte Angstzustände und natürlich die Zwangsgedanken nicht zu vergessen.
Naja, im nächsten Monat (tja leider Kassenpatient) habe ich ein Termin beim Psychiater. Mal schauen was er dazu sagt und ob ich eventuell neue Medikamente benötige.
Mmmmh...das mit den fixen Ideen kann nicht so genau erklären. Ich vergleiche es immer mit anderen Zwänglern, die z.B. unter einem Waschzwang leiden. Und zwar denke ich manchmal, ich müsste eine ganz bestimmte Handlung ausführen, um mich oder andere vor etwas schlimmes zu bewahren. So wie ein mensch der an Waschzwang leidet, sich immer wieder waschen muss, weil er denkt, dass er sonst krank werden könnte. So habe ich manchmal den Gedanken, etwas tun zu müssen, damit die "Katastrophe" nicht eintritt. Naja, wie schon erklärt hatte, bekomme ich dann auf einmal den Gedanken:
Oh, Gott ich muss bald sterben. Dann kommt in mir die Frage auf: Was kann ich dagegen tun? Und dann komme ich auf die absurdesten Ideen, die dieses verhindern sollen. Wie z.B. das ich denke....so jetzt musst du 30 mal hintereinander das "Vater unser" Beten oder jemanden ins Gesicht schlagen etc.. Ich weiß, dass das total absurd ist. Aber trotzdem besteht dann immer die Angst es irgendwann für richtig zu halten und es dann auszuüben. Wobei beten ja das kleinste Übel wäre.
Besser kann ich es leider nicht beschreiben.
Machst du eine Therapie? Und wie lange leidest du schon an Zwangsgedanken und wie hat es bei dir angefangen?

almighurt
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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon almighurt » Do 28. Jan 2010, 15:10

hallo, ich bin neu hier und sehr froh, dass ich endlich ein forum gefunden habe, das sich ernsthaft mit dem thama auseinanderstzt. es beruhigt mich immer ungemein, wenn ich lese, dass ich nicht der einzige bin, der sinnlose, unbegründete aggressionen und gewaltvorstellungen gegen seine mitmenschen hat. wie viele hier schon beschrieben haben, kreisen auch meine gedanken beinahe den ganzen tag um schreckliche vorstellungen wie gewalttaten, die durch meine hand geschehen könnten.
ich bekomme angst vor diesen vorstellungen, angst vor mir selbst und wenn die gedanken gerade mal nicht akut sind, beispielsweise, wenn ich alleine bin, habe ich ein sehr schlechtes gewissen, halte mich für einen schlechten menschen, fühle mich verloren, bekomme angst verrückt zu werden und niemals mehr ein normales leben leben zu können.
ich hatte schon in meiner kindheit mit zwangsgedanken zu tun, hatte dann bis vor ca. einem jahr aber alles soweit verdrängt, war mit dem meisten zufrieden und hatte ein gesundes verhältnis zu mir und meinen gedanken.
ganz plötzlich, ich kann mich noch genau daran erinnern, hatte ich meinen ersten aggressiven gedanken gegen meine exfreundin, die ich umarmte, während ich einen hammer und einen nagel in der hand hatte. der gedanke kam ganz plötzlich: meine befürchtung sie verletzen zu können, ließ mich den hammer sofort aus der hand legen.
mittlerweile haben sich die zwänge ausgebreitet, die große angst, die ich zunächst vor allem vor messern mit spitzer klinge hatte, besteht jetzt auch bei schraubenziehern, kugelschreibern, oder großen steinen. auch meine bloßen hände kommen mir oft wie waffen vor, wenn sich jemand mit der hinterkopf vor mir befindet und mir der impuls in den kopf schießt, einfach draufzuhauen - ohne jeden grund. es macht mich fertig, ich würde dann am liebsten einfach wegrennen, bleibe dann aber doch in der situation, um mich den ängsten zu stellen.
derealisation und depersonalisation sind oft die folge der angstzustände und des hohen innerlichen drucks und dann habe ich ganz besondere angst die kontrolle über mich zu verlieren.
wie ich eben bereits erwähnt hatte, hatte ich schon als kind mit zwangsgedanken und grübelzwängen zu tun, die allerdings inhaltlich ganz anders waren. sie waren irgendwann einfach weg, auch ohne behandlung - denn meine eltern waren mit den dingen denen ich ihnen erzählte und mit meiner frühpubertären gefühlswelt überfordert.
knapp sieben jahre später dann hatte ich ganz plötzlich wieder starke derealisationserlebnisse, wurde unruhig, nervös und wußte nicht recht was mit mir los ist. ich rutschte in eine depressive episode, die mich so stark an das was ich in meiner kindheit erlebt hatte erinnerte, dass ich so früh es ging einen termin bei einer psychotherapeutin machte. in dieser zeit der depression erlebte ich dann auch den eben schon beschriebenen aggressiven zwang gegen meine exfreundin zum erstem mal.

seither grübel ich sehr viel, habe es noch immer nicht geschafft, mir einen studienplatz zu suchen, habe täglich sehr große angst und hasse mich oft selber für meine gedanken. ich bin ein friedliebender mensch, mit einem starken harmoniebedürfnis. meine freunde zeigen zwar viel verständnis, nachvollziehen können sie meine gedanken und gefühle allerdings nur oberflächlich. wenn dann mal ein tag ausnahmsweise sehr schön ist und ich die zwänge soweit im griff habe, kommt ganz plötzlich wieder ein impuls, der meine stimmung wieder zunicht macht, der mich so runterzieht, dass ich alles nur noch schwarz sehe und mich selbst für böse halte.

oft habe ich schon den gedanken gehabt, meine schlimmen gedanken mit guten taten ausgleichen zu müssen. aber ich weiß, dass mir das auch nicht hilft. es fällt mir sehr schwer aggressionen die begründet sind, wie bspw. in einem konflikt, rauszulassen, eben aus angst dann schlimmeres zu tun, als mal etwas lauter zu werden. früher war das kein problem für mich. ich konnte sagen was ich wollte, konnte meinen standpunkt verteidigen und auch mal dampf ablassen - heute fällt mir dampf ablassen und lauter werden, sowie mal mit der faust auf den tisch hauen sehr schwer.

nun gut, ich hoffe ich habe niemanden gelangweilt, aber wie ihr sicher wisst, ist es immer sehr befreiend, wenn man mal aufschreibt oder erzählt, was mit einem los ist. man meint dann die dinge etwas klarer zu sehen und hat kurzfristig kein so großes chaos im kopf, wie es während der grübeleien der fall ist.

liebe grüße an alle anderen betroffenen.

almighurt
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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon almighurt » Di 2. Feb 2010, 22:34

ich habe gelernt, meine gedanken zuende zu denken. den kompletten gedanken zulassen und dann bewerten. also mir selber sagen "ja, da war dieser blöde, schreckliche, total unpassende gedanke, aber es bleibt auch nur ein gedanke". das ist aber so viel leichter gesagt als getan. meine gedanken sind sehr komplex (grübeleien), es sind auch oft nur bilder die mir völlig unvermittelt durch den kopf schießen und totale innere unruhe und angespanntheit hervorrufen. in so einer panikattacke ist es sehr schwer sich an dieses schema zu halten. außerdem habe ich ständige angst vor kontrollverlust.
meine therapeutin meinte, dass ich mehr darauf achten solle, was ich wirklich will. manchmal klappt das auch, meistens nicht. dann merke ich erst, dass ich etwas nicht wollte oder mit einer situation unzufrieden war, wenn ich wieder eine angespannte von zwangsgedanken und impulsen durchzogene zeit hinter mich gebracht habe.
was mich derzeit oft beunruhigt ist, dass ich angst davor habe, mich mit meiner freundin zu treffen. ich hatte schon öfters zwangsgedanken die sich gegen sie richteten. sie geht echt gut damit um, ich kann ihr jederzeit sagen was los ist. aber sie hat oft geklammert und ich habe es akzeptiert, ohne auf mein bedürfnis nach eigener freiheit (sofern ein zwangskranker die noch hat...) zu achten. jetzt fällt es mir manchmal sogar schwer berührungen auszuhalten, aus angst ihr gegenüber aggressiv zu reagieren.
naja und was den sport betrifft, bin ich schon immer sehr sportlich gewesen. ich laufe viel, mache kraftsport und reite. reiten ist übrigens die einzige beschäftigung, bei der ich bisher keine zwänge hatte.
kampfsport würde natürlich gezielter aggressionen abbauen. aber da vermeide ich wahrscheinlich dann doch noch...

almighurt
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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon almighurt » Do 4. Feb 2010, 00:05

meine eltern haben sich einen scheiß darum gekümmert, was mit mir war. und was soll das überhaupt? ich verstehe deinen kommentar nicht. was willst du bezwecken?

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Laura
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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon Laura » Do 4. Feb 2010, 01:31

Hallo almighurt!

Gewöhn Dich schon mal an elwands lakonische Sprüche und Absurditäten. Er kann's nicht lassen.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon almighurt » Do 4. Feb 2010, 23:15

nein, ich bin zwangskrank und suche nach einem ventil, um aggressionen, die sich nunmal während des tages aufbauen und die ich mich oftmals nicht traue rauszulassen, gezielt und ohne jemanden oder auch mich selbst zu gefährden, abzubauen. hast du überhaupt erfahrungen mit aggressiven zwangsgedanken? mir scheint dein kommentar einfach nur neunmalkluges halbwissen zu sein.

komisch ist doch, dass die therapeuten mit denen bisher zu tun hatte, alle anderer meinung waren als du. und ich glaube, dass die mehr im bilde über mich und meine lebensumstände sind, als du es bist von einer kurzen schilderung meiner hauptprobleme.

dies ist doch ein forum, in dem man sich gegenseitig hilft und sich nicht, nur um sich selbst durch scheinbar kluge kommentare zu profilieren, weiter runterzieht.

Obelix
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Re: aggressive Zwangsgedanken - Betroffene gesucht!

Beitragvon Obelix » Sa 6. Feb 2010, 10:40

Hallo Zusammen

Ich habe vor ca. 3 Jahren genau das gleiche durchgemacht. Das volle Programm (Angst, Panik, Zwangsgedanken).

Ich habe damals meinen Heilungsweg aufgeschrieben. Vielleicht könnt ihr das eine oder andere für euch nutzen?

http://sites.google.com/site/angstpanik

Alles Gute und viel Kraft,
Obelix

Syadu
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Ihr glaubt nicht...

Beitragvon Syadu » Mo 15. Feb 2010, 18:43

... wie froh ich bin, andere gefunden zu haben, deren Probleme so ähnlich sind wie meine!

Ich bin vermutlich etwas (oder um einiges, kann ich momentan schlecht einschätzen) jünger, als die meisten anderen hier und war voraus bemerkt noch nie in psychologischer Behandlung o.ä.


Auch mir geht es häufiger so: plötzlich, in meist ganz alltäglichen Situationen überkommen mich Gedanken und Ideen, die in der Regel ziemlich grausam und unangebracht sind. Am schlimmsten ist es natürlich gerade dann, wenn ich gereizt bin, dann werde ich meist von einem Hass ausgefüllt, der sich letzten Endes praktisch gegen die ganze Menschheit richtet. Aber auch ohne einen "Grund", also wie bei vielen von euch etwa beim Anblick eines Messers oder beim Alleinsein mit anderen, kommt es zu solchen Gedankengängen.
Bei mir ebenfalls problematisch ist, dass ich oftmals nichts dagegen tun kann, es als "richtig" oder als eine gute Perspektive zu betrachten. Ich weiß natürlich, dass das absoluter Schwachsinn ist, aber ich kann einfach nichts dagegen tun, es ist wie das übiche Dilemma, des unbeeinflussbaren Willens. Ich habe keine Ahnung, wie ich diese zeitweise vorhandene Einstellung untergraben könnte...

Mir geht es schon ewig so, praktisch seit meiner Kindheit, in der ich etwa ein nicht gerade mitleidender Mensch war. Damals habe ich das Ganze vermutlich durch meine Alpträume kompensiert, die mich jahrelang verfolgten.

Reden kann ich eigentlich kaum mit jemandem darüber... Meine Freunde kennen zwar meinen "morbiden Humor"- aber dass ich tatsächlich mit solch abgründigen Gedanken behaftet bin..

Ich fürchte, dass ich es einfach versuche zu verdrängen. Im Grunde genommen bin ich eigentlich ein friedlicher Mensch, ich habe noch niemals irgendjemanden/ irgenetwas angegriffen oder gar verletzt.

Wie groß, denkt ihr, ist die Dringlichkeit, dass ich mich in psychologische Behandlung geben sollte? Der Gedanke daran missfällt mir offengesagt, da es sich nicht vermeiden ließe, das meine Familie dadurch von all dem erfahren würde, was ich eigentlich verbergen möchte, andererseits möchte ich mich und andere natürlich nicht in Gefahr bringen!

Kann mir jemand hier vielleicht helfen?

zwaengler79
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an Elwand

Beitragvon zwaengler79 » So 21. Feb 2010, 13:22

elwand hat geschrieben:Nö, ich habe auch noch niemand umgebracht!
Sorry, aber ich finde bei so nem heiklen Thema is Sarkasmus fehl am Platz, vor allem wenn man selbst nicht betroffen ist.

zwaengler79
Beiträge: 23
Registriert: Sa 26. Dez 2009, 21:54

an syadu

Beitragvon zwaengler79 » So 21. Feb 2010, 13:45

Syadu hat geschrieben:Ich bin vermutlich etwas (oder um einiges, kann ich momentan schlecht einschätzen) jünger
...wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf?

Syadu hat geschrieben:Mir geht es schon ewig so, praktisch seit meiner Kindheit
...da kann ich dich ein Stück weit beruhigen, bei mir hat es auch schon in der Kindheit angefangen
Syadu hat geschrieben:Reden kann ich eigentlich kaum mit jemandem darüber
...ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß Menschen, die nicht selbst von solch aggressiven Zwangsgedanken betroffen sind, total überfordert sind wenn sie so etwas hören. Sie können sich nicht einmal hineindenken, wie unerträglich sowas sein kann. Ein Freund von mir sagt ständig, ich solle einfach aufhören, mir über solche Dinge Gedanken zu machen. Wenn`s doch nur so einfach wäre, dann hätten wir ja alle nicht dieses Problem.
Als ich meinen Eltern von diesen Gedanken, u.a. die Gedanken gegenüber meinem Kind, erzählt habe, dachten sie, ich hätte wirklich Ambitionen, meinem Kind etwas anzutun. Aber es ging ja nicht darum dass ich das wirklich wollen würde, sondern darum dass ich einfach an nichts anderes denken konnte. Und irgendwann nachdem die Gedanken ununterbrochen da waren, habe ich mich sogar gefragt, ob ich meinem Kind vielleicht doch was antun will. Ich war mir einfach nimmer sicher und auch heute zweifle ich noch sehr oft. Ständig gehen mir Gedanken wie "Vielleicht willst du ja wirklich jemandem was antun" oder "wäre ich zu solch einer Tat wirklich fähig" oder "wie würde es sich jetzt anfühlen wenn ich es täte" durch meinen Kopf. Das macht mich echt fertig.......ich hasse das!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das ist doch kein Leben mehr.
Ich kann dir nur den Tipp geben, dich entweder mit nem Psychologen oder mit Menschen aus diesem Forum zu unterhalten. Alles andere macht keinen Sinn weil dich ein "normal denkender" Mensch einfach nicht verstehen kann, auch wenn er/sie es noch so gerne will. Ich habe jederzeit ein offenes Ohr für dich.
Syadu hat geschrieben:Wie groß, denkt ihr, ist die Dringlichkeit, dass ich mich in psychologische Behandlung geben sollte
... das hängt immer davon ab, wie gequält du durch diese Gedanken bist. Wenn es deine Lebensqualität extrem einschränkt, dann solltest du auf jeden Fall psychologische Hilfe aufsuchen. Und was deine Eltern angeht, versuch nicht es Ihnen selbst zu erklären, sondern bitte den Psychiater bzw. Psychologen deine Eltern aufzuklären. So hab ich das auch gemacht.
Syadu hat geschrieben:andererseits möchte ich mich und andere natürlich nicht in Gefahr bringen!
...eine 100%ige Sicherheit hat man nie. Aber da dich diese Gedanken sehr offensichtlich quälen und du diese nicht haben möchtest, gehe ich davon aus, dass von dir keine Gefahr ausgeht. Immerhin hast du diese Gedanken schon seit deiner Kindheit und hast anscheinend bis dato noch nie jemandem was getan. Wieso solltest du also in Zukunft so etwas tun?

....aber alles gut Zureden hilft nichts weil man immer wieder an sich zweifelt. Glaub mir, ich kenne das nur zu gut!

Ich bin seit Mai 2009 fast unentwegt in irgendwelchen Kliniken. Mittlerweile befinde ich mich seit fast drei Monaten in der Psychiatrie in Freiburg. Hier gibt es eine Station speziell für Zwangsstörungen. Ich werde voraussichtlich in zwei Wochen entlassen, aber ich weiß gar nicht mehr, wie ich "draußen" klar kommen soll. Ich habe solche Angst, nach Hause zu gehen, weil ich nach wie vor befürchte, ich könne meine Gedanken in die Tat umsetzen. In solchen Fällen wünsche ich mir einen Partner, der einem ein wenig den Rücken stärkt und für einen da ist. Wahrscheinlich bin ich durch die monatelangen Aufenthalte auch hospitalisiert. Daraus lässt sich schließen, dass mir der Aufenthalt auf dieser speziellen Station nicht viel gebracht hat. Die Expositionsübungen schlagen meiner Meinung nach nicht richtig an und die Medis wollen wir auch keine Erleichterung verschaffen. Ich habe Cipramil, Cipralex und Trevilor schon durch. Meine letzte Hoffnung setze ich in das Anafranil, welches ich seit zwei Wochen nehme. Allerdings kann man ja erst nach ca. acht bis zehn Wochen sagen, ob diese Medikamente ein wenig anschlagen.

Alles scheiße kann ich dazu nur sagen.

zwaengler79
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Hallo elwand

Beitragvon zwaengler79 » So 21. Feb 2010, 21:03

elwand hat geschrieben:Für mich kein Wunder, Kinder fühle Unruhe.
Meine Zwänge und die hieraus resultierende Angst/Unruhe kam erst wieder hoch als die Kleine schon zehn Monate alt war.
elwand hat geschrieben:Wie soll ich die Frage jetzt ohne Hintergedanken stellen... Warum bist Du denn alleinerziehend?
Ich bin allein erziehend weil sich der Vater der Kleinen überfordert fühlt und sein eigenes Leben leben will. Er sagt er sei kein Familienmensch.
elwand hat geschrieben:Kann es sein, dasssich aus der Kindheit eine Kampfbotschaft mitteilen will?
Was genau meinst du mit "Kampfbotschaft"?
elwand hat geschrieben:Ich denke, diese Zwänge haben einen Grund, den Du vom Unterbewusstsein als Service noch nicht sehen musst, weil Du daran wohl sehr zu knabbern hättest. Vielleicht ist auch nur die Angst vor der Erkenntnis des Grundes dahinter, der Grund für die Angst vor zuviel (wasauchimmer).
Für gewöhnlich haben Zwänge eine bestimmte Funktion. Da ich diese Zwangsgedanken schon seit meiner Kindheit habe, fällt es schwer, den Auslöser der damals zum Ausbruch geführt hat heraus zu finden. Leider! Ich kann mich einfach nicht mehr dran erinnern, in welchem Zusammenhang es damals zum ersten Mal aufgetaucht ist. Vielleicht ist es aber auch wichtiger zu lernen, wie man mit solchen Gedanken umgeht und nicht warum sie überhaupt da sind. Was weiß ich.


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